Die Nachkriegszeit aus Sicht eines Jungen beschrieben, dessen Vater als vermisst gilt.
Die Stadt Berlin ist zerstört, die Trümmer noch nicht beiseite geschafft...doch der kleine Paul erlebt ein großes Abenteuer....denn er ist mit seiner Bande unterwegs. Seine Mutter kämpft mit Näharbeiten um das Überleben...alles ist knapp, vor allem Lebensmittel. Der afroamerikanische Soldat Bill ist ihr Stütze...und vielleicht auch mehr...?!
Der Vater gilt als vermisst...Paul sehnt seine Heimkehr herbei....doch was wäre, wenn Werner wirklich wieder da wäre...?
Wirklich lesenswert ...für Kinder und Jugendliche ab 11 Jahren...auch als Schullektüre geeignet!
Ich habe schon viele Bücher gelesen, die in der Nachkriegszeit spielen. Hier war es jedoch noch einmal an ganz anderes Leseerlebnis, da die Geschichte aus der Sicht eines Kindes erzählt wird. Man bekommt einen guten Einblick, welchen Einfluss der Krieg auf die Psyche eines Kindes hat und mit welchen Problemen und Schwierigkeiten die junge Generation zu kämpfen hat. Die Autorin greift dabei eine Handvoll Themen auf, auf die sie in ihrem Roman alle ganz wunderbar eingeht. Zu diesen Themen zählen etwa das Warten auf Soldatenväter, persönliche Krisen und Traumata durch Kriegsgeschehnisse, Lebensmittelknappheit, Nazi-Ideologie und Feinddenken. Ich fand es schön, dass die Autorin jedes dieser Themen in ihre Geschichte miteingebunden und auf jedes so gut eingegangen ist. Der Roman ist natürlich bedrückend, gibt aber auch Hoffnung. Die Perspektive eines jungen Burschen ist ihr dabei gut gelungen , der Schreibstil flüssig und leicht zu lesen.
FAZIT:
Über die traurige Zeit des 2. Weltkrieges und die Zeit danach gibt es viele Geschichten. Selten jedoch aus der Sicht eines Kindes. Sarah Bergmann hat sich an dieses Thema herangewagt und einen wundervollen Roman geschaffen, der wichtige Themen anspricht und mich von vorne bis hinten überzeugen konnte.
—A novel with depth and an important story everyone should know!—
The novel is set in post-World War II Berlin in 1947. Paul has been waiting for his father for two years—his father volunteered to fight in the army. However, his mother befriends an American named Bill, which Paul strongly dislikes, so he makes it his mission to drive Bill away. Meanwhile, Paul and his gang experience further adventures.
The novel vividly portrays the post-war period for the Germans. Thirteen-year-old Paul is completely convinced by Nazi ideology. He also idolizes his father as a hero because he fought for Germany. He hates the victorious powers, such as the Americans and the Russians. Having been a “Pimpf” (young boy member) in the Hitler Youth since childhood, he has grown up with this way of life.
As the novel progresses, Paul’s determination increasingly wavers. As a reader, I could feel how much he struggles. He begins to question Hitler’s ideals more and more. Paul’s gang also reflects the changes in National Socialism. By the end, even the gang evolves into a democracy.
The impressions from the book feel very lifelike. It’s clear that life back then could really have been like this. The “ordinary” German citizens suffer and starve. They wait for family members who went off to war.
In my opinion, this book is highly recommendable. I gained a deep insight into life back then. Paul’s feelings and thought processes were mostly understandable. Especially his anger and hatred, which I felt physically. So, anyone interested in history should definitely read this novel. It takes you on a journey of about two to three hours into the past.