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Die Frauen von Skagen

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Die legendäre Künstlerkolonie im dänischen Skagen - mit Malern wie Anna und Michael Ancher, Marie und Peder Severin Krøyer - bildet Hintergrund und Schauplatz des neuen Romans von Stina Lund («Preiselbeertage»).
Vibeke soll in die Frankfurter Farbenfabrik ihres Vaters einsteigen - doch mehr noch als den Farben gehörte ihr Herz schon immer der Kunst. Gegen den Willen des Vaters geht sie ins dänische Skagen, um dort Malerei zu studieren. In dem Café, in dem sie arbeitet, entdeckt sie ein Bild, von dem sie glaubt, es sei ein unbekanntes Werk der von ihr verehrten Malerin Marie Krøyer. Zusammen mit dem charismatischen Besitzer Thore will sie mehr herausfinden.
Skagen, Ende des 19. Jahrhunderts: Die junge Asta ist im Haushalt der Triepkes als Gesellschafterin für Tochter Marie angestellt. Marie Triepke hat das große Glück, dass ihr schöpferisches Talent von ihrer Familie zu einer Zeit gefördert wird, in der Frauen eine künstlerische Laufbahn fast unmöglich ist. Als sie dem faszinierenden Maler Peder Severin Krøyer Modell steht, ist das der Beginn einer dramatischen Liebes- und Schicksalsgeschichte, die nicht nur Maries und Astas Leben, sondern die bildende Kunst Europas prägen wird.

336 pages, Paperback

Published November 19, 2019

27 people want to read

About the author

Stina Lund

4 books

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Displaying 1 - 6 of 6 reviews
Profile Image for auserlesenes.
365 reviews18 followers
January 14, 2020
Dänemark am Ende des 19. Jahrhunderts: Die junge Marie Triepke, Tochter aus wohlhabendem Haus, hat einen Traum. Sie will Malerin werden. Zwar fördern ihre Eltern ihr künstlerisches Talent, doch erwarten sie von ihrem Kind auch, dass es heiratet. Als Marie auf Peder Severin Krøyer, genannt Sören, trifft, scheinen sich beide Wünsche zu erfüllen. Sie nimmt den berühmten Maler zum Mann und hofft auf eine erfolgreiche gemeinsame Schaffensphase, die das Paar im dänischen Skagen am Meer, begleitet von Maries langjähriger Gesellschafterin Asta Hansen, verbringen will. Doch dort werden Maries Erwartungen nicht erfüllt. Viele Jahre später, 2018, wandelt Vibeke Weber, Mitte 20, aus Frankfurt auf den Spuren der Krøyers – auf der Suche nach ihrem eigenen Weg im Leben und ebenfalls angetrieben von der Liebe zur Malerei…

„Die Frauen von Skagen“ ist ein Roman von Stina Lund.

Meine Meinung:
Der Roman besteht aus 38 eher kurzen Kapiteln. Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht von Vibeke und aus der von Asta. Dementsprechend gibt es zwei Stränge, die immer wieder Parallelen aufweisen: Einer spielt zwischen 1883 und 1940, vorwiegend in Dänemark, aber auch an anderen Orten in Europa, der andere zwischen 2010 und 2019 zum Teil in Skagen und zum Teil in Frankfurt. Einheitliche Orts- und Zeitangaben zu Beginn der Kapitel erleichtern die Orientierung. Der Aufbau ist gut durchdacht.

Der Schreibstil ist anschaulich, einfühlsam und lebhaft – dank viel wörtlicher Rede und gelungenen Beschreibungen. Vor allem die Darstellung von Skagen weckt Fernweh. Auch für Kunstlaien ist der Roman gut verständlich. Schon nach wenigen Seiten hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen. Leider bin ich immer wieder über (Tipp-)Fehler gestolpert.

Gut gefallen hat mir, dass die Charaktere authentisch und klischeefrei wirken. Im Vordergrund stehen drei Frauen. Sowohl Marie als auch Asta und Vibeke werden als Personen mit Ecken und Kanten beschrieben, die zwar nicht frei von Fehlern sind, dessen Entwicklung ich jedoch gerne verfolgt habe. Ihre Gedanken und Gefühle werden sehr gut deutlich. Auch die übrigen Figuren wirken realitätsnah.

Mit den Malern von Skagen greift die Autorin ein Thema auf, das literarisch noch nicht oft verarbeitet wurde. Da ich die impressionistische Kunst sehr mag und Skagen von schönen Fotos kenne, war meine Neugier schnell geweckt. Ich fand es sehr interessant, mehr über Marie Krøyer und die dänische Künstlerkolonie zu erfahren, von der ich bis dato noch nichts gehört hatte. Die fundierte Recherche der Autorin wird nicht erst im Nachwort deutlich, sondern zeigt sich an vielen Stellen im Roman. Die Verbindung von Fakten und Fiktion ist ihr gut gelungen.

Auf mehr als 300 Seiten ist der Roman kurzweilig, unterhaltsam, bisweilen auch überraschend und tiefgründig. Die Handlung ist schlüssig und bietet dennoch Raum für eigene Interpretationen und Schlussfolgerungen, was ich sehr begrüße. Das Ende des Vibeke-Erzählstranges konnte mich leider jedoch nicht ganz überzeugen.

Das hübsche Cover, das das Ölgemälde „Am Strand von Skagen“ von Michael Ancher zeigt, passt in mehrfacher Hinsicht hervorragend zum Roman. Der Titel dagegen ist austauschbar und hebt sich leider nicht positiv vom derzeit inflationären Gebrauch von Wörtern wie „Tochter“ und „Frauen“ in der aktuellen Literatur ab.

Mein Fazit:
„Die Frauen von Skagen“ von Stina Lund ist ein unterhaltsamer und interessanter Roman, der schöne Lesestunden bereitet. Eine empfehlenswerte Lektüre, nicht nur für Kunstbegeisterte.
Profile Image for Sandra.
259 reviews15 followers
January 15, 2020
Zwei parallel erzählte Geschichten mit so vielen Ähnlichkeiten - die eine spielt in der Gegenwart, die andere im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts - und trotzdem so verschieden. Die noch kindliche Marie, ausgestattet mit reihenweise Privilegien und einer Gesellschafterin namens Asta im gleichen Alter, will nichts anderes tun als zu malen. Zu jeder Tageszeit kann sie an nichts anderes denken und hat nur den Wunsch eine Malerin zu werden. Parallel dazu lernen wir Vibeke kennen, die den großen Wunsch hat, eine Kunsthochschule zu besuchen und ihren Traum wahr werden zu lassen. Beide Väter sind komplett dagegen. Marie solle lieber heiraten und Vibeke in die Farbenfabrik des Vaters einsteigen. Beide können auf ganz unterschiedliche Art ihren Kopf durchsetzen, jedoch bewegen sich die Parallelen ab diesem Zeitpunkt leider stark auseinander. Marie trifft auf Peder Severin Krøyer, kurz Sören, einen der wohl berühmtesten Künstler Dänemarks zu dieser Zeit, und möchte mit ihm Liebe und Malleidenschaft verbinden. Das perfekte Paar möchte man meinen, jedoch immer auch dabei: Asta. Beide Geschichten haben eine starke Parallele vorzuweisen und hierbei handelt es sich um den wundervollen Ort Skagen.

Stina Lund präsentiert uns in ihrem Roman äußerst toughe (junge) Frauen, die an ihrer Leidenschaft anfangs festhalten. Die gesellschaftliche Abneigung gegen den Beruf und auch die Berufung zur Malerin begegnet uns in beiden Zeitsträngen. Die Väter als starke Figuren sind gegen die Wünsche und trotzdem schaffen sie es sich irgendwann von ihnen diesbezüglich loszusagen. Maries Leben findet zudem fast ausschließlich mit Asta im Schlepptau statt. Zuerst als Gesellschafterin verpflichtet und danach als fester Bestandteil in ihrem Leben, auf den sie immer wieder zurückgreift.

Die Autorin hat mich mit ihren starken Charakteren umgehauen! Der Roman ist vollgepackt mit Emotionen aller Art und ließ mich wie einmal durchgekaut und wieder ausgespuckt zurück - im positivsten Sinne. Astas Ehrgeiz und Außenseiterrolle rief bei mir starkes Mitgefühl herbei und ließ mich doch oftmals mit dem Kopf schütteln. Auch Marie möchte man einerseits manchmal zur Vernunft rufen und andererseits möchte man sie im Arm wiegen sowie ihr zuflüstern, dass alles gut werden wird. Besonders die Geschichte der Vergangenheit hat mich besonders berührt. Die Emotionen gingen von überschäumender Lebenslust bis hin zu Trübsinnigkeit kurz vorm Selbstmord. Besonders Sören, Maries Ehemann, tritt hier die Rolle des fanatischen Künstlers an und fasziniert durch seine überbordenden Ausbrüche. Auch die Kameradschaftlichkeit unter den Künstlern - hierbei werden einige fast schon familiäre Freundschaftsbeziehungen beschrieben - beeinflussten mich als Leser sehr und schafften eine unendlich natürliche Stimmung. Die Autorin hat das Beisammensein in der Künstlerkolonie meiner Meinung nach perfekt, klischeefrei und fast unnachahmlich eingefangen.

Die Geschichte der Gegenwart läuft etwas weniger dramatisch ab, jedoch findet man als Leser immer wieder kleine Parallelen zur anderen Story, was äußerst spannend war. Auch Vibeke erschien mir immer wieder äußerst kindlich und naiv, trotzdem fühlt man mit ihr mit. Im Laufe der Geschichte entwickelt sich auch eine ganz besondere Verbindung zu ihrer Mutter, die eine ganz eigene Dynamik hat. Die Verwandlung durch Skagen war auch hier fast greifbar zuspüren.

Alle Charaktere waren für mich authentisch. In diesem Buch gibt es keine flache Persönlichkeit, sondern Menschen mit intensiven Wünschen, Lebenszielen und allerlei Emotionen. Charakterschwächen werden gepflegt und nicht versteckt, genau das fand ich außerordentlich toll.

Der Ort Skagen war mir bis zu diesem Buch unbekannt. Die Beschreibungen sind jedoch unglaublich schön und haben mein Interesse stark geweckt. Zudem weiß die Autorin wie sie für den Leser ganz anschaunliche Bilder gestalten kann und nutzt dies äußerst gekonnt immer wieder.

Ich wollte das Buch einfach nicht mehr zur Seite legen. Die Charaktere und deren Geschichte haben mich so sehr gefesselt, dass ich mich regelrecht in ihren verloren habe und in der Zeit des Nicht-Lesens meine Gedanken immer wieder zur Geschichte glitten. Ich war regelrecht unruhig und musste die Geschichte beenden.

Obwohl ich mir das Ende etwas "bombastischer" gewünscht hätte, zumindest in Bezug auf Vibekes Handlungsstrang, möchte ich dem Buch trotzdem die bestmögliche Bewertung geben. Auch Leser, die nicht kunstaffin sind, dürfen ohne Bedenken zu diesem Buch greifen, denn die Autorin hat es geschafft dem Leser auch ohne Vorwissen die Künstlerumgebung anschaulich nahezubringen.
8 reviews2 followers
July 21, 2022
Tolle Geschichte mit plumpem Schreibstil.
Profile Image for Circlestones Books Blog.
1,146 reviews34 followers
December 19, 2019
„Mir ist, als könnte das Licht jedes Geheimnis aufdecken. Ja, als wäre es gar nicht möglich, in Skagen Geheimnisse zu haben.“ (Zitat Seite 77)

Inhalt
1887 ist Marie Triepke zwanzig Jahre alt und will unbedingt Malerin werden. Schließlich stimmen die Eltern zu. 1888 reist Marie mit ihrer gleichaltrigen Gesellschafterin Asta nach Paris, wo sie den Maler Peder Severin „Søren“ Krøyer wiedersieht, den sie 1889 heiratet. 1891 ziehen sie nach Skagen, eine Künstlerkolonie am Meer. Wird Marie, inzwischen Mutter, nun endlich wieder malen können?
2018 ist Vibeke Weber zweiundzwanzig Jahre alt und nach einem abgeschlossenen Management-Studium soll sie die Farbenfabrik ihres Vaters übernehmen. Doch sie will endlich Malerei studieren. Auf den Spuren der Malerin Marie Krøyer reist sie mit ihrer Mutter nach Skagen, verliebt sich sofort in das besondere, strahlende Licht und wird an der dortigen Kunstschule aufgenommen. Neben dem Studium arbeitet sie im Skagens Kavehus, wo ein unsigniertes Bild hängt, das die Familie Krøyer zeigt. Hat sie ein bisher unbekanntes Bild von Marie Krøyer entdeckt?

Thema und Genre
Dieser Roman handelt von der berühmten dänischen Künstlerkolonie in Skagen, wo sich im späten 19. Jahrhundert Künstler trafen, die ihren eigenen Stil der realistisch-naturalistischen Freiluftmalerei entwickelten, der später auch vom französischen Impressionismus beeinflusst wurde. Ein wichtiges Thema sind die Schwierigkeiten und Probleme, die Frauen auf ihrem Weg als Künstlerin überwinden müssen. Es geht auch um Freundschaft, Familie und Liebe.

Charaktere
Marie, Tochter aus gutem Hause, will kein gesellschaftlich bequemes Leben führen, sie will die Kunst zu ihrem Beruf machen. Von ihrer Ehe mit dem erfolgreichen, deutlich älteren Søren Krøyer erhofft sie sich Inspiration, Unterstützung und Freiheit.
Asta, aus armen Verhältnissen, ist auf den Verdienst als Maries Gesellschafterin angewiesen und manipuliert diese.
Obwohl Vibeke eine moderne junge Frau des 21. Jahrhunderts ist, fehlt ihr die Sicherheit, ihre eigenen Wünsche konsequent durchzusetzen, weder gegenüber ihrem Vater, noch gegenüber einem aufdringlichen Mitstudenten. Dies dient sicher der Handlung, ist aber nicht immer stimmig.

Handlung und Schreibstil
Die Geschichte wird abwechselnd auf zwei Ebenen erzählt, das Leben von Marie Krøyer zwischen 1883 und 1940, und Vibekes Erlebnisse in Skagen 2018. Großartig sind die lebendigen Schilderungen des Lebens der bekannten dänischen Künstler in Skagen, gekonnt verbindet die Autorin die bekannten Fakten mit der fiktiven Geschichte ihres Romans. Für die Charaktere hätte ich mir mehr Stärke gewünscht, die starken, intensiven Bilder von Marie Krøyer passen für mich nicht ganz zum Bild, das die Autorin von ihr zeigt.

Fazit
Ein interessanter Roman über das Leben der bekannten dänischen Skagen-Maler. Sehr gut recherchiert, lässt er die Künstlerkolonie lebendig werden und macht Lust, sich näher mit dieser Künstlergruppe zu beschäftigen.
Profile Image for Killerbee.S.
43 reviews1 follower
August 23, 2025
Seit 2003 fahre ich so gut wie jedes Jahr in den Norden Dänemarks und habe dieses Buch für meinen diesjährigen Urlaub ausgewählt, da ich auch Skagen und die dort ausgestellte Kunst gut kenne und sehr mag. In meinem Ferienhaus hängt zufällig sogar ein Kunstdruck des Gemäldes, das auch auf dem Cover abgebildet ist.
Ich wollte das Buch deswegen so gern mögen - aber…
- leider hat mir der Schreibstil nicht sehr gefallen, er ist ziemlich einfach gestrickt und etwas sperrig.
- die Anlagen der Figuren strotzen vor Klischees und manch ein Dialog erinnert an Vorabendserien.
- die Darstellung der Künstlerkommune empfand ich als wahnsinnig negativ; es resultiert daraus, dass sich die Abbildung der Geschichte über mehrere Jahre erstreckt, aber hier gefühlt nur das Schlechte hervorgehoben wird.
- der Vibeke-Strang ist auch sehr dramatisch…

Trotzdem hat die Autorin Skagen und Grenen sehr schön beschrieben.

Fazit: es hat nicht sehr viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen, hatte für einen Urlaub hier oben aber ein schönes Lokalkolorit.
Profile Image for Zi Ava.
58 reviews1 follower
August 10, 2024
Der Anfang hat mir sehr gut gefallen und auch der Schreibstil war sehr erfrischen, allerdings fühlte sich das Ende etwas konstruiert und gehetzt an.
Displaying 1 - 6 of 6 reviews

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