Zwischen 1884 und 1914 besaß Deutschland ein Kolonialreich, das von Togo in Westafrika bis zu den Inseln Samoas im Pazifik reichte. Dieses Buch bietet einen kenntnisreichen und allgemeinverständlichen Überblick über die kurze, aber folgenreiche deutsche Kolonialzeit. Es informiert über die politischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen und Nachwirkungen, vor allem aber über den »kolonialen Alltag« und das Zusammenleben von Deutschen und Einheimischen, das keineswegs nur von Widerstand und Gewalt geprägt war. Im Fokus stehen unter anderem das Wirken von Verwaltung, Justiz und Militär, die christliche Mission, die Rolle der Frauen, der Rassismus, die Hoffnungen und Träume nach dem Verlust des Kolonialreichs – aber auch der heutige Umgang mit diesem Teil der deutschen Geschichte. Dritte, erweiterte Auflage – mit über 70 Abbildungen und Karten
Eine unzureichende Einführung in die deutsche Kolonialgeschichte. Zwar bekommt man einen Überblick auf die Strukturen der Führung und die Erfahrungen der deutschen in den Kolonien aber es bleibt zu pauschal. Ich finde, dass man durch tiefere Einblicke in Fallstudien viel mehr erreichen kann als immer nur von der Allgemeinheit zu reden. Hinzu kommt, dass die Auswirkungen auf den kolonisierten Gesellschaften nicht erörtert werden. Die sogenannten "Eingeborenen" bleiben, aus meiner Sicht, unsichtbar. In der Schlussfolgerung versuchen die Herausgeber, das Gute und das Schlechte der deutschen Kolonialzeit und deren Vermächtniss abzuwägen als ob man Moral und die Perspektiven der ehemaligen kolonisierten ignorieren könnte.
Zusammenfassung der Kolonialgeschichte Deutschlands: Von den ersten Anfängen in Brandenburg-Preußen, über afrikanische und ozeanische "Schutzgebiete" bis hin zu den sozialen, wirtschaftlichen Folgen - bis hin zur Debatte um Raubkunst. Zutiefst interesant zu lesen.