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So, ich hab jetzt ein paar Wochen über das Buch nachgedacht und ehrlich gesagt hat sich meine Meinung dazu etwas geändert. Kurz nach dem Lesen war das ganze ein 3 Sterne Buch für mich. Die Aussagen in dem Buch sind zwar absolut nichts neues für mich, aber nicht dumm und vielleicht ganz hilfreich für andere.
Inzwischen bin ich bei einer 1 Stern Bewertung angelangt.
Denn die meisten Seiten lassen sich einfach mit wenigen Worten zusammenfassen: "Tu was du liebst und das wird schon alles irgendwie"
Und das ist für mich einfach der größte Schwachsinn.
Manche finden vielleicht genau den Job, der sie erfüllt. Aber nur deswegen wird nicht automatisch alles klappen und perfekt werden.
Andere haben gar keine Vorlieben, mit denen sich auch nur irgendwie Geld verdienen lassen könnte. Und ja, wir brauchen nun einmal Geld zum Überleben.
Und dann gibt es auch noch Jobs, die für eine funktionierende Gesellschaft lebenswichtig sind, aber wahrscheinlich für niemanden allzu erfüllend. Müllabfuhr, Gebäudereinigung, Supermarktverkäufer... Alles wichtige Jobs, aber sicher keine Traumjobs.
Meiner Meinung nach braucht man nicht DAS eine, das einen begeistert. DEN Job, der einen erfüllt. Man kann auch einfach einen Job machen, der ganz okay ist, und sich trotzdem ein tolles Leben aufbauen.
Ich teile John P. Streleckys Meinung, dass sich niemand in einem Job, den man hasst, abrackern sollte, um sich dann im Rentenalter, wenn man endlich nicht mehr arbeiten muss, alles erfüllen zu können. Man sollte zu jedem Zeitpunkt seines Lebens versuchen, sich das Leben toll zu gestalten.
Aber nur, weil man etwas tut, was man liebt, wird das Leben nicht automatisch gut. Und man kann auch ein tolles Leben führen, ohne 24/7 etwas zu tun, was man liebt.
Ich muss auch sagen, dass mich das Buch ziemlich gestresst hat. Immer wieder hab ich darüber nachgedacht, was ich denn liebe. Schließlich kann ich nicht einfach einen durchschnittlich guten Job haben, mit dem ich Geld zum Überleben verdiene. Ich brauche etwas, das mich erfüllt. Aber da ich nicht in die USA oder nach Irland ziehen möchte, um professionelle Tierstreichlerin zu werden (und weil andere das Jobangebot schneller angenommen haben), könnte das problematisch werden.
Vielleicht finde ich in ein paar Jahren noch etwas, das ich liebe und wenn sich dann plötzlich das magische Tor zum glücklichen Leben öffnet und alles einfach so klappt, werd ich euch das natürlich wissen lassen und meine Sterne-Bewertung ändern, aber bis dahin genieße ich mein Leben erstmal so wie es ist. Mit Dingen, die ich liebe, und Dingen, die einfach okay sind und die mir meinen Lebensunterhalt verdienen.
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Das Buch hab ich mir aufgrund des großen Hypes gekauft. Normalerweise würde ich eher nichts in die Richtung lesen, aber nachdem so viele es als unglaublich augenöffnend und must read bezeichnet hatten, war ich einfach neugierig.
Für mich hat das aber nicht wirklich zugetroffen. Klar, es gibt einige gute Denkansätze und viele Wahrheiten bezüglich dem Sinn des Lebens und dem Glücklich sein. Für mich waren diese aber alle schon davor klar und konnte mich deswegen nicht wirklich bereichern. Trotzdem war es ganz nett mal wieder über alles nachzudenken.