2017/2018 erfüllte sich Carmen Rohrbach einen lang gehegten Traum und lebte mehrere Monate in einem Holzhaus fernab der Zivilisation, an einem See mit glasklarem Wasser, umkränzt von felsigen Bergen. Fesselnd berichtet sie von den Vorbereitungen und Schwierigkeiten ihres Abenteuers. Sie beschreibt, wie sie schon als Kind fasziniert war von den Geschichten über Trapper, Holzfäller und Goldsucher im ungezähmten Norden Amerikas. Wie sie auf ausgedehnten Wanderungen die Wildnis erkundete und schließlich mehrere Wintermonate in völliger Isolation bei bis zu minus 48 Grad verbrachte, ohne einem einzigen Menschen zu begegnen. Auf mitreißende Art lässt sie uns an ihren intensiven Erfahrungen und Wahrnehmungen, ihren Beobachtungen und Gedanken teilhaben.
Ui, das hat mir aber wirklich gut gefallen! Ich kannte Carmen Rohrbach als Reiseschriftstellerin überhaupt nicht vorher, aber jetzt möchte ich definitiv noch mehr von ihr lesen. Sie erzählt sehr interessant von ihrer "Überwinterung" von März bis Anfang Juni in einer einsam gelegenen Blockhütte in Kanada - und ja, da ist es DEFINITIV noch Winter, mit Schneemassen und Temperaturen im zweistelligen Minusbereich. Ich habe viel erfahren über die verschiedenen Tiere, die es da gibt (Vögel, Karibus, Elche, Wölfe..) und wie die sich im Winter verhalten. Es dauert allerdings ziemlich lange, bis der "Überwinterungsteil" beginnt, vorher wird erzählt, wie Carmen Rohrbach im Sommer das "Terrain erkundet" und auch, wie lange es dauert, bis sie von ihrem Guide dann tatsächlich in die Blockhütte gebracht wird... Da muss nämlich erst eine Piste fürs Schneemobil erstellt werden, und dann schneit es zwischendrin immer wieder und der Guide muss von vorne anfangen... Also insgesamt eine tolle Naturgeschichte, ich vergebe 4 von 5 Sternen.
Ich liebe diese Bücher von Carmen Rohr bach und kann nur immer wieder ihren Mut und ihre Abenteuerlust bewundern. Sehr einfühlsam und gut zu lesen, ohne Übertreibungen.