'Weltgeschichte erzählt am Schicksal ihrer Protagonisten. August 1939. Flirrende Hitze in Mitteleuropa.' Dies sind die ersten Sätze der Beschreibung des Buches. Und das ist auch das, was dieses Buch leistet. Es erzählt, was einzelne Personen im August 1939 erlebt haben. Als Leserin, die über die Zeit danach, auch über das Schicksal der meisten dieser Protagonist*innen viel weiß, war es interessant, aus dieser Perspektive auf das Geschehen zu blicken. Es wird episodenhaft erzählt, immer wieder zwischen den einzelnen Personen und damit deren Perspektiven wechselnd. Diese Vorgehensweise führt dazu, dass dann und wann einige Redundanzen sich nicht vermeiden lassen, die mich beim Lesen etwas gestört haben. Je nachdem, wie lange man sich für die Lektüre Zeit lässt, wird das sicher aber auch ganz hilfreich sein, um sich wieder zu erinnern und weiter lesen zu können. Ich habe die Audioversion gehört, nachdem ich zunächst angefangen hatte. zu lesen.
Dass das Buch gut recherchiert ist, und einen Einblick gibt in die Atmosphäre, in der die genannten Personen lebten, hatte ich erwartet. Und das macht es auch, aber es bleibt sehr auf der Ebene der Menschen, was sie individuell gemacht oder nicht gemacht, gesagt oder gedacht haben. Es gibt der Leserin und dem Leser ein Gefühl dafür, wie sich das Leben angefühlt haben mag im Sommer 1939 für Sophie Scholl, für die Manns, für die Weizsäckers, ….Allerdings wurde es mir irgendwann zu viel, die Konzentration auf die Menschen, es wurde etwas langatmig und ich brauchte recht lange, um es zu Ende zu hören. Zum Ende hin gibt es noch einmal gebündelte Informationen zu einzelnen der sogannten Protagonist*innen. Das hat mich zum Ende hin noch einmal ein bisschen versöhnt mit dieser Art der Geschichtsschreibung.