Zunächst: der Titel ist super gewählt! Noch nie hatte ich beim Hören eines Hörbuches dermaßen kaltes Blut, noch nie war ich so verwundert darüber. Ist doch Andreas Franz als Krimi-/Thriller-Autor eine bekannte und beliebte Größe und die Julia-Durant-Reihe erfreut sich vieler Fans. Genau aus dem Grund habe ich mich auf dieses Hörbuch gefreut, es war mein erstes aus dieser Reihe.
Nach den ersten 10 Seiten ist klar, worauf die Hintergrundstory hinaus laufen wird, denn eine erwachsene Frau tätschelt einmal zu viel und zu intensiv diverse Gesichtspartien einer 15-Jährigen, die überdies mittels finanzieller Bestechung („… mach Dir keine Sorgen um das Geld , das ist gar kein Problem“ ) dazu gebracht werden soll, eine Auslandsreise des Reiterhofes mitzumachen…..aaaah ja, na immerhin mal kein männlicher Notgeiler. An dieser Stelle war ich das erste Mal genervt.
Im weiteren Verlauf hätte es Julia Fischer mit ihrer monotonen Vorlese-Leierei definitv geschafft, mich am hellichten Tag einschlafen zu lassen, hätte ich das Buch nicht beim Laufen gehört. Da war ich dann nicht mehr nur genervt, sondern auch sauer.
Es gibt nichts, aber auch gar nichts, was an dieser Geschichte nicht langweilig ist: die vorhersehbare Story, die gähnend öde Ermittlungsarbeit einer farblosen und uninteressanten Ermittlerin, die zähen Gespräche. Keine überraschenden Wendungen, alles wirkt irgendwie total kreativbefreit und lieblos dahin geschrieben. Immerhin passiert an den Stellen, an denen man grade eben das Handtuch schmeißen will, mal wieder ein Mord, dessen Brutalität in seltsamen Kontrast zur Langeweile der Story steht, was diese Morde dann auch noch doppelt bizarr erscheinen läßt. Dümmliche Ablenkungsmanöver a la „alter Sack liebt schwangere Minderjährige, der war`s bestimmt!“ müssen natürlich auch noch verwurstet werden.
Keine Ahnung, ob ich mit der falschen Folge um Julia Durant eingestiegen bin ( es ist sie sechste), ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, in dieser Art eine ganze Reihe zu hören oder zu lesen. „Spannend, düster, beklemmend“ steht im Klappentext. Wenn definitiv drei Adjektive NICHT zutreffen, dann diese. Ich finde kein anderes als wirklich und vollumfänglich: langweilig. Und die Auflösung ist doof.
Achtung, Spoiler »
Kurz und knapp: Leseempfehlung nur für Liebhaber der Reihe um Julia Durant der Vollständigkeit halber, allen Anderen rate ich ab, es sein, sie haben Schlafstörungen und bräuchten Hilfe beim Einschlafen.
2 Sterne für das Buch, 2 Sterne für eine nicht minder langweilig lesende Julia Fischer.
[Eins aus der Reihe geb ich mir irgendwann mal noch, vllt. war es wirklich ein Ausrutscher. Die Hoffnung stirbt zuletzt.]