Manche Kinder haben stärkere Emotionen als andere. Mehr Freude, mehr Wut, mehr Trauer … Im Nachfolger ihres Bestsellers erforscht Nora Imlau die neuen Herausforderungen, wenn gefühlsstarke Kinder sich außerhalb der Familie in der Gesellschaft, der Schule und in den Medien bewegen.
Es geht für die Kinder dabei mehr denn je darum die Selbstregulationsfähigkeit zu stärken und mit dem Druck von außen zurechtzukommen, auch wenn im Inneren die Gefühlsstürme toben.
Nora Imlau gibt dazu viele Beispiele und hilfreiche Lösungsansätze für Alltagskonflikte und besondere Krisen. Sie bestärkt besonders die Eltern darin, auf ihre Kraftreserven zu achten und Selbstzweifel zu überwinden.
Alles, was wir brauchen, um unsere gefühlsstarken Kinder beim Großwerden zu unterstützen.
Gefühlsstarke Kinder stützen und ihnen ein Fels in der Brandung sein!
Jeder der Kinder hat, kennt diese Situationen, die einen an den Rand seiner Kräfte bringt und eine verzweifeln lassen als Elternteil. Es gibt auch Kinder, die täglich eine besondere Herausforderung sind und das ist dann eine ganz andere Liga den Alltag zu bewältigen. Nora Imlau, die selbst Mutter von 4 Kindern ist und auch eines darunter, dass sie vor besondere Herausforderung stellte, hat sich dem Seelenleben dieser besonderen Kinder angenommen und publizierte 2018 das Sachbuch „So viel Freude, so viel Wut“ und etablierte damit den Themenkomplex gefühlsstarke Kinder im deutschsprachigen Raum. Mir gefällt die Begrifflichkeit schon sehr gut, da es neutral ist und die Kinder nicht mit einem Stempel versieht. Sie sind anders, wie der Titel des Folgebuches uns verrät: „Du bist anders, du bist gut“. Was ist nun der Unterschied der beiden Bücher, wenn bereits im ersten intensiv auf gefühlsstarke (Klein-)Kinder eingegangen wurde? Die Weiterentwicklung! Der zweite Band „Du bist anders, du bist gut“. nimmt die Reise ab dem 6. Lebensjahr auf, das Schulalter ist hier im Fokus und zeigt auf was Bedürfnisse und Notwendigkeiten bei gefühlstarken Kindern sind, die älter werden. Das Buch ist sehr übersichtlich gestaltet in 9 klar strukturierte Kapitel. Auch wenn ein Thema akut brennt, kann das Buch erstmal helfen nur partiell gelesen zu werden, wie Themen zu „Die eigenen Emotionen regulieren lernen“ oder „Das leidige Klamottenthema“ oder auch „Vokabeln lernen macht mir Kopfweh“ und vieles vieles mehr. Man sieht an den Unterthemen wie praxisorientiert das Buch Eltern an die Hand nimmt. Klar ist ein wenig Theorie immer hilfreich, aber hier liegt die Hilfe zur Selbsthilfe klar im Vordergrund und vor allem: Verstehen lernen warum die Kinder so ticken. Nun mag man sich fragen, ob dieses Buch für soooo viele Leser relevant ist und ich sage klar: JA! Nicht nur Pädagogen können auch hier viel für ihre Schützlinge mitnehmen, seien es Lehrer*innen oder Sozialpädagogen/innen, Horterzieher*innen. Nein, auch wir Eltern sollten sensibilisiert sein für gefühlsstarke Kinder. Fazit: Sehr lesenswert, tolles Buch, tolle Autorin! Jeder der Kinder in seinem Umfeld hat, sollte Nora Imlau gelesen haben!
Ich wollte dieses Buch ja mögen. Und es ist schon ganz sinnvoll. Aber… die Erfindung des Wortes „gefühlsstark“ widerstrebt mir zutiefst. Nett und schön, dass das Eltern erreicht, die bloß keine „Diagnose“ möchten und natürlich verkauft es sich damit besser, weil es die Angst vor einer Behinderung außen vor lässt. Aber vielleicht schadet sowas auch. Gefühlsstark ist ein hübsches wischiwaschi Wort, aber es fehlt die echte Substanz. Nichtsdestotrotz ein paar kluge Sätze. S. 74 Was gefühlsstarke Kinder ihren Eltern so alles an den Kopf werfen, lässt Außenstehende oft empört nach Luft schappen. „Also mein Kind würde sowas NIE sagen!“ - Oh ja, dieses „Tonfall“-Argument kenne ich zu gut. S. 114 Selbstregulation trainieren. Gemeinsam spielen, Verantwortung übergeben, Berechenbare Pläne schmieden, Klarheit ausstrahlen, Wartezeiten nutzen - nett… hilft nicht unbedingt. S. 114 Für gefühlsstarke Kinder gibt es keine Kleinigkeiten. Jedes Problem muss auf die ganz große Bühne, mit zwei Jahren genauso wie mit zwölf. Mein Kind macht kein Drama, es erlebt ein Drama. S. 171 Geschwister - leider hier sehr wenig echte Substanz. S. 236 Hausaufgaben - hier fühle ich mich sehr gesehen. Das Thema zusammenreißen, einfach mal machen. Es kann einfach nicht mehr bzw es hat das Gefühl, nicht mehr zu können. Frustrations- und Stresstoleranz. S. 254, 264 Selbstfürsorge und Selbstregulation
Alles in allem viel ermutigendes Gelaber, wenig echte Hilfe. Sicher kann man einzelne Impulse mitnehmen, aber das reicht nicht. Und ich finde dieses erfundene Wort immer noch sehr unpassend!
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„Der tanzt dir doch nur auf der Nase herum!“ Wer von euch hat sich diesen Satz, vorzugsweise von völlig Fremden, schon anhören müssen? Für Kinder, die ihre Gefühle besonders stark erleben, hat Nora Imlau den Begriff „gefühlsstark“ geprägt und in ihrem Buch „Du bist anders, du bist gut“ hat sie sich der Begleitung gefühlsstarker Kinder ab dem (Vor)Schulalter gewidmet.
Während es bei kleineren Kindern noch als ziemlich normal angesehen wird, wenn sie sich in einen Wutanfall schreiend zu Boden werfen, kommt mit zunehmendem Alter zusehends Kritik am Erziehungsstil der Eltern von außen. Nora Imlau beruhigt alle Eltern gefühlsstarker Kinder und erklärt, warum es diesen deutlich schwerer fällt, mit Stress umzugehen. Sie zeigt Strategien, wie man Kinder in Sachen Frustrationstoleranz und Selbstregulierung unterstützen kann.
Was mir ein bisschen zu kurz kommt, ist das Thema Schule und Interaktionen mit Gleichaltrigen. Gerade das weist ja in dem betreffenden Alter viel Konfliktpotential auf. Im Allgemeinen kommen mir konkrete Ratschläge und Alltagstipps etwas zu kurz. Das Buch konzentriert sich eher auf die großen Zusammenhänge und Grundlagen in der Erziehung und Begleitung gefühlsstarker Kinder sowie biologischen Vorgängen, vor allem in der Gehirnentwicklung.
Nora Imlaus Buch schafft Verständnis für das Verhalten unserer Kinder, insbesondere der gefühlsstarken Kinder. Durch die Erklärungen zu Reifeprozessen erschließen sich manche Verhaltensweisen viel besser. Sie macht Mut, seinen Weg (weiter) zu gehen und auf die Bedürfnisse des Kindes einzugehen.