Herbst im Schweizerischen Nationalpark: Die Bergwälder leuchten verschwenderisch. Das Vieh kehrt von den Alpweiden ins Tal hinab. Friede schwebt über allem. Wären da nicht die einsamen Schreie der flüchtenden jungen Frau, die verzweifelt versucht, die Talsohle zu erreichen. Wie schon im letzten Jahr treibt zur Jagdsaison ein Unbekannter sein grausames Spiel in der Region. Giulia de Medici, Ermittlerin der Kapo Graubünden, nimmt die Spur des Täters auf und stößt auf ein düsteres Geheimnis.
Der Schreibstil des Autors hat mir nicht gefallen. Merkwürdige Satzstellungen, seltsame Beschreibungen und unsympathische Charaktere haben mich immer wieder aus der Handlung gerissen. Dass die Geschichte in der Bündner Bergwelt spielt und teilweise auch im Bündner Dialekt geredet wird, war der Grund, warum ich es unbedingt mögen wollte und nicht abgebrochen habe.
Die Auflösung der Geschichte hat es für mich leider auch nicht mehr rausgerissen. Es wirkte sehr konstruiert und die Handlung gewisser Personen war unglaubwürdig für mich. Auch wurden zuviele Themen aufgeworfen, die zwar wichtig sind, aber innerhalb von dreihundert Seiten gar nicht den Raum bekommen konnten, der ihnen gebührt hätte. Und ganz zum Schluss noch soviel Kitsch und Drama, dass einem das Herz aufgehen sollte, bei mir aber höchstens dafür sorgte, das ich alles noch viel unglaubwürdiger fand. Einzig die Nebengeschichte hat mir sehr gut gefallen, von dem Charakter hätte ich gerne mehr gelesen.