Die Wikinger gelten als verwegene Kerle, die auf ihren Drachenschiffen Schrecken und Verderben über das mittelalterliche Europa brachten. Sie kannten keine Grenzen, fürchteten weder Tod noch Teufel und ihre einzige Sorge galt dem Nachschub an Met – so denken wir. Doch wer waren die Wikinger wirklich? Mut, Abenteuerdrang und Freiheitsstreben der Wikinger sind legendär. Wie aber lebten die „Rocker“ der europäischen Frühgeschichte? Und wie haben sie unsere moderne Welt geprägt? Dank neuester archäologischer Forschung können wir heute ein differenziertes Bild der Nordleute zeichnen. Es zeigt eine faszinierende Kultur, in der sich die großen Fragen unserer Gegenwart spiegeln: Identität und Zugehörigkeit, Mobilität und Migration, Religionskonflikte und Kämpfe um Ressourcen. Dieser farbenprächtig illustrierte Band füllt die Lücken unseres bisherigen Wissens über die Wikinger mit überraschenden neuen Erkenntnissen.
Dieses Buch "mit den allerneuesten Erkenntnissen über das bewährte Thema Wikinger" will vieles sein: Sachbuch für Halblaien, die wissenschaftliche Analysen und Deutunging wollen, aber auch ein nettes Lesebuch für die breite aber leider unwissende Masse.
Leider scheitet es an beiden Fronten.
Die Artikeln (oder Kapiteln) von verschiedenen AutorInnen verfasst, sind fast alle nur äusserst trocken geratenen academischen Überblicke zum Thema des jeweiligen Abschnittes. Fakten, Details und Beispiele werden mehrmals wiederholt, nicht nur in dem Kapitel selbst sondern auch in den folgenden Kapiteln. Alles bleibt mehr oder weniger an der Oberfläche. Das schafft eher das Gefühl einer "ersten Anlaufstelle" für junior Akademiker als "tiefe Einblicke" in die Welt von damals.
Interessant ist, dass sehr viel Platz im Buch der "Muslim Connection" gewidmet wird, d.h. skandinavische-muslimische Begegnungen und Wissens- und Kulturaustausch. Wahrscheinlich momentan das Forschungsthema des Jahrzehnts.
Themen sind (grobgesagt): Bestattungen Transport und Schiffsverkehr Orte und Grenzen der nordischen Welt Role der Frau Arten der Sklaverei Handel Vikinger im Ausland: Russland und die islamische Welt Religionen und Mythologie
Persönlich fand ich das Buch teilweise unlesbar, weil zu akademisch und in suboptimalem Schreibstil geschrieben, aber auch würde ich positiv von kleinen Abschnitten mit guten und interessanten Infos überrascht.
Eine bunte Mischung!
---English ---
This book "with the latest discoveries about the evergreen topic "Vikings" wants to be everything to everybody: a non-fiction tome for half-lay people who want scientific analysis and interpretation, but also a pleasant reader for the highly-uninformed general public -- who still think the Vikings wore horned helmets. Even the women.
It fails on both counts.
The articles (or chapters), which were written by different authors, are almost all extremely dry, lifeless academic overviews of the section topic. Facts, details and examples are repeated not only in the chapter itself, but also in following sections and everything stays frustratingly on the surface. That creates far more the feeling of a "first stop" for those doing research and not "deep views" into the Viking world, as the blurb promises.
Interestingly, a lot of space is given over to the "Muslim Connection". That is, how Vikings met and interacted with Muslims both in the Middle East and at home. Something that's probably a hot topic in the field currently.
Topics include (simplified list):
burials and cemeteries transport and seafaring places and the borders of the Nordic world the role of women types of slavery trade and goods Vikings in other places: Russia and the Islamic world religion and mythology
Personally, I found this book to be unreadable in parts due to it being far too academic in outlook and written in a sub-par style, but then I was also positively surprised by small sections with good and interesting details (which was more what I was looking for).
Wikinger sind überall, ob als Logo, Cartoonfigur oder Top-Serie. Aber welche der Bilder, die wir von ihnen haben, stimmen überhaupt und was davon ist nichts weiter als ein modernes Stereotyp? Jörn Staecker und seine Co-Autoren nehmen uns mit auf eine faszinierende Entdeckungsreise in die Vergangenheit.
Dieses Buch ist auf dem aktuellsten Stand der modernen Forschung und räumt somit mit einigen nunserer Vorstellungen der Wikinger auf. Zum Beispiel hatten sie keine Hörner auf den Helmen. Das verdanken wir Wagner. Oder dass die meisten Wikinger gar keine Wikinger in dem Sinne waren. Da staunt ihr, was?
Die einzelnen Beiträge sind kurz und knackig und stets gut portionierbar. man kann als Leser somit gut selber einteilen, was man wo und wie lange liest. Auch die verwendete Sprache ist sehr angenehm, an keiner Stelle hoch wissenschaftlich oder allzu kompliziert. Deswegen eignet sich dieses Werk auch sehr gut für interessierte Einsteiger.
Nichtsdestotrotz ist dieses Werk fundiert, gut recherchiert und von Leuten geschrieben, die sich auf dem Feld auskennen und wissen, wovon sie berichten. "Die Wikinger" ist somit ein Buch, das ich jedem Interessierten nur ans Herz legen kann. Man erfährt so viel Neues und Faszinierendes über die Wikinger und mein Wissenshorizont hat sich enorm ausgedehnt.
Wie der Autor schon zu Beginn des Buches schreibt, sind die Wikinger sehr bekannt und jeder hat ein eigenes Bild von ihnen. Die Wikinger sind allgegenwärtig und sehr präsent. Selbst Kinder kennen meist zumindest die Serie „Wicki und die starken Männer“, in der diese Volksgruppe relativ gut davon kommt. Doch was genau der Wahrheit entspricht und was von irgendwem erfunden wurde, wissen die wenigsten.
Doch mit diesem Buch hat man eine wundervolle und sehr interessante Lektüre, die mit allen Vorurteilen und Gerüchten aufräumt, sodass man nach Beendigung des Werkes ein gutes Bild der wahren Wikinger hat.
Besonders die Bilder der archäologischen Funde finde ich sehr interessant, da sie das Gelesene noch verdeutlichen und anschaulicher gestalten. Das Leben und der Alltag der Wikinger, ebenso deren Mythologie und Rituale werden bildhaft und schlüssig beschrieben.
Fazit Dieses Buch kann ich nur empfehlen. Ich konnte mein Wissen erweitern und erfuhr noch einiges Neues und Spannendes.