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Ab heute heiße ich Margo

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Stendal in den Dreiß Hier kreuzen sich die Wege von Margo und Helene. Margo ist Lehrling in der Buchhaltung, Helene Fotografin. Sie lieben denselben Mann, werden durch den Krieg und die deutsche Teilung getrennt und bleiben doch miteinander verbunden. Die Geschichte zweier Frauen mit einem gemeinsamen Geheimnis, berührend, fesselnd und voller Überraschungen!Margo weiß, was sie eine anspruchsvolle Arbeit und Verantwortung. Als sie Helene bei Photo-Werner trifft, hat diese schon viel riskiert. Sie ist im Spanischen Bürgerkrieg zwischen die Fronten geraten. Mit ihr taucht Alard von Sedlitz in Stendal auf, ein charismatischer junger Schlesier, in den sich beide verlieben. Sie werden durch Krieg und Verfolgung getrennt. Margo verliert auf der Flucht 1945 ihr Kind und beinahe ihr Leben. Mit Henri, dem der Krieg alle Illusionen geraubt hat, baut sie sich eine neue Existenz in Westdeutschland auf. Helene, die Buchenwald überlebt hat, wird in Ostberlin von der Stasi zur »Kundschafterin des Friedens« ausgebildet. Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges treffen beide wieder aufeinander, verbunden durch ein Familiengeheimnis und gelenkt durch die Stasi. Doch selbst das Ende der DDR bedeutet kein Ende ihrer dramatischen Verstrickung, die noch bis ins letzte Jahr des 20. Jahrhunderts reicht.

Paperback

First published March 10, 2016

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About the author

Cora Stephan

22 books2 followers
Cora Stephan is a German journalist, author, and publisher.

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1 star
1 (<1%)
Displaying 1 - 16 of 16 reviews
Profile Image for Binchen.
334 reviews6 followers
May 16, 2016
Ein wundervoller Roman - eine Deutschland-Saga - im sehr positiven Sinn.
Nazi-Zeit, BRD/DDR und die Wiedervereinigung - alles in sehr speziellen Blickwinkeln, die nicht schon in 100 anderen Romanen thematisiert wurden.

Eine tolle Sprache - ein Kandidat für mein Jahreshighlight, da auch freundliche Menschen und Momente dabei waren, war ich rundum zufrieden.
Profile Image for Wal.li.
2,561 reviews70 followers
March 6, 2016
Die Fülle des Lebens


Schon bevor die Schulzeit in Stendal vorbei ist, weiß die junge Margarete Hegewald genau, was sie will. Ihre Lehrerin möchte, dass sie ihr Abitur macht. Ihr Vater meint, sie wird sowieso heiraten. Doch Margarete will eine Ausbildung machen. Und sie schneidet sich nicht nur die langen Zöpfe ab, sie setzt sich auch durch. Als Auszubildende im Büro von Foto-Werner fängt sie an. Dort ist sie bald als Streberin verschrien, obwohl sie einfach nur Interesse an der Tätigkeit hat. Doch leider wird in den späten 1930er Jahren ihre schöne Jugendzeit von dem Erstarken der Nazi-Partei und deren unsäglichen Regime überschattet.

Die Jugend ist doch die schönste Zeit im Leben eines Menschen, jedenfalls in der Erinnerung. Alles scheint möglich, die Welt steht einem offen. Auch wenn man in einer Diktatur aufwächst, wird man vermutlich so denken. Man schickt sich in die Situation, versucht, das Meiste nicht zu bemerken und wünscht sich nur, glücklich zu werden. Doch das Leben schreibt häufig eine andere Geschichte. Vielleicht bekommt man den Wunschpartner oder auch nicht, er entpuppt sich anders als gedacht. Beruflich läuft es vielleicht gut, vielleicht muss man aber Rückschläge hinnehmen. Vielleicht verschlägt es einen in den Westen oder man bleibt im Osten. Momententscheidungen, die manchmal den Rest des Lebens verändern.

Sehr menschlich dargestellt wird das Schicksal von Margarete, die nicht mehr Margarete oder Gretl heißen will, sondern Margo. Manchmal steht sie auf, manchmal duckt sie sich weg. Der geheimnisvollen Helene, die den spanischen Bürgerkrieg als Fotografin dokumentiert hat, gegenüber verhält sie sich opportunistisch und leistet somit Beihilfe zu deren Überstellung ins Konzentrationslager. Es ist einer dieser Momente, denn obwohl sie kaum noch Kontakt haben, werden die Lebenswege beider Frauen bis ins hohe Alter davon beeinflusst.

Als Leser, dessen Eltern und Großeltern noch zu den Zeitzeugen gehören, kann man sich in viele Szenen dieses Romans gut hineinversetzen. Die Gutgläubigkeit, das nichts gewusst haben, der Neustart, die Verwandten auf der jeweils anderen Seite, das ungläubige Staunen bei Öffnung der Grenzen. Zeitgeschichte, die die Eltern, Großeltern und auch man selbst erlebt hat. Dazu die Berichte in Zeitungen über Machenschaften, von denen man nicht ahnte, die aber auch nicht überraschen. Mit liebenden Augen blickt die Autorin auf ein Leben des letzten Jahrhunderts, mit Höhen und Tiefen, immer authentisch. Vielleicht ist manches Leben eckiger verlaufen, vielleicht auch angepasster. Dennoch kann man anhand der Schicksale von Margo und Helene durch die Zeit wandern und die Jahre nachempfinden, die man selbst nicht erleben musste.

Ein Familienroman, der zum Lesen und zum Verweilen in der Handlung einlädt.
Profile Image for Monerl.
482 reviews14 followers
April 28, 2018
Auf dieses Hörbuch bin ich bei Audible aufmerksam geworden, da es eine zeit lang reduziert war. Die Beschreibung ist sehr umfangreich und zeigt auf, dass man hier eine Geschichte erhält, die viele interessante Punkte enthält, wie den 2. Weltkrieg, Gründung DDR, Mauerbau und Auflösung der DDR und dazwischen der Kalte Krieg mit der Spionage von Ost- und Westdeutschland, Nachkriegszeit und Wiederaufbau.

Dabei stehen drei Personen im Vordergrund. Insbesondere die beiden Protagonistinnen und "Gegenspielerinnen" Margo und Helene und als wichtigste Nebenfigur Alard von Sedlitz.

Margarete Hegewald entscheidet, dass ihre Kindheit nun vorbei ist und streift damit auch ihren Namen ab. "Ab heute heiße ich Margo" bestimmt sie, nachdem Alard von Sedlitz ihr diesen wunderschönen Kosenamen gab und sie sich in ihn verliebt hat. Margo ist keine Frau, die an Heirat, Kinder und ein eigenes Heim denkt. Sie will was leisten, sie will arbeiten und Geld verdienen. Sie sucht Herausforderungen, die es zu bewältigen gibt.

Ebenso geht es Helene. Sie suchte das Abenteuer und die Unabhängigkeit und landete ganz unbedarft im Spanischen Bürgerkrieg, der ihr gezeigt hat, dass es keine gute Seite gibt. Als Fotografin hat sie das Schlimmste festgehalten, das Menschen anderen Menschen antun können. Doch Ruhe gibt es keine, denn es ist Ende der 30er Jahre und die Kriegsmaschinerie wird in Gang gesetzt, die Margo und Helene auf unterschiedliche Seiten bringt. Und dies bleibt bis ins hohe Alter so. Zwei starke Frauen, denen das Schicksal übel mitspielt und beide nicht aus seinen Fängen lässt.

Mit viel Spannung und sehr abwechslungsreichem Plot begleiten wir Margo und Helene viele Jahrzehnte lang, in denen sich Cora Stephan viele überraschende Wendepunkte ausgedacht hat. Gut recherchiert und sprachlich gelungen wird hier eine Art Familiensaga erzählt, die historisch die BRD und die DDR in mehreren Facetten gegenüberstellt. Die Autorin wählte Blickwinkel, die ich so und in dieser Kombination noch nicht gesehen habe. Liebe, Freundschaft, Geburt und Tod und alles, was das Leben noch zu bieten hat, wird hier authentisch erzählt.

Cora Stephan schafft Tiefe und ihre Charaktere sind greifbar. Wie auch im echten Leben gibt es Gut und Böse, aber nicht nur gegenübergestellt, nein, sondern vereint in jedem Einzelnen. Dieses ist der Autorin ausnahmslos gut gelungen. Mal mochte ich die eine, mal die andere und entscheiden konnte ich mich dennoch für keine, welcher meine Sympathie gelten sollte.

Im letzten Drittel werden die zeitlichen Sprünge etwas größer, doch dies konnte ich gut überwinden.

Auch das Ende hatte mir insgesamt gut gefallen, obwohl es weniger harmonisch hätte sein dürfen.

Zum Hörbuch:
Tanja Fornaro als Sprecherin kannte ich bisher noch nicht. Ihre angenehme und klare Stimme hat mich jedoch sehr begeistert. Sie erzählt die Geschichte auf eine wundervolle Art und hat das Hörbuch zu einem wahren Hörgenuss für mich gemacht.

Fazit:
Ein historisches Jahrhundertbuch deutscher Zeitgeschichte, ein Spionagethriller, ein bisschen Krimi, Familiensaga und noch viel mehr, alles vereint in einem Roman. Nüchtern erzählt mit starken Charakteren, die den Leser und Hörer begeistern können. Von mir gibt's eine Lese- und Hörempfehlung!
4 reviews
July 26, 2025
Interessante Lebensgeschichten zweier Frauen, von der Nazizeit bis in die Gegenwart, mit alken Höhen und Tiefen. Ich mag es immer, wenn, so wie hier, kein Charakter total böse oder nur edel ist. Die Zwischentöne machen die Personen interessant und realistisch.
Profile Image for Gabriele Oehninger-Storvoll.
1 review
August 7, 2016
Sehr gutes Buch, beschreibt die Zeitepoche in beiden Deutschland von vor dem 2. Weltkrieg bis nach der Wende. Gute Personengallerie. Gut gelesen.
193 reviews1 follower
October 27, 2022
Der Klappentext von diesem Roman klang enorm vielversprechend: Zwei Frauen treffen sich in den Dreißigerjahren, lieben denselben Mann, erleben den Krieg und bleiben ein ganzes Leben lang verbunden. Genauer gesagt geht es um Margo und Helene, beide noch keine 20 Jahre alt, als sie sich im Fotogeschäft in Stendal kennenlernen. Margo macht die Buchhaltung dort, Helene ist als Fotografin tätig. Da taucht Alard auf, der beide Frauen vollkommen fasziniert und sie in seinen Bann zieht. Sein Herz schlägt jedoch nur für Helene, was Margo enorm trifft. Doch dann geschieht etwas, das Margo und Helene ein Leben lang verbindet…
Mein Eindruck vom Buch:
Ich war sehr gespannt auf dieses Buch, denn allein schon aufgrund der ganzen Jahrzehnte, die das Buch erfasst, erwartete ich eine besondere Tiefe der Geschichte. Und anfangs war ich auch wirklich begeistert. Ich war gespannt, welchen Weg Margo einschlägt und welche Bedeutung Helene für sie bekommt. Doch meine Euphorie hielt leider nicht lange, denn ich habe Margo im Grunde nur als egoistische Person kennengelernt, ohne jegliche Empathie. Das fand ich sehr schade, doch es schreckte mich nicht ab, da ich Helene als interessanten Charakter empfand. Aber auch dies hielt nicht lange vor, denn ihre Selbstgerechtigkeit fing an, mir immer mehr auf die Nerven zu gehen. Andere Figuren, deren nähere Betrachtung vielleicht mehr Wert gebracht hätten, wie Alard oder Henri, blieben leider komplett auf der Strecke. Da hätte ich mir viel mehr Infos gewünscht. Auch die Darstellungen von Margos Eltern, ihrer Schwester und selbst die von Henri fand ich nicht gelungen. Es fehlte Gefühl und die Hauptprotagonisten wurden mir immer unsympathischer, allen voran Margo! Fremdgehen war da ja an der Tagesordnung, ohne Gewissen, ohne Reue. Henri tat mir richtig leid und ich konnte absolut nicht nachvollziehen, warum er sein Leben an sie verschenkt hat. Denn er hat definitiv etwas Besseres verdient. Ich bin ebenfalls in der Buchhaltung tätig und glaubt mir, ich hoffe extrem, dass ich nichts mit dieser Figur gemeinsam habe! Ich frage mich, ob ich irgendetwas nicht verstanden habe… ob die Autorin etwas bestimmtes vermitteln wollte, was mich nicht erreicht hat. Denn ich fand die Ansammlung von unsympathischen und selbstgerechten Charakteren mit Fortschreiten der Geschichte immer anstrengender. Im Grunde hat man während der Lektüre 80 Jahre Gejammer verfolgt.
Fazit:
Leider wurde ich weder mit den Figuren, noch mit der eigentlichen Story warm. Mir fehlte das gewisse Etwas, das eine Erzählung lebhaft macht. Ich habe schon einige Bücher gelesen, die das wahre Grauen des Krieges intensiv darstellt, das fehlte mir hier aber leider total. Deshalb gibt es von mir leider keine Leseempfehlung.
Profile Image for yesterday.
489 reviews3 followers
February 11, 2020
Der Autorin gelingt hier ein besonders vielschichtiger und authentischer Roman über eine Zeit, die in Europa tiefe Wunden hinterlassen hat. Exemplarisch für Millionen Menschen stellt sie hier mehrere Familien und Einzelpersonen in den Vordergrund, die sich in der Zeit von 1936 bis 2000 auf unterschiedlichen und trotzdem verwobenen Wegen ihr Leben bestreiten. Der Leser begleitet Margo (die eigentlich Margarete heißt) bei den wichtigsten Stationen ihres Lebens: Eine Lehre im Fotoladen ihres Heimatortes Stendal, die erste Liebe, Krieg und Hochzeit, und all die folgenden Wirrungen, die den Menschen gegen Ende des Krieges widerfahren und die durch die Teilung Berlins für die im Osten lebenden nicht besser werden.
Unermesslich muss der Schmerz sein, der Margo und ihre Verwandten und Bekannten immer wieder einholt und vielleicht ist gerade das ein Faktor, warum dieser Roman auch heutzutage fasziniert und tief berührt. Weil wir heute uns eben nicht mehr vorstellen können, Stoff für Essen eintauschen zu müssen, über uns Kriegsflieger zu hören oder sich in seinem eigenen Heim (wenn man denn eines hatte) vor niemandem sicher zu fühlen.
Die Abschnitte im Buch werden abwechselnd aus der Sicht der wichtigsten Personen erzählt: Margo, Helene, Alard und zum Ende noch Margos Enkelin. Oft sind die Abschnitte voneinander unabhängig, da sich auch die Leben der drei getrennt haben, doch die wenigen Überschneidungen, die es gibt, sind von so elementarer Bedeutung, dass sie dadurch auch aus allen Perspektiven beleuchtet werden können. Vieles, was der Leser aus den Abschnitten herausliest, erschließt sich den Protagonisten oft erst nach und nach und es macht einen Teil der Spannung aus, sie dabei zu beobachten, was sie fühlen, als sie die Zusammenhänge verstehen und wie sie darauf reagieren.
Zu Beginn sind Alard, Margo und Helene eher lose miteinander bekannt, die beiden Frauen arbeiten beide im Fotoladen und fühlen sich zu Alard hingezogen. Aus diesen Bekanntschaften lässt Cora Stephan im Lauf der Zeit intensive, fast voneinander abhängige Beziehungen entstehen, bildet ein mitunter fatales Dreiecksgespann, das schlussendlich nicht nur das Leben der drei, sondern auch das ihrer Bekannten und Verwandten gefährdet.
Ein wenig schade fand ich, dass nicht Margo diesen Roman mit einer ihrer Tagebucheintragungen beendet, das hätte gut gepasst, ist sich doch auch die erste Person, die man hier kennenlernt. Dadurch gibt es noch eine Art „Abspann“, der für mich fast schon eine eigene Geschichte ergibt und somit hat man das Gefühl, dass es noch weitergehen hätte können.
Profile Image for Gijs Zandbergen.
1,069 reviews27 followers
July 10, 2019
Een boek zonder literaire liflafjes over twee vrouwen in de jongste Duitse geschiedenis. Mij bevalt het wel, dat gebrek aan mooischrijverij en metaforen. Soms maakt het verhaal een flinke sprong, dan weer worden gebeurtenissen te gedetailleerd beschreven, maar over het algemeen heb ik van het boek genoten en wat geleerd over ‘gewone’ mensen in de nazitijd en het naoorlogse gescheiden Duitsland. Pas in het nawoord las ik dat de roman is gebaseerd op ervaringen in de eigen familie.
Profile Image for Mônica.
17 reviews
February 7, 2018
Episch geschrieben! Was für eine Deutsche-Saga, grossartig geschrieben und ich kann nur weiter empfehlen.
108 reviews
January 6, 2026
Nach "Über allen Gräben" wird der Verkauf der Geschichte und Geschichten weiter erzählt. Nicht so fesselnd und dicht wie der erste Band aber dennoch lesenswert. Geschichte leichtgemacht.
22 reviews3 followers
March 11, 2017
Ein sehr gutes Buch und in wunderbarem Deutsch verfasst. Zeitweise etwas langatmig, aber ich habe in so mancher Situation meine eigenen Eltern wieder erkannt. Ich kann das Buch nur empfehlen.
Profile Image for Maria.
631 reviews14 followers
March 12, 2016
Stendal in den Dreißigerjahren: Hier kreuzen sich die Wege von Margo und Helene. Margo ist Lehrling in der Buchhaltung, Helene Fotografin. Sie lieben denselben Mann, werden durch den Krieg und die deutsche Teilung getrennt und bleiben doch miteinander verbunden…

‚Ab heute heiße ich Margo‘ von Cora Stephan beinhaltet die Geschichten von Margo und Helene und erzählt diese im Laufe mehrerer Jahrzehnte. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und fesselt an das Buch. Die Erzählperspektive wechselt zwischen Margo und Helene, ab und an kommen auch andere Personen zu Wort. Dadurch erfährt man als Leser eine umfassendere Perspektive und kann sich das große Gesamtbild gut zurechtpuzzeln. Schön ist auch, dass der Schreibstil der jeweiligen Perspektiven unterschiedlich ist, so dass man die Charaktere schon an ihrer Art zu ‚erzählen‘ erkennen kann.
Die Charaktere Margo und Helene waren mir beide nicht ganz sympathisch, sie waren jedoch sehr lebensnah, tiefgehend und authentisch gestaltet. Auch die Nebencharaktere waren tiefgehend dargestellt, nur sehr wenige Charaktere waren oberflächlich skizziert. Sehr gut verfolgen konnte man den persönlichen Wandel, den die beiden durch ihre Lebensumstände durchgemacht haben.
Zwischenzeitlich fand ich die Ausführungen leider etwas langatmig, ein bisschen kürzer hätte es ach meinem Geschmack ruhig sein können. Auch das Ende hat sich sehr lang hingezogen, es wirkte auch etwas konstruiert und erzwungen.
Alles in allem ist ‚Ab heute heiße ich Margo‘ ein Porträt zweier starker Frauen, deren Lebensgeschichten unfreiwillig miteinander verbunden sind. Es liest sich angenehm und größtenteils flüssig mit gut charakterisierten Haupt- und Nebenpersonen.
542 reviews
June 11, 2016
Margo und Helene

Stendal in den 1930er Jahren. Margo möchte unbedingt arbeiten und schafft es, ihren Vater zu überzeugen, dass sie, wenn sie von der Schule abgeht und eine Lehre beginnt, zum Haushaltsgeld beitragen kann. So beginnt sie eine Lehre bei Foto Werner und ist bald für die gesamte Buchhaltung und Organisation zuständig. Die zweite Protagonistin ist Helene, eine Fotografin, die in den Schrecken des spanischen Bürgerkriegs war und bald nach Margo bei Foto Werner beginnt.

Die beiden Frauen verbindet bis an ihr Lebensende etwas, auch wenn sie sich lange Jahre nicht sehen. Vorrangig aus der Sicht von Margo, die nach dem Krieg in der Nähe von Osnabrück lebt, aber auch aus der Sicht von Helene, die in Ostberlin lebt, erfährt der Leser viel über deutsch-deutsche Geschichte, über Aufarbeitung, Geheimdienste und immer wieder Schrecken des Nationalsozialismus.

Leider wird im Klappentext schon zu viel zusammengefasst und verraten. Ich rate also davon ab, diesen nicht vorher zu lesen, sondern sich auf den Text auf dem Buchrücken zu beschränken.

Die Sprache des Romans ist recht einfach, er liest sich flott und so manch ein Protagonist wird eingeführt und verschwindet dann leider schnell wieder ohne noch einmal erwähnt zu werden. Die Geschichte sowie die Verweise auf die Geschichte sind für denjenigen, der sich in der neueren deutschen Geschichte nicht auskennt, eine interessante Reise durch dieses geschichtsträchtige Jahrhundert. Für den Leser mit Vorkenntnissen, gibt es nicht viel Neues zu lesen.
Profile Image for einestundezeit.
6 reviews2 followers
December 2, 2016
Ein weiteres Hörbuch, das ich durchaus empfehlen kann. Ein Roman aus der Kriegszeit, der aber trotzdem irgendwie nicht belastend wirkt. Eine Geschichte, die die Realität mit allen ihren Facetten darstellt – stellenweise aufregend und schön, aber auch desillusionierend und hart. Es fällt mir schwer, das Buch treffend zu beschreiben: Es handelt in gewisser Weise von Liebe ist aber auf keinen Fall ein romantischer Liebesroman. Es stellt überwiegend die Zeit während und nach dem Zweiten Weltkrieg dar, ist aber nicht nur ein Kriegsroman. Die Geschichte ist nicht neu. Es wird das Leben zweier Frauen erzählt, die durch den Krieg alles verloren haben und in der Nachkriegszeit hartnäckig versuchen ihr Leben wieder aufzubauen. Auch wenn ich nur 3 Sterne vergeben habe, weil der Funke nicht so ganz rübergesprungen ist, kann ich euch trotzdem sagen, das Buch ist fesselnd. Einmal angefangen, werdet ihr es höchstwahrscheinlich nicht so schnell weglegen wollen.

Meine komplette Rezension könnt ihr auf meinem Blog einestundezeit.de nachlesen.
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