Nach der Katastrophe des Nazismus wurde von Autoren wie Karl Popper eine Kontinuitätslinie von Hegel bis Hitler behauptet. Dies erweist sich bei sachgerechter historischer Rekonstruktion als bloßer Mythos. Die nazistische »Blut und Boden«-Ideologie steht in absolutem Gegensatz zur Philosophie Hegels. Sie findet ihre Synthese in der Kategorie der »Untermenschen«, die dazu ausersehen sind, als Sklaven im Dienst der »Herrenrasse« zu arbeiten oder vernichtet zu werden. Für Hegel dagegen ist die Sklaverei das »absolute Verbrechen« und wird die Überwindung von Diskriminierungen nach »Rasse«, Kaste, Klasse oder jeder anderen Art zum Leitfaden der Weltgeschichte. So war es denn nur konsequent, wenn ein ideologischer Wegbereiter und Begleiter des Faschismus wie Carl Schmitt formulierte, mit der Machtübernahme Hitlers sei »Hegel gestorben«. Mit Hegel rehabilitiert Losurdo einen Philosophen, der unvermeidlicher Bezugspunkt jener Denktradition ist, die die Welt zu verstehen und zu verändern trachtet.
Domenico Losurdo (14 November 1941 – 28 June 2018) was an Italian Marxist philosopher and historian better known for his critique of anti-communism, colonialism, imperialism, the European tradition of liberalism and the concept of totalitarianism.
He was director of the Institute of Philosophical and Pedagogical Sciences at the University of Urbino, where he taught history of philosophy as Dean at the Faculty of Educational Sciences. Since 1988, Losurdo was president of the Hegelian International Association Hegel-Marx for Dialectical Thought. He was also a member of the Leibniz Society of Sciences in Berlin (an association in the tradition of Gottfried Wilhelm Leibniz's Prussian Academy of Sciences) as well as director of the Marx XXI political-cultural association.
From communist militancy to the condemnation of American imperialism and the study of the African-American and Native American question, Losurdo was also a participant in national and international politics.