Es ist ein ganz mutiger, riesiger Schritt der Autor*innen, dieses Buch veröffentlicht zu haben und auch nach etlichen Abmahnungen und Drohungen, die der ersten Auflage folgten, nicht aufzugeben.
Röpke und Speit zeigen mit ihrem Buch, welch beängstigende Ausmaße rechtsextreme Ausbreitung im ländlichen Raum bereits jetzt angenommen hat. Sie erklären sehr detailliert, wie Strukturen im ländlichen Raum schleichend von rechtsextremen Gruppierungen und Einzelpersonen übernommen wurden und werden.
Dabei liegt der Fokus von einigen völkisch gesinnten Menschen darauf, große Akzeptanz durch ein besonders nachhaltiges, öko-bewusstes und tierfreundliches Auftreten zu haben. Somit appellieren die Autor*innen insbesondere an ebensolche ausgerichteten Initiativen, Gruppen, etc., sich über völkische und rechtsextreme Strategien und ihr Gedankengut zu bilden, um es zu erkennen und darauf reagieren zu können. Auch die Behörden haben noch viel Nachholbedarf. Neben dem mangelnden Wissen ist fehlende Handhabe über solche Strömungen ein Problem, da das meiste im Verborgenen passiert.
Den Schreibstil habe ich als etwas anstrengend empfunden, mir war es zu viel Name-Dropping und manchmal zu viel Hin- und Hergespringe zwischen Personen oder Orten. Dennoch empfehle ich das Buch unbedingt weiter, da es sehr informativ und leider immer noch sehr aktuell ist (die Erstauflage ist von 2019).
Eine eingehende und wichtige Analyse des Phänomens der völkischen Landnahme.
Grundlage, Ideologie und Geschichte völkischer Landnahme werden in diesem Buch auf knapp 180 Seiten unter der Nutzung zahlreicher Beispiele erläutert. Die Autoren zeigen dabei schlüssig die Verknüpfungen innerhalb den Spektren der rechten Szene auf. Zwischen den völkischen Siedler*innen, PEGIDA, der AfD, NPD und anderen rechten Gruppierungen. Von mir gibt es auf jeden Fall eine Empfehlung für alle, die sich für Phänomene aus der rechten Szene interessieren. Denn eine ökologische, alternative Lebensweise bedeutet nicht immer links, sondern kann genauso von der rechten Seite im Sinne des Heimatsschutzes gelebt werden.
Informativ, etwas zu detailliert. Gut und wichtig: die historischen Verbindungen zum Nationalsozialismus und zu den noch älteren völkischen Strömungen werden aufgezeigt. Die Bestandsaufnahme der Gegenwart (wer mit wem wo siedelt und Feste veranstaltet) ist sehr ausführlich. Das veraltet schnell und wäre besser auf einer Webseite aufgehoben. Insgesamt viel Beschreibung, aber nicht genug Analyse: warum haben diese rückwärts gewandten Bewegungen gerade heute wieder so viel Zulauf? Und wo kann man sich engagieren, um den Rechten nicht das Feld zu überlassen? Dazu hätte ich gerne mehr Informationen gehabt. Macht aber nichts, das finde ich dann im Netz.
Gibt tiefe Einblicke in Personen der rechten Szene, was mir schon etwas zu viel war. Hatte bisschen etwas anderes erwartet und mir mehr zum Thema der völkischen Siedler erhofft. Im Buch steht eher der Bezug von Nationalsozialisten zum Naturschutz im Fokus, was aber auch interessant war.
Eine unglaublich gut recherchiertes, erkenntnisreiches und auch angsteinflößendes Buch über die Verstrickungen rechtsextremer Personen zwischen Anastasia-Bewegung und AfD. Sehr zu empfehlen!
spannender und erschreckender einblick in rechte und völkische strukturen, deren lebensweise und methoden zur verbreitung ihrer Ideologie - öffnet einem die augen