Sechs straffällige Jugendliche, darunter die 19-jährige Crash, erhalten eine letzte Chance: In einer alten Forschungsstation in der Antarktis sollen sie ihr Leben in den Griff bekommen. Doch das Abenteuer wird zum Höllentrip. Ein Unbekannter bedroht die Gruppe und die unmenschliche Umgebung fordert ihren Preis. Nicht nur Crashs Nerven liegen blank. Als die Jugendlichen schließlich ein japanisches Walfangboot bei seiner grausamen Arbeit beobachten, entsteht ein riskanter Plan, für den sie alles auf eine Karte setzen.
Ich bin Jahrgang 1970, habe in Frankfurt Amerikanistik, Anglistik und Germanistik studiert und ein Volontariat im Lektorat des Campus-Verlages absolviert. Mehrere Jahre lang war ich erst freie Journalistin, dann Redakteurin des Magazins changeX, das sich mit Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft beschäftigt. Mit meinem Mann und 2006 geborenen Sohn lebe ich in der Nähe von München und arbeite als Autorin und Lektorin. Wenn ich nicht gerade Bücher schreibe (meine Lieblingsbeschäftigung), halte ich Schreibworkshops und Lesungen.
Veröffentlicht habe ich unter meinem richtigen Namen neben unzähligen Artikeln (viele davon in der Süddeutschen Zeitung) und Kurzgeschichten (z.B in Anthologien von Carlsen, cbj/Random House und Ueberreuter) zahlreiche Sachbücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die meine breit gefächerten Interessen widerspiegeln. Seit der Geburt meines Sohnes schreibe ich auch Bilder- und Vorlesebücher.
Unter dem Pseudonym Katja Brandis habe ich eine ganze Reihe von Jugendromanen verfasst, hauptsächlich Abenteuerromane, Thriller und Fantasy ab 12, wie zum Beispiel Gepardensommer (Ueberreuter Verlag), Ruf der Tiefe, Vulkanjäger sowie Und keiner wird dich kennen (alle Beltz & Gelberg). Unter dem Namen Siri Lindberg ist mein erster Erwachsenenroman (Fantasy) beim Piper Verlag herausgekommen.
Als ich das letzte Mal nachgezählt habe, bin ich auf über 50 veröffentlichte Bücher gekommen. Hat mich auch ein bisschen erstaunt. Aber wenn man sein Hobby zum Beruf gemacht hat, dann freut man sich Montag früh darauf, dass die Arbeitswoche nun wieder losgeht …
Antarktis, 2030: sechs Jugendliche müssen in einer ehemaligen Forschungsstation beweisen, dass sie sich bessern wollen. Unter ihnen sind eine begabter Hacker, eine kaufsüchtige Betrügerin, ein Reality-Soap-Star und Crash, die vor allem durch gefährliche Unfälle auf sich aufmerksam gemacht hat. Die Antarktis ist ihre letzte Chance. Doch sie sind nicht allein im ewigen Eis...
"White Zone" war mein erstes Buch von Katja Brandis und wird wohl auch mein letztes sein. Der Klappentext verspricht eine spannende Geschichte zwischen Eis, ewiger Stille und Verbrechern. Das Buch liefert eine unausgegorene Story mit den typischen Schmacht- und Selbstzweifelelementen.
Die Geschichte wird von Crash höchstselbst erzählt. Sie gewährt den Lesern einen Einblick in die Besserungsanstalt am Ende der Welt, nimmt sie mit auf Spurensuche in der Station und zeigt recht deutlich, dass das Leben bisher nicht freundlich zu ihr war. Zudem beschreibt sie mit einem gewissen Witz ihre Gruppenmitglieder. Da musste ich ab und an schon grinsen, denn Crash kann sich so manches Klischee nicht verkneifen, verpackt dieses aber wunderbar ironisch. Damit beschwor sie vor meinen Augen die Gruppe herauf. Das fand ich toll.
Da hört es aber auch schon auf. Denn Katja Brandis schafft es nicht, Spannung aufkommen zu lassen, geschweige denn Interesse für die Jugendlichen selbst. Jedes Gruppenmitglied hat Dreck am Stecken, so meint man. Nach und nach werden diese Geheimnisse eher unfreiwillig enthüllt. Und wer hier auf die großen "Das gibt es doch nicht"-Momente gehofft hat, wird enttäuscht. Onlinebetrug, Autoklau und ähnliches sind da schon das höchste der Gefühle. In meinen Augen nichts, was die Reise in die Antarktis rechtfertigt.
Auch die Darstellung des Alltages in der Station ist eher nichtssagend und dröge. Die Therapien haben keine Dynamik, der mitgereiste Therapeut und Betreuer hat die Gruppe nicht im Griff und bemüht sich auch nicht, klare Grenzen zu setzen. Sehr traurig. Als dann auch noch die Hauptfigur sich schlagartig verliebt und mit ihrem Schicksal hadert, war es für mich ganz aus. Ich wollte erfahren, warum die Jugendlichen im ewigen Eis in Gefahr sind und nicht erleben, wie Crash auf einmal ihre Hormone entdeckt. Denn das ist für die Geschichte in meinen Augen dermaßen unpassend und an den Haaren herbeigezogen.
Der Stil von Katja Brandis ist gut und recht einfach zu lesen. Ihre Erzählweise ist für Jugendliche passend sprunghaft, aber dennoch bekommt man alles mit.
Die Grundidee hinter dem Buch fand ich spannend und ich würde es schon als Dystopie bezeichnen, auch wenn die Geschichte nicht allzuweit in der Zukunft spielt. Trotzdem gibt es einiges an neuer Technologie, was aber nicht eine große Rolle für die Geschichte an sich spielt. Neben der Hauptgeschichte - den straffälligen Jugendlichen, die eine Erziehungsmaßnahme in der Arktis absolvieren - spielt auch das Thema Umwelt, Klimawandel und Tierschutz eine Rolle. Das fand ich super und kann mir vorstellen, dass das Jugendliche auch interessiert. Während mich das Buch am Anfang richtig gefesselt hat, nahm es mit der Zeit leider ab. Denn irgendwie kommt die Story nur langsam voran und der rote Faden wird öfter durchbrochen. Es gibt noch einen spannenden Twist, allerdings hätte ich mir her Tiefe gewünscht. An sich war es ganz nett und ich denke, bei der Zielgruppe kommt es gut an. Von mir gibt es 3 Sterne.
Wer eine Geschichte, die in der Zukunft spielt, lesen will und die nicht allzu spannend ist, für den ist das Buch ideal. Ich hatte auf einen Jugendthriller gehofft und wurde enttäuscht.
Der Anfang ist etwas schleppend, aber danach entwickelt sich sie Geschichte schnell. Außerdem merkt man, wie viel Recherche die Autorin in diesen (und andere) Romane steckt