Ein neues Zeitalter der Liebe.Die Monogamie scheint am Ende, jede zweite Ehe wird geschieden. Brauchen wir ein neues Wort für Liebe? Friedemann Karig hat ein offenes und zärtliches Buch geschrieben über Menschen, die die Erfüllung in einer Liebe suchen, die anders ist und frei. Mit allem Schmerz. Mit allem Glück. Mit oder ohne Kinder. Mit oder ohne Happy End. Ein packendes Buch darüber, wie wir heute lieben wollen.»Friedemann Karig nimmt der Liebe ihre Schwere, ihre Bedrohung, ihre Konventionen. Mit zauberhaften Geschichten und klugen Kommentaren gibt er zurück, was uns genommen die Leichtigkeit.« Ronja von Rönne
Friedemann Karig wurde 1982 bei Freiburg geboren und im Schwarzwald von einer Kuckucksuhr aufgezogen. In Passau und Köln studierte er eine Mixtur aus Medienwissenschaften, Literatur, Soziologie, Politik und VWL. Er arbeitete als Zukunftsforscher, strategischer Planer, Journalist, Pferdeflüsterer, Moderator, Gastronom und DJ, und zwar in Berlin, Barcelona und Bali. Heute konzentriert er sich auf Lesen, Schreiben und Reden. Sein Buch „Wie wir lieben. Vom Ende der Monogamie“ erschien 2017 bei Blumenbar. Er moderiert das Format „Jäger&Sammler“ von „funk“, dem jungen Online-Angebot von ARD&ZDF. Er lebt in München. Er mag Weißwein, Jay-Z und Sätze am Ende von Biographien, die wenig Sinn ergeben.
Also erstmal: Ich kann und will die einzelnen Geschichten der Paare in diesem Buch nicht bewerten. Das sind einfach individuelle Erfahrungen und subjektive Meinungen, die natürlich nicht immer meinem Bild von Liebe, Ethik usw. entsprechen (und dies auch gar nicht sollen).
Trotz meiner Offenheit gegenüber poly Beziehungen, habe ich mehrfach den Kopf schütteln müssen - zu viele Seitensprünge und Lügen, während es bei mir immer um Ehrlichkeit, Respekt und einen offenen Umgang (alle Beteiligten müssen immer wissen, worauf sie sich einlassen) geht. Aber das müssen die Leute eben selber wissen. Interessant zu lesen waren die Geschichten jedenfalls und ich kann jedem nur empfehlen, mit einem offenem Herzen mal über den Tellerrand zu schauen.
Kommen wir stattdessen zu den "Zwischensequenzen" und zum Autor bzw. dessen Schreibstil... und hier auch gleich zum ersten Punkt, der mir mal wieder richtig doll aufgefallen ist:
Friedemann Karig wirft mit Studien und Experimenten nur so um sich - allerdings ohne einen einzigen anständigen Quellennachweis. In den meisten Fällen heißt es "Studien besagen" oder "mittlerweile ist bekannt" etc. Ab und zu werden Forscher mal namentlich erwähnt aber das war's dann auch schon.
Vielleicht liegt es daran, dass ich vor nicht allzu langer Zeit Margarete Stokowskis wunderbares Buch Untenrum frei gelesen habe und diese einen riesigen Anhang mit all ihren Quellen und unzählige Fußnoten mit reingepackt hat.
So etwas hätte ich hier auch gut gefunden. Aber Frauen stehen ja generell immer stärker in der Beweispflicht, wenn sie irgendetwas äußern.
Den Schreibstil fand ich okay. Nicht überragend gut aber auch nicht grottenschlecht. Ein paar Kleinigkeiten haben mich immer mal wieder ein bisschen gestört, z.B. Zwischensätze in den Stories á la "ihre blauen Augen blitzen" - so was mochte ich noch nie, denn wie soll das denn bitte gehen? Würden bei meinem Gegenüber plötzlich die Augen blitzen, würde ich schreiend weglaufen. Irgendwie stelle ich mir da immer de n Hypnotiseur aus Asterix erobert Rom vor. :D
Aber das ist halt auch wieder alles subjektiv und andere Leser und Leserinnen mag das überhaupt nicht stören. So schlimm ist es ja nicht.
Sehr viel mehr gestört haben mich die ganzen Verallgemeinerungen: Es gibt viel zu viel die Frauen™ und die Männer™ und so sind sie halt alle, ohne Ausnahme.
So habe ich mich selbst z.B. überhaupt nicht wiedererkannt, wenn Karig mal wieder von den Frauen™ schreibt. So einigen Männern wird es da sicherlich ähnlich gehen.
Leider führt das dann wahrscheinlich wieder zu einer Defensivhaltung der Monogamie-Verfechter, die ja allgemein schon sehr allergisch und ängstlich reagieren, wenn man nur erwähnt, dass man körperliche Treue für nicht so wichtig hält und eine etwas andere Auffassung von Liebe, als die Allgemeinheit hat.
Den Titel "Wie wir lieben" finde ich übrigens etwas irreführend. Es sollte meiner Meinung nach "Wie wir Sex haben" heißen, denn genau darum geht es primär. Platonische (romantische) Liebe und Asexualität werden wenig bis gar nicht bedacht.
Allerdings muss ich auch die positiven Dinge erwähnen: Den geschichtlichen Teil über beispielsweise Paarbeziehungen fand ich sehr interessant, das Thema Slut-Shaming und Unterdrückung der Frau (und ihrer Sexualität) wurde ausnahmsweise mal nicht totgeschwiegen und die unterschiedlichen Stories der Menschen waren wie bereits oben erwähnt wirklich lesenswert.
Vor allem den letzten Abschnitt, der sich mit Kommentaren und Reaktionen auf eine der Geschichten, die bereits vorab veröffentlicht wurde, auseinander setzt, fand ich toll.
Hier sieht man mal wieder wie ablehnend Menschen reagieren, wenn etwas aus der (eigenen) Norm fällt. Dass da (neben Beleidigungen) gerne mal aus der Ferne psychische Krankheiten diagnostiziert werden, ist fast schon erschreckend.
Mein Fazit ist also eher durchwachsen. Ich kann Wie wir lieben weder empfehlen, noch davon abraten. Mein Schlusswort deshalb: Reinlesen und ein eigenes Bild machen.
(Ach übrigens: Sex and the City mag unterhaltsam sein, repräsentiert aber nicht die Allgemeinheit der Frauen. Deswegen haben mich die ständigen Zitate aus dieser Serie auch eher genervt.)
Manchmal denk ich echt, ich hab zu viele Vorurteile gegenüber Männern und dann les ich so was und sie werden einfach alle auf einen Schlag bestätigt. Mensch muss wirklich nichts über den Autor wissen, um sofort zu merken, dass es sich um einen heterosexuellen, weissen, cis Dude handelt.
Vielleicht waren teilweise auch einfach meine Erwartungen an das Buch falsch, weil ich nicht realisiert hab, dass es ein Buch über Sex und nicht über Liebe ist. (Was ich aber auch auf die Vermarktung schieben würde.) Aber ein Buch über Nicht-Monogamie und dabei so heteronormativ und binär zu schreiben find ich einfach schräg.
Erstens war das Buch ganz einfach nicht gut geschrieben. Die Witze waren komplett flach oder unpassend, teilweise haben sich Sätze praktisch eins zu eins wiederholt, irgendwie war viel davon auch widersprüchlich (Sexualität ist heute total frei, aber dann auch wieder gar nicht?). Hat mich vom Schreibstil her wirklich nicht abgeholt.
Zweitens war es eben total binär geschrieben. Homosexualität war knapp mal ab und zu in einem Nebensatz Thema, das Wort Asexualität wurde vielleicht zweimal überhaupt erwähnt und Sensibilität zum Thema Geschlecht oder trans Personen einfach gar nicht gegeben. Klasse war ganz am Rande Thema und Rassissmuserfahrungen überhaupt nicht. Dabei wären doch all diese Verbindungen und Intersektionalitäten total spannend gewesen bei einem Buch über (die Abwendung von) Normen und alternative Beziehungsformen! Das ganze Buch hat sich einfach so flach und unreflektiert gelesen.
Drittens fand ich die Verherrlichung von Sex ganz weird. Als ob Sex das allerbeste, heiligste ist, das man als Mensch machen kann und es nicht toal viele andere Dinge gibt, die ein Leben erfüllen können (gerade was zwischenmenschliche Beziehungen angeht!). Und auch die ganzen Argumentationen, vor allem die biologischen, wieso viel Sex mit vielen unterschiedlichen Menschen jetzt unbedingt so wichtig sein soll, fand ich teilweise ganz weird interpretiert und erklärt. Und auch diese Sichtweise, dass früher alles unterdrückt war und heute alles frei, einfach komplett unreflektiert. (Der kurze Teil dazu, dass Frauen heute eben nicht frei sind, auch gerade sexuell nicht, war dann aber auch irgendwie schräg und so offensichtlich von einem Mann geschrieben.) Weiss auch nicht, wie er es geschafft hat, richtig kluge Menschen zu zitieren und seine Argumente waren immer noch schwach und teilweise einfach nicht schlüssig.
Ein paar spannende Gedanken waren schon im Buch, gerade zur Aushandlung von Wünschen und Bedürfnissen in Beziehungen, auch ausserhalb von Normen. Und ich mochte die Geschichten der verschiedenen Paare/Menschen. Die waren zwar teilweise auch in einem Stil geschrieben, der mir gar nicht zugesagt hat, aber es waren schöne Geschichten.
Alles in allem leider eine absolute Nicht-Empfehlung, ausser für die random biologischen Penisfacts.
Erst habe ich gedacht, dass Buch ist gegen Monogamie. Aber es zeigt eher nur auf, was früher war und was manche Paare für Geschichten zu erzählen haben. Es gibt mir einen super Einblick, auch wenn ich trotzkessen manchmal das Gefühl habe, es wird sich gegen Monogamie ausgesprochen. Es erläutert eben die biologische und auch psychische Seite.
Bewertung:
Ein Buch über die Liebe, den Sex und die Monogamie.
Friedemann Karig schreibt hier nieder, was er erlebt hat und wie er empfindet. Eine kleine Berichterstattung und das zusammen tragen von Geschichten.
Es sind immer wieder Geschichten von verschiednen Paaren enthalten, die nicht monogam leben wollen. Alle sind unterschiedlich und machen unterschiedliche Erfahrungen. Nicht immer ist alles gut oder macht keiner Fehler. Es tut weh und man trennt sich und empfindet es nicht immer erfüllend. Man verändert sich ja auch oder wächst weiter.
Auch ist hier etwas von der Geschichte der Liebe und des Sex niedergeschrieben. Wie war das früher mit der Liebe, gab es sie da überhaupt? Warum haben die Menschen früher nicht monogam gelebt? Es werden einige Fragen geklärt und das finde ich höchst interessant, weil ich darüber noch nie so genau nachgedacht habe.
Auch werden hier verschiedene philosophische und soziale Studien und Überlegungen gezeigt, die ich auch interessant finde. Zum Beispiel, dass der Körper an sich nicht für Monogamie gemacht worden ist. Heißt das aber auch, dass wir es nicht machen sollten? Und wieso fühlen wir uns so unfrei, obwohl wir noch nie so frei waren?
Ich habe dieses Buch nach einigen Kapiteln abgebrochen. Die Bewertung bezieht sich also nur auf das bis zu diesem Zeitpunkt Gelesene und die Tatsache, dass ich wirklich selten ein Buch aufgebe und nicht zu Ende lese bzw. höre. (Außerdem haben mich andere Reviews darin bestärkt, dass es okay ist den Rest des Buches "verpasst" zu haben).
Warum ich dieses Buch abgebrochen habe:
Dieses Buch macht mich so wütend. Es ist unglaublich allosexuell und verallgemeinernd. Außerdem werden Fehlinformationen und Mythen verbreitet und unterstützt. Ein paar Beispiele: - Nein, Spaß an Sex ist nicht nur "menschlich". Es gibt auch andere Arten (und nicht nur Bonobos) wie z.B. Delfine, Schlangen, Nagetiere, die "Spaß" an Sex haben (wen es interessiert, hier gibt es wohl einiges an Forschung zu Masturbation, Klitoris, Gruppensex etc. verschiedener Tierarten). - Sex ist KEIN Trieb. Wenn entsprechende Stimuli fehlen zeigt sich nämlich entgegen eines Triebes (wie etwa bei Hunger oder Durst) keine immer weitere Steigerung, stattdessen kann das Bedürfnis nach Sexualität (zumindest zeitweise) geradezu verschwinden. Ich verweise an dieser Stelle auf Emily Nagoskis wundervolles Buch "Come as you are". - Und nochmal, auch wenn vorher bereits erwähnt: nicht alle Menschen haben gleichermaßen Interesse und Spaß an Sex. Habe mir bei diesem Titel und Buch irgendwie etwas weniger Allonormativität erwartet. - Wo wir beim Thema Normativität sind. Habe ich erwähnt wie unglaublich binär und irgendwo auch doch (cis)heteronormativ dieses Buch ist?! Again, etwas unerwartet. - Noch etwas: Es wollen nicht "ausnahmslos alle" Kinder bekommen und schon gar nicht mit "immer wieder gleich großer Freude"! - Außerdem empfinde ich es als extrem problematisch, physisch gemessene vaginale Erregung als entscheidender als subjektive berichtete Erregung zu interpretieren. Dies kann extrem problematisch im Kontext von sexuellen Übergriffen sein und gegen Personen benutzt werden, die Gewalt erfahren haben, aber doch "feucht/ erregt gewesen seien". Wir sprechen hier von einer automatischen körperlichen Reaktion, die ähnlich wie z.B. Niesen oft schwer bewusst gesteuert werden kann. Auch hier verweise ich auf Nagoski.
Ich weiß nicht, ob das Buch irgendwann besser geworden wäre, aber mich hat jetzt schon so vieles gestört, dass ich es nicht weiterempfehlen würde. Zum Thema Ende der Monogamie gibt es deutlich bessere Bücher, z.B. mit etwas anderem Fokus "Das Ende der Ehe" von Emilia Roig. Schade, aber ich hätte mir einfach bessere Recherche und vor allem ein bisschen mehr Reflexion und einen sensibleren Umgang mit dem Thema Sexualität gewünscht.
Friedemann Karig verwebt hier geschickt wissenschaftliche und philosophische Theorien mit echten Liebesgeschichten. Die Botschaft: Wir müssen nicht alle polygam werden und unsere Beziehungen öffnen, wir sollten aber den Mythos Monogamie als "natürliche" Beziehungsform hinterfragen. Und vielleicht ein bisschen besser in uns hineinhorchen, welche Bedürfnisse wir haben und wie wir sie kommunizieren.
“Intimität und Zuneigung und Liebe als Selbstzweck, nicht eben als Streben nach einem perfect Match, nach monogamer Zweisamkeit, sondern eben durch die Unverbindlichkeit, die ständig neue Aushandlung genau das, was es ist. Nähe oder eben nicht. Aber ohne Zweck. Liebe um der Liebe willen.” — Friedemann Karig
Ein Meisterwerk einer reflektierten, ermutigenden Weltanschauung. Es ist nicht hetzerisch gegen Monogamie oder huldigend der Polyamorie. Es durchleuchtet die Evolution der Liebe innerhalb der Gesellschaften und macht Mut über den Tellerrand zu schauen. Die beinhalteten Kapitel zwischendrin mit wahren Geschichten von Paaren inspirieren und geben auch ein realistisches Abbild der Auf und Abs von nicht-monogamen Beziehungsmodellen. Ich empfehle das Buch jedem Menschen, egal ob polyamor oder monogam. Die Auseinandersetzung von Eifersucht, Neid, Liebe und eigenen Unsicherheiten ist zwangsweise heilsam für einen Menschen und die Beziehung, die er führt. Egal nach welchem Modell oder auch einfach Mal nach einem Nicht-Modell. Danke, für dieses Buch, das mich nun über lange Zeit begleitet hat.
Journalistisch und sprachgewaltig erzählend geht das Buch allen Aspekten freier Liebe nach - politisch, religiös, gesellschaftlich und emotional. Dabei stellt es die zentrale Frage: Sind wir wirklich frei?
Es ist gut die Monogamie als einzig anerkannte Beziehungsform einmal zu Hinterfragen. Warum haben die Menschen nicht die Wahl wie es ihnen am liebsten passt, warum erfahren nichtmonogam lebende Menschen so viel Gesellschaftliche Abneidung? Was sind Pros und Kontras? Das Buch stellt einige gute Fragen und gibt auch einige schöne Antworten.
Warum ich es nicht mochte?
1. Es wurden nur cisgeschlechtliche Heteropaare interviewt. Wenn man bedenkt wie viel die LGBTQ+ community getn hat um Nichtmonogamie akzeptierter zu machen und was für einen riesigen Anteil LGBTQ+ Personen innerhalb der Nichtmonogamen Communities existiert echt schade. Hier wurde irgendwie nur die trendy Berliner-Hipster-Yoga-Nichtmonogamie durchgekaut. und man merkt wieder wie das ganze im Gentrifizierungsprozess angekommen ist. In Nebensätzen findet Erwähnung dass LGBTQ+ Personen sich ihre Rechte erkämpfen, daher gehe ich nicht davon aus, dass der Autor mit Absicht auf Exklusion abziehlt - aber dadurch wirkt es so, als hätte er nicht über den eigenen Tellerrand herausgedacht und recherchiert, was bei diesen Themen wiederum automatisch dazu führt dass Menschen die nunmal überall existieren und zur Normalität gehören nicht mitgedacht werden.
2. Es dreht sich zum Großteil eher um Nichtmonogamie im Sinne der Möglichkeit mit anderen Menschen zu schlafen. Deshalb drehen sich viele Fragen um Sexuelle Freiheit, sexuelle Lust, wie sehr Sex Teil der Liebe ist und so weiter. Nichtmonogamie ist allerdings ein riesen Schirmbegriff, ich hätte es schön gefunden wenn das Buch das noch einmal definiert hätte. Das Thema Polyamorie wird gestreift - in der Polyamory geht es nicht unbedingt allein um die Frage der Sexuellen Offenheit. Das Thema Liebe wird zwischendurch bunt durcheinanderdefiniert. Versteht mich nicht falsch, ich bin kein "Bei Polyamory geht es aber nicht nur um Sex!!!"-Mensch - ich finde es wichtig sexuelle Freiheit zu entstigmatisieren. Aber dazu gehört auch immer einzuräumen, dass viele Menschen für die Sex keine Rolle spielt von Nichtmonogamie profitieren. Nicht nur weil es ihren Partnern Freiheit einräumt, sondern auch weil Menschen vom Asexuellen Spektrum durchaus unter sich Nichtmonogam und intim sein können. Ich fand es schade dass das Buch zum Großteil nur das Thema der offenen Beziehung unter der Linse der sexuellen Selbstbestimmung thematisiert, da ich selbst seit einiger Zeit polyamor lebe und verheiratet bin und das sehr gut klappt, für mich ist auch der Aspekt der emotionalen Nähe sehr groß geschrieben und in einem Buch welches unter anderem viel zum Thema Ehe thematisiert hätte ich es nice gefunden wenn solche Unterschiede und Definitionen thematisiert worden wären.
3. Viel viel Evopsych und Neuropop. Es wurde unter anderem Helen Fischer erwähnt, die ich sowieso ein wenig gefressen habe. Evopsych ist meines Wissens nach nicht mehr unter dem wissenschaftlichen Konsens tragbar (meine Quelle dafür ist wiederum u.A. Gina Rippon, die sehr viel zum Thema Evopsych und w. Konsens geschrieben hat). Dann verstehe ich zwar den Drang wissenschaftlich BEweisen zu wollen dass Nichtmonogamie normal ist, finde aber dass das mittlerweile ein überholter Ansatz ist wenn man die Konversation verbessern will. Gesellschaftlicher Konsens sollte vor allem sein, dass man machen können sollte was man will, solange es in gegenseitiger Zustimmung unter Erwachsenen und ohne merkwürdige Machtverschiebungen geschieht und man auf mentale und physische Gesundheit achtet - alles wichtige Dinge, stattdessen wird ständig darüber geredet und geschrieben was evolutionär "normaler" ist. Es gibt Menschen die sind mit Monogamie glücklicher. Es gibt Menschen die mit Nichtmonogamie glücklicher sind. Es gibt Menschen die gar keine Beziehung wollen. Punkt. Das einzig interessante an dem Thema ist die Historie der Monogamie und wie sie uns durch Landbesitzansprüche und Religion allen übergestülpt wurde. Aber "normal" ist das alles, solange man glücklich damit ist.
Ein weiterer Minuspunkt daran ist, dass wieder viel Evopsych zum Thema Frauen und Männer hinzugezogen wurde, was aus sehr vielen verschiedenen Gründen problematisch ist und uns auch wieder in Stereotype schiebt. Nein, ich möchte nicht mit mehreren Menschen schlafen weil meine innere Uhr mitte 30 lauter tickt. Das klammert sowohl homo- und bisexuelle Menschen aus, als auch all der Rattenschwanz an problematischem Evopsych der ständig zur delegitimisierung von Transpersonen herangezogen wird.
Außerdem ist man sich in vielen Teilen der Nichtmonogamen Community darüber einig, dass Eifersucht ein völlig normales Gefühl ist und kein BEweis, dass die Partnerperson einen weniger liebt oder so ein Schmu. Kommunikation darüber ist natürlich wichtig und Eifersucht wird Gesellschaftlich unter Mononormativität viel zu sehr romantisiert, aber was hier im Buch teils dazu gesagt wurde fand ich... schwierig.
Joah im Grunde kann ich es nicht empfehlen, wenn ihr zu diesem Thema lernen wollt. Klare Nichtempfehlung!
Ein sehr spannendes Hörbuch, dass verschiedene Geschichten von Paaren erzählt und dazwischen immer wieder Fakten und Wissen einbaut.
Was spricht für eine Polygamie? Ist Monogamie wirklich besser?
Das einzig Negative am Buch war für mich der pessimistische Blickwinkel für die Monogamie und die Liebe im Allgemeinen. Für mich war das Fazit: Monogamie funktioniert meistens nicht, da es mit der Zeit langweilig wird und die meisten Menschen dann einen anderen Partner wollen. Jedoch funktioniert auch Polygamie auf die Länge nicht.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Die Monogamie wird in der Gesellschaft hauptsächlich als positiv wahrgenommen. Laut dem Buch ist dieses Modell aber „gescheitert“. Das warum wird hier beleuchtet.
Das Thema dieses Buches ist wirklich interessant. Ich finde die Diskussion wichtig, und beeindruckend, dass dieses Buch bei einem großen Publikumsverlag erscheint und gleichzeitig sehr fortschrittliche Ansichten zeigt. Die Darstellung der Geschichte und Entwicklung der romantischen Zweierbeziehung ist sehr bereichernd, und auch Karigs explizite und ausführliche Schilderung sexueller Handlungen, ohne sie zu romantisieren oder tabuisieren, ist erfrischend. Der Autor positioniert sich einige Male uneingeschränkt im Feminismus, was für mich überraschend und sehr positiv war. Karig argumentiert zugunsten der sexuellen Befreiung, die immer noch nicht selbstverständlich ist. Es war bestätigend und gleichzeitig lehrreich, wie Karig die gesellschaftlichen Erwartungen, Normen usw. hinterfragt und sachlich darlegt. Letzten Endes kommt er zu dem überzeugenden Schluss, dass man frei wählen können sollte, und dass die Hinterfragung der Monogamie uns allen guttut. Es geht nicht darum, aus Streitlust anderen Menschen ihr gut funktionierendes Modell schlechtzumachen. Vielmehr können Unzufriedenheiten, die weit verbreitet sind, auf zwanghafte, das heißt unpassende und beengende, Monogamie zurückgeführt werden. In diesen Fällen kann es, wie Karig in Beispielen seiner Protagonisten zeigt, allen entgegenkommen, auf die eigenen Bedürfnisse zu achten und das Beziehungsmodell danach zu richten und nicht umgekehrt. Zugegebenermaßen werden Leser*innen, die sich auch in anderen Bereichen bereits mit gesellschaftlicher Ungerechtigkeit und tradierten, aber überkommenen Normen auseinandergesetzt haben, diesem Buch leichter zustimmen können als Leser*innen, die sich hier zum ersten Mal mit unkonventionellen Ansichten beschäftigen. Durch den angenehmen, gut lesbaren und überzeugenden Schreibstil ist „Wir wir lieben“ jedoch generell empfehlenswert, auch als Einstieg in das Thema. Es ist verständlich, aber doch schade, dass die Diskussion und die Beispielgeschichten in diesem Buch sehr heteronormativ sind. Alle Protagonisten bis auf das letzte Beispiel sind offenbar heterosexuell und nicht an gleichgeschlechtlichen Beziehungen interessiert. Wünschenswert wäre zumindest einmal die Erwähnung von Bisexualität gewesen, da einige der Protagonisten offensichtlich sexuelle Anziehung zu mehreren Geschlechtern ausleben.
Leider wird in diesem Buch der Reiz einer "offenen Beziehung" nur mit dem Wunsch eines oder beider Partner begründet, mit einer anderen Person Sex zu haben. Es wird zwar auch generell argumentiert, dass die Öffnung einer Beziehung leichter zur Befriedigung aller Bedürfnisse dient als Zweisamkeit, doch dies wird nur am Beispiel des sexuellen Kontakts gezeigt. Durch die nicht gegebene Hinterfragung dieser allosexuellen und zwanghaft sexuellen Annahme hat sich der Autor die Chance genommen, alle Leser*innen verschiedener Orientierungen anzusprechen. Als nicht-heterosexuelle*r Leser*in lebt man in diesem Buch in einem Paralleluniversum, das zwar interessant und exotisch ist, aber nicht der eigenen Lebenswirklichkeit entspricht und sich demzufolge in Aussagen wie „alle Menschen wollen Sex“ explizit distanziert.
Immer wieder haben die Protagonisten in diesem Buch die feste Regel, Sex mit anderen sei okay, Liebe jedoch nicht. In dieser Hinsicht hätte ich mir mehr Offenheit, seitens des Autors, für polyamore Beziehungen gewünscht. Zum Glück werden diese zumindest einmal erwähnt (wie auch asexuelle Personen), wofür ich dem Autor dankbar bin. Aber besonders für Menschen, die sich nicht oder nicht nur für Sex mit anderen interessieren, kann das Konzept Polyamorie, also ernsthafte und ggf. liebevolle Beziehungen mit mehr als einer Person, sehr nützlich sein. Davon ist nur kurz in diesem Buch die Rede, und die meiste Zeit geht es um Sex – was auch löblich ist, gerade da der Autor das Thema sehr offen und positiv behandelt, was immer noch eine Rarität in den Medien ist.
Insgesamt ist "Wie wir lieben" als aktuelle, soziologisch orientierte Diskussion von romantischen und sexuellen Beziehungen empfehlenswert. Wer allerdings mehr über psychologische Erklärungen und queere Beziehungsmodelle (die meiner Meinung nach definitiv unter den Titel "Wie wir lieben" fallen!) erfahren möchte, ist bei diesem Buch, vielleicht naturgemäß, nicht an der richtigen Adresse. Trotzdem ist es unterhaltsam und interessant zu lesen, ein Gewinn an Perspektiven und Stoff zum Nachdenken und Hinterfragen der eigenen Einstellungen.
ich ging an das buch heran mit der standfesten überzeugung, dass jeder lieben soll wen er liebt (und so viele er liebt), aber auch mit der überzeugung, dass ich sehr glücklich in einem monogamen konstrukt bin (und dieses das einzig richtige für mich sei).
das buch beende ich mit der gleichen haltung - was ich als sehr positiv empfinde, da ich schon befürchtete, die inhalte des buchs würden gegen die monogamie feuern und könnten mich in eine identitätskrise stürzen. dem war nicht so.
aufgebaut durch geschichten von verschiedenen paaren, viele meistern, viele scheitern an ihren eigenen offenen beziehungskonstrukten. ich fand es erfrischend und interessant, wie manche menschen mit ihren liebsten umgehen und habe viele neue denkweisen dazugewonnen, die ich teils komplett verstehe und schätze - oder eben nicht, aber nun darauf aufmerksam geworden bin.
das buch ist herrlich abwechslungsreich und empfehlenswert für jede:n der/die liebt. wer eine lösung sucht, ist hier aber falsch. mir hat gut gefallen, dass sowohl bei der monogamie, als auch polyamoren konstrukten jeweils die stärken sowohl die schwächen/schwachpunkte aufgezeigt worden sind.
es gibt viel, was für mich an offenen beziehungsmodellen keinen sinn macht. oft hat es mich mitgenommen, wenn ich davon gelesen habe, wie menschen sich wegen andern entlieben, wie sie sich nach mehr als der/dem partner/in sehnen und meine eigene vorstellung von liebe nicht wiedergefunden. viel stimmt für mich nicht, was ich gelesen habe, aber das ist auch gut so. jeder kann sich aus dem spektrum herauspicken, was am besten passt, sofern alles besprochen und mit einverständis geschieht. andererseits habe ich nun auch ein grösseres verständnis dafür, wieso man eine offene beziehung führen möchte (perspektivenwechsel: viel stärkere, ehrlichere liebe, wenn man sich mitfreut, miterlebt, teilt, austauscht und eben keinen besitz beansprucht, wenn das gegenüber liebe mit andern menschen erfährt) aber fühle mich auch nicht in meiner eigenen auslebung der liebe vor den kopf gestossen.
jeder soll lieben, akzeptieren und darüber sprechen, es ist einfach ein viel zu interessantes thema, über welches wir noch ewig weiter philosophieren und weiter lernen können <3
Letztes Jahr, gerade auch im Zusammenhang mit meinen Dates, habe ich mir immer mal wieder Gedanken gemacht zum Thema Beziehungsmodell und Polyamorie. Da das Thema Polyamorie für mich persönlich in (ferner) Zukunft durchaus eine Rolle spielt, habe ich mich sehr gefreut, als ich dann die passende Gelegenheit fand, „Wie wir lieben - vom Ende der Monogamie“ von Friedemann Karig zu lesen. Leider hat dieses Buch mir aber nicht die Einblicke und Erkenntnisse zu dem Thema gegeben, die ich mir erhofft hatte. Aus meiner asexuellen Perspektive geht es in diesem Buch eher um nicht monogame Beziehungen, also vor allen Dingen Beziehungen, in denen der Sex mit mehr als einer Person stattfindet, als um polyamore Beziehungsformen, bei denen mehr als zwei Personen in einer romantischen Beziehung verbunden sind. Hier finde ich den Titel also etwas irreführend und hatte einfach etwas anderes erwartet. Auch wenn das Thema Sex und offene Beziehungen natürlich seine Daseinsberechtigung hat. Ich konnte auch durchaus einige interessante Impulse für mich persönlich mitnehmen. Leider konnte mich auch der Schreibstil nicht vollends überzeugen. Dieser ist teilweise eher flapsig und arbeitet viel mit popkulturellen Anspielungen, gleichzeitig gibt es aber auch Stellen, wo zum Beispiel Eva Illouz zitiert wird und der Text eher wissenschaftlich wirkt. Diese Mischung kann gut funktionieren, hat sich für mich in diesem Fall aber einfach nicht rund angefühlt. Spannend fand ich die immer wieder einfügten „persönlichen“ Anekdoten von Freund*innen und Bekannten. Hier aber auch im gesamten Buch ist mir aber aufgefallen, dass die Perspektive überwiegend Heteropaare betrifft. Da hätte ich mir mehr queere Einblicke gewünscht. Das Buch ist ursprünglich 2017 erschienen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es mir vor einigen Jahren mehr zugesagt hätte. Aber zum Zeitpunkt des Lesens hatte ich den Eindruck, schon einige Aspekte von Insta und Co. zu kennen und nicht wahnsinnig viel Neues zu lernen. Ich glaube da gibt es inzwischen einfach Bücher die besser geeignet sind, um einen ersten Einblick in dieses Thema zu bekommen.
Es hat dieses Mal lange gedauert, bis ich mir dieses Rezensionsexemplar zur Brust genommen habe. Aber auf dieses Thema muss man echt Bock haben, sonst wird das Buch schnell langweilig und uninteressant. Denn es ist kein normaler Roman. Der Roman ist in mehrere Abschnitte aufgeteilt und erinnert sehr an eine Reportage. Das Thema der Reportage: Die Monogamie ist am Aussterben, hoch lebe die offene Beziehung und das Fremdgehen.
Neben Interviews mit Pärchen wird sehr theoretisch in Daten, Zahlen und Studien hantiert. Im Vordergrund steht die Biologie des Menschen und nicht die Romantik.
Das Buch habe ich nicht zu Ende gelesen. Ich konnte die Sichtweise und Einstellung des Autors nicht teilen und habe mich über seine Thesen geärgert. Konsens des Romans war ja: Treue und langlebige Beziehungen gibt es nicht mehr. Fremdgehen ist an der Tagesordnung. Das soll auf jeden Menschen zutreffen. Damit kam ich nicht klar.
Die Schreibweise des Autors hat mir trotz des Themas gefallen. Er hat einen lockeren und flüssigen Schreibstil, der sich leicht lesen lässt. An Humor hat es im Text auch nicht gefehlt. Wer sich mit dem Thema des Buches anfreunden kann, hat sicher Spaß am Lesen.
Da ich den Inhalt des Buches kaum bewerten kann, fällt mir eine Einschätzung schwer. Ich habe keine Ahnung ob seine Thesen und Recherchen irgendwo Hand und Fuß haben, oder ob er da völligen Bullshit von sich gelassen hat. Diese Beurteilung überlasse ich anderen. Daher bewerte ich Schreibweise und Aufmachung des Buches. Ich fand die Idee einer Reportage als Buch sehr gut und die Schreibweise empfand ich als sehr angenehm. Daher 3/5 Sterne.
Ich hab Mixed feelings für dieses Buch. Gegen Ende fand ich es doch ganz schön, aber am Anfang bis zur Mitte hatte ich das Gefühl, ein white dude erzählt mir auf ner wg Party etwas von nicht-Monogamie und wieso er nicht monogam leben kann, ohne wirkliche Argumente zu nennen, außer dass wir Menschen triebgesteuerte Wesen sind. Generell hat mich dieser primäre Fokus auf den Trieb des Menschen etwas gestört, Weil ich das Gefühl hatte, dass zwischenmenschliche Aspekte zu kurz kommen. Außerdem fand ich die wissenschaftlichkeit des Autors etwas fragwürdig. Was ich jedoch mochte war, dass dieses Buch kein Plädoyer an die Polygamie oder polyamorie ist. Der Autor sagt nicht, dass man polygam bzw polyamor leben muss. Auch die Geschichten der unterschiedlichen Menschen, die ein alternatives beziehungsmodell gewählt haben, zeigen das. Es ist eher ein Plädoyer an die freie Liebe, was ich im Prinzip ja ganz schön finde. Bei den Geschichten der unterschiedlichen Paare dachte ich mir, dass sie alle in irgend einer Weise unglücklich bzw (selbst) destruktiv sind. Das soll keine Wertung meinerseits sein, jedoch etwas Auffälliges.
Alles in allem war das Buch nicht so schlecht, wie ich anfänglich gedacht habe. Ich habe aber denke ich bessere Bücher zu diesem Thema gelesen und ich denke auch, dass es bessere Bücher out there gibt.
The queer representation is bad and the little bit there is got put to the very end of the book, even though the topic would really gain a lot through a more diverse storytelling. The sources and studies sometimes seem a little like hearsay as there are no references and just a bibliography at the end. The story parts represented individuality and independent decision making very well, but the other parts were very often quite generalizing in regard of 'all women', every heterosexual and so on. All in all I learned a little bit, especially the history of monogamy was interesting and new to me. It wasn't a totally poor read, it was just too binary and heteronormative for me.
Friedemann Karig zeigt in seinem Buch auf, wie die Liebe an die moderne Gesellschaft angepasst werden sollte, welche Schwachstellen sie hat und was wir besser machen müssen. Er geht soziologisch, psychologisch und geschichtlich in die Tiefe, um einen umfassenden Überblick zu gewähren, der ihm äußerst gelungen ist. Entgegen des Titels spricht sich Karig nicht konkret gegen die Monogamie aus, sondern zeigt auf, wie divers Liebe eigentlich sein kann. Ein empfehlenswertes Buch für jeden, der liebt.
Ich muss sagen, dass ich mich mit dem Buch zu Beginn echt etwas schwer getan habe. Ich hatte das Gefühl, es war mehr ein Buch über Sex als über Liebe. Ich finde in einer übersexualisierten Gesellschaft muss man nur bedingt selbst noch dieses Bild bestätigen. Man hätte hierbei mehr auf die soziologischen Faktoren eingehen können, welche unsere Gesellschaft formen. Dennoch hatte mich das Buch auf irgendeine Weise in seinem Bann. Die Geschichten der Pärchen sind authentisch und gut erzählt. Mir als queere Frau hat es stellenweise an Repräsentation gefehlt. Ich freute mich dafür sehr über die letzte Geschichte. Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich das Buch dennoch weiterempfehlen würde, da es mich in vielen Bereichen zum Nachdenken angeregt hat und ich vergangene und künftige Beziehung nun anders reflektieren werde. Wer denkt die Liebe begriffen zu haben, der überschätzt sich maßlos. Somit können wir alle noch viel darüber lernen, wie wir lieben.
Ganz tolles Buch. Hat mich sehr zum Nachdenken angeregt und viele offene Fragen und Themen in meinem Kopf hinterlassen. Ich werde mich gedanklich noch lange damit beschäftigen. Sehr schön geschrieben und sehr zugänglich! Fand nur schade das es sehr binär war. Grade von so einem Buch hätte ich mir wenigstens gender neutrale Sprache gewünscht.
⭐️⭐️⭐️ aber -1 für wie anstrengend das lesen war lol gute takes, aber finde die hypothese "unterdrückter sex ist der grund all unserer probleme“ problematisch & die letzten 150 seiten waren ein krampf (do not recommend für personen mit kurzer aufmerksamkeitsspanne) aber i did it!
Habs verschlungen in ein paar Tagen, super interessante Gedanken und neue Sichtweisen auf Beziehungen, die auch zu mehr Akzeptanz aufrufen. Aufjedenfall empfehlenswert!
stehen viele wichtige und interessante Ansichten darin, werde es auf jeden Fall einigen Leuten weiterempfehlen; man hätte es aber sicher auch um die Hälfte kürzen können
Die persönlichen Geschichten der polyamorös lebenden Menschen im Buch hat mir sehr gut gefallen. Das Buch legt die oftmals verklärende Sicht auf die Monogamie sehr gut offen, aber mir fehlt die Gegenüberstellung beider „Modelle“. Insgesamt ist der Blick auf monogame Beziehungen nicht abwertend, aber doch ziemlich bestimmt kritisch. Insgesamt hat es mich inspiriert, manchmal habe ich mich aber gefragt, welche Richtung der Autor anstrebt, weil die Argumentationslinie teilweise unklar ist. Über diese Lücken nicht zu stolpern, fällt aber wahrscheinlich leichter, wenn man das Buch als persönliches Plädoyer des Autors betrachtet. Ich würde 3,5 Sterne geben :)
Die Liebe bleibt uns allen ein Labyrinth, dessen Ausgang jeder für sich finden muss. Sie bleibt also ein großes Abenteuer, diese Reise. Aber nicht nur. Denn wie jede gute Reise, wie jedes große Abenteuer führt sie dorthin, wo wir uns am wohlsten fühlen. Wo wir glücklich sind. Nach Hause.
Vielleicht 3 1/2 weil ich toll finde das das Thema behandelt wird aber teilweise nicht so wissenschaftlich und teilweise eine komische Auswahl an Storys?
Das Buch ist sehr inspirierend und lässt einen über den Tellerrand schauen. Ich fand es berührend die Geschichte von anderen Paaren zu lesen. Die Erzählungen waren intim und ehrlich. Es war sehr aufschlussreich zu erfahren, was Liebe in seiner rein biologischen Form ist, was von der Gesellschaft als "Hollywood-Traum" konstruiert wurde und wie jeder dieses Gefühl individuell interpretiert und ausleben kann. Für mich gab es einige Aha- Effekte und es hat den Druck genommen, einer Beziehung wie im Bilderbuch nachzueifern. Ist es nicht viel wohltuender, ehrlich und authentisch zu lieben? Jeder sollte selbst wählen können, in welcher Beziehungsform man sich wohlfühlt, ohne einen Stempel aufgedrückt zu bekommen. Wie wir lieben ist dabei aus meiner Sicht nichts festgesetzes sonder fluid, wie es auch der Autor schön beschreibt.
Der Autor widmet sich auf 300 Seiten einem sehr spannenden Thema, aber er verpackt es schlecht. Spätestens nach der Hälfte wird klar, dass dem Buch hundert Seiten weniger gut getan hätten.
Das Buch ist immer dann gut, wenn es wissenschaftliche Erkenntnisse darstellt, Raum für Geschichte, Anthropologie, Soziologie, Biologie, Psychologie, Statistiken und Fakten gibt (leider weitestgehend ohne Quellenangaben) und die mehr bis weniger interessanten Geschichten der Protagonist*innen erzählt, doch es verliert sich viel zu oft in Wiederholungen, selbstgefälligen Formulierungen und Gedankengängen, denen man anmerkt, dass der Autor fand, dass sie toll klingen und sprachlich total gut gemacht sind, mich als Leserin aber sehr gelangweilt bis gestört haben.
Das Buch ist kein Augenöffner, es ist sehr cisheteronormativ, sowohl in seiner Wissenschaft, als auch in den echten Geschichten, die es erzählt. "Männer machen dies, Frauen dies", für queere Leser*innen sind die Ausführungen von heterosexuellen Paaren eher uninteressant und zudem auch stark verallgemeinernd darüber, wie Frauen und Männer nun mal sind.
Vor allem gegen Ende verrennt sich der Autor noch in Ergüssen darüber, dass an all den schlechten Dingen in der Welt, die Männer verursachen, doch eigentlich nur ihre sexuelle Frustration Schuld sei und ähnlichen höcht problematischen Thesen, was für ein wirklich ärgerliches Ende sorgte.
Die wahren Geschichten, die im Buch vergeilt sind, sind zwar interessant zu lesen, aber hauptsächlich eher Leidensgeschichten statt Erfolgsgeschichten und somit auch nur schwer als Vorbilder oder Positivbeispiele zu verstehen. Es wird viel gelogen und betrogen, eigentlich genau das Gegenteil von dem, was Polyamorie sein sollte. Ich hätte mir mehr positive und diversere Geschichten gewünscht. Mehr queere Geschichten, nicht nur offene Beziehungen, sondern auch Beispiele von Dreierbeziehungen oder allgemein Beziehungen wo mehr als zwei Personen alle untereinander miteinander zusammen sind usw., das hat hier echt gefehlt.