1948/49 entstand in den Ruinen des befreiten, aber noch besetzten Österreich der Film "The Third Man": ein Thriller zwischen Riesenrad und Kanalsystem, mit Orson Welles in einer Paraderolle. Und mit einem Zitherthema, das einem nicht mehr aus dem Kopf geht.
Bert Rebhandl liest diesen Klassiker zum 70. Geburtstag neu und entdeckt zahlreiche, zum Teil verblüffende Facetten. "The Third Man" ist nicht nur ein Vergnügen für Touristen und Nostalgiker, sondern ein unvermutet aktueller Film über das Europa und die Welt von heute.
Der Film erweist sich neben seiner ungebrochenen folkloristischen Strahlkraft als Film mit starken Gegenwartsbezügen in puncto Flucht, Migration und Identität. Diese erste umfassende und anschauliche Aufarbeitung des Filmklassikers ist Pflichtlektüre für Filmliebhaber und ein überraschend aktueller Essay über das 20. und 21. Jahrhundert.
„Wiens Unterwelt ist ein Pipifax gegen die Abgründe, in die Harry Lime … leuchtet.“ Bert Rebhandl deckt die komplexen Beziehungen zwischen Film, Literatur, Musik, Gesellschaft und den Produktionsbedingungen auf und stellt die Verbindung zur Gegenwart her. Eine Mammutaufgabe, die der bekannte Kritiker brillant bewältigt.