Es war mir nicht möglich, diese Meisternovelle von Ludwig Hohl in einem Zug zu lesen. Ich musste immer wieder absetzten, durchatmen, um nach kurzer Pause weiterzulesen. Es wird eine Bergtour geschildert, atmosphärisch dicht, mit vielen Details, an denen man die reiche Bergerfahrung Ludwig Hohls erahnen kann. Es ist jedoch die Präzision, in der ein auktorialer Erzähler die Ereignisse schildert. Hier wird die Sprache zum Skalpell die tief und präzise den erzählenden Schnitt führt. Schon lange nicht mehr habe ich mich bei einer Lektüre so unbehaglich gefühlt, ja sogar gefürchtet. Verdichtetes Leben auf 97 Seiten – ganz großartig und so noch nicht gelesen. Über den gar nicht angepassten Autor Ludwig Hohl gab es am 27.6.2021 eine wunderbare Tonspuren Sendung auf Ö1.