Eine Sprachwissenschaftlerin wird mitten in der Nacht angerufen. Die neueste Entwicklung auf dem Spielzeugmarkt, ein Plüsch-Seehund mit KI, hat offenbar eine eigene, für Menschen unverständliche Sprache entwickelt … Ein König liebt nichts so sehr, wie neuen Geschichten zu lauschen. Doch irgendwann hat er alles gehört, was es zu erzählen gibt – und so lässt er kurzerhand einen Geschichtenroboter bauen … Das Spektrum an Ideen, die fünfzehn der berühmtesten chinesischen Science-Fiction-Autorinnen und -Autoren in diesem Sammelband ausbreiten, zeigt auf beeindruckende Weise, wie einfallsreich und innovativ man sich in China mit dem Thema Künstliche Intelligenz auseinandersetzt.
Wang Jinkang, Hao Jingfang und Qiufan Chen gehören neben Cixin Liu und Han Song zu den bekanntesten Science-Fiction-Autoren Chinas, die das Genre dort seit Jahrzehnten geprägt haben. An ihrer Seite sind junge, aufstrebende Genreschriftsteller wie Gu Shi, Baoshu, Xia Jia und viele andere in »Quantenträume« vertreten. Dr. Jing Bartz, die Herausgeberin, hat jahrelang das Buchinformationszentrum Peking der Frankfurter Buchmesse geleitet. Jetzt arbeitet sie als Kulturmanagerin und Publizistin in Hamburg und Peking.
Ja, ich kann sagen dass ich diese Sammlung wirklich mochte. Keine der Stories war langweilig, alle waren gut geschrieben, die chinesische Science Fiction hält wirklich ein großes Reservat von Geschichten bereit und ich bekam Lust mehr von chinesischen Autoren zu lesen, insbesondere von Boashu, von Quifan Chen und Xi Jia. Es erzählen nicht alle Geschichten von Künstlicher Intelligenz im engeren Sinn. Das Thema ist eigentlich schon im Roboter-Motiv enthalten, so dass in diesem Band auch einige klassische Robotergeschichten vertreten sind. Die sind aber nicht langweilig, nur dass sie eben anders gelagert sind, und sich nicht so sehr von denen westlicher Autoren und Autorinnen abheben, wenn sie von der "Menschwerdung" der Roboter erzählen. Die intressantesten Stories für mich sind die Stories, in denen die physischen Grenzen zwischen Mensch, KI und Roboter verschwimmen oder gar aufgelöst werden, wie etwa in "Die Moebius-Raumzeit" von Gu Shi. Quifan Chen erzählt von einem Dating-Spiel (da muss man auch erst drauf kommen!), indem es darum geht, KIs als Chat-Partner zu "enttarnen", was für die Protagonistin aber bald nicht mehr wichtig ist. Boashu zeigt sich wieder als der Autor der großen zeitalterumspannenden Szenarien, Han Song wieder als der hintersinnigste.
Mir haben diese Erzählungen weniger gefallen als erhofft: Viele lasen sich eher wie Märchen oder Erzählungen über Roboter, künstliche Intelligenz kam eher am Rande oder gar nicht vor.
Alternativ würde ich aus China beispielsweise KI 2041 empfehlen
"Quantenträume" entführt den Leser in eine nicht allzu ferne Zukunft, in eine Welt koexistent mit Künstlicher Intelligenz. Doch was genau ist und kann Künstliche Intelligenz? Dieser Frage gehen 15 chinesische Science Fiction Autoren, Koryphäen auf ihrem Gebiet, in dieser Geschichtensammlung nach. Kurzbiographien zum jeweiligen Autor sind ebenfalls gegeben.
Es ist ein ewiges Hin und Her zwischen vollkommener Begeisterung und Ernüchterung. Der Einstieg durch Xia Jia ist grandios. Danach geht dieses Gefühl jedoch verloren. Zwei Geschichten musste ich leider komplett überspringen, ich bin mit diesem sachlich-nüchternen Ton nicht klar gekommen. Ganz zu Schweigen von der lahmarschigen Handlungsentwicklung. Aber das ist typisch für chinesische Science Fiction: philosophisch und lebensklug einerseits oder kalt und sachlich, sehr wissenschaftlich andererseits.
Alles in allem finde ich die Mischung aus Thriller, Liebesgeschichte, Utopie und Dystopie besonders faszinierend. Ganz unterschiedliche Gedankenansätze, gesammelt in diesem 500 Seiten dicken Wälzer. Meine Favoriten stammen von Xia Jia, Liu Yang, Quifan Chen, Liu Weijia, Hao Jingfang, A Que und Baoshu.
Die Kurzgeschichten sind sehr abwechslungsreich und - was ich angenehm fand - haben sehr unterschiedlichen Fokus gesetzt. Es gab einzelne Kurzgeschichten, die ich etwas trocken fand und mich nicht gut unterhalten haben, aber durch die hohe Varianz wurde das gut ausgeglichen und es gab auch mehrere Kurzgeschichten, die ich besonders faszinierend fand. Dabei sind mir vor allem "Hotel Titania", "Die Möbius-Raumzeit" und "Tochter des Meeres" besonders in Erinnerung geblieben, die ich besonders fasziniernd fand. Von Geschichten, wie "Der Wannengeist", bekommt man allerdings einen kleinen Knoten ins Gehirn. Die Geschichten sind auch in unterschiedlichen Epochen und mit unterschiedlich weitem technischen Fortschritt angesiedelt, was sie ebenfalls sehr interessant und abwechslungsreich macht.
Ich kann diese Sammlung für Sci Fi Fans definitiv empfehlen. Ist gut geschrieben. Lässt sich sehr gut lesen. Und ist super interessant.
Of the fifteen stories, the only two I truly enjoyed were those by Liu Yang and Qiufan Chen. The former presents an intriguing narrative about a robot maid that plays with the reader's expectations and fears regarding AI behaviour, which I found compelling until the end. The latter cleverly merges online dating with the Turing Test, a brilliant combination that I greatly appreciated. The other stories are a mixed bag, with a couple being somewhat entertaining, while others simply left me frowning. Overall, this outcome aligns with my expectations for an anthology, but I found there to be an excessive focus on robot tales, lacking broader sci-fi elements beyond the common theme of AI.