Ina hat sich eingerichtet in einer Welt, in der niemand etwas von ihr erwartet. Mit ihrem Mitbewohner Falk streift sie durch die Nächte auf St. Pauli und begnügt sich mit genug Schlaf, etwas Sex und Gin Tonic. Als ihre Mutter bei einem Autounfall stirbt, wird Ina eingeholt von einer Kindheit im Theater und den Gedanken an einen Vater, den sie nie kennengelernt hat. Ausgerechnet jetzt kehrt er zurück nach Hamburg und inszeniert Shakespeares Sommernachtstraum. Und Ina, die endlich so etwas wie einen Plan hat, nimmt einen Aushilfsjob in der Kantine des Theaters an. Doch bevor sie sich überlegen kann, ob sie sich dem Vater offenbart, trifft sie auf die Schauspielerin Paula. Ina, die ihr Herz bisher weder an Dinge noch an Menschen gehängt hat, lernt die Liebe kennen – und den Verrat an ihr.
Ich mochte den Tonfall des Romans. Manche Sätze/Stellen waren richtig toll. Oh, und Falk, den mochte ich auch. Das war es, was mich immer weiter hat lesen lassen.
Aber - ja, jetzt kommt leider ein aber - die Geschichte an sich wird leider schnell vergessen sein. Vergeblich wartete ich auf einen Wendepunkt, Höhepunkt, ein Aha-Erlebnis, doch nichts davon stellte sich ein. Wenn ich nach der letzten Seite denke "Und das war's jetzt?", ist das für mich einfach unbefriedigend. Ein richtig tolles Buch ist es für mich, wenn ich etwas daraus mitnehmen kann und das konnte ich persönlich hier leider nicht.
Sprachlich und atmosphärisch ein beeindruckendes Debüt. Die Hauptfigur Ina kam mir oft sehr nah. So antriebs- und ziellos, wie sie ist, liest sich mitunter auch die Geschichte, deren Verlauf und Wendepunkte vorhersehbar bleiben. Trauer und Freundschaft, Hamburger Theaterwelt, queere Liebe und Identitätssuche - alles lebensnah, doch nie so richtig lebendig. Einen großen Anteil im Text nehmen seltsamerweise die nicht gesagten oder getanen Dinge ein ("...sagte sie nicht").
Ich bin jetzt neugierig, z. B. Kurzgeschichten der Autorin zu lesen.
Content Note: Tod der Mutter, Selbstmordgedanken, Selbstverletzungen
Kurzmeinung: Ziemlich gut geschrieben. Aber leider auch langatmig und langweilig.
Die Handlung des Romans ist schnell geschildert. Ina wächst mit der alleinerziehenden Schauspielerin Mayer auf, die, je älter sie wird und je weniger Engagements sie bekommt, immer mehr dem Alkohol verfällt. Der Vater wird totgeschwiegen. Trotzdem findet Ina eines Tages heraus, wer er ist und versucht, ihn nach dem Tod der Mutter kennenzulernen. Zu ihrer großen Enttäuschung ändert dieses Kennenlernen nichts an ihrem inneren leeren Zustand. Die Kritik:
Was ziemlich befremdet an dem Roman, ist die grundlose Heimatlosigkeit der Protagonistin in der Welt. Weder ihre etwas chaotische Kindheit noch das vaterlose Aufwachsen ist eine hinreichende Erklärung dafür. Eine Krankheit? Ina ist immer müde. Vielleicht ist sie depressiv. Dies wäre ein Erklärungsansatz, der aber verkümmert, da er von der Autorin nicht weiter verfolgt wird. Der Leser muss die Antriebslosigkeit und Unverortetheit der Hauptperson hinnehmen, wie es ihm serviert wird. Das ist mir zu wenig.
Der Roman lebt nicht. Er spielt in Hamburg und bringt jede Menge Lokalkolorit und schöne Kiezbeobachtungen. Das ist gut geschrieben, aber da die Autorin die Beschreibungen Hamburgs wenig in die Handlung einbaut, können sie nicht fesseln. Es fehlt eine zündende Idee, die den Leser für den Roman einnehmen könnte. Die uninteressante Protagonistin ist es nicht. Vatersuche? Anderswo besser auf den Punkt gebracht. Lebensverzweiflung und Desorientierung? Aber warum denn nur? Trauerbewältigung? Schon. Doch die Autorin lotet das Innenleben ihrer Person nicht aus, ja, man hat den Eindruck, sie hätte gar keines. Und nun möchte man gerne wissen, warum. Und bleibt im Regen stehen mit seinen Fragen.
Der Roman nimmt ein einziges Mal ein wenig Fahrt auf, als die Protagonistin sich in eine ältere Schauspielerin verliebt und eine Affäre mit ihr hat. Allerdings wird auch dieser Faden nicht zu Ende gesponnen.
Fazit: Gute Ansätze. Eine gute Schreibe. Doch dünne Thematik. Dazu eine Menge Unsinn über Katzen.
Kategorie: Belletristik. Verlag: Hoffmann und Campe, 2020
(read in german) interesting debut novel about ina, a young woman in hamburg who has studied literature and philosophy but has no professional perspective or plan. while waiting for her life to somehow start, she rents a cheep room in falk’s apartement in st. pauli. falk has studied photography but now workes in legal medicine, they share a good relationship at the limit to a loving one, but not quite. the unexpected death of her mother, a former actress, makes ina turn towards the past - and the father she has never met, a well-known theatre director. he will come to hamburg for a staging of a summernight’s dream - and ina takes a minor job at the theatre restaurant - to (maybe) meet him. meanwhile, she meets paula, the actress playing puck, and becomes fascinated by her. i appreciated the subtle, laconic style of the writing, not one word too much, with beautifully carved scenes, as well as the quiet story, with it’s sad and wise undertones. i will look for the next book of this author.
Sie sind kein Liebespaar, aber auch mehr als die typische WG. Als Ina sich bei Falk das zu vermietende Zimmer ansieht, wissen sie sofort, dass sie zueinander passen. Der introvertierte Falk und die planlose Mitzwanzigerin, die zwar ihr Studium beendet, aber keinerlei Zukunftspläne hat. In Hamburg streifen sie durch die Nachtszene bis Inas Mutter, zu der das Verhältnis immer schwierig war, unerwartet stirbt und Ina von der Vergangenheit eingeholt wird. Doch nicht so sehr die Trauer ist es, die sie überwältigt, sondern die Erkenntnis, wer ihr Vater ist und dass dieser womöglich gar nichts von ihrer Existenz weiß. Doch just in diesem Moment kommt der Regisseur in die Stadt und so tut sich für Ina die Chance auf, ihm am Theater näherzukommen. Als Küchenkraft beäugt sie ihn aus der Ferne, wie immer schon in ihrem Leben, auf den richtigen Moment wartend, um ihn zu konfrontieren.
Es ist nicht leicht, Ina sympathisch zu finden, nein, eigentlich ist es sogar ausgesprochen schwierig, die junge Frau zu verstehen und zu mögen. Janna Steenfatt hat einen komplexen Charakter geschaffen, dem zwar jedes Charisma fehlt und der auch für die anderen Figuren kaum liebenswert erscheint, der jedoch aus psychologischer Sicht durchaus seinen Reiz hat. Schon als kleines Kind leidet sie unter ihrer dominanten Mutter, die als Schauspielerin immer die öffentliche wie auch private Anerkennung und Bewunderung sucht. Besonders ausgeprägt sind ihre mütterlichen Instinkte nicht, was in einer emotionalen Vernachlässigung des Kindes endet. Auch die Tatsache, dass sie Vater und Tochter die gemeinsame Beziehung vorenthält, ist eine egoistische Entscheidung mit weitreichenden Folgen.
Ina internalisiert den Wunsch zu gefallen, es ihr Recht zu machen, was ihr jedoch kaum gelingt, mehr als süffisante Verachtung hat ihre Mutter selten für sie übrig. Als Erwachsene ist ihre Persönlichkeit durch Unentschlossenheit und Unsicherheit geprägt, dies geht so weit, dass sie einen Job weit unter ihrer Qualifikation annimmt. Beziehungen und Freundschaften gibt es nicht wirklich in ihrem Leben, mit Falk verbindet sie ein eigenartiges Band, beide sind introvertiert und gehen ungern auf andere zu. Auch der Beziehungsversuch mit der Schauspielerin Paula scheitert kläglich. Liebe ist für sie nichts, das einfach geschieht und dann gedankenlos gelebt werden kann, was dann letztlich auch erwartungsgemäß zu großen Problemen führt.
„Die Überflüssigkeit der Dinge“ ist ein endloses Warten darauf, dass das Leben irgendwann beginnt. Das Leben, das die Figuren eigentlich leben wollen. Bis dahin leben sie eben ein anderes, fremdes, das sie sich nicht selbst ausgesucht haben, sondern eines, das sie gefunden hat. Ein sperriger Roman, der auch im Leser einiges bewegt, nicht einfach zu fassen bleibt und an dem man sich reibt, wenn nicht gar aufreiben kann.
Fantastische Sprache! Vor allem wegen der tollen Formulierungen, der zeilenlangen Sätze, die nicht kompliziert zu lesen, sondern der Komplexität alltäglicher Banalitäten angemessen sind, ist dieses Buch lesenswert.
Inhaltlich geht es um Ina, in ihren Dreißigern in Hamburg und ihrem Leben gestrandet, abwartend, dass ihr Leben beginnt oder einen Sinn erhält. Teilnahms-, ziel- und orientierungslos passiert ihr ihr Leben im ersten Teil. Diesen Zustand bringt Steenfatt gut rüber, so dass der erste Teil des Buches (bis S. 102) stellenweise deprimiert sowie zäh zu lesen ist. Beschrieben wird, in diversen, meist kurzen Rückblenden, Inas Aufwachsen mit einer alleinerziehenden, irgendwann alkoholkranken Mutter, diversen Umzügen, Gedanken an den berühmten, aber nie genannten Vater. Arbeits- und ambitionslos lebt Ina mit ihrem Mitbewohner Falk, der gerne mehr als das wäre, und es irgendwie auch ist, in einer WG und zusammen ziehen sie nachts durch St. Pauli, mehr aus Gewohnheit als aus Freude an der Sache. Durch den plötzlichen Tod ihrer Mutter aufgeweckt, beginnt Ina in Teil 2 langsam, eine aktive Rolle in ihrem eigenen Leben einzunehmen. Für mich wurde es da spannender; dass Ina vielfach aber weiterhin mehr Beobachterin ihrer selbst ist als sich plötzlich von Grund auf verändert zu haben, lässt ihren Charakter realistisch erscheinen. Sie nimmt einen Job in der Theaterkantine an, der ihr neben Struktur auch Begegnungen mit ihrem Vater, einen Regisseur, dem sie sich lange jedoch nicht zu erkennen gibt, ermöglicht. Gleichzeitig beginnt sie eine von Begehren, Distanz und Indifferenz geprägte Romanze mit einer Schauspielerin, die Ina wichtiger ist als die zahllosen bedeutungslosen Affären zu vor, und die Inas Beziehung zu Falk gehörig ins Wanken bringt.
Fazit: Ich hatte im ersten Teil überlegt, das Buch beiseite zu legen, und kann nach Teil 2 sagen, dass es sich gelohnt hat, weiterzulesen!
This entire review has been hidden because of spoilers.
Ruhige, melancholische Erzählung, die mich leider nicht erreicht hat
Hamburg. Ina ist momentan arbeitslos. Sie wohnt in einer WG mit Falk, der als Fotograf in einem Leichenschauhaus tätig ist. Nun ist Inas Mutter gestorben und sie muss sich um die Beerdigung kümmern. Einst war ihre Mutter eine Schauspielerin am Theater, doch irgendwann blieben Rollenangebote aus, Männer kamen und gingen, nur der Alkohol wurde ein treuer Begleiter. Auch die Beziehung zu Ina hat sehr gelitten. Ina ist sich nicht sicher, ob der Tod ihrer Mutter ein Unfall oder doch eher ein Suizid war. Über den Vater zu sprechen war verboten. Ina kennt nur seinen Namen. In ein paar Wochen wird er allerdings ein Stück am Hamburger Theater inszenieren und sie hat einen Plan, wie sie ihm näher kommen könnte.
Der Beginn gefiel mir sehr gut. Eine interessante Ausgangssituation, ein schwarzer, sarkastischer Humor, eine direkte Sprache, der Ton traurig und etwas bitter. Nach einem relativ rasanten witzigen Beginn begann sich die Geschichte leider etwas zu ziehen. Die Beziehung zwischen Ina und ihrem WG- Mitbewohner Falk nahm einen zu großen Raum ein und interessierte mich einfach nicht. Ich fand Falk langweilig und ich fand die Beziehung der beiden langweilig. Ina selbst ist auch nicht die unbedingt spannendste Protagonistin. Sie vergammelt ihr Leben, trifft keine Entscheidungen und wirkt etwas konturlos. "Die letzten Jahre waren in einer Art Lähmung verstrichen, einer Mischung aus Furcht und Ungeduld, und das Warten auf das richtige Leben machte bereits der Ahnung Platz, dass es das hier tatsächlich schon sein sollte." Sie tat mir irgendwann einfach leid und das nervte mich und zog mich auch etwas herunter. Das war mir zuviel an Depression, Aggression und passivem, missglücktem Leben. Ich wurde irgendwann müde der Schilderung der trübsinnigen, niedergeschlagenen und morbiden Hauptprotagonistin zu lauschen. Zudem hatte ich Mühe diese schwierige Mutter-Tochter Beziehung zu verstehen, diese wirklich nachzuvollziehen. Ich fand es merkwürdig, dass Ina ihr in Jugendzeiten, obwohl sie zu viel trank und Alkoholikerin war, immer wieder nachschenkte und sie betrunken machte. Ja, sie wollte, dass die Mutter über den Vater spräche, aber dennoch... Das kenne ich von Betroffenen so eher nicht. Ich verstand auch letztendlich nicht, warum sie überhaupt miteinander so psychisch grausam waren.
Irgendwann begann ich Absätze zu überlesen. Zwar konnten mich einzelne Absätze immer wieder in den Bann ziehen, aber ich langweilte mich einfach zu oft, fieberte nicht mit, wurde zu wenig berührt, erfuhr nichts, was nicht schon tausende Autor*innen vorher beschrieben haben und war genervt von den Figuren, von denen niemand klare Worte verliert und kaum einer das tut, was er eigentlich möchte. Der Klappentext verrät für meinen Geschmack auch zu viel, so dass Überraschungsmomente vorweg genommen werden, in dieser ansonsten überraschungsarmen, ruhigen, melancholischen Erzählung. Insgesamt haben mir dennoch das Setting im Theater und der Sprachwitz gefallen.
Empfehlenswert vielleicht für Leute in den 20ern, die nicht so recht wissen, was sie mit sich anfangen sollen und hier einen Spiegel finden.
Die Überflüssigkeit der Dinge beschreibt unaufgeregt und dennoch eindringlich das ständige Warten auf etwas; darauf, dass das Leben endlich losgeht. Durch ihre Kindheit an ständig wechselnden Orten, mit ständig wechselnden Männern an der Seite ihrer Mutter, durch ihre Mutter, die diese Rolle nicht einnimmt und zuweilen eine jüngere Konkurrenz in ihrer Tochter sieht, hat Ina nie angefangen für etwas zu kämpfen, das sie will, oder besser gesagt: überhaupt etwas zu wollen. Die Geschichte wird mit sanftem Spannungsbogen erzählt und legt den Fokus insbesondere auf schwierige Beziehungen. Mit der Begegnung zu Paula scheint Ina das erste Mal etwas wirklich zu wollen und muss gleichzeitig mit einer Enttäuschung umgehen lernen. Besonders die Kulisse des Hamburger Theaters hat es mir angetan, und ich kann das Buch allen empfehlen, die selbst auf leise Weise wachgerüttelt werden wollen.
Dem Klappentext nach und dem Anfang vom Buch nach, habe ich eine tiefgründige Ausführung einiger sehr wichtigen Themen erwartet. Wie gesagt, anfangs war ich noch sehr angetan und interessiert, dann wurde es aber zu melancholisch, zu düster, zu depressiv. Die Protagonistin kommt da einfach nicht heraus, ich verstehe dass ihre Denkweise, ihr Leben und Motivationen ( bzw. nicht Motivationen) erklärt werden müssen, aber irgendwann ist auch mal gut, ich glaube nicht dass der Sinn des Buches sein sollte den Leser selbst in depressionen zu stürzen. Die Beziehung zum Mitbewohner, hätte gut weggelassen werden können, da langweilig und ugnötig. Auch sind viele Begebenheiten aus dem Leben mit der Mutter,die Alkocholistin ist, meiner Meinung nach unrealistisch. Ich weiß daß, das Leben mit einem Alcocholisten von Brutalität und Gefühlskälte durchzogen ist, und auf alle Familienmitglieder abfärbt und deren Leben beeinflusst, es ist aber vollkommen unrealistisch dass man einen Alkocholiker absichtlich betrunken macht um etwas von ihm in Erfahrung zu bringen. Leider kann ich hier keine Leseempfehlung abgeben
Janna Steenfatts „Die Überflüssigkeit der Dinge“ erzählt von Ina, die gerade ihre Mutter verloren hat und sich durch das Leben treiben lässt. Sie wohnt bei Falk, der sich um sie kümmert und mit dem sie eine sehr enge Beziehung pflegt, die aber keine sexuelle Beziehung beinhaltet und in der Falk mehr gibt als sie. Ina ist auf der Suche nach Halt und dies gipfelt in dem Versuch, ihren Vater zu finden und eine Liebesbeziehung zu einer Schauspielerin aufzubauen.
Ich mochte die Sprache, mit der die Autorin die Umgebung von Janna beschreibt, kleine alltägliche Beobachtungen, die sehr nachvollziehbar sind. Dagegen war ich mit der Hauptfigur überfordert. Mich hat es angestrengt, wie passiv sie mitunter war, der ganze Trotz, den sie ausstrahlte. Auch die Selbstverständlichkeit, mit der Ina Gutem, was ihr begegnet, hinnimmt, um es sich dann doch schlecht zu reden, überforderte mich.
Natürlich darf man nicht vergessen, dass es ein Buch über Trauer und Identitätsfindung ist. Vielleicht hat es mich auch deshalb nicht abgeholt, weil beides in meinem Leben nicht dran ist. Und trotzdem: Ich wäre mit dem Buch versöhnter gewesen, hätte es am Ende den Hauch eines positiven Ausblicks gegeben, der über eine Vaterfigur hinausgeht.
Überraschend gutes Buch! Ich wollte erst „schön“ schreiben, dabei beschreibt es eher die ungeschönte Wahrheit des (sich) Verlierens und Findens. Sprachlich nüchtern und gleichzeitig klar und stark, mit einer Hauptfigur, mit der ich mich identifizieren konnte, auch wenn ich es nicht immer wollte. Und, jetzt kann ich es ja sagen, zufällig war dieses Buch aus einem Kölner Bücherschrank genau das, was ich mir von 22 Bahnen/Windstärke 17 erhofft, aber nicht bekommen hatte.
Ein Roman in dem nicht wirklich viel passiert, eine Mutter, die eine verblaßte Theaterschauspielerin und Alkoholikerin ist eine Tochter, die ohne Ziel ist und den Tod der Mutter und deren "Dinge" beklagt. Außergewöhnliche ruhige Sprache, aber leider zieht sich das Buch beim Lesen, da nicht viel passiert
Ich habe sehr lange gebraucht um dieses Buch zu lesen. Irgendwie zu lang, zu handlungsschwach, zu klischeehaft und gleichzeitig doch zu atmosphärisch, zu gefühlt, zu authentisch und mit zu vielen guten Stellen und Zitaten, um es wegzulegen. Ich würde es nicht absolut empfehlen, aber irgendwie hat es mich doch gehalten und arbeitet noch nach.
Ich habe das Buch aufgrund seines interessanten Klappentextes aus unserem Leseexemplar Bücherregal in der Arbeit entnommen und bereue es kein Stück. Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen habe ich mit Ina auf eine gewisse interessante Weise mitfühlen können. Das Buch ujd seine Geschichte hat mich auf eine ganz seltsame aber auch berührende Weise mitgenommen und ich kann es nur weiterempfehlen.
Die Bewertung fällt mir schwer. Es war nichts schlecht oder falsch. Aber trotzdem, es konnte mich nicht überzeugen. Es ist gut geschrieben. So gut, dass mich Inas Lethargie ebenfalls gepackt hat. Vielleicht war das mein Problem. Es zog sich, war trostlos, fast nicht auszuhalten.
Ich mochte das Buch, vor allem den Ton und den Schreibstil sowie viele der klugen Beobachtungen und Beschreibungen des Lebens. Insgesamt war es mir aber ein wenig zu deprimierend und negativ. Auch das Ende hat mich irgendwie irritiert zurückgelassen.
Protagonistin Ina wächst bei ihrer Mutter, einer Schauspielerin, die, je älter sie wird und je weniger Engagements sie bekommt, immer mehr dem Alkohol verfällt, auf. Von ihrem Vater hat sie bloß eine wage Vorstellung. Ina scheint ohne wirkliches Ziel vorsichhinzuleben. Auch das Kennenlernen mit dem zuvor totgeschwiegenem Vater, nach dem Autounfall ihrer Mutter, oder die Affäre mit einer älteren Frau können Inas innere Leere nicht füllen.. Eine sehr düstere Geschichte voller Melancholie. Vermutlich war es nicht Intention der Autorin, ihre Leser in eine Depression zu stürzen und sie ganz nebenbei zu Tode zu langweilen, leider waren dies jedoch die beiden Dinge, die dieser Roman in mir auslöste, was "Die Überflüssigkeit der Dinge" zu einer durchaus überflüssigen Lektüre für mich macht.