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Lona Mendt und Frank Elling #1

Die Toten von Marnow

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Ein höchst ambivalentes Kapitel deutsch-deutscher Geschichte als Start einer neuen Krimireihe. Der Jahrhundertsommer 2003. Gluthitze liegt über Marnow, dem malerischen Ort an der Mecklenburgischen Seenplatte. Die Kommissare Frank Elling und Lona Mendt ermitteln in einem Mordfall. Das Tatmotiv scheint klar, die Aufklärung nur eine Frage der Zeit. Doch nichts ist so, wie es scheint. So entpuppt sich das Tatmotiv als absichtlich gelegte Fehlspur des Mörders, der vermeintliche Routinefall als Beginn einer Mordserie mit brisantem politisch-historischem Hintergrund. Und mächtige Gegenspieler der Kommissare haben ein Interesse daran, die wahren Zusammenhänge im Dunkeln zu belassen. Je weiter Elling, der treu sorgende Familienvater, der auf recht großem Fuß lebt, und Mendt, die Unnahbare, die in ihrem Wohnmobil geheimnisvolle Besuche empfängt, in ihren Ermittlungen kommen, desto größer werden die Hindernisse, die sie überwinden müssen. Und desto häufiger lassen sie sich selbst zu moralisch höchst fragwürdigen Handlungen hinreißen. So zwingen die Ereignisse die beiden so unterschiedlichen Charaktere nach und nach, einander blind zu vertrauen – nicht zuletzt, um ihre eigene Haut zu retten. »In ›Die Toten von Marnow‹ wagt Holger Karsten Schmidt etwas Außergewöhnliches: Die säuberliche Trennung zwischen Ermittler und Täter ist aufgehoben, wir Leser wissen nicht immer genau, ob die Guten wirklich gut sind – und erwischen uns dabei, wie wir ihnen trotz ihrer Fehltritte fest die Daumen drücken.« Wolfgang Schorlau Der erste Fall der neuen Krimireihe von Holger Karsten Schmidt besticht durch einen abgründigen Plot um ein schreckliches Verbrechen, dessen Spur tief in die deutsch-deutsche Geschichte reicht. Und durch die moralischen Abgründe eines sympathischen Ermittlerduos, das am Ende keineswegs mit reiner Weste dasteht.

480 pages, Paperback

Published January 16, 2020

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Holger Karsten Schmidt

4 books2 followers

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5 stars
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2 (2%)
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Profile Image for Buchdoktor.
2,368 reviews192 followers
January 9, 2020
Im Jahrhundertsommer 2003 stirbt in der Hinterhofwohnung eines Rostocker Plattenbaus ein Mann in mittleren Jahren, den man für ein unbeschriebenes Blatt halten könnte. Als es zu einem vergleichbaren Todesfall bei einem wohlhabenden älteren Herrn kommt, führt die Spur die Ermittler Frank Elling und Lona Mendt an einen idyllisch gelegenen See in Mecklenburg. Eines der Todesopfer hat hier regelmäßig seinen Urlaub verbracht und erst kurz zuvor wieder einen Bungalow auf dem Campingplatz gemietet. Man könnte an einen Serienmörder oder einen Rachefeldzug denken, wenn die Opfer nicht aus zu unterschiedlichen Verhältnissen stammen würden. Schließlich ergeben sich Verbindungen, deren Sinn die Ermittler lange nicht durchschauen. Einige Beteiligte kannten sich seit ihrer Anfangszeit als junge Stasi-Offiziere und um den Marnower See herum gibt es offenbar weitere Seilschaften. Fragt sich nur, wer dort was zu verbergen hat und wem die Taten nützen. In 16 Kapiteln werden die 16 Tage bis zur Aufklärung des komplizierten Falls beschrieben.

Frank Elling wirkt zunächst wie ein verantwortungsvoller Bürger und Polizeibeamter, dem am guten Verhältnis zu Kollegen und Nachbarn liegt. Elling lebt jedoch so offensichtlich über seine Verhältnisse, dass es genau den nahestehenden Menschen längst aufgefallen sein müsste. Ellings zwei Gesichter hätte ich allerdings spannender gefunden, wenn ich subtiler an ihm und manch anderem hätte zweifeln können. Lona Mendt hat sich aus Hannover nach Ostdeutschland versetzen lassen, was ihr anfangs einiges Misstrauen der neuen Kollegen einbringt. Wer ging schon freiwillig nach Rostock, fragen sie sich. Doch selbst die direkte Suche in der niedersächsischen Landeshauptstadt blieb ergebnislos, ob die Kollegin Mendt etwa von dort weggelobt wurde. So wundern sich die Rostocker Ermittler weiter, warum Lona im Wohnmobil lebt und nichts aus ihrem Privatleben preisgibt.

Die Figuren wirken liebevoll ausgearbeitet; Elling und Mendt entwickeln darüber hinaus im Dienst einen besonderen Draht zueinander. Elling wird im Laufe der Ermittlungen darauf hingewiesen, dass er ja aus dem Osten stammt und von ihm Wissen darüber vorausgesetzt wird, wie manche Dinge damals liefen. Lona gibt wiederum die passenden Stichworte, damit ein paar Infos zur DDR-Geschichte für die unwissenden Leser eingeflochten werden können. Holger Karsten Schmidt sät von Beginn an Zweifel an der Integrität seiner Ermittler und damit auch an den Zielen ihrer Ermittlung. Als Leser kann man an die Verbindungen glauben, die sich anfangs zu ergeben scheinen, aber auch auf das ganz große Ding aus der DDR-Vergangenheit warten. Das Setting und ein Ermittler-Duo, das arbeitet, wo andere Leute gern Urlaub machen würden, finde ich als Serienbeginn sehr ansprechend. Der Spannung abträglich fand den für einen Krimi übertriebenen Showdown und Ellings für einen routinierten Ermittler unglaubwürdiges Verhalten, das gegenüber der Sortierung der Handlungsfäden zu viel Raum einnahm. Beim Blick auf Logik und Ausdruck ging dem Lektorat zum Ende des Texts die Luft aus, hier könnte der an sich sehr gute Plot noch erheblich gewinnen.
Profile Image for Havers.
902 reviews21 followers
January 16, 2020
„Die Toten von Marnow“ ist der Auftakt einer neuen Reihe von Holger Karsten Schmidt. Den Autor kennt man als Drehbuchschreiber (vor allem für diverse „Tatorte“, aber nicht nur) und unter seinem offenen Pseudonym Gil Ribeiro als Schöpfer der Fuseta-Krimis mit dem liebenswerten Autisten Leander Lost.

Nun also Marnow. Zwei Mordopfer, bei denen das Städtchen im Osten auf den ersten Blick die einzige Verbindung scheint. Betraut mit den Ermittlungen sind die beiden Kommissare der Rostocker Kripo, Frank Elling und Lona Mendt. Partner, wie sie gegensätzlicher nicht sein könnten. Elling, der typische Beamte, der seiner Familie jeden Wunsch von den Augen abliest und sich deshalb bis über beide Ohren verschuldet. Lona, die toughe Motorradfahrerin ohne feste Adresse, die in ihrem Wohnmobil lebt, aus Hannover nach Rostock versetzt und sehr zurückhaltend hinsichtlich ihrer Vergangenheit.

Ins Detail hinsichtlich der Handlung möchte ich nicht gehen. Nur so viel, die Menschen sterben wie die sprichwörtlichen Fliegen. Ihnen werden die Kehlen durchgeschnitten, die werden erschossen, sie ertrinken, und alle sind in irgendeiner Weise mit einem Kapitel der deutsch-deutschen Geschichte verbunden, in dem es - wie so oft - um immense Geldbeträge und den Verlust persönlicher Moral geht. Letzteres ist ein zentrales Thema in diesem Kriminalroman, denn auch „die Guten“ sehen sich Versuchungen ausgesetzt und müssen sich entscheiden.

Vor allem an den Beschreibungen merkt man den Drehbuchautor. Diese sind sehr detailliert, präzise und bildhaft, sowohl was Orte als auch Personen angeht. Die Story ist logisch aufgebaut und fesselt von Anfang an. Man will wissen, wer mit wem und warum und wie das alles zusammenhängt. Außerdem ist es höchst interessant, die Dynamik zwischen Elling und Mendt zu beobachten, die sich in ihrer Verschiedenheit wunderbar ergänzen. Den einen oder anderen Aspekt aus dem Privatleben, speziell bei Elling, hätte man nicht ganz so ausführlich behandeln müssen, aber da es der erste Band der Reihe ist, hat das durchaus seine Berechtigung. Unangenehm aufgefallen ist mir lediglich die Action-Sequenz zum Ende hin, die fand ich dann doch etwas übertrieben.

Ein lesenswerter Kriminalroman zu einen brisanten Thema, das uns zwar in die Vorwendezeit der deutsch-deutsche Geschichte zurückführt, aber dennoch bis heute, wenn man über den Tellerrand schaut, nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat. Erschreckend.
Profile Image for Wiebke.
692 reviews4 followers
February 11, 2020
Langweilig und konstruiert

Der Jahrhundertsommer 2003. Gluthitze liegt über Marnow, dem malerischen Ort an der Mecklenburgischen Seenplatte. Die Kommissare Frank Elling und Lona Mendt ermitteln in einem Mordfall. Das Tatmotiv scheint klar, die Aufklärung nur eine Frage der Zeit. Doch nichts ist so, wie es scheint. So entpuppt sich das Tatmotiv als absichtlich gelegte Fehlspur des Mörders, der vermeintliche Routinefall als Beginn einer Mordserie mit brisantem politisch-historischem Hintergrund. Und mächtige Gegenspieler der Kommissare haben ein Interesse daran, die wahren Zusammenhänge im Dunkeln zu belassen. Je weiter Elling, der treusorgende Familienvater, der auf recht großem Fuß lebt, und Mendt, die Unnahbare, die in ihrem Wohnmobil geheimnisvolle Besuche empfängt, in ihren Ermittlungen kommen, desto größer werden die Hindernisse, die sie überwinden müssen. Und desto häufiger lassen sie sich selbst zu moralisch höchst fragwürdigen Handlungen hinreißen. So zwingen die Ereignisse die beiden so unterschiedlichen Charaktere nach und nach, einander blind zu vertrauen – nicht zuletzt, um ihre eigene Haut zu retten.

Als ich den Klappentext zu „Die Toten von Marnow“ von Holger Karsten Schmidt gelesen habe, wurde in mir direkt die Hoffnung auf einen richtig schön spannenden Krimi geweckt. Leider wurde diese Hoffnung in großen Teilen enttäuscht.
Der Autor hat hier einen Krimi erschaffen, der wirklich verzwickt ist. Das muss man ihm lassen. Ich wusste bis zu den letzten hundert Seiten nicht, wer in den Fall verwickelt ist und wer genau welche Rolle spielt.
Zu diesem verworrenen Fall hat er zwei Ermittler kreiert, die wohl in die Gruppe „Anti-Held“ fallen. Besonders KHK Elling baut einen Bockmist nach dem anderen, um sich seinen eigenen Vorteil zu sichern. Er hat nie böse Absichten dabei, lässt mich aber doch immer wieder mit dem Kopf schütteln. KHK Mendt hält in Punkto „moralisch höchst fragwürdige Handlungen“ recht gut mit Elling mit, obwohl sie von ihm in vieles nur hineingezogen wird. Trotz alledem haben beide auch eine recht sympathische Seite.
Leider konnte mich dieser Krimi überhaupt nicht für sich gewinnen. Der Fall wirkt auf den ersten Blick wirklich interessant und lädt zum Grübeln ein. Doch grade durch die vielen Abzweigungen und Wirrungen wurde es mir im Endeffekt einfach zu konstruiert. Das Wort konstruiert trifft auch auf einige Handlungen der Figuren zu. Unrealistisch war ebenfalls ein Wort, welches mir öfter durch den Kopf ging.
Dazu hält der Autor sich oft mit den privaten Problemen der Ermittler auf. Ich verstehe, dass einige Dinge davon nötig waren, um gewisse Handlungen zu rechtfertigen. Trotzdem haben mich diese Nebenhandlungen einfach nur gelangweilt. Ich hätte sie am liebsten übersprungen.
Dieser Krimi hat eine wirklich gute Grundidee und auch das Setting ist wirklich nicht schlecht. Leider hat mich die Umsetzung komplett enttäuscht. Einen Stern gibt es für die Grundidee und einen für die ungewöhnlichen Charaktere (ihre Handlungen ausgenommen).
Ich würde diesen Krimi nicht weiterempfehlen.
707 reviews8 followers
January 19, 2020
"Die Toten von Marnow" von Holger Karsten Schmidt

Zum Inhalt:
Ein höchst ambivalentes Kapitel deutsch-deutscher Geschichte als Start einer neuen Krimireihe. Der Jahrhundertsommer 2003. Gluthitze liegt über Marnow, dem malerischen Ort an der Mecklenburgischen Seenplatte. Die Kommissare Frank Elling und Lona Mendt ermitteln in einem Mordfall. Das Tatmotiv scheint klar, die Aufklärung nur eine Frage der Zeit. Doch nichts ist so, wie es scheint. So entpuppt sich das Tatmotiv als absichtlich gelegte Fehlspur des Mörders, der vermeintliche Routinefall als Beginn einer Mordserie mit brisantem politisch-historischem Hintergrund. Und mächtige Gegenspieler der Kommissare haben ein Interesse daran, die wahren Zusammenhänge im Dunkeln zu belassen. Je weiter Elling, der treu sorgende Familienvater, der auf recht großem Fuß lebt, und Mendt, die Unnahbare, die in ihrem Wohnmobil geheimnisvolle Besuche empfängt, in ihren Ermittlungen kommen, desto größer werden die Hindernisse, die sie überwinden müssen. Und desto häufiger lassen sie sich selbst zu moralisch höchst fragwürdigen Handlungen hinreißen. So zwingen die Ereignisse die beiden so unterschiedlichen Charaktere nach und nach, einander blind zu vertrauen – nicht zuletzt, um ihre eigene Haut zu retten.

Meine Meinung:
Mein erstes Buch von Holger Karsten Schmidt und der erste Fall für die beiden Rostocker Kripo Kommissare Elling und Mendt.

Ich muss sagen, ich war sehr schnell im Krimi angekommen nicht zuletzt weil der Autor hat einen flüssigen, modernen und sehr bildhaften Schreibstil hat. Nicht nur die Örtlichkeiten sondern auch die Personen werden für den Leser ins "Bild" gesetzt.
Die Spannung hat sich eigentlich schon auf den ersten Seiten des Buches aufgebaut und sich auch bis zum Ende konstant oben gehalten.
Die Story war für mich komplex und nachvollziehbar, einige unerwartete Wendungen haben dafür gesorgt das nichts vorhersehbar war.
Die Zusammenarbeit des Ermittlerteams ist ( nicht nur für den Leser ) überraschend eingespielt und es hat mir Spass gemacht die beiden bei der Lösung ihres ersten Falls zu begleiten.
Ich freue mich auf jeden Fall auf mein zweites Buch von Holger Karsten Schmidt und den 2. Fall für Elling und Mendt.

Ein toller Krimi der in einem grossen Showdown endet und mich gefesselt hat.

Zur Info:
»In ›Die Toten von Marnow‹ wagt Holger Karsten Schmidt etwas Außergewöhnliches: Die säuberliche Trennung zwischen Ermittler und Täter ist aufgehoben, wir Leser wissen nicht immer genau, ob die Guten wirklich gut sind – und erwischen uns dabei, wie wir ihnen trotz ihrer Fehltritte fest die Daumen drücken.«
Wolfgang Schorlau

Der erste Fall der neuen Krimireihe von Holger Karsten Schmidt besticht durch einen abgründigen Plot um ein schreckliches Verbrechen, dessen Spur tief in die deutsch-deutsche Geschichte reicht. Und durch die moralischen Abgründe eines sympathischen Ermittlerduos, das am Ende keineswegs mit reiner Weste dasteht.
Profile Image for Andrea Karminrot.
306 reviews6 followers
February 10, 2020
Die Toten von Marnow
Ein Krimi von Holger Karsten Schmidt

Mit diesem Krimi habe ich wohl meine Abneigung gegen Krimi, Thriller und Co überwunden. Die Toten von Marnow haben mir einen schnellen und unterhaltsamen Lesegenuss verschafft.
Lona Mendt und Frank Elling sind polizeiliche Ermittler in Rostock. Sie werden zu einem Mord gerufen, der ziemlich klar scheint. Elling bekommt von einer fremden Frau das Angebot, die Ermittlungen fallen zu lassen. Sie würde ihm sogar eine beträchtliche Summe zahlen, damit er den Mörder nicht mehr verfolgt. Der Rostocker Ermittler lebt über seine Verhältnisse hinaus, da wäre so ein Geldsegen schon recht verlockend.
Lona Mendt kommt aus dem „Westen“. Was sie nach Rostock verschlagen hat, ist nicht sofort ersichtlich. Die freiheitsliebende, attraktive Frau gondelt mit ihrem Wohnmobil ohne festen Wohnsitz durch die Gegend. Als die Ermittlungen sich an die Mecklenburgische Seenplatte verlegen, stellt sie ihr mobiles zu Hause auf dem Campingplatz in Marnow ab. Keine gute Idee, wie sich später heraus stellt.
Was ich gelesen habe
Das Ermittlerduo kommt total sympathisch rüber und man kann Elling tatsächlich verstehen, dass es ihn kribbelt, das viele Geld zu nehmen. Seine ganze heile Welt scheint aus den Fugen geraten zu sein. Ich mochte den Kerl sofort. Auch Lona gefiel mir von Anfang an. So unabhängig möchte wohl jeder von uns gerne sein. Der Autor hat eine so leichte Schreibweise, lässt kaum Raum, das Buch weg zu legen. Manchmal flaut der Spannungsbogen kurz ab, dennoch wird es nicht langweilig, weil Holger Karsten Schmidt sofort wieder anzieht. Brutale Momente lösen sozialkritische ab. Welche Abgründe sich am Ende des Buches auftun, möchte ich doch lieber verschweigen. Nur eins, das wussten bestimmt nicht viele Menschen, hüben wie drüben!
Ich freue mich schon darauf, dass es wohl mehrere Bände mit diesem Polizistenpaar geben wird.
Der Autor
Holger Karsten Schmidt hat mit sechs Jahren schon seine erste Kurzgeschichte geschrieben. Seitdem scheint ihn das Schreiben nicht mehr los gelassen zu haben. Abgesehen davon das er so einiges studiert hat, kam er dazu Drehbuchautor zu werden. Filme wie Blade Runner inspirierten ihn. 2011 wurde sein Buch Isenhardt veröffentlicht und mit Die Toten von Marnow, schrieb er einen weiteren sehr gut lesbaren und unterhaltsamen Krimi. Dieses Buch wird auch verfilmt und soll im Frühjahr 2021 zu sehen sein.
Profile Image for yesterday.
489 reviews3 followers
April 20, 2020
Man merkt es nicht gleich von Beginn an, aber es klingt so nach und nach durch: Dieser Krimi spielt nicht ganz in der Gegenwart und zwar im Jahr 2003. Das bringt ein paar nette Anmerkungen mit sich (der Euro ist noch eher neu, ebenso größere Shops bei Tankstellen, Laubbläser sind der letzte Schrei) und macht manches einfacher aber auch schwieriger (es gibt noch keine Smartphones oder Wlan-Hotspots, ebenso spielt Facebook noch keine Rolle). Aber vor allem hat Autor Holger Karsten Schmidt die Handlung so gelegt, weil ansonsten der eine oder andere fiktive Charakter nicht mehr am Leben wäre um in der Geschichte mitzuspielen.

Die Rostocker Kriminalhauptkommissare Frank Elling und Lona Mendt bekommen es nämlich in ihrem ersten Band mit einem harten Fall zu tun, der weit in die DDR-Zeit zurückreicht. Und wie mit (fast) allem, was dann später über bestimmte Jahrzehnte so ans Licht kam, gibt es auch hier einen wahren Kern in dieser grausamen Erzählung.

Aber von Anfang an: Geht in Rostock ein Serienmörder um oder bekommen Elling und Mendt einfach nur zwei sehr seltsame Morde auf ihren Schreibtisch, rein zufällig kurz hintereinander? Noch dazu wo die beiden Opfer bis auf ihr Geschlecht und den Kehlschnitt nichts gemeinsam haben.

In klassischer Polizeiarbeit mit vielen Befragungen und Hypothesen beginnen die ungleichen und dennoch einander verbundenen Ermittler ihre Arbeit. Zwischendrin gibts Einblicke in ihre Privatleben und eigenen Geschichten.

Und die sind mitunter sehr wichtig, denn sie beeinflussen stark wie Mendt und Elling sich in gewissen Schlüsselsituationen verhalten. Sie loten Grenzen aus, überschreiten sie auch. Manchmal zögerlicher, manchmal sehr zielstrebig. Sie setzen sich durch, sie haben auch ihre zweifelhaften Methoden um zu Lösungen zu gelangen.

Manche Ergebnisse geben ihnen recht und dennoch - unsere Helden sind keine “Saubermänner” und haben auch ihre deutlichen dunklen Seiten. “Auge um Auge” ist so ein klassischer Sager, aber in diesem Krimi hat man immer wieder das Gefühl, dass es das am besten beschreibt. Die beiden sind, wenn sie sich dazu genötigt sehen, auch mit einer Prise Rücksichtslosigkeit unterwegs.

“Die Toten von Marnow” wird vom Verlag als “Start einer Krimireihe” bezeichnet, was Fans gepflegter Krimi-Literatur mit Actionelementen hoffen lässt. Aufgrund der aktuellen Lage gibt es da logischerweise noch kein verlässliches Datum.
Profile Image for Alina.
122 reviews4 followers
January 29, 2025
Da die Fernsehserie so "gehypt" wird, wollte ich mir erstmal das Buch durchlesen, da natürlich wieder die üblichen Kritiken vonwegen "das Buch ist besser" zu lesen waren. Jetzt muss ich noch die Serie sehen und bin gespannt, wie diese ist, denn das Buch war zwar in Ordnung, aber nicht sensationell.
Das Schlimmste ist - ich gebe es zu: Ich konnte mir nicht mal merken, wer am Ende der Täter war. Das ist eigentlich schon heftig für einen Krimi.
Der Grund ist, dass meiner Meinung nach zu viel Figuren eingebunden werden, die zu wenig prägnant sind, um sie sich zu merken. Das Thema "Medikamententests in der DDR an Menschen" ist originell und hätte eigentlich als Krimi eine sehr gute Steilvorlage geboten. Doch leider wird die Handlung durch zig Nebenschauplätze aufgeplustert, die man zwangsläufig mitverfolgen muss und die mich zumindest irgendwann die Übersicht verlieren ließen.
Inspector Barnaby mag spießig wirken, hat aber den Vorteil, dass die Sonntagabendkrimis stur nur den Kriminalfall erzählen, das Privatleben der Ermittler wird minimal gestreift und sorgt nur für Momente der Entspannung während sich der Plot entwickelt. "Die Toten von Marnow" ist aber leider so voll mit damit, als würde man in einer "Barnaby"-Folge eine komplette Ehekrise samt Zweifel an der Vaterschaft der Tochter und Verkehrsunfall der Ehefrau während gleichzeitig das Haus abbrennt einbinden. Und richtig - das hätte den Effekt, dass der Zuschauer/Leser den Fokus nicht auf die eigentliche Handlung des Falls legen kann, da man dauernd abgelenkt wird.
Inzwischen lese ich den zweiten Teil "Finsteres Herz", der mir bislang besser gefällt, da er sich trotz der wiederholten Zeitsprünge klar auf den Kriminalfall konzentriert.
406 reviews1 follower
April 19, 2021
+ + Zwei Ermittler gehen über ihre persönlichen und moralischen Grenzen [Band 1]

Dieses Buch habe ich schon länger im Auge, weil ich das Cover sehr gelungen finde. Der Klappentext hat einen interessanten Hintergrund versprochen und im Nachhinein auch gehalten. Krimis mit historischen und gesellschaftsrelevanten Themen lese ich grundsätzlich sehr gerne.

Es beginnt mit ganz normalen Mordermittlungen. Der Familienvater Frank Elling und die kühle Außenseiterin Lona Mendt gehen den ersten Spuren nach und schon früh am Anfang wird Elling in eine missliche Lage gebracht. Es gibt weitere Tote und alles scheint recht verworren. Im Verlauf der Handlung ergibt sich ein Bild, dass weit in die Zeit der DDR zurückreicht.

Die privaten Hintergründe der Figuren Elling und Mendt werden sehr ausführlich vorgestellt und daher gehe ich davon aus, dass hier weitere Bände folgen werden. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich die Reihe weiterverfolgen werde. Beide Protagonisten waren zwar interessant, aber nicht wirklich sympathisch oder irgendwie speziell in ihrer Art.

Holger Karsten Schmidt ist Drehbuchautor und das spürt man auch in der Handlung. Sie ist aufgebaut wie ein klassischer deutscher Fernsehkrimi.

David Nathan hat gewohnt gut vorgelesen. Ich mag seine Stimme sehr gerne
Profile Image for monsieur_steini .
237 reviews6 followers
June 2, 2021
Zugegeben, man merkt, dass der Autor fürs Fernsehen schreibt und auch schon für ein paar Tatorte verantwortlich zeichnet. Vielleicht ist gerade deswegen dieser Krimi ein absoluter Pageturner, der zwei markante und sympathische Ermittlerfiguren in einen wendungsreichen und brisanten Fall wirft, der kaum Gelegenheit gibt, Atem zu schöpfen und mit der Erwartung der Leserschaft zu spielen weiß. Dabei fußt die Geschichte auf einem historisch belegten Medizinskandal aus der Zeit des geteilten Deutschlands. Sehr zu empfehlen und hoffentlich geht die Reihe weiter!
Profile Image for Giggi.
6 reviews
January 16, 2021
Das Buch lässt sich schnell und gut durchlesen und erinnert tatsächlich an einen typischen Tatort-Film. Es ist aber durchtränkt von deutschen Stereotypen und auch die Ermittler weisen die typischen Biografien und Lebenskrisen auf, die man aus klassischen deutschen Krimis kennt. Trotzdem baut sich eine Spannung auf und Tatort-Fans kommen auf jeden Fall auf ihre Kosten!
Profile Image for Sigrid.
83 reviews
February 12, 2024
Gefallen hat mir, dass die Geschichte, die hinter den Morden steht, auf Dinge anspricht, die tatsächlich geschehen sind. Ein Kapitel deutsch-deutscher Geschichte, von dem ich bis dahin nichts wusste. Auch die Ermittler haben mir gut gefallen. Aber zum Ende hin wurde es doch alles sehr hektisch und unglaubwürdig.
Profile Image for Sandra.
420 reviews6 followers
January 18, 2021
Guter Krimi mit Charakteren, die mir nicht unbedingt durchweg sympathisch, aber dafür mal etwas anders waren. Alles in allem konnte mich das Buch aber nicht überraschen und umhauen. Gut, solide, passt.
Profile Image for Cantona.
561 reviews
April 7, 2021
Sehr geiler Pageturner.
Spannend. Geile Story.
Profile Image for Marion Jost.
59 reviews
June 14, 2022
I enjoyed this book very much. Another unusual pair of detectives. This book has a recent history angle, delving into the past of the GDR. A page turner.
Profile Image for Denise.
7,531 reviews137 followers
August 25, 2022
Interesting enough plot, but longwinded. The whole thing felt like it tried a little too hard to be gritty, and neither protagonist was particularly likable. The rape scene just felt gratuitous.
Profile Image for Frank Lang.
1,380 reviews15 followers
June 20, 2020
Ich habe mich ja schon damit abgefunden, dass in der deutschen literarischen Kriminalpolizei keine Menschen arbeiten, zu denen das Attribut “normal” in irgendeiner Art und Weise passen würde. Von daher war ich nicht überrascht, dass auch die beiden Hauptfiguren dieses Romans deutlich mehr erlebt haben und sich außerhalb jeglicher Norm bewegten.

Auf Abwegen

Tatsächlich schlagen die beiden recht oft über die Stränge und bewegen sich für mein Gefühl zu weit vom Weg des Gesetzes entfernt, um Sympathiepunkte bei mir zu sammeln. Immerhin stimmt die Aussage, dass die klassische Gut- und Böse-Einteilung damit hinfällig wird, denn diese Kommissare lassen sich nicht eindeutig einordnen.

Wenn schon nicht die Figuren und deren Handlunge überzeugen können, so sollte wenigstens der Plot passen. Und hier punktet der Krimi. Ich würde zwar nicht so weit gehen und der Handlung Realismus unterstellen, aber immerhin verfolgt sie einen glaubwürdigen roten Faden und ist in sich einigermaßen schlüssig.

Dass der Krimifreund davon abgesehen seine Freuden haben wird, liegt am angenehmen Schreibstil, mit dem Holger Karsten Schmidt es schafft, einen angenehmen Spannungsbogen aufzubauen. Die Story ist zwar nicht sonderlich neu und die Auflösung ebenfalls nicht zwingend eine Überraschung, aber sehr passend für die deutsche Krimiwelt.

Fazit

“Die Toten von Marnow” kann allein dadurch überzeugen, dass es gut in die Krimiwelt passt und die Erwartungen des Lesers dahingehend erfüllt, die er an einen deutschen Krimi stellt. Das Rad erfindet Holger Karsten Schmidt sicher nicht neu, bietet dafür eine gute Standardkost für angenehme Krimistunden.
Profile Image for Dani.
25 reviews21 followers
July 2, 2024
Die Toten von Marnow von Holger Karsten Schmidt ist der klischeehafteste Thriller, den ich bisher dieses Jahr gelesen habe.
Die Prämisse ist spannend, es hätten sich Möglichkeiten geboten gesellschaftskritisch zu schreiben und gleichzeitig den Leser emotional mit der Auflösung zu treffen.
Stattdessen begleitet man die zu eindimensionalen Charaktere durch diesen Kriminalfall - ein bisschen Korruption, eine Vergewaltigung als Storytelling Device und etwas Beihilfe zum Mord -
Ein Nicht unbedingt vorhersehbare Geschichte, aber aus den falschen Gründen.
Displaying 1 - 18 of 18 reviews

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