Ein wunderbar gedichtetes Märchen davon, mit dem, was man hat – vor allen Dingen trotz des eigenen Leids – anderen zu helfen.
Der glückliche Prinz, welchem durch eine edle Statue gehuldigt wird, hatte seine Zeit, um Gutes zu vollbringen. Trotzdem ist seine Hinterlassenschaft nicht beendet: Als Statue fest verwurzelt, sieht er seine Stadt für den Reichtum und das Leid, was sie ist. Es spricht für einen Menschen, dem die eigenen Grenzen immer bewusst waren; sowohl in seinem Leben als Prinzen, das abgeschieden war. Sowie nun als Statue mit einem Bleiherz, was für mich für das Leid steht, welches der glückliche Prinz durch die offensichtlichen Missstände seiner Stadt empfindet.
Die Schwalbe, mit der er sich verbündet, um den Armen zu helfen, gleicht einem idealen Glauben, der tief ist – wie der des Altruisten, der seiner Natur gemäß handelt. Der glückliche Prinz gibt schließlich seine Augen aus Saphir auf; dort hat sein Tatendrang begonnen und nun sein Ende genommen. Seine Sehkraft war es, die ihm Nähe zum Leid seines Volks verschaffen hat. Seine edle Rüstung hat ihm das Ansehen geschenkt – so bewirkt er nichts mehr.
Er hat seine Möglichkeiten – nicht ohne seinen inbrünstigen Glauben – ausgeschöpft; am Ende erhält der glückliche Prinz durch Gott Zutritt in die Goldene Stadt. Sein Bleiherz ist wertvoller als sein früherer Glanz, denn es ist das Mitgefühl des Prinzen gewesen, welches am meisten bewirken konnte.