Extrem oberflächlich und voller Vorurteile.
Leider wird in dem Buch das Vorurteil am Leben erhalten, dass es bei der Anorexie nur darum geht, einem bestimmten Aussehen nachzueifern. Es mag für einige Betroffene der Auslöser sein, oft ist es allerdings unheimlicher komplex, was hinter so einer Krankheit steht, aus der man sich nicht einfach „rausdenken“ kann. Diese Bewältigungsstrategie für das Leid im eigenen Leben, die Essstörungen für viele nun mal sind, findet nicht wirklich Platz. Find es auch erschreckend, wie diese Krankheit im Buch als „dumm“ bezeichnet wird. Keiner wacht eines Tages auf mit dem Ziel, richtig tief in einer Essstörung zu sitzen. Das hat auch nichts mit mangelnder Intelligenz zu tun, ganz im Gegenteil, sonst hätte es Lilja wohlkaum durch das Abitur bis zur Uni geschafft.
Schade, dass dieses Buch so oberflächlich ist. Würde es meiner Tochter oder jüngeren Lesern nicht empfehlen. Wenn man bei sich bemerkt, dass man ab und an (!) Schwierigkeiten mit seinem Körper hat und sich mal was beim Essen verbietet, kann das Buch sicher ganz nett sein.