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Kollektive Unschuld: Die Abwehr der Shoah im deutschen Erinnern

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Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und der Shoah galt lange als bundesdeutsche Erfolgsgeschichte. Dieses Image beginnt mit der zunehmenden Rechtsradikalisierung in Politik und Gesellschaft mehr und mehr zu bröckeln. Das vorliegende Buch zeigt, dass in diesem bundesdeutschen Selbstbild immer schon die Geschichte der Schuld- und Erinnerungsabwehr, der Täter-Opfer-Umkehr, der Selbststilisierung als Opfer und der antisemitischen Projektion ausgeblendet wurde. Eine (selbst-)kritische Aufarbeitung der Vergangenheit hat auch 75 Jahre nach der Niederschlagung des Nationalsozialismus auf gesellschaftlicher Ebene kaum stattgefunden: durch die Abwehr der Shoah im deutschen Erinnern manifestiert sich vielmehr ein Selbstbild, das um den Mythos kollektiver Unschuld kreist.

135 pages, Paperback

Published April 1, 2020

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Samuel Salzborn

71 books4 followers

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Displaying 1 - 5 of 5 reviews
Profile Image for Dan.
112 reviews
March 20, 2022
Dieses Buch bricht das deutsche Selbstbild einer geläuterten Nation, die NS und Shoah aufgearbeitet hat. Deutschland wurde bzw. hat sich nie entnazifiziert. Dieses Buch sollte Pflichtlektüre sein für alle Deutschen mit Nazihintergrund* (inkl. derer die sich vormachen, keine Täterbiografie zu haben).

* danke an Moshtari Hilan und Sinthujan Varatharajah für die kluge Wortschöpfung
30 reviews2 followers
December 28, 2024
Gute Einstiegslektüre. Reich an rezitierbaren Fakten für Hausarbeiten :D Man merkt, dass es halt nur ein Essay und keine theoretische Abhandlung ist.
3 reviews
April 28, 2022
Gut recherchiert und interessante und wichtige Ansätze zum deutschen Erinnern und der deutschen Erinnerungskultur der Shoah.
Das Einzige, das mir ein wenig gefehlt hat ist eine Definition des Begriffs Schuld. Da gerade im ersten TEil des Buches viel von Schuld die Rede ist hätte ich gerne eine für das Buch zutreffende Definition des Begriffes gehabt zur besseren Einordnung.
21 reviews
April 21, 2026
Salzborn trägt in seinem Essay zusammen, inwiefern die deutsche Politik und Gesellschaft zur kollektiven Schuldabwehr beigetragen haben, statt die Vergangenheit wirklich aufzuarbeiten. Dabei nutzt Salzborn verschiedene Erkenntnisse aus Kultur und Politik, die als Indikatoren für diese Abwehr zu verstehen sind. Die Deutschen haben die Shoah und den Nationalsozialismus enthistorisiert, entkontextualisiert und entpersonifiziert, sodass vor allem die Deutschen als Geschädigte und Opfer durch Vertreibungen übrig bleiben. Diese Täter-Opfer-Umkehr gepaart mit der psychologischen Schuld mündet letztlich in einem Schuldabwehr-Antisemitismus, in dem den Juden vorgehalten wird, Kapital aus der Shoah ziehen zu wollen, selbst an ihrer Vernichtung schuld gehabt zu haben und in dem sämtliche Verschwörungsphantasmen bedient werden.
Profile Image for Thilo Mischke.
117 reviews172 followers
May 30, 2020
Gut. Gute Denkansätze. Interessant auch die Überlegungen zur DDR.
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