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Berliner Trilogie: Drei Poeme

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Die drei Gedichtbände »Was will Niyazi in der Naunynstraße« (1973), »Der kurze Traum aus Kagithane« (1974) und »Die Fremde ist auch ein Haus« (1980) bilden zusammen die »Berliner Trilogie«. Die Poeme waren unter den ersten literarisch anspruchsvollen und erfolgreichen Texten, die in Deutschland die Situation türkischer Arbeitsmigrant*innen überhaupt thematisierten. »Was will Niyazi in der Naunynstraße«, der Auftakt der Trilogie, diente als Vorlage für mehrere Filme und wurde 1987 von Tayfun Erdem vertont. Ören stellt in diesen Texten das Leben von Arbeiter*innen in der Bundesrepublik und in Berlin in all seiner Widersprüchlichkeit dar. Mit dieser Edition erscheinen die überaus erfolgreichen Bücher nun erstmals in einem Band, mit einem neuen Vorwort des Verfassers.

»Aras Ören ist es gelungen, die Spannungen zwischen der trüben Umwelt der Naunynstraße und der Erinnerung an die Türkei, die sich mit den Jahren zur Illusion verdichtet, sowie die Illusion vom Leben in Deutschland und die soziale Realität in der Türkei in kräftigen Bildern und Handlungsabläufen wiederzugeben – ein Zeugnis der türkischen Odyssee und mehr, Zeugnis einer Erfahrung, die nicht nur auf die Türkei zurückwirken wird«, schrieb Ingeborg Drewitz 1973 im Tagesspiegel.

232 pages, Hardcover

First published January 1, 1973

97 people want to read

About the author

Aras Ören

30 books3 followers
Aras Ören wurde 1939 in Istanbul geboren. Er war von 1959 bis 1969 als Schauspieler und Dramaturg an verschiedenen Bühnen seiner Heimatstadt angestellt. 1962 arbeitete er als Schauspieler an der „Neuen Bühne“ in Frankfurt am Main. Nach dem er seinen Militärdienst in Ankara abgeleistet hatte, startete er 1965-1967 den Versuch, eine Theatergruppe für die türkischen Arbeiter in der Bundesrepublik und West-Berlin zu gründen. 1966-1969 kehrte er für ein Schauspielengagement nach Istanbul zurück, bis es ihn 1969 wieder nach West-Berlin zog. Dort war er Mitglied der Berliner Künstlervereinigung „Rote Nelke“. Seit 1974 arbeitete er zunächst als Redakteur und ab 1996 dann als Leiter in der türkischen Redaktion des Senders Freies Berlin (SFB).

Im Winter 1999 hatte er eine Poetik-Dozentur an der Universität Tübingen inne. Für sein poetisches Werk erhielt Aras Ören 1980 den Förderpreis des Bundesverbandes der Deutschen Industrie und 1983 die Ehrengabe der Bayrischen Akademie der Schönen Künste. Im Februar 1985 wurde er (zusammen mit Rafik Schami) mit dem damals erstmals vergebenen Adelbert-von-Chamisso-Preis für Literatur in Deutsch als Fremdsprache ausgezeichnet. Er zählt zu den bekanntesten türkischen Autoren in der Bundesrepublik Deutschland. Aras Ören schreibt nach wie vor in türkischer Sprache, seine ersten in der Emigration entstandenen Texte wurden zunächst nur in deutscher Übersetzung publiziert. Mittlerweile liegen zum Teil auch die türkischen Orginalausgaben vor.

Er lebt und arbeitet in Berlin.

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Profile Image for leynes.
1,322 reviews3,713 followers
December 29, 2021
In 1955, the so-called "Labour Recruitment Agreement with Italy" was signed in Rome – to further boost our economic miracle. Later, similar agreements were reached with Spain, Greece and Turkey. The people, hundreds of thousands who flocked to Germany, were called "guest workers". Even though they weren't guest; guests don't work overtime, and they usually don't stay. It is these people, these "nameless strangers who arrive in a foreign country with nothing but a plastic suitcase in their hands", that Aras Ören (*1939), who moved to Germany in 1969, focuses on in his work.

Ören has translated the immigrants' experiences in the 70s into art in a most haunting way. His poem "Was will Niyazi in der Naunynstraße?" was published in 1973, "Der Kurze Traum aus Kagithane" in 1974, and "Die Fremde ist auch ein Haus" in 1980: these three prose poems, poetic and narrative, tell of foreignness, identity, and speechlessness, by exploring the plight of different people living in Berlin-Kreuzberg in the 70s, for example the punch press operator Niyazi, who came from the rich district of Bebek in hopes of a better life in Germany.

Ören writes from different perspectives, in different voices, as life changes not only for those who come; but also for those who are already there and who have to find their way in this new social landscape. It is these feelings of foreignness and faltering identity that preoccupy Ören in his work. The anger and hope that drive his inhabitants of Naunynstraße, whether Germans or Turks, rarely turn into resignation: even though despair often remains palpable in Ören's poetic explorations of everyday life, the sentiments repeatedly turn political.
Sich seiner Rechte bewusst sein
und dieser Rechte beraubt zu werden,
das macht einen kaputt.
Many characters, many everyday stories have found their way into the Berliner Trilogie, now newly published in one volume by Verbrecher Verlag. In the new preface, almost half a century later, Ören writes: "I dedicate this newly published trilogy, now 46 years old, to the first and second generation of immigrants from Turkey. They have played an unforgettable part in our [Germany's] present prosperity and cultural wealth."

But Ören's work is not only of importance to the Turkish community and their subsequent writers such as Emine Sevgi Özdamar or Feridun Zaimoglu. It also offers any other reader insights into the world(s), thoughts and feelings of Turkish immigrants, and the conditions under which they had to build a new life.

Now, thanks to Verbrecher Verlag, there is another opportunity to return to Kreuzberg's Naunynstraße with Ören. And let me tell you: it is a journey worth taking. The Berliner Trilogie is a great literary rediscovery, similarly to Semra Ertan's posthumously published poems Mein Name ist Ausländer. Go pick it up!
6 reviews
March 28, 2021
Das Buch nimmt Leser*innen mit in das Leben und die Gefühle der türkischen Gastarbeiter*innen in Berlin-Kreuzberg, vor allem in der bis heute für ihr türkisches Leben bekannten Naunynstraße. Die Darstellung der Lebenswirklichkeit der Menschen ist beeindruckend, sie lässt nicht kalt, die Sprache ist oftmals überwältigend.
Profile Image for Bettina.
173 reviews
April 12, 2025
Unfassbar eindringlich und lebhaft. Gedichte, die leichtfüßig formuliert daherkommen, und sich dann tief eingraben, während sie von den Leben ganz normaler Leute erzählen. Genau daran liegt die Kraft. Einfach großartig, ich konnte es nicht mehr weg legen, aber musste immer wieder, um es sacken zu lassen und gebührend zu würdigen.
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