„Warum dick nicht doof macht und Genmais nicht tötet“ - Bauer, Gigerenzer und Krämer
„Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“. Diesen Spruch fand ich bislang irgendwie immer ein bisschen polemisch und doof. Das sagen doch die Leute, die auf der Büffeluniversität waren, oder?
Dann hab ich aber dieses interessante Buch in der Bücherei mitgenommen.
Dass es eine Kunst ist, eine Statistik zu lesen, ist nichts Neues. Meist sagen diese viel mehr aus als „ein Wert, der irgendwo zwischen X- und Y-Achse platziert ist“. Aber was ist, wenn diese Werte aufgrund völlig falscher, unterschiedlicher, sinnfreier oder unausgegorener Analysen und Berechnungen entstanden sind? Dann kann es z. B. zu Behauptungen kommen wie „Mit der Anzahl der Störche in einem Dorf steigt auch die Anzahl der Neugeborenen“. Oder zu der Tatsache, dass wir den „Equal Pay day“ seit Jahren an einem falschen Datum feiern. Oder dass die Hauptstadt der Bundesrepublik irgendwann Berlin wurde und nicht Bonn geblieben ist.
Mir hat dieses Buch sehr gefallen. Warum? Weil mich natürlich erstens die Zusammenhänge zwischen Kausalität und Korrelation interessieren (sonst würd ich mir ja nicht so ein Buch leihen 😊). Was ich aber auch toll fand, war die Art, wie die drei Autoren die Welt der Statistik erklärt haben, sodass es auch eine Mathematik-Niete wie ich verstanden habe - durch Schaubilder, einfache Erklärungen und einer angenehmen Portion Witz. Man muss absolut kein Statistiker oder Soziologe sein, um aus diesem Buch interessante Informationen mitzunehmen. Ich werde auf jeden Fall künftig Statistiken und ihre Ergebnisse sicher auch mal genauer hinterfragen.
Lediglich das Kapitel über gleiche Bezahlung von Männern und Frauen im Job hat mich nicht ganz überzeugt, darüber würde ich wirklich gerne einmal mit einem der Autoren sprechen :)).