Inhalt: Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelt sich Berlin zur Kunstmetropole von europäischem Rang. Literaten, Dramatiker, bildende Künstler und Musiker ziehen in die Stadt und küren, wie einst die Pariser Boheme, Künstlerlokale zu ihrem geselligen und geistigen Treffpunkt: das Romanische Café, Schwannecke und Mutter Maenz, das Restaurant Schlichter, das Adlon, das Eden, das Kempinski oder die Mampestuben – Else Lasker-Schüler, Bertolt Brecht, Joseph Roth, Stefan Zweig, Erich Kästner, Gustaf Gründgens und viele andere verkehren hier.
Mit zahlreichen Anekdoten und Zeitdokumenten führt Jürgen Schebera unterhaltsam und kurzweilig durch die Berliner Szenetreffs der Goldenen Zwanziger und stellt die Künstler vor, die dort diskutierten und stritten, erste literarische Versuche wagten – oder trickreich versuchten, an Geld für einen Kaffee zu kommen, Beziehungen zu einflussreichen Persönlichkeiten zu knüpfen oder einfach nur einen Sitzplatz im Lokal zu ergattern.
„Ich habe einen guten Teil meines Lebens im Kaffeehaus verbracht, und ich bedaure es nicht.“
Jürgen Schebera berichtet über die Berliner Kaffeehauskultur der Goldenen Zwanziger. Er schildert unterhaltsam und mit zahlreichen Anekdoten gespickt, welche Künstler sich in welchem Lokal trafen. Wir begleiten u.a. Erich Kästner ins Café Carlton, in dem er im Jahr 1928 seinen wohl berühmtesten Kinderroman „Emil und die Detektive“ schrieb. Durch zahlreiche Abbildungen wird ein Stück Berliner Kulturgeschichte zum Leben erweckt. Lesenswert!
Ein gutes Buch, um das Jahr zu beginnen: es liest sich gut, inspiriert zum Weiter- und Wiederlesen der erwähnten Autoren (leider weniger Autorinnen) und liegt gut in der Hand.