HNO ist nicht mein Lieblings fach gebiet…trotzdem fand ich dieses Buch sehr spannend zu lesen. Der Autor beschreibt sehr ehrlich & voller Gefühle den Alltag als Arzt (zuerst etwas vom Studium & dann eindrucksvolle Momente & fälle ) & auch etwas von seinem privaten Leben. Er spricht viel über die Vergänglichkeit des Lebens & was es mit uns macht mit so schweren Krankheiten & Schicksalen so nah konfrontiert zu sein. Falls man nicht in der Klinik tätig sind kleine trigger Warnung : er nimmt kein Blatt vor den Mund & lässt kein Detail aus (Verbrennungen , verbluten, Tumore , Verletzungen , kranke Kinder ) da er aber einen tollen Schreibstil hat , sehr emotional & kurzweilig kann ich die Lektüre auf jeden Fall empfehlen !!
‚Wenn ich jetzt versage, stirbt ein Kind. Eine Situation, die theoretisch als Arzt vorstellbar, praktisch jedoch nie greifbar ist. Der unbedingte Fürsorgewille reibt sich an der Hilflosigkeit. Ein Leben, auf das man aufpassen will & muss, versinkt unerwartet. Wenn nichts getan wird, ist es weg. Für immer. Spürt man, wie dieser Gedanke in einem geboren wird, als kreischendes kleines Monster, muss man ihn sehr schnell zertreten, handeln, bevor er zu mächtig wird.‘ (S.82-83)
‚Alle waren still. Eine Andacht. Keiner sagte ein Wort. Wir spürten die Gewalt, die Unersetzlichkeit, die Einmaligkeit eines einzelnen Menschen, der nun vor uns lag. Das Wunder des Lebens ist zart. Ein Millimeter dickes Blutgefäß in der Nase entschied über weiterleben, über Schule, Ferien, ans Meer fahren, lernen, abends alleine unter der Decke weinen, Liebeskummer, Vater werden. In diesem Moment
, den wir nur mitansehen konnten, würde doch sein Schicksal entscheiden.‘ (S.184)