Die Wolkenwelt von Skyle, durchwirkt von uralter Magie und mächtigen Zaubern, verspricht Freiheit von Horizont zu Horizont. In der schwebenden Inselwelt herrschte lange ein Nebeneinander der Völker und Kulturen. Doch unter den Strahlen der Zwillingssonnen wüten erbitterte Kämpfe um die Vorherrschaft. Die alte Ordnung bröckelt unter dem Ansturm der Frühlingskönigin und ihrer Marine, Dürre und Hungersnot haben ganze Regionen im Würgegriff und mehr als eines der alten Völker steht kurz vor der Auslöschung.
Drohender Krieg und offene Unruhen lassen niemanden in den Wolkenreichen unberührt. Als sich die Situation zuspitzt, werden schließlich auch jene zum Handeln gezwungen, die lange ihr Bestes getan haben, sich herauszuhalten. Inmitten eines Netzes aus alten Bündnissen, Feindschaften und Intrigen finden sich fünf ungleiche Charaktere, mehr widerwillig als aus freien Stücken, auf einer Reise wieder, die eine große Hoffnung birgt: die Hoffnung auf einen Ort jenseits der Wolken, an dem die Letzten ihrer Art in Frieden leben können.
Die alte Ordnung in der Wolkenwelt von Skyle bröckelt. Unter der Oberfläche schwelen Konflikte zwischen den Völkern und Kulturen, die lange Zeit (mehr oder weniger) friedlich nebeneinander gelebt haben. Inmitten all dieser Unruhen machen sich der Schiffsbauer Wolf, der Headhunter Raven, die Wirtin Lynx und der Berater Hawk mit einem Luftschiff auf die Reise. Allerdings müssen sie sich inmitten all der Konflikte bald überlegen, auf welcher Seite sie stehen wollen und wie ihre Zukunft aussehen soll.
Drachen sind in der Welt von Skyle zwar einerseits genau die echsenartigen Wesen, die man sich unter dem begriff vorstellt, andererseits können sie aber auch eine menschenähnliche Gestalt annehmen. Die Zeit der Drachen scheint sich in den vier Reichen von Skyle dem Ende zuzuneigen. Die Menschen lassen Jagd auf sie machen und man begegnet ihnen zunehmend feindseliger. Dabei entsteht beim Lesen der Eindruck, dass es unerheblich ist, wer gerade gegen wenn vorgeht. Vielmehr werden die politischen Machtstrukturen deutlich, die sich ebenso gut auf jede andere Gesellschaft übertragen lassen. „Skyle – Himmelsbeben“ erzählt aber auch die Geschichte von dem Traum, in Frieden leben zu können.
Ester K. Bertram erschafft eine vielschichtige Welt mit einer unglaublichen Figurenvielfalt, bei der man erst einmal ein paar Seiten mehr braucht, um sich zu zurechtzufinden. Der Handlungsort, die Wolkenwelt Skyle, täuscht dabei geschickt darüber hinweg, dass einige der Machtstrukturen und Mittel zur Machterhaltung dabei zutiefst politisch und gar nicht so weit weg von der Realität sind. Darüber hinaus nimmt sich die Autorin Zeit für ihre Figuren und thematisiert deren Vorlieben ebenso wie deren Ängste, was dazu beiträgt, dass man beim Lesen das Gefühl hat, die Charaktere wirklich kennenzulernen.