In der Eifel herrscht Krieg, und niemand weiß, wo die Fronten verlaufen.
Die friedliche Eifelwelt gerät völlig aus den Fugen: Siggi Baumeister wird schwer verletzt, noch ehe er sich mit den Untersuchungen um einen rätselhaften Toten beschäftigen kann. Sein väterlicher Freund Rodenstock muss nach einem brutalen Überfall sicherheitshalber ins Koma gelegt werden, weil nicht klar ist, ob ihm die Ärzte überhaupt noch helfen können. Alles dreht sich anscheinend um einen großen Bauernhof, von dem jedermann behauptet, er werde von Neonazis bewohnt. Aber was ist beweisbar? Ein junger Mann wird erschossen, eine Sechzehnjährige schlägt brutal mit einem Axtstiel zu, und ein Unbekannter schießt auf Jäger im Wald. Mit Sicherheit weiß man: Ein Heckenschütze ist in der Eifel unterwegs, ein Sniper – ein Alptraum für jede Mordkommission. Die Stimmung ist so aufgeheizt, dass junge Mütter ihren Kindern verbieten, draußen zu spielen.
Dieser Eifel-Krimi war mir ein wenig zu kurz und gleichzeitig zu lang. Die Identität des Heckenschützen war sehr früh offensichtlich, wenn man nach dem alten 'cui bono' geht. Durch das Fehlen Rodenstocks stagnierte alles ein wenig. Zu kurz war das Buch, weil viele Dinge offen blieben, z. B. das weitere Verfahren bezüglich der drei Jugendlichen, Rodenstocks Ausblick, Tante Liene, wie geht es mit der Staatsanwältin weiter... Die Geschichte war in Ordnung, aber nach 22 Recherchen mit Baumeister hätte ich mir einen etwas runderen Abschluss gewünscht.
Siggi Baumeister ist zuruck. Ein junger Mann, genannt Blue, wird erschossen. Wer hat das gemacht? Kurz danach sind zwei andere Maenner erschossen. Die alle kommen aus einem Heim, ein Klub, die wieder Nazis sein wollen. Die sind Neonazis.
Audiobook-Rezension: In Eifel-Krieg, dem 22. und laut Aussage des Autoren (*1936) voraussichtlich letzten Eifel-Krimi von Jacques Berndorf, geht es noch einmal richtig zur Sache. Es gibt zahlreiche Tote und Verletzte, die einzigen Hinweise deuten auf den Eulenhof, einem Bauenhof mit Hotelbetrieb, der seit einigen Jahren von einer Gruppe von Neonazis betrieben wird. Systematisch nähern sich Baumeister, Rodenstock und die Staatsanwältin den beteiligten Personen an und geraten dabei selbst ins Visier der Täter. Baumeister ist wie üblich leidenschaftlich und brummelig, raucht immer noch Pfeife und hat es schwer, sich seine Gefühle gegenüber den Menschen in seiner Nähe einzugestehen. Als Charakter im Buch und auch auf einer Metaebene als Protagonist der Reihe ist er in die Jahre gekommen, leistet aber immer noch wichtige Beiträge zur Lösung des Falls, bringt ein wenig Gerechtigkeit und Menschlichkeit in die Eifler Welt. Mir gefiel Eifel-Krieg bis auf einige Kleinigkeiten gut, das Thema des neonazistischen Gruppe wird mit viel Geschick angegangen und die verschiedenen Gründe, warum die Beteiligten dabei mitmachen, differenziert dargestellt. Die Lesung durch den Autor mit seiner sonoren tiefen Stimme passt natürlich nach wie vor perfekt zu Siggi Baumeister und macht einfach Spaß.