Mit Ende 30 ist Melanie Hughes immer noch unschlüssig, ob sie überhaupt Kinder haben möchte. Ihre biologische Uhr tickt einfach nicht so laut wie bei anderen. Und was spricht nicht alles gegen Kinder! Karrierestopp, Rolle des Hausmütterchens, keine Zeit mehr für sich selbst, Überforderung bei der Bewältigung des Alltags mit Kind, Job und Haushalt – attraktiv ist etwas anderes. Da sie sich von dem Gedanken aber auch nicht restlos verabschieden kann, beschließt sie, alles zusammenzutragen, was für und gegen das Kinderkriegen spricht. Wie stark würde sich ihr Leben in Bezug auf Karriere, Partnerschaft, Selbstverwirklichung und Gleichberechtigung verändern? Im Ergebnis spricht weiterhin sehr viel gegen Kinder - aber auch einiges dafür. Die vielleicht wichtigste Erkenntnis: Sich von Angst leiten zu lassen, ist keine Lösung, ebenso wenig wie abzuwarten, bis die Natur einem die Entscheidung abnimmt. Am Ende fällt sie eine Entscheidung, mit der sie vorher selbst nicht gerechnet hat … Ein Buch, das Frauen helfen und ermutigen soll, aktiver in die Kinderfrage einzusteigen und eine bewusste Entscheidung treffen, mit der man glücklich wird
Ich hatte die tolle Möglichkeit, im Rahmen einer Leserunde das Buch „Will ich ein Kind? – Ja – Nein – Vielleicht“ von Melanie Hughes zu lesen. Das Thema fand ich sehr interessant, weil es trotz unserer modernen und ansatzweise toleranten Gesellschaft ein absolutes No-Go ist, wenn man als Frau keine Kinder möchte und sich bewusst gegen einen Kinderwunsch entscheidet. Unter den Reaktionen der Mitmenschen leiden nicht nur diejenigen, die sich dazu mit Selbstbewusstsein entscheiden, sondern auch diejenigen, die sich noch unsicher sind oder selbst keine Kinder bekommen können. Die ständigen Nachfragen wie „Wann ist es denn bei euch soweit?“ oder „Wollt ihr denn keine Kinder?“ sind dabei nicht nur unsensibel, sondern auch oft psychisch hoch belastend für die Befragten. Ich war also begeistert, dass sich jemand traut, über dieses Thema zu schreiben und war gespannt, wie es wohl umgesetzt wurde. Ob die Autorin mich mit ihrem Buch abholen konnte und wie es mir gefallen hat, lest ihr im Folgenden.
INHALT: „Ich denke ähnlich: Morgen dürfen der Mann und die Kinder aus dem Bilderrahmen hüpfen, aber bitte nicht heute. Ich bin noch nicht so weit und es hat ja noch Zeit.“
– „Will ich ein Kind? – Ja – Nein – Vielleicht“ von Melanie Hughes, Seite 11 –
Die Autorin Melanie Hughes verspricht zum nicht vorhandenen Kinderwunsch eine Entscheidungshilfe in Form ihres Buchs. Es soll ihr eigener Weg zur Entscheidungsfindung dargestellt werden – denn am Ende entscheidet sie sich tatsächlich für ein eigenes Kind. Es klingt spannend zu erfahren, wie sie schlussendlich zu dem Entschluss kommt. Dabei wird auch beleuchtet, wie sie über die Veränderungen in Bezug auf Karriere, Partnerschaft, Selbstverwirklichung und Gleichberechtigung denkt. Das Buch beginnt mit einer Szene im Restaurant. Dort sieht sich die Autorin der Frage nach dem Kinderwunsch gegenüber, weil ihr Partner sie beruhigen will, dass sie keine Kinder bekommen müssen. Das bringt sie zum Grübeln. Danach wird in vielen verschiedenen Kapitel erläutert, worüber sich die Autorin im Zusammenhang mit diesem Thema alles Gedanken macht. Da geht es einmal um den Druck der Gesellschaft – der sich nicht nur in Fragen zum Kinderwunsch äußert, sondern auch in den Ansprüchen an Schwangere, die perfekt aussehen und Mütter, die neben dem Alltag beispielweise als Eventmanager eines Kindergeburtstags glänzen sollen. Weiterhin wird auf die Helikoptereltern eingegangen sowie auf Eltern, die bereuen, ein Kind bekommen zu haben. Das letzte Drittel des Buchs beschäftigt sich dann mit dem Einfluss eines Kindes auf die Karriere. Die Autorin geht beispielsweise darauf ein, dass in der heutigen Gesellschaft zu wenig Kinder geboren werden – der Arbeitgeber sich allerdings nicht wirklich darüber freut, wenn eine Mitarbeiterin schwanger ausfällt. Am Ende schlägt das Buch einen Bogen zum Anfang, indem es eine zweite Version des Restaurantbesuchs aufzeigt.
„Natürlich finde ich Babys süß – ich bin ja ein Mensch! -, dennoch finde ich Zeit mit Erwachsenen immer reizvoller als die Beschäftigung mit Kindern.“
– „Will ich ein Kind? – Ja – Nein – Vielleicht“ von Melanie Hughes, Seite 17 –
SCHREIBSTIL: Der Schreibstil von Hughes ist leicht und schnell zu lesen, ist aber auch gekennzeichnet von Sarkasmus. Dieser Umstand wäre insofern nicht verwerflich, wenn es nicht oft (für mein Dafürhalten) in Geschmacklosigkeit enden würde. Die guten inhaltlichen Ansätze bekommen leider wenig Raum und es geschieht nicht nur einmal, dass der vorrangige Erzählstrang für ein Off-Topic verlassen wird. Bei nur 240 Seiten leidet dann natürlich die Substanz. Mir blieb die Autorin einfach nicht genügend beim eigentlichen Thema. Ein Beispiel ist eine Erzählung über ihre Freundin, die einen Kindergeburtstag organisierte und sich dann mit den speziellen Ernährungsansprüchen der Gastkinder beschäftigen musste. Hier wird ein Exkurs unternommen zu Abenden mit Freunden, bei denen man seit einigen Jahren auf viele Nahrungsmittelintoleranzen achten muss, was die Autorin zu nerven scheint. Der Ton dieser Kritik könnte etwas milder sein, denn gerade diese Stelle ging mir persönlich sehr nahe, weil ich selbst unter meiner Histaminintoleranz leide und Hughes dafür sehr uncharmante Worte findet. Das fand ich sehr schade.
„Wir machten uns noch darüber lustig, dass die meisten der Geburtstagsgäste dank Zucker-, Gluten- und Histaminunverträglichkeit vermutlich sowieso nicht das pubertäre Alter erreichen würden, da der nächste Supermarkt sie vorzeitig ins Grab (…) befördern würde.“
– „Will ich ein Kind? – Ja – Nein – Vielleicht“ von Melanie Hughes, Seite 84 –
Ebenfalls auffällig und für mich sehr nervig war, dass wirklich sehr oft betont wurde, wie schlimm es für die Autorin wäre, in den 40 Wochen Schwangerschaft keinen Alkohol mehr trinken, nicht mehr rauchen und kein Sushi essen zu dürfen. Und Partys wären auch tabu. Das geschah in solcher Resonanz, dass es zeitweilig den Eindruck machte, dass dies ihr allergrößtes Problem mit der potenziellen Schwangerschaft wäre. Für mich persönlich war das nicht ansprechend und es vermittelt völlig falsche Werte. Letztendlich muss man sagen: Der Ton macht die Musik. Und Melanie Hughes hat meinen Ton nicht getroffen. Der Schreibstil war mir zu rau, zu provokant, zu plakativ.
FAZIT: „Als weibliche Homo sapiens werden wir heutzutage durchschnittlich über achtzig Jahre alt, aber das Zeitfenster der Fruchtbarkeit ist verhältnismäßig kurz. Zu kurz für meinen Geschmack.“
– „Will ich ein Kind? – Ja – Nein – Vielleicht“ von Melanie Hughes, Seite 14 –
Für mich war das Buch leider keines, welches mich in Begeisterungsstürme ausbrechen lässt. Und es tut mir im Herzen weh, dass ich das sagen muss, weil ich mich wirklich sehr auf das Buch gefreut habe. Ich hatte mir irgendwie mehr erwartet. Von einer Journalistin erhoffte ich mir einen gut recherchierten Ratgeber (oder sogar Sachbuch), der ihre eigenen Erwartungen in Beziehung zu den gesellschaftlichen Themen setzt und am Ende mit den tatsächlichen Erfahrungen gegenüberstellt. Leider wirkte das Buch auf mich eher wie ein populistisches Frusttagebuch, welches aufregen soll – und das leider aber zu jedem Preis. Mir fehlte es an ernsthafter Auseinandersetzung gepaart mit niveauvollem Humor. Dem überspitzten Sarkasmus der Autorin konnte ich leider nichts abgewinnen. Zudem fehlt mir komplett ein Bezug zu den tatsächlichen Erfahrungen, die die Autorin dann in Schwangerschaft und mit Kind sammeln konnte. Das Ende des Buchs kommt abrupt und befindet sich beim Zeitpunkt des Schwangerschaftstests. Für die Widerlegung der vielen Kapitel, die gegen ein Kind sprechen, hätte ich mir dann eine Gegenüberstellung mit der erfahrenen Realität gewünscht. Denn so fehlt für mich die schlussendliche Botschaft. Das Buch enthält gute Ansätze, die zwischen dem Sarkasmus durchblitzen und hätten für meinen Geschmack mehr Raum bekommen sollen. So kratzt es leider nur an der Oberfläche dessen, was ich erwartet hatte. Schade. Potenzial für mich nicht ausgenutzt.
Auch noch in unserer heutigen Gesellschaft (oder vielleicht gerade in ihr) kommen viele Frauen an den Punkt, an dem sie sich fragen, ob sie ein Kind wollen. So ein Kind, das ständig betreut werden muss, das der Karrierekiller schlechthin sein kann, für das man seinen Körper für mindestens neun Monate komplett aufs Kindeswohl ausrichten muss, und sein Leben noch viel länger? Melanie Hughes, Redakteurin einer Frauenzeitschrift, stellt sich diese Frage auch in ihrem Buch/Ratgeberroman/Lifestyle-Pamphlet Will ich ein Kind? – Ja, Nein, Vielleicht und grast dabei so einige Themenbereiche ab: gesellschaftlicher Druck, einverleibte Vorstellungen von Familienromantik, grauslige Spießerfamilien mit Thermomix, eigene Eltern, die “soziale Ausgrenzung” erfahren, weil sie keine Großeltern sind, Kinderbetreuung, die Karriere, Partnerschaft, Social Freezing, und, und, und…
Das ganze Buch liest sich ein bisschen wie eine Kolumne aus einer Frauenzeitschrift und ähnlich ausgelutscht sind auch die humoristischen Einwürfe.
Ich hatte mich wirklich auf dieses Buch gefreut, weil ich mir eine ernsthafte, sensible Auseinandersetzung mit dem Thema gewünscht habe. Hughes glossenhafte Abhandlungen erinnern mich aber eher an Stand-Up-Comedy gepaart mit Versuchen, mit der eigenen Kinderlosigkeit durch Rationalisierung ins Reine zu kommen. Dabei wird sie stellenweise regelrecht gehässig Frauen gegenüber, die Kinder haben (auch wenn dies als Humor getarnt ist).
Als Einstieg und Denkanstoß für das Thema ist das Buch vielleicht ganz gut geeignet; wenn man sich selber schon ausführliche Gedanken dazu gemacht hat, ist es vernachlässigbar.
Diese Frage quält mich mal mehr und mal weniger, aber nie kann ich sie deutlich beantworten. Deswegen habe ich mir das Buch zugelegt, ich hoffte einen Hauch von Antwort zu finden. Leider fand ich sie nicht in dem Maße wie ich es gehofft hatte. Zuerst mal ist der Schreibstil sehr gut und ihm kann man leicht folgen. Er ist sehr persönlich aber nicht so voller Infos. Ich denke genau das war mein Problem und es gibt viele Menschen denen das hilft. Mir nur leider gar nicht, die Autorin beleuchtet das Thema mal auf eine andere Art und Weise. Es ist spannend zu sehen, wie eine andere Frau mit dem gleichen Problem, nur anders damit kämpft. Das Cover ist neural gehalten für mich und will nicht so richtig zu dem Thema passen. Es ist ein gutes Buch um die Sichtweise einer anderen Frau zu verstehen und wie sie damit umgeht. Für mich war es leider nicht so aufschlussreich weil ich aufgrund einer chronischen Krankheit schwierig Kinder bekommen kann. Trotzdem war es für mich ein gutes Buch um auch mal die Rolle der Frau und der Mamas zu analysieren. Es gab also durchaus sehr gute Ansätze und sie hat viel kritisch beleuchtet.
Die Kapitel sind relativ lang aber einigermaßen gut abgegrenzt. Der Schreibstil kann als ambitioniert und im positiven Sinne als affektiert beschrieben werden was dazu führt, dass es in keiner Jammerei ausartet, sondern eher den Fokus auf die Spiegelung persönlicher Eindrücke legt. Das Buch hinterfragt die eigenen Zweifel hinsichtlich der Kinderfrage, unterstützt die Auseinandersetzung mit dem Sinn des Lebens und zeigt einen Weg der persönlichen Reflexion. Im Prinzip ist es eine Aneinanderreihung von aktuellen Wahrnehmungen im unmittelbaren Umfeld, die Erinnerung an die eigenen Kindheitserlebnisse oder die Konfrontation mit bestehenden Bindungen (zB. zu den eigenen Eltern oder Freundschaften aus Studienzeiten, etc). Man muss sagen, es ist kein Ratgeber im ursprünglichen Sinn, es handelt sich vielmehr um die Präsentation der eigenen Emotionen und Gedankengänge. Es ermutigt die eigene Stellung aus einer anderen Perspektive zu sehen. Es gibt zudem Einblick in realistische Ängste und Ansprüche der Gesellschaft auf die Elternschaft, genauso wie die Konfrontation mit unterstelltem Egoismus, dem einhergehenden Unverständnis und unnötigem Mitleid in der Kinderlosigkeit. Es gibt Beispiele der Projektion der eigenen Wünsche und Hoffnungen an die nächste Generation, genauso wie Erwartungshaltung an einen Selbst. Die Unterschiede zwischen dem Leben mit und ohne Kinder wird anhand vieler persönlicher Erfahrungen und Beispiele aufgezeigt, immer natürlich mit einem gewissen Charme und einer übertrieben kritischen Sicht auf die Dinge. Auch Klischees wie „gehört doch einfach dazu“ werden behandelt und umschrieben. Es handelt sich hierbei nicht um einen Ratgeber mit einer Lösung am Schluss, genauso wenig um eine Art (technische) Anleitung. Es werden lediglich persönliche Empfindungen, Erfahrungen, Wünsche, Hoffnungen, Ängste geteilt und mit Beispielen untermauert. Eine Art persönliche Reflexion. Als Leser wird man bei dem ein oder anderen Kapitel nicht umhin kommen sich Gedanken um die eigene Situation, einem möglichen Identitätsverlust, die Erfüllung der eigenen Erwartungen oder Ängste und die eigene Zukunft zu machen. Auch das Thema „Regretting Motherhood“ findet ein Kapitel in dem Buch.
Melanie Hughes ist 38 Jahre alt und unschlüssig, ob sie Kinder haben möchte. Aus diesem Grund beginnt sie ihre Gedanken, Ängste und Zweifel niederzuschreiben. Daraus entsteht das Buch "Will ich ein Kind?", das nicht mit romantischer Verklärtheit die typische Antwort "Klar ist es anstrengend, aber man bekommt so viel zurück" liefert, sondern betrachtet auch all das was man eben nicht zurück bekommt (Zeit, Pension, ect.) oder was deutlich zu kurz kommt (Partnerschaft, Freunde, Arbeit, Selbstverwirklichung ect.), wenn man sich für ein Kind entscheidet.
Gerade weil die positiven Aspekte von Kindern in unserer Gesellschaft sehr häufig hervorgehoben werden und es quasi einem Kapitalverbrechen gleicht, wenn man sich als Frau gegen Kinder entscheidet, fand ich es bereichernd, dass in diesem Buch rationale Argumente gemixt mit subjektiven Bedenken die gegen Kiner sprechen, angeführt wurden.
Für mich ist dieses Buch ein Hoffnungsträger für eine offenere Diskussion im Bezug auf den Umgang mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mit Reproduktion. Wenn es auch sehr individuell um Melanie Hughes und ihre persönlichen Bedenken geht, so konnte ich mich in vielen ihrer Gedanken wiederfinden und würde sagen das Buch gibt Orientierungspunkte vor, um selbstständig über seine eigene Position zum Thema Nachwuchs zu reflektieren.
Was für mich auf 5 Sterne gefehlt hat, war die Tatsache, dass obwohl Männer durchaus im Buch miteinbezogen werden, dennoch für mich das Gefühl aufgekommen ist, die Reproduktion sein etwas, worüber sich ausschließlich so viele Gedanken machen, während Männer als die lockeren Spermageber das alles mit Gelassenheit auf sich zukommen lassen. Dabei ist es so so wichtig, dass wir auch die Ängste von Männern wahrnehmen und miteinbeziehen. Dennoch ist es das Beste was ich bisher in diesem Bereich gelesen habe und ich empfehle es jedem/r der/die sich damit auseinandersetzt, ob Kinder für ihn/sie überhaupt in Frage kommen.
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"Will ich ein Kind?" ist eine Frage, mit der sich jede Frau im Laufe ihres Lebens früher oder später auseinandersetzt. Manche können sie sofort für sich mit ja oder nein beantworten, anderen fällt es schwer, eine Entscheidung für sich zu treffen. Im Bezug auf diese lebensverändernde Entscheidung nicht genau zu wissen, was man möchte, kann Frauen in eine emotionale Krise führen. Erst recht, wenn der Druck von außen durch Nachfragen von Familie, Freunden und Bekannten immer größer wird und man sich ständig mit dem Thema konfrontiert sieht. Umso wichtiger finde ich es, dass Melanie Hughes die Zweifel und Ängste der Frauen aufgreift, die mit ihrem "vielleicht" nicht recht vorankommen. Sie behandelt in angenehm humorvoller Art und Weise sämtliche Fakten und Umstände, die gegen einen Kinderwunsch sprechen können und hat mir persönlich dabei sehr aus der Seele gesprochen. Am Kinderwunsch zu zweifeln, hat nicht immer etwas mit Egoismus und fehlender Kompromissbereitschaft zu tun. Es bedeutet oft lediglich, dass man sich darüber bewusst ist, was es bedeutet, sein Leben mit einem Kind zu verbringen. Dass man sich neben all den achso schönen und niedlichen Eigenschaften von Kindern auch über alle möglichen negativen Umstände des Mutterseins im Klaren ist und sich nicht blauäugig in ein "nächstes Abenteuer" stürzen möchte. Ein Kind ist kein Projekt, sondern ein Leben, für das man Verantwortung übernimmt. Melanie Hughes drängt ihren Leserinnen keine Meinung auf, sondern schildert nüchtern und sachlich die Fakten, die für und gegen ein Leben mit Kind sprechen. Das Buch ist weniger als Ratgeber, sondern mehr als Denkanstoß für die Auseinandersetzung mit der "will ich oder will ich nicht?"-Frage zu verstehen. Wer hier also erwartet, eine Antwort serviert zu bekommen, wird enttäuscht sein. Ich selbst kann das Buch wärmstens empfehlen! Es hat mir dabei geholfen, den Druck bei meiner Suche nach einer Antwort herauszunehmen - ein schönes Gefühl der Erleichterung.
Ich war gespannt auf dieses Buch, da ich selbst gerade in der Situation bin. Zufrieden mit Job, Lebenssituation und allem drum und dran ist es doch ab 30 eine grosse Entscheidung. Die Autorin hat alles richtig auf den Punkt gebracht. Von Helikopter Eltern bis hin zu kinderfreundlichen Arbeitsplatz. Es ist schwer alles unter einen Hut zu bekommen. Aber gerade das Ende hat mir gefallen. Man darf seine Entscheidungen nicht von anderen abhängig machen. Man muss auf sich selbst hören und auch so seine Erziehung durch ziehen. Was zum Schluss sehr hängen geblieben ist war die Frage: Wenn ich mich jetzt in 40 Jahren sehen und mit mir reden würde. Welche Geschichten würde ich hören wollen? Diesen Satz werd ich bei mir behalten nicht nur in der Frage Kind ja oder nein. Ich sehe nun einiges klarer und bin ruhiger. Es ist mein Leben und lebe es so wie ich es möchte.
Ein sehr guter Ratgeber wenn man noch unentschlossen ist. Die Autorin listet wirklich alle pro und Kontaaspekte auf. Außerdem ist das Buch noch dazu sehr unterhaltsam geschrieben. Ich musste oft lachen.