„Lichtmagie“ von Laurie Forest ist eine Novelle zu ihrer 5-teiligen „Black Witch“-Reihe. Die Autorin empfiehlt, diese Kurzgeschichte am besten zwischen dem ersten und dem zweiten Band zu lesen.
Die Ereignisse in diesem Roman setzen viele Jahre vor dem eigentlichen Reihenauftakt an. Wir erleben wie die frisch 13-jährige Sage mit einem Jungen verwunden wird, den sie nie zuvor getroffen hat. Doch ihr Anverwundener ist nicht das Einzige, das sie bei diesem Ausflug „erhält“, denn auf der Heimfahrt befindet sich auch der Weißstab im Gepäck. Die Jahre vergehen und es nähert sich der Tag, an dem ihre Verwindung besiegelt werden soll, doch in dieser Woche wird sich alles für Sage ändern…
Seit ich „Rebellion (Band 3 der „Black Witch“-Reihe) gelesen habe, ist nun wieder viel Zeit vergangen. Monate, in denen wir uns davor drücken, die Reihe fortzusetzen, da Band 3 so eine derbe Enttäuschung für mich und meinen Buchclub war. Nun steht aber auch fest, wann der Abschluss, sowie die zweite Novelle, auf Deutsch erscheinen werden – also, Augen zu und durch!
Für diesen seichten Wiedereinstieg war „Lichtmagie“ genau das Richtige. Denn die Reihe hat so viel Potenzial, doch ihre größte Schwäche ist ihre Hauptfigur. Da diese in „Lichtmagie“ aber nur einen ganz kurzen Auftritt hat, war dieses Problem schon mal aus dem Weg.
Leider eröffnen sich hier erschreckend viele Parallelen zwischen Sage und Elloren. Beide verfügen über große Macht, die ihnen aus ähnlichen, aber doch unterschiedlichen Gründen zu lange verwehrt ist. Beide werden gegen ihren Willen mit einem mächtigen Magus verwunden. Besagte Magusse halten beide nicht viel von Konsent, worauf sich die beiden Frauen in die Arme eines rothaarigen Celten flüchten, die so einiges zu verbergen haben. Es bleibt also nur zu hoffen, dass sie nicht auch noch die Schwangerschaft gemein haben…
Abgesehen von den genannten Elloren-Triggern, eröffnet uns „Lichtmagie“ interessante Einblicke in die Bewegungen des Widerstands. Ich bin mir auch sicher, dass die neuen Charaktere für die Reihe mit Sicherheit noch relevant werden oder es vielleicht schon sind, aber ich habe nur wenige wiedererkannt – allerdings habe ich auch vieles aus der Hauptreihe vergessen.
In vielen Rezensionen wird kritisiert, dass in „Lichtmagie“ alles zu schnell gehe und zu oberflächlich erzählt sei. Dem stimme ich nur bedingt zu. Da es sich um einen Begleitband handelt, wird natürlich vorausgesetzt, dass man zumindest den ersten Band gelesen hat – dementsprechend spart sich Forest eben viele Erklärungen zum Weltenbau etc. Die „Instalove“ zwischen Sage und dem Celten fühlte sich auch für mich falsch an – insbesondere nach dem Übergriff in der Nacht zuvor -, aber Opfer sexueller Gewalt handeln unterschiedlich und da die Autorin in einem Vorwort erklärt, dass sie hier etwas verarbeitet, was ihr selbst zugestoßen ist, maße ich mich nicht an, darüber zu urteilen.
Ansonsten hat es mich nicht gestört, dass Sages Leben bis zum Zeitpunkt, an dem sie Elloren den Weißstab überreicht, im Schnelldurchlauf erzählt wird, denn dies ist im Grunde eine Rückblende für uns. Ich hoffe nur, dass wir auch in Band 4 und 5 noch mal auf Sage treffen werden.
Alles in allem ist „Lichtmagie“ eine solide Ergänzung der „Black Witch“-Reihe – das Grauen inklusive. 4/5 Sterne.