Das Buch ist voll von einfachen Schubladen. Manche Menschen sind so, andere sind so, Frauen sind so und Männer sind so.
Als das Buch dann von "hysterischen Frauen" sprach, als eigentlich histrionische Personen gemeint waren (aber histrionisch klingt nicht aufregend genug), hab ich innerlich abgeschaltet.
Bei der Hälfte breche ich jetzt ab (VOR dem andauernd versprochenen "Heilungskapitel"), weil ich die ganzen Zuordnungen zu simpel finde.
Das Buch ist sicherlich interessant für Menschen, die gar nichts über Psychologie wissen und sich von professionalisierter Alltagspsychologie beeindrucken lassen. Ich will damit nicht sagen, dass Stefanie Stahl sich nicht auskennt - ich will nur sagen, dass sie psychologisches Wissen stark herunterbricht und offensichtlich eine möglichst breite Masse ansprechen will. Dafür skandalisiert sie psychologische Theorien und versimpelt psychologische Einteilungsformen; für mich ist das Buch nicht nuanciert genug.
Und viel zu konservativ ("unentschlossene Männer werden keine Frau finden, weil Frauen starke und entscheidungsfreudige Männer instinktiv attraktiver finden" und so Zeug).
Wenn Stefanie Stahl von "Frauen" spricht, fühle ich mich nicht angesprochen, weil ich in die meisten ihrer Frauenschubladen nicht reinpasse und was soll das Ganze dann. (An ein paar Stellen spricht sie, glaube ich, auch nur von sich selbst als Frau und verallgemeinert das dann einfach. Ich meine you go, Stefanie, aber lass mich da raus.)
Ein paar Sachen nehme ich schon mit, deswegen 2 Sterne.