Als Frau, die sich am öffentlichen politischen Diskurs beteiligt, bekommt Sarah Bosetti fast täglich Hasskommentare im Internet. Doch die radioeins- und WDR2-Kolumnistin hasst nicht zurück, sondern nutzt den Hass als kreatives Rohmaterial und verwandelt ihn in seine schöne große Schwester: Liebe! In diesem Buch versammelt sie die schlimmsten Kommentare, macht aus ihnen pointierte, charmante Liebesgedichte – und setzt damit ein kluges, scharfzüngiges und sehr unterhaltsames Zeichen gegen den Hass in unserer Gesellschaft.
Gedichte als Antwort auf persönliche Haterkommentare gegenüber der Autorin von der Autorin an ihre Haterkommentatoren. Intelligent, kreativ, wortwitzig, wortgewaltig; kurz: g e n i a l !!!!!! Die Hater werden es wahrscheinlich nicht lesen und wenn, dann mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht verstehen, was natürlich extrem schade aber auch nur logisch ist. In einer digitalen Welt eine großartige Antwort an alle Klappspaten da draußen, die das Hirn einer Amöbe haben ..... " ...... Verweis auf das ausdrucksstarke Cover !!!!! 😉
Bin ja nicht gerade Lyrik-Liebhaberin, aber muss sagen, dass die Autorin durchaus Talent hat und ihre Aussagen genau ins Schwarze treffen. Leider finde ich, dass der Unterhaltsamkeitsfaktor relativ schnell abnimmt, weil es dann etwas redundant wird (wobei das nicht unbedingt Schuld der Autorin ist, sondern eher der Hasskommentare). Es ist auf jeden Fall eine schöne Art mit Hass umzugehen, und sie hat das beste daraus gemacht, aber einen Mehrwert für mich persönlich sehe ich jetzt nicht unbedingt.
So schockierend und derb die Aussagen die man im Internet oft hört sind, so wahnsinnig kreativ, eloquent und genial sind die Antworten darauf in diesem Buch 🤍 Wunderschöne und geniale Idee, die ich absolut übernehmen werde um mit Hasskommentaren umzugehen.
Mir war beim Ausleihen des Buches nicht bewusst, dass es sich um einen Gedichteband handelt - die Rezension ist also mit etwas Vorsicht zu genießen, weil ich mit Poesie prinzipiell nicht so viel anfangen kann wie mit Prosa. Ich fand auch, dass bei manchen Kommentaren die Form der Antwort in Gedicht einfach nicht so viel hergibt wie z.b. in Briefform, bei anderen Kommentaren hat die Verdichtung aber wunderbar funktioniert. Generell fand ich die Gedichte an sich ganz in Ordnung, manchmal hat mir der Rhythmus aber nicht gefallen, da haben manchmal Silben gefehlt oder waren dazu geschummelt, wo sie meinem Sprachempfinden nach nicht hingehört haben. Ich finde die Idee, Cyber-Hass aber so aufzuarbeiten, irrsinnig gut. Also gibts insgesamt drei Sterne von mir.
Nachdem mir "Poesie gegen Populismus" so gut gefallen hat, musste ich direkt im Anschluss auch Sarah Bosettis früheres Buch mit dem klangvollen Namen "Ich hab nichts gegen Frauen, du Schlampe!" lesen. Auch hier gefällt mir das Konzept wieder sehr gut: die Autorin greift Hasskommentare gegen sie selbst auf und zerlegt diese dann im Anschluss in einem zynischen, gewitzten und sachlich treffsicheren Essay oder Gedicht. Dabei bleibt sie trotz ihrer klaren Worte und des beißenden Humors immer freundlich und wahrt die von ihr formulierten Regeln für gute Satire: sie tritt immer nur nach oben, beruht nicht auf Äußerlichkeiten und muss auf einer gemeinsam anerkannten Faktenbasis beruhen.
Unterteilt in die sechs Kapitel "Der böse Ausländer", "Die dumme Frau", "Die da oben", "Die böse Frau", "Der böse Feminismus" und "Der böse Sex" deckt sie die Bandbreite an geistigem Durchfall, den Hater ins Netz kotzen ganz gelungen ab. Die Themen Misogynie, Feminismus und Hass im Internet stehen dabei eindeutig im Vordergrund, sie streift aber auch andere politische und gesellschaftliche Konfliktfelder. Viele der Kommentare lassen sich dabei sowohl orthografisch als auch inhaltlich nur schwer ertragen. So war ich wieder aufs Neue überrascht und entsetzt, was Menschen anderen Menschen online schreiben und wie absurd manche der Kommentare sind. Ganz so gut wie "Poesie gegen Populismus" hat es mir nicht gefallen, da es keine so große inhaltliche Tiefe entwickelt, dennoch kann ich das kurze Büchlein (vor allem das gelesene Hörbuch der Autorin selbst!) herzlich weiterempfehlen!
Urteil: Eine kreative und stilvolle Art, auf Hasskommentare zu reagieren - erschreckt und amüsiert gleichermaßen!
Das Buch war wirklich witzig und sehr gut zum hören (habe es bei bookbeat gehört) und das Hörbuch wurde von der Autorin gesprochen und ich muss sagen, dass es mir dadurch noch besser gefallen hat, weil sie eine wirklich wirklich gute Sprecherin ist
Ich habe das Hörbuch gehört und fand es klasse. Es hat so Spaß gemacht Frau Bosetti zu zuhören und Hasskommentare bzw. ihre Antwort darauf in etwas, ja, Schönes zu verwandeln. Absolut hörenswert von Sarah Bosetti selbst gelesen.
Seeeehr viel mehr TW vonnöten als eigentlich angegeben und bitte nur lesen, wenn ihr mit dunklem Humor umgehen könnt - aber dann verspreche ich euch, dass ihr mit dem Buch einen glorreichen Abend verbringen werdet!
Aus Hasskommentaren, die online an sie adressiert wurden, hat Sarah Bosetti Konterpoesie gemacht. Beeindruckend und wortgewaltig, noch wunderschöner als Hörbuch.
Mit Gedichten auf Hate-Kommentare zu antworten ist sicherlich eine kreative und erhobene Herangehensweise. Von einigen war ich echt impressed, manchmal hätte der Konter aber noch härter sein können. Auf einer Seite stimmt die Autorin dem Kommentar einfach mit „ja, verstanden“, was natürlich auch ein stilistisches Mittel und sarkastisch sein kann aber die Menschen, die Hate-Kommentare schreiben, würden das vermutlich nicht verstehen und sich bestätigt fühlen.
Ich kannte Sarah Bosetti bisher nicht, nach diesem Hörbuch habe ich jedoch Respekt vor ihr, wie sie auf kreative Weise und erhobenen Hauptes auf furchtbar widerliche Hass-Kommentare antwortet. Den einen oder anderen Konter werde ich mir versuchen zu merken, denn eine passende Situation in der man diese raushauen kann, kommt (leider) mit Sicherheit. Ich hätte mir allerdings eine ausdrücklichere Warnung gewünscht. Die Kommentare und auch die Antworten waren nämlich teilweise sehr sehr heftig.
Sarah Bosetti ist uns mehrmals bei Extra3 aufgefallen, wo sie sporadisch Gedichte und "Liebes"Briefe zu aktuellen Themen vorträgt. Bei ihrem Vortrag vor einigen Wochen waren Adam und ich uns einig: Davon wollen wir mehr. Ich entdeckte also, dass sie bereits mehrere Bücher veröffentlicht hat und bald in Duisburg auftritt. Buch und Tickets bestellt, einen herrlichen Abend verbracht und das signierte Buch beim langweiligen Rasieren vorgelesen. Das Thema ihres aktuellen Buches: Mit Liebe gegen Hasskommentare. Die Überraschung: Sie antwortet mit Gedichten. Manchmal nur kurz, manchmal mehrere Seite lang, aber immer als durchdachte Antwort mit herrlichen Plot-Twists. Unterteilt ist das Buch in 6 Kapitel: Der böse Ausländer / Die dumme Frau / Die da oben / Die böse Frau / Der böse Feminismus / Der böse Sex. Die Kommentare werden - schmerzhaft - orthografisch genauso übernommen, wie sie sie erhalten hat und in aggressiv-kindischer Schriftart präsentiert. Das wirklich Faszinierende ist dabei, dass diese Menschen wählen dürfen, Kinder kriegen und ausbilden dürfen und trotzdem so einen Müll produzieren können - die kreativen Hasskommentare seien dabei mal außen vor gelassen, aber die bedrohlichen sind wirklich gruselig. An dieser Stelle sei also eine Trigger Warnung für Vergewaltigung, Köpfung, Axtmord, Körpersäfte, Nazis, Antisemitismus, Misogynie, miserable Grammatik und Samsung Galaxy S7 ausgesprochen.
Insgesamt ein großer Spaß, zwischendurch schwer verdaulich, aber immer mit Augenzwinkern. Ich gehe dann mal Waffeln an die ISS schicken...
"Der Welt mangelt es nicht an Liebe, aber Hass ist das einfachere Hobby."
Ich liebe ja Sarah Bosettis Eloquenz und Schlagfertigkeit. Die Idee, Hass mit Liebe zu begegnen, zeugt von Größe, die nur wenige haben, wenn sie derartig ekelhafte Nachrichten/Drohungen lesen müssen.
Das Einzige, was besser wäre, als dieses Buch, wäre eine Gesellschaft, in der es überhaupt nicht nötig ist, sich mit Hass und Frustration von "Internethelden" herumschlagen zu müssen.
Dieses Buch hat mich überrascht. Ich habe es gebraucht gekauft und erst mal über das dünne Buch gestaunt. Sarah Bosetti kannte ich bereits von YouTube von ihrem Format Bosetti will reden. Hier hat sie aus Hatekomentaren Poesie gemach. Bisher habe ich noch keine Gedichtbände gelesen, aber es wird nicht mein letzter gewesen sein. Ich habe mir unglaublich viel markiert und es schnell gelesen. Ich werde mehr von Sarah Bosetti lesen, da ich ihren Schreibstil unglaublich mochte.
Lyrik als Antwort auf Hasskommentare zu verfassen ist gleichermaßen clever und charmant. Mir gefällt die Art von Bosetti, den Kern der Aussagen zu nehmen und zynisch so zu verdrehen, dass am Ende ein vollkommen anderes Werk dabei herauskommt. Die Eleganz des Ganzen liegt wahrscheinlich auch in der Kürze des Buches, da sich früher oder später wahrscheinlich so Einiges wiederholen würde - dank der (glücklicherweise) mangelnden Abwechslung was die Hasskommentare betrifft.
Ich mag Frau Bosetti’s feinsinnigen, intelligenten Humor sehr, finde es auch toll wie sie ihre Texte vorträgt. Ich glaube wenn ich nicht so erschüttert über diese widerwärtigen Kommentare gewesen wäre auf die sie hier meist sehr passend und spitzfindig in Gedichtform antwortet, hätte mir das Buch noch besser gefallen. Ansonsten kann ich nur mal wieder sagen, “nicht ALLE Männer, aber immer ein Mann”.
Herrlich unterhaltsam, die Autorin ist wirklich talentiert. Leider ist es aber auch wirklich verstörend was manche Männer sich rausnehmen Frauen an den Kopf zu werfen, also bitte seid auf teilweise krasse sexistische und rassistische Aussagen gefasst.
Ich gebe zu: ich bin Fan von Sarah Bosetti. Ich mag ihre Art mit Sprache linksgrünversiffte Botschaften in die Welt zu entsenden und natürlich finde ich daher auch einen Gedichtband von ihr großartig.
Ich wünschte, ich hätte dieses Buch mehr genießen können, denn die grundsätzliche Idee ist herrlich. Leider finden Lyrik und ich, egal in welcher Form, in diesem Leben wohl nicht mehr zueinander. Nicht einmal Frau Bosetti kann da noch was dran reißen.
Sarah Bosetti wandelt die Energie des Hasses in scharfzüngige, zuckersüße, gewiefte und pointierte Gedichte um. Ein wunderbarer Zeitvertreib und vielleicht eine Anregung für das nächste Mal, wenn mensch wieder über ein solches Kommentar stolpert, sich in der Kunst der Lyrik statt der Aufregung zu üben.
Gehört auf BookBeat. Auf der Plattform spricht die Autorin es auch selbst ein, was absolut dazu beträgt, dass das Buch so fantastisch ist. Es ist bissig, es ist wunderlich, sarkastisch und vor allem herzlich komisch