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Vom Sinn unseres Lebens: Und andere Missverständnisse zwischen Ost und West

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Wie wir uns als Ost- und Westdeutsche im Wahnsinn des Alltags auf das Wesentliche besinnen

Zwischen Konsum- und Selfie-Wahn, Selbstoptimierung, Ichbezogenheit und dem Schwelgen in Luxusproblemen macht Michael Nast deutlich, wie zahlreich die Missverständnisse zwischen Ost und West im Alltag immer noch sind. Heiter, philosophisch und nachdenklich, zeigen uns seine Anekdoten eine Welt, in der das Miteinander immer mehr in den Hintergrund gerät.Wo sind eigentlich die Werte, nach denen wir leben wollen?

»Vom Sinn unseres Lebens« hieß das Buch, das Michael Nast feierlich zur Jugendweihe überreicht bekam. 30 Jahre nach dem Mauerfall nimmt er es zum Anlass, über dieses Ereignis und den Titel nachzudenken. Das Leben steckt voller Skurrilitäten und Widersprüche, die kaum hinterfragt werden, weil wir uns an sie gewöhnt haben. In unserem gefüllten, aber nur selten erfüllten Alltag übersehen wir oft, worauf es eigentlich ankommt. Nast beleuchtet unsere zwischenmenschlichen Beziehungen und das Verhältnis zwischen Ost und West, das in unserer Gesellschaft noch immer ein Thema ist. So vergeblich, wie Nast damals in der DDR-Bibel nach Antworten gesucht hat, so irritiert steht er noch heute mitunter vor dem alltäglichen Wahnsinn unserer schnelllebigen Welt.

208 pages, Kindle Edition

Published September 6, 2019

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About the author

Michael Nast

12 books32 followers

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Displaying 1 - 4 of 4 reviews
Profile Image for Christin.
32 reviews
September 16, 2020
Manche Kapitel bieten interessante Einblicke in die DDR-Biographie des Autors bzw. der Zeit allgemein. An anderer Stelle vergeht er sich jedoch fast vor Selbstbeweihräucherung, was bei einer weiblichen Autorin sicherlich in vernichtendere Rezensionen umgeschlagen wäre.
Profile Image for Chris.
403 reviews1 follower
December 2, 2021
Unterhaltsam wenn auch wenig neues, schade dass der Autor die Hörbuchfassung nicht selber liest.
Profile Image for Anne.
Author 5 books14 followers
September 14, 2019
Mal wieder hat das Marketing-Team von Michael Nast die perfekte Strategie gewählt. Das Buch zur sozusagen nicht abgeschlossenen Wende kommt pünktlich zum 30. Jahrestag heraus.

Es ist das vierte Buch von Michael Nast, das ich gelesen habe und mit Abstand mein Lieblingsbuch von ihm. Auch wenn ich nicht mit allem übereinstimme (zu oft verfällt Nast in Verallgemeinerung und verdammt die Masse - etwas was er nur ein paar Passagen später bei jemanden anderen kritisiert), was im Buch geschrieben steht, fand ich es äußerst interessant.
Meiner Erfahrung nach gibt es unterschiedliche Definitionen darüber, welche Generation die Wende-Generation ist. Während es eine deutliche Zeitspanne für die Generation Y gibt (im Zeitraum der frühen 1980er bis zu den späten 1990er Jahren geboren), zu der ich eindeutig zähle und welche Nast um wenige Jahre verpasst hat, gibt es meines Wissens nach keine solche zeitliche Einschränkung für die Wende-Generation.
Mein Leben lang galt mein Jahrgang als DIE Wendegeneration schlechthin, geboren nach dem Mauerfall und vor der Wiedervereinigung. Doch nach dem Lesen von Nast neustem Buch, verstehe ich nun besser, warum sich die Generation, welche zur Zeit der Wende Erwachsen wurde, als Wende-Generation bezeichnen könnte.

Ich fand Nast Erlebnisberichte zu den Jahren nach dem Mauerfall unheimlich interessant, aber auch größtenteils verstörend. Besonders "Heil Hitlerchen" fand ich sehr aufschlussreich. Ich selbst habe die ersten 19 Jahre meines Lebens in Brandenburg gelebt und auch wenn die heutigen Dörfer meiner Kindheit zu den heutigen AfD-Wählern gehören, habe ich nie verstanden wie so viele Menschen - die ich nie als rechts empfunden habe - in diese Richtung driften konnten. Nast Text hat mir in diesem Punkt neue Nachdenkpunkte geliefert.

Meine Lieblingspassage stammt dazu genau aus dem genannten Text und sprach mir nicht nur wortwörtlich aus der Seele, sondern entstammte praktisch einer Diskussion, die ich vor kurzen selbst auf einen der bekannten Berliner Balkons gehalten habe :-)

Man kann den Menschen nicht von seinen Anschauungen trennen.


Rundum betrachte ich Nast Buch als einen guten Ansatzpunkt eine viel zu lange hinausgezögerte Diskussion zu eröffnen, bzw. eine Bildungslücke zu schließen. Es wird mehr Zeit in den alten und neuen Bundesländern die Geschichte der DDR richtig aufzuarbeiten. Wie kann es 30 Jahren nach der Wende immer noch der Fall sein, dass der durchschnittliche West-Bürger (Entschuldigung für meine Verallgemeinerung an dieser Stelle) immer noch ein propagandistisches Bild vom Osten hat?

Ein aus Ost-Deutschland stammender Journalist erzählte mir vor kurzen etwas, was die Problematik perfekt beschreibt. Zur Zeit des kalten Krieges wurden auf beiden Seiten Deutschlands Lügen über die andere Hälfte des Landes erzählt. Der Unterschied ist nur, dass die Menschen im Osten wussten, dass es sich um Propaganda handelte und der Westen alles blind glaubte.

Und nicht nur eine Aufklärung der vergangenen Generationen ist nötig, sondern auch eine richtige Unterrichtung der neuen Generationen. Es gibt hunderte von DEFA-Filmen, wo das alltägliche Leben in der DDR porträtiert wird und auch wenn solche Filme immer unter einen bestimmten Gesichtspunkt gesehen werden müssen (ein Gruß an die Aufgaben des Lehrers), bieten sie deutlich mehr Wahrheit als Lehrbücher in den Daten nacheinander aufgelistet werden, wann welcher Politiker wo gewählt wurde.
Doch anstatt solche Filme in den UNterricht zu bringen, darf man sich freuen, dass zumindest die DEFA-Märchen noch zur Weihnachtszeit gezeigt werden und es ab und zu ein Kostümfilm es auf MDR nach 22 Uhr ins Programm schafft.
Aber der Verfall des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk ist noch einmal ein ganz anderer Diskussionsschwerpunkt.
Profile Image for Estrelas.
958 reviews
November 17, 2019
Michael Nast wirft einen scharfen Blick auf die heutige Gesellschaft mit den Hintergründen vom Leben in der DDR.
Ich nehme es direkt vorweg: Ich habe dieses Buch mit großer Begeisterung gelesen und es in Häppchen eingeteilt, um länger etwas davon zu haben. Der Autor hat eine klare Sicht auf die Geschehnisse im heutigen Deutschland. Er teilt seine persönliche Geschichte des Kindes und Jugendlichen in der DDR mit seinen Lesern und stellt so den Bezug zu den Ansichten dar, die sein erwachsenes Ich innehat.
Nicht nur sorgt er mit der Aufklärung einiger Missverständnisse für die Verständigung zwischen Ost und West („Bei euch gab‘s doch kaum was zu essen, da war man darauf angewiesen, im Wald Nahrung zu sammeln.“), er bringt auch manch vergessenes Detail in Erinnerung („Und auch IKEA hat ja beispielsweise in ostdeutschen Gefängnissen Möbel produzieren lassen, damit die Westdeutschen billig ihre Wohnungseinrichtung finanzieren konnten.“).
Die Dinge werden weder nachtragend noch nostalgisch dargestellt, sondern als Prägung der Menschen wahrgenommen, die eben immer noch Grund für Unterschiede zwischen Ost und West ist. Ich schwenke mein Wink-Element für Nasts kluges Buch über die deutschen Wesenszüge.
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