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Das kann uns keiner nehmen

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Eine ganz und gar unwahrscheinliche Freundschaft, jede Menge Ärger und ein großes Abenteuer

Am Gipfel des Kilimandscharo: Hans, ein so zurückhaltender wie weltoffener Hamburger, ist endlich da, wo er schon ein halbes Leben lang hinwollte. Hier, auf dem Dach von Afrika, will er endlich mit seiner Vergangenheit ins Reine kommen. Doch am Grunde des Kraters steht bereits ein Zelt, und in diesem Zelt hockt der Tscharli, ein Ur-Bayer – respektlos, ohne Benimm und mit unerträglichen Ansichten.

In der Nacht bricht ein Schneesturm herein und schweißt die beiden wider Willen zusammen. Es beginnt eine gemeinsame Reise, unglaublich rasant und authentisch erzählt, wie das nur Politycki kann, gespickt mit absurden und aberwitzigen Abenteuern. Als sich die beiden schließlich die Geschichte ihrer großen Liebe anvertrauen, erkennen sie, dass sie mit dem Leben noch eine Rechnung offen haben. Doch der Tod fährt in Afrika immer mit, und nur einer der beiden wird die Heimreise antreten.

Dieser grandiose Roman über zwei sehr gegensätzliche Weggefährten, jeder auf seine Weise von der Liebe gezeichnet, verhandelt zugleich ein großes gesellschaftspolitisches Thema: Wie findet zusammen, was nicht zusammen passt – auch über einen tiefen Graben hinweg.

304 pages, Hardcover

Published March 4, 2020

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63 people want to read

About the author

Matthias Politycki

56 books11 followers
Matthias Politycki, born in 1955, has published over 20 novels and poetry collections. He is ranked among the most successful literary authors writing in German. His books have sold over 200.000 copies and have been translated into several languages, including French and Italian. Jenseitsnovelle was first published in German in 2009.

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42 (36%)
2 stars
10 (8%)
1 star
5 (4%)
Displaying 1 - 24 of 24 reviews
Profile Image for Wedma.
438 reviews12 followers
March 4, 2020
Ein bemerkenswerter Roman, den ich gern gelesen habe. Hier findet man Geschichten über das Leben, die Liebe, Freundschaft, Zusammenhalt, Tod und noch vieles mehr.
Klappentext beschreibt die Eckpunkte sehr gut: „Am Gipfel des Kilimandscharo: Hans, ein so zurückhaltender wie weltoffener Hamburger, ist endlich da, wo er schon ein halbes Leben lang hinwollte. Hier, auf dem Dach von Afrika, will er endlich mit seiner Vergangenheit ins Reine kommen. Doch am Grunde des Kraters steht bereits ein Zelt, und in diesem Zelt hockt der Tscharli, ein Ur-Bayer – respektlos, ohne Benimm und mit unerträglichen Ansichten…“
Ich muss zugeben: Etwas Geduld musste ich anfangs aufbringen. Diese Spielchen, i.e. ein Norddeutscher, ein Hamburger, gegen einen Ur-Bayer kamen mir zunächst recht verbraucht vor, aber nach und nach löste sich dieser Eindruck auf. Und aus diesem scheinbar abgenutzten Konflikt entspann sich eine Reihe von Dingen, die diesen ungewöhnlichen Roman ausmachen: Spannende Lebensgeschichten, Lebensweisheiten als Einblendungen in Kursiv zwischen dem übrigen Geschehen, die das Ganze bereichern, Insidereinsichten über Afrika, Menschen und das Leben dort uvm.
Gekonnt und authentisch erzählt ist es. Mir war, ich wäre selbst dabei gewesen und all diese Abenteuer miterlebt.
Hin und wieder musste ich auflachen, denn die Sprüche, die Situationskomik funkelten hie und da auf, wo man sie gar nicht erwartete. Es gab aber auch viele ernste Dinge des Lebens, der Freundschaft und des Sterbens.
In der zweiten Hälfte gab es eine umfangreiche Rückblende um die zurückliegenden Ereignisse im Leben von Hans, die ich als langwierig und recht deprimierend empfand.
Das gesamte geschilderte Geschehen ist sehr männlich: von der Art der Stoffdarbietung, vom Inhalt und dem Ausdruck her. Und manchmal war mir diese geballte Männlichkeit, die oft weniger appetitlich ausfiel, etwas zu viel des Guten. Gerade zum Schluss verlangte mir das Buch einiges an seelischen Kräften ab. Ich musste Pausen einlegen und etwas anderes lesen.
Das tat aber im Endeffekt der befriedigenden Leseerfahrung keinen Abbruch. Zum Schluss gab es auch einige Überraschungen. Das Durchhalten hat sich gelohnt.
Es ist keineswegs ein Wohlführoman oder etwas in der Art, eher das Gegenteil davon: Ein Roadtrip zweier älterer Männer durch Afrika, voller Entbehrungen und Tragik, der es in sich hatte. Daraus entstand diese Freundschaft, die trotz der Ungleichheit oder vllt gerade deshalb, zur sonderbaren Freundschaft, die über den Tod hinausgeht, wurde.
Dieser Roman wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. So etwas hat Seltenheitswert.
Diese Geschichte ist so ungewöhnlich, so authentisch. Die muss man einfach lesen.
Ich bleibe auf weiter Werke des Autors gespannt und vergebe gern die wohl verdienten 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.


Profile Image for Alina Kuhlmann.
91 reviews2 followers
April 3, 2020
Fangen wir mit meinen Erwartungen an. Politycki ist ein gefeierter Autor der deutschen Gegenwartsliteratur. Ein Mann, der lebensbedrohliche Abenteuer er- und überlebt hat. Über eins dieser Abenteuer schreibt er in seinem neuen Roman "Das kann uns keiner nehmen". Er erzählt von zwei Afrikareisen. Eine, die ihn fast das Leben gekostet hat. Eine, die ihn wieder ins Leben zurück holen soll. Die Geschichte basiert auf den Erlebnissen des Autors, allerdings betont er in der Danksagung, dass "Das kann uns keiner nehmen" immer noch ein fiktiver Roman ist. So begleiten wir einen Protagonisten namens Hans, der sich auf eine große Reise begibt, um mit einer vergangenen Reise Frieden schließen zu können. Als ich das Buch bei Vorablesen gesehen habe war ich total begeistert! Bücher über fremde Kulturen und weite Reisen sprechen mich immer sehr an. Besonders wenn es auf wahre Begebenheiten beruht finde ich es noch spannender! Ich habe also hohe Erwartungen an das Buch gesetzt und wurde leider, ich bedauer es sehr, enttäuscht.

Der Einstieg in die Geschichte hat mich total verwirrt. Einfach weil es so gar nicht meinen Erwartungen entsprochen hat. Ich möchte Polityckis Schreibtalent nicht anzweifeln, weil ich nicht glaube, dass er dann ein so erfolgreicher Autor wäre, aber mich hat sein Schreibstil überhaupt nicht angesprochen. Ganz im Gegenteil: Ich habe seine Schreibweise als sehr verwirrend, anstrengend und seltsam wahrgenommen. Ich möchte jedoch hier betonen, dass das mein persönlicher Geschmack ist! Ich kann mir gut vorstellen, dass ein anderer Leser genau diesen Schreibstil liebt. Es ist eben eine spezielle Art zu schreiben. Erstmal war ich auch von der Struktur überfordert, da diese nicht in Kapiteln gegliedert, sondern nur durch Absätze geordnet. Ich brauchte Zeit, um in diese Struktur einzufinden, finde diese aber für die Geschichte passend. Der Leser bekommt dadurch mehr das Gefühl er höre einer Erzählung eines Freundes zu.

Die verschiedenen Buchfiguren erschienen mir sehr unsympathisch. Eigentlich möchte ich das gar nicht so böse ausdrücken, weil ich davon ausgehe, dass viele Figuren auf echte Menschen basieren. In meiner Rezension möchte ich niemanden persönlich angreifen oder beleidigen. Nur habe ich Hans als sehr überheblich und selbstsüchtig erlebt. Ständig verurteilt er die Menschen um sich herum. Erst zum Ende des Buches zeigt er Seiten eines wirklich guten Freundes. Dann Tscharlie. Tscharlie mochte ich überhaupt nicht. Ich habe mich vor ihm geekelt und ihn als rassistisch, sowie sexistisch empfunden. Pech für mich, denn das Buch hat sich hauptsächlich um ihn gedreht. Eine Sache, die ich ebenfalls sehr konfus fand. Ich habe das Buch gelesen, weil mich Hans Geschichte interessiert hat, nicht die von Tscharlie. Zugegeben, aus Tscharlies Leben wurde ich auch nicht sonderlich schlau. Zwei Figuren, die kaum Platz in der Geschichte einnahmen, ich aber sehr mochte, waren Hamza und John.

Eine Sache, die mir auch negativ aufgefallen ist, ist das Verhalten der - ich betone - Erwachsenen. Tscharlie zeigt viele körperliche Beschwerden und John, der als Arzt die Truppe bei der Reise begleitet, möchte Tscharlie schon ganz am Anfang ins Krankenhaus bringen. Stattdessen unterwerfen sie sich Tscharlies Wunsch weiter zu reisen. Das verstehe ich nicht. Irgendwo sehe ich die Botschaft, dass Tscharlie sein Leben leben möchte und seine Entscheidung getroffen hat, nochmal richtig einen rein zu hauen, bevor sein Leben zu Ende geht. Er ist Erwachsen. Wenn er das so machen möchte, einverstanden. Aber das die anderen der Gruppe einfach mitziehen und sich nicht dagegenstellen finde ich sehr verantwortungslos. Ebenso habe ich nicht verstanden, warum Hans bei Tscharlie geblieben ist, nur weil ein Anderer ihm das angeordnet hat. Er ist ein freier, - ich betone - erwachsener Mensch. Hans zeigt offensichtlich, dass er Tscharlie nicht ausstehen kann, warum bleibt er bei ihm?

Die Frage, die mich neugierig gemacht hat und zum Weiterlesen motiviert, war: Was mit Hans Freundin Mara passiert ist? Sie spielt eine bedeutende Rolle in seinem ersten Afrika-Abenteuer, welches leider erst am Ende der Geschichte einen Platz findet.

Ich möchte dem Autor noch zugute halten, dass es einige Sätze, zwischen dem seltsamen Schreibstil, gab, die mich sehr beeindruckt haben und diese möchte ich dir nicht vorenthalten:

"Und wie gestern wurden wir von seiner Entschlossenheit erst zur Verzweiflung, dann zur Schicksalsergebenheit, schließlich zur Dankbarkeit erzogen, ein zweites Mal entkommen zu sein." (s.37)

"Immer mal wieder innezuhalten und zu bedenken, was gerade nicht passiere." (s.60)

"Es gibt immer einen Grund, traurig zu sein. Damit gibt es immer einen Grund, lustig zu sein." (s.199)

Schwerenherzens vergebe ich dem Buch nur 2 von 5 Sterne. Ich habe Respekt vor Polityckis Lebensgeschichte, mein gefeierter Autor der Gegenwartsliteratur ist er allerdings nicht.

"Das kann uns keiner nehmen" ist mein erstes Buch für meine O.W.L.s.! Ich habe es für das Fach "Muggle Studies" gelesen und dieses Fach damit bestanden. Für das Fach "Charms" gibt es bei mir eine kleine Veränderung. Statt "Der Alchimist" werde ich "Rote Kreuze" lesen.
Profile Image for miss.mesmerized mesmerized.
1,405 reviews42 followers
March 4, 2020
Endlich hat er das vollendet, was er 25 Jahre zuvor begonnen hat: Hans, zurückhaltender Hamburger, steht vor dem Kilimandscharo. Doch die Reise, die zu einem Abschluss mit seiner Vergangenheit gedacht war, wird schon beim Aufbruch empfindlich gestört als er auf dem urbayerischen Tscharli trifft, der mit seinem lauten und losen Mundwerk das genaue Gegenteil von Hans verkörpert. Nicht nur die Art, sondern auch das, was er von sich gibt, stoßen Hans sofort ab. Die Naturgewalten jedoch zwingen die beiden zusammen und im Laufe der folgenden Tage lernt Hans seinen Weggefährten nicht nur besser kennen, sondern muss auch sein anfängliches Urteil revidieren.

Matthias Politycki hat in seinem Roman eine Reihe von eigenen Erfahrungen verarbeitet, ohne die vermutlich die Intensität der Erfahrungen nie so überzeugend beim Leser ankommen könnte. Es ist eine Mischung aus Reisereportage, humorvoller Erzählung und philosophischem Sinnieren über das Dasein und die Lage der Welt geworden, die jedoch für mich auch einige großen Hürden aufbot. Erzählerisch und dramaturgisch ist der Roman überzeigend gestaltet, leider fand ich den Ich-Erzähler wie auch die Figur des Tscharli ganz furchtbar und unerträglich, was das Durchhalten bis zum Ende einer Bergbesteigung ähnlich machte.

Nein, mit diesem Tscharlie konnte ich mich nicht anfreunden. Nicht nur seine pauschalisierenden und immer knapp am guten Geschmack vorbeigehenden Parolen waren eine Herausforderung, auch auf die detaillierte Schilderung seines Durchfalls hätte ich gerne verzichtet. Auch wenn er sich gegen Ende als Linker outet und jeden Rassismus von sich weist – das Denken in Dimensionen von DIE Afrikaner und DIE Europäer ist mir zu undifferenziert und platt gewesen. Sein Charakter mag komplexer sein als dies zunächst scheint, sympathisch wurde er jedoch nie.

Hans hat mich mit seiner weinerlich-passiven Art ebenso genervt. Hierzu passt hervorragend, dass er eigentlich eine tolle und interessante Geschichte zu erzählen hat – nämlich die Begründung, was er noch abschließen muss und weshalb die Besteigung des Kilimandscharo für ihn so essentiell wichtig ist – doch diese kommt erst ganz am Ende (zum Glück habe ich durchgehalten!) und wird dann leider mehr pflichtbewusst runtergeleiert. DAS wäre die Geschichte gewesen, die ich gerne gelesen hätte, die spannend und emotional war, aber durch die knappe Präsentation der Fakten leider auch nicht mehr viel retten konnte.

Es steckt viel in diesem Buch, wenn das Lesen jedoch zu einem Marathon wird, bei dem man sich mit Durchhalteparolen selbst anfeuern muss, hat irgendwas nicht funktioniert.
Profile Image for Hanna La.
186 reviews1 follower
August 20, 2020
Sehr bewegend, wenn auch nicht ganz mein Schreibstil.

Die Figuren haben definitiv spannende Ecken und Kanten und wachsen einem genau dadurch nach und nach immer mehr ans Herz. Wer zu Beginn nervig oder engstirnig erscheint, bekommt nach und nach Tiefe und Gründe, die das Handeln erklären. Absolut beeindruckend. Die Protagonisten werden nach und nach so lebendig dass man sich selbst zum Ende der Story wehmütig mit den Figuren erinnert. Die Story gewinnt durch die Rückblenden, die so manchen Twist bereithalten an Tiefe, die einen zu Beginn nur langsam aber dann immer tiefer in den Bann schlägt, bis man zum Ende hin wirklich gefesselt ist und sehr viel über Land Leute und Begebenheiten nachdenkt. Mir ist ein paar mal die Luft weggeblieben, ein Schauer über den Rücken gelaufen und ein Tränchen in meine Augen getreten. Das Setting ist super, jede Facette wird beleuchtet und man kann das Land, die Kultur und die Begebenheiten quasi spüren. Am besten fasst es ein häufig zitierte Satz zusammen: Das ist Afrika. Das alles ist wirklich gelungen. Zu Beginn ist allerdings der Schreibstil ein bisschen ernüchternd und nicht so packend wie ich ihn mir gewünscht habe. Gerade der Gebrauch des Konjunktiv ist, wenn auch absolut korrekt ein bisschen anstrengend, weil fremd geworden.
Alles in allem sehr gelungen wenn man sich eingefunden hat.
Profile Image for Bücher-Stöberia.
369 reviews
March 20, 2020
Ich habe bislang noch keine Bücher des Autors gelesen, aber ich glaube, dieses ist ein echtes Unikat. Genauso wie einer seiner Charaktere - der Tscharlie. Ein waschechter Bayer, der redet, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Und das wird lautmalerisch im Text umgesetzt. Auf Grammatik und Rechtschreibung wird dabei nicht sonderlich geachtet, wodurch das Ur-Bayrische herrlich zum Tragen kommt. Ich musste mich ein wenig reinlesen, aber schließlich habe ich das meiste, das Tscharlie von sich gibt, tatsächlich auch verstanden.

"Das kann uns keiner nehmen" ist ein Reisebericht, ein Roman über das Leben zweier Fremder, die tatsächlich Freunde werden, und ein Buch, das voller Weisheiten und männlicher Energie ist.
71 reviews
August 25, 2020
Verlag: Hoffman und Campe
Seitenzahl: 299
Autor: Matthias Politycki
Preis: 16,99€
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Rezi:
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Klappentext:
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Gipfel des Kilimandscharo: Hans, ein so zurückhaltender wie weltoffener Hamburger, ist endlich da, wo er schon ein halbes Leben lang hinwollte. Hier, auf dem Dach von Afrika, will er endlich mit seiner Vergangenheit ins Reine kommen. Doch am Grunde des Kraters steht bereits ein Zelt, und in diesem Zelt hockt der Tscharli, ein Ur-Bayer – respektlos, ohne Benimm und mit unerträglichen Ansichten. In der Nacht bricht ein Schneesturm herein und schweißt die beiden wider Willen zusammen. Es beginnt eine gemeinsame Reise, unglaublich rasant und authentisch erzählt, wie das nur Politycki kann, gespickt mit absurden und aberwitzigen Abenteuern. Als sich die beiden schließlich die Geschichte ihrer großen Liebe anvertrauen, erkennen sie, dass sie mit dem Leben noch eine Rechnung offen haben. Doch der Tod fährt in Afrika immer mit, und nur einer der beiden wird die Heimreise antreten.
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Meine Meinung:
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Ich muss leider sagen, dass mir das Buch absolut nicht gefallen habe und ich es nach der Hälfte sogar abrechen musste...
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Was hat mir nicht gefallen:
Mich konnte das Cover sehr überzeugen und auch der Klappentext hat mich angesprochen.
Leider hält dieser meiner Meinung nach nicht was verspricht. Besonders hat mich die Reise auf dem Kilimandscharo interessiert, weil ich den Berg auch sehr anziehend finden.
Ab Seite 50 sind die Protagonisten aber schon vom Berg runter, was ich eher doof fand. Es beginnt dann eine Reise durch Afrika, was an sich auch cool ist, mich aber weniger interessiert hat.
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Den Schreibstil von Matthias ließ sich leider auch für mich nicht gut lesen.
Was mich am meisten stört ist, dass es Phrasen gibt, die er Wort für Wort immer wieder benutzt.
Auch das hauptsächlich in der indirekten Rede gesprochen wurde, fand ich sehr anstrengend zu lesen.
Da ich ein Kapitelleser bin, fand ich es auch doof, das es keine Kapitel gibt.Was leider auch in dem ganzen Buch gefehlt hat, war die Spannung. Wie schon gesagt, ich habe es bis zur Hälfte gelesen und und gab immer nur unnötige Andeutungen, aber geklärt wurde eher weniger.
Für mich hat sich das Alles sehr gezogen.
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Wirklich schade, ich hatte mich eig auf das Buch gefreut
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Fazit:
Ich würde das Buch nicht weiterempfehlen
1/5🌟
Profile Image for Susanne Probst.
104 reviews8 followers
March 19, 2020
Eine aussergewöhnliche Afrikareise.
Tansania,
Kilimandscharo,
Daressalam,
Sansibar.

Zwei Männer, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, treffen sich zufällig und reisen dann zusammen
mit emotional schwerem Gepäck.

Der Ich-Erzähler Hans aus Hamburg erinnert sich an eine Afrikareise und erzählt rückblickend von der zufälligen Begegnung, Bekanntschaft und Freundschaft mit dem bayerischen Urgestein Tscharli.

Hans will oben auf dem Kilimandscharo in einem Krater übernachten, um nach 25 Jahren endlich seine offene Rechnung mit Afrika zu begleichen.

Als er mit seinem Bergführer Hamza am Kraterrand bei Stella Point knapp unterhalb des Gipfels steht, entdeckt er, dass sich da unten, am Boden des Kraters schon ein anderes Camp niedergelassen hat.

Wie ärgerlich!
Hans hätte die Nacht dort unten allein verbringen wollen, um seinen seelischen Ballast endlich loszuwerden.

Stattdessen ist er gezwungen, sich mit dem ca. Mitte 60jährigen zerzausten, faltigen, dünnen, blassen und fast zerbrechlich wirkenden Tscharli aus Miesbach auseinanderzusetzen, der drauflosredet, wie ihm der Schnabel gewachsen ist.

Als die Bergführer der beiden beschließen, die Gruppen für die Nacht und für den Abstieg zusammenzulegen, müssen sie sich wohl oder übel miteinander arrangieren.

Kann das gutgehen? Hochdeutsch und tiefstes Bayrisch krachen aufeinander.
Zwei völlig verschiedene Charaktere werden miteinander konfrontiert.

Tscharli ist unkompliziert, gesellig, ehrlich, hat Humor und ist immer gut gelaunt.
Hans ist introvertiert, zurückhaltend und ernst.

Während des unglaublich strapaziösen Aufenthalts im Krater und während des anstrengenden Abstiegs kommen sie einander näher.

Mit der Zeit werden auch andere Seiten der Männer sichtbar und man kann langsam erahnen, dass ernste Geschichten hinter dem zunächst sehr lässig und vergnüglich Erzählten stecken.

Manchmal schimmern Tiefsinnigkeit und Traurigkeit durch die fröhlich-legere Fassade des Tscharli. Aber auch eine gewisse Weisheit blitzt neben Ironie und Zynismus auf.

Hans wird stellenweise leichter ums Herz. Die Bitterkeit der Jahre fällt von ihm ab. Er fühlt sich erstmals seit langer Zeit befreit und froh.
Aber gleichzeitig fühlt er sich von Tscharli darin gestört, seinen Gedanken und Gefühlen nachzuhängen, weil dieser ihn ständig mit irgendwelchen Banalitäten ablenkt.

Im Verlauf wird immer wieder angedeutet, dass Tscharli ernsthaft krank ist und der folgende Satz von Hans lässt Schlimmes erahnen:
„...jählings begriff ich, dass er sich nur noch auf diese Weise aufrecht halten konnte. Begriff seine schrecklich volkstümliche Heiterkeit als grelle Oberfläche der Verzweiflung - und dass er die Anderen nur deshalb so zwanghaft zum Lachen bringen musste, weil er selber nichts zu lachen hatte.“ (Kindle, Pos. 594)

Schließlich ist die Bergtour zu Ende und Tscharli hat einen Wunsch:
Hans soll ihn nach Daressalam und Sansibar begleiten „weil er noch ein bisschen Spaß haben wolle, bevor‘s ernst werde.“ (Kindle, Position 646).

Der Roman ist schon deshalb interessant, weil er so viele Überraschungen bereithält.
Nicht nur inhaltlich, sondern auch was Schreibstil, Ton und Atmosphäre anbelangt.

Gerade am Anfang ist er trotz bald erkennbarer ernster Grundthematik witzig, humorvoll, unterhaltsam, leicht, flüssig und lässig geschrieben.
Im Verlauf und vor allem gegen Ende überwiegt dann die Ernsthaftigkeit.
Aber trotzdem werden auch diese Passagen mit angemessenen Prisen von Humor und Leichtigkeit gewürzt, so dass sich das Buch bis zum Ende mit Spannung und großem Vergnügen lesen lässt.

Während der Lektüre durchlebt man sämtliche Gefühle.
Muss man am Anfang noch sehr häufig schmunzeln oder auch den Kopf schütteln, so gibt es gegen Ende viele Momente der Rührung, der Hoffnung, der Resignation, des Ekels, des Erschauderns und des Erschreckens.

Neugier und Spannung wachsen im Verlauf.
Welche Erinnerungen, Erfahrungen und Gefühle befinden sich in den Rucksäcken der beiden Männer?
Zunächst bekommt der Leser nur häppchenweise Antworten auf diese Frage.

Die Geschichte wird vor der unverfälschten, exotischen und beeindruckenden Kulisse Afrikas erzählt.

Eindrücklich werden Landschaft, Wetter, Menschen und Tiere beschrieben.
Man kann sich die Berg- und Kraterlandschaft und den Regenwald mit seinen meterhohen Farnen bildlich vorstellen, sieht die Schneeflocken wirbeln, spürt Wind, Sturm, Regen, fühlt die bittere Kälte und die sengende Hitze.
Die Anstrengung der Wanderung wird regelrecht spürbar und man hat fast das Gefühl, ein Teil der Gruppe zu sein.

Die Landschaft erscheint vor dem geistigen Auge, so eindrücklich wird sie beschrieben und man meint, sich auch im Auto auf der 10-stündigen Reise in Tansania von Moshi am Südhang des Kilimandscharo nach Daressalam an der Küste des indischen Ozeans zu befinden.

Ich scheue mich fast, klar und direkt auszusprechen, dass der Roman sich mit einem sehr ernsten Thema beschäftigt:
dem Umgang mit Sterben und Tod.
Warum ich mich scheue? Weil ich befürchte, dass sich dann viele von dem Buch abwenden, ist es doch ein bedrückendes Thema, das Viele gern weg- oder aufschieben möchten.

Aber keine Sorge!
Sich auf so unterhaltsame, unkomplizierte und unbeschwerte aber niemals bagatellisierende oder beschönigende, sondern angemessene Art und Weise mit dieser Thematik auseinanderzusetzen, ist meines Erachtens eine wunderbare Möglichkeit, einmal den Blick in eine andere Richtung zu wenden und behutsam Gedanken anzustoßen, denen man sonst gerne aus dem Weg gehen möchte.

Darüber hinaus geht es noch um weitere interessante Themen:
Seine Zögerlichkeit ablegen und sich auf etwas Neues einlassen.
Herausfinden, was mit einem passiert, wenn man neue Pfade einschlägt.
Offen sein und offen bleiben anstatt sich vorschnell Urteile zu bilden.

Der Autor vermittelt implizit und unaufdringlich, dass es sich lohnt, nicht aufzugeben, sondern das Beste aus seinem Schicksal zu machen:
Egal, ob man einen geliebten Menschen verliert oder ob aufgrund von schwerer Krankheit der Tod bevor steht.

Außerdem ist die Lektüre eine Möglichkeit, einen Teil Afrikas kennenzulernen, ohne vom Sofa aufstehen zu müssen.

Absolute Empfehlung!
Unbedingt lesenswert!






Profile Image for Vicky.
291 reviews32 followers
March 3, 2020
"Das kann uns keiner nehmen” ist ein Buch, das den Leser mitnimmt auf eine emotionale Reise durch Afrika - und auch durch die Lebenserinnerungen zweier Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten…

Der eine, Tscharli, ist ein bärbeißiger Exil-Bayer (Miesbach und München hat er hinter sich gelassen) mit dem Aussehen eines verlebten Altrockers, teilweise reaktionären Ansichten und einem sehr sensiblen Kern. Er ist ein Alltagsphilosoph vor dem Herrn und kann mit seinen Sentenzen und seiner Weltanschauung niemals hinter dem Berg halten. Er sagt, was er denkt und tut, wonach ihm der Sinn steht. Er hat nämlich nichts mehr zu verlieren...

Der andere, Hans aus Hamburg oder wie ihn der Tscharli aufgrund seiner improvisierten Kopfbedeckung auch - erst despektierlich dann zunehmend liebevoll - nennt, "Windelhans", ist das Alter Ego des Autors. 63 ist er, das deckt sich sehr genau mit dem Jahrgang seines "Erfinders" Matthias Politycki (1955) zur Zeit der Handlung 2018. Genau wie der Ich-Erzähler hat dieser einen rasierten Schädel und ist - es liegt in der Natur der Sache - Schriftsteller. Sicher teilt der Protagonist auch die iberal-weltoffene Gesinnung mit seinem Autor und die Vorliebe für das Reisen, schließlich ist Polyticki als polyglotter Schriftsteller bekannt, dessen Bücher in den unterschiedlichsten Erdteilen und Kulturen angesiedelt sind. Bei allen Analogien ist der Ich-Erzähler als nicht deckungsgleich mit dem realen Autor zu betrachten. Beide trennen die Vornamen, die Gutmenschen-Hornbrille (auch eine Beobachtung des Tscharlie) und der Buch-Schriftsteller ist außerdem wesentlich weniger erfolgreich als der echte. Dass der Roman nur autobiographische Züge trägt, aber keine 1:1-Nacherzählung realer Erlebnisse ist, erfahren wir spätestens im Nachwort.

Beide Männer begegnen einander gleichsam "lebenszielabhakend" und bergsteigend auf dem Kibo, dem höchsten Gipfel des Kilimandscharo-Massivs. Als Zweckgemeinschaft erleben und überleben die schon etwas älteren Männer den Aufenthalt im afrikanischen Gebirge. Hier nähern sie sich an und hier beginnt ihre "Sekundenfreundschaft", wie der Tscharli es formuliert, die nicht längern dauern wird als eine Woche. Dennoch beeindruckt die Begegnung mit dem kranken Tscharli den Erzähler Hans so nachhaltig, dass er sogar ein Buch über die Geschichte schreiben möchte - mit dem dezidierten Segen vom Tscharli. Nach dem Abstieg folgt eine emotionale gemeinsame Reise, die die beiden Sinnsucher bis auf die Insel Sansibar und wieder zurück führt. Und auch in die eigene Vergangenheit werden die Männer noch einmal reisen - zu Kiki und Mara - bevor es Zeit wird, Abschied voneinander zu nehmen.

Das Buch hat einen gewissen Charme, der mich schnell um den Finger wickeln konnte, ähnlich wie der Tscharli den Hans. Von todtraurig bis lebensbejahend, von ernst bis skurril, humorlos bis albern hat diese Geschichte alle möglichen Nuancen zu bieten. Wer vielschichtige Reise- und Bekenntnisliteratur mag, der sollte sich diesen Roman nicht entgehen lassen!

Profile Image for Wandaviolett.
475 reviews67 followers
March 18, 2020
AFRIKABILANZ ZWEIER REISENDER

Kurzmeinung: Ist Afrika wirklich so? Jedenfalls haben der Tscharlie und der Hansi so ganz eigene Erfahrungen auf und mit diesem Kontinent gemacht.

Der in die Jahre gekommene Hans hat eine alte Rechnung offen mit Afrika. Also plant er erneut eine Reise zum Kilimandscharo. Dort angekommen, trifft er den Tscharlie an. Der ihm die Stille der eisigen Nacht am Kilimandscharo streitig macht.

Die gegenseitige Antipathie ist heftig. Doch Bergleute sind ja „nett“ zueinander, alte Bergkameradie, das gehört sich so. Und so giftet man sich zwar ein bisschen an, kommt sich aber auch näher.

Der Leser muss sich rasch von der Vorstellung verabschieden, man bekäme mit dem vorliegenden Roman eine Liebeserkärung an Afrika, etwa Beschreibungen schönsten Lokalkolorits und jede Menge an Informationen über Land und Leute. Sonst ist er enttäuscht. Besonders viel Lokalkolorit bekommt man nämlich nicht, obwohl man sowohl mit dem Tscharlie in der Gegenwart wie auch mit dem Hansi in der Vergangenheit eine Art Roadtrip durch Afrika macht. Man trifft auf Lebensfreude, Pragmatismus, Schlamperei, Flüchtlinge, Krieg. Aber eigentlich ist „Was uns keiner nehmen kann“ ein reiner Beziehungsroman.

Sowohl der Tscharlie wie auch der Hansi schleppen ein Trauma mit sich herum. Der Tscharlie wird an dem seinen sterben, der Hansi ist an seinem nicht gestorben. Beide Männer erleiden eine heftige Krankengeschichte und der Autor, der autobiographische Details seiner eigenen Knieoperationen und Afrikareise einfließen ließ, spart leider nicht mit unappetitlichen Details. „Was uns keiner nehmen kann“ ist daher sicherlich eine Story, an der angehende Krankenschwestern ihre helle Freude haben werden. Es fließt Eiter in Massen und jede Menge Blut in die Kloschüssel. Für diese Unappetitlichkeiten, die in dieser drastischen Weise, meiner Meinung nach, nicht nötig gewesen wären, gibt es Punkteabzug.

Ansonsten ist die Annäherung der beiden unterschiedlichen Männer und der Austausch ihrer Lebensgeschichten durchaus unterhaltsam und sogar mit einer gewissen erzählerischen Sogwirkung geschrieben.

Ja, es gibt kleine erzählerische Schwächen und Wiederholungen, trotzdem bekommt man einen Eindruck von dem, was die Reisenden bewegt. Wiederholt stellen sie fest, einmal resignierend, einmal mit Freude, einmal begeistert und dann wieder depressiv, „das ist halt Afrika“. Man ist fatalistisch, weil man die Dinge nicht ändern kann, aber die Lebensfreude ist stärker als aller Frust: „Der Tod steht schon im Raum und es wird noch einmal getanzt. Das ist halt Afrika.“

FAZIT: Anständig erzählt. Nur warum man sich ausgerechnet für den Tscharlie oder für den Hansi besonders interessieren sollte, hat sich der geneigten Leserin nicht erschlossen. Vielleicht deshalb nicht, weil sie nicht Krankenschwester ist. Und an Blut und Eiter wenig interessiert.

Kategorie: Gute Unterhaltung
Verlag: Hoffmann und Kampe, 2020
Profile Image for buchwoerter.
243 reviews
March 7, 2020
"Wer nicht stolpere, gehe falsch, im Gebirge allemal." - Was für eine tolle Geschichte!

Matthias Politycki hat in seinem Roman "Das kann uns keiner nehmen" einen interessanten Reisebericht gepaart mit Gesellschaftskritik und zweierlei Lebensgeschichten. Ich bin wirklich überrascht worden von der Intensität des Buches.

Der Kilimandscharo-Gipfel ist einer der Wanderrouten für Menschen, die ihre Grenzen suchen. So treffen sich relativ unfreiwillig der Schriftsteller Hans und der sehr eigenwillige Bayer Tscharli auf dem Gipfel. Zwangsläufig verbringen sie viel Zeit miteinander. Hans wirkt geerdet und man kann sich sehr gut mit seinen Gedanken identifizieren. Man kann sehr gut nachvollziehen, dass er den urigen, grantigen und auf niedrigstem Niveau witzelnden Tscharli nicht sonderlich sympathisch findet. Und ja, man wird seine Ansicht überdenken. Mir hat es gefallen, dass man den Tscharli tief in einer Schublade verortet hat. Darüber bin ich sehr ins grübeln geraten, denn die Gedanken über Tscharli konnte ich absolut teilen. Vorschnell verurteilt, ich, in einem Buch. Das hat wirklich gesessen. Mir hat es gefallen, mehr über Tscharli zu erfahren, Dinge zu verstehen und wie sein Humor funktioniert. Die Lebensweisheiten Tscharlis waren herrlich anders und erfrischend. Hans schafft es hinter die Fassade von Tscharli zu sehen und da bemerkt man erst, was für ein Pfundskerl er in Wirklichkeit ist. In Deutschland hätten sich mit Sicherheit ihrer beiderlei Wege nach der kurzen Sekundenfreundschaft wieder voneinander getrennt. Hier in Afrika nicht: sie halten aus, sie lernen sich kennen und respektieren.

Politycki schafft es immer wieder Aha-Momente zu kreieren bzw. durch seinen grandiosen Schreibstil zum Nachdenken anzuregen. Vor allem das Wort "Sekundenfreundschaft" hängt bei mir noch nach. Viele tolle Zitate habe ich mir in dem Roman markiert, vor allem solche, die über das stolpern und weiterlaufen berichten.
Die Beschreibungen des Landes Tansania, der Menschen und von Situationen sind beeindrucken und widerlegen zahlreiche Vorurteile. Die Reise der beiden Protagonisten durch das Land sind spannend und sehr aufschlussreich (Sansibar, Daressalam, Kilimandscharo). Die Karten die im Einband abgebildet sind, lassen die Reise gut nachvollziehen.
Die Begegnungen mit den Einheimischen werden durch den Charakter Tscharlis und seinen urbayrisch/englischen Sprüchen aufgewertet. Doch wer nun denkt, dass die Geschichte oberflächlich ist, hat weit gefehlt. Sowohl Hansi als auch Tscharli tragen "Altlasten" mit sich rum, denen sie sich stellen. Ihr Kommunikation und ihre eigenwillige Beziehung zueinander lassen Vorurteile aufbrechen und regen wirklich zum nachdenken an. Zudem bemerkt man, dass der Autor selbst autobiographische Erlebnisse in den Roman eingearbeitet hat.

Für mich ein absolutes Lesehighlight!
343 reviews5 followers
May 14, 2020
Das ist Afrika! Ein afrikanischer Roadtrip. Am Gipfel des Kilimandscharo: Hans, ein liberaler Hamburger, ist endlich da, wo er ein Leben lang hinwollte. Hier, auf dem Dach von Afrika hofft er, endlich mit der Vergangenheit ins Reine zu kommen. Sieben Tage lang hatte Hans den Moment ersehnt, da er endlich allein sein würde mit diesem Berg. Sieben Tage, während es auf den Wanderwegen immer voller geworden war, je höher sie kamen. Nach zwanzig Minuten gingen sie auf dem Kraterrand weiter, und als sie die Stelle erreicht hatten, wo der Pfad abzweigt, hinab zum Crater Camp, sahen sie ihn. Auf dem Grund des Kraters steht bereits ein Zelt, bewohnt von dem Ur-Bayer Tscharlie mit unerträglich rechten Ansichten. Sie sahen ihn schon vom Kraterrand aus, ein leuchtend roter Punkt zwischen den Zelten, genau dort, wo ihr Pfad am Kraterboden enden würde. Auf diesem Berg sei man nur Gast; wer mehr von ihm wolle als den Gipfel, der müsse auch mehr geben, nicht wenige das Leben. Nur der Einbruch der Kälte hatte kurz für Ruhe gesorgt. Von einer Sekunde zur andern war’s so still im ganzen Camp, daß sie ihren Puls pochen hörten und den Schmerz im Kopf wieder wahrnahmen, ein leichtes Ziehen unter der Schädeldecke. In der Nacht bricht ein Schneesturm herein und schweißt die beiden wider Willen zusammen. Es beginnt eine Reise kreuz und quer durch Afrika. Als sich die beiden schließlich die Geschichte ihrer großen Liebe anvertrauen, erkennen sie, dass sie mit dem Leben noch eine Rechnung offen haben. Doch in Afrika fährt der Tod immer mit, und nur einer der beiden wird die Heimreise antreten. Matthias Politycki zeigt durch seine Novelle, wie wichtig es ist, neue Lösungen zu finden, um nicht an Unerträglichkeiten zu zerbrechen. "Das kann uns keiner nehmen" ist ein wirklich ganz großartiger Roman, der auf humorvolle Weise den Sinn des Lebens hinterfragt. Show-down am Gipfel des Kilimandscharo - zeigt mal wieder wie klein die Welt-, und wichtig gegenseitiger Respekt ist. Egal wie der andere tickt. Man selbst ist ja auch nicht perfekt. Besonders die Einstiegsszene war sehr malerisch beschrieben, und es wurden genau die richtigen Umschreibungen gewählt, um die ideale Stimmung auszulösen. Eine Geschichte aus dem Leben gegriffen und einer Charakterfigur mit der man sich identifizieren kann - das ergibt eine einfühlsame Kombi. Dieses Buch ist sehr vielschichtig und bietet, neben der aberwitzigen Story, viele Einblicke in die afrikanische Kultur. Direkt und warm - eine Geschichte, die mich umgehauen hat. Sie begeistert mit ihrer Komik und Tragik und ist ein echtes Lesevergnügen.
Profile Image for yexxo.
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March 12, 2020
Hans möchte mit seiner Vergangenheit ins Reine kommen - mit einer Besteigung des Kilimandscharo und der Übernachtung im Gipfelkrater. Doch als er und seine Gruppe oben ankommen, muss Hans zu seinem Ärger feststellen, dass dort schon ein Anderer seine Zelte aufgeschlagen hat. Widerwillig nähert er sich dem Platz und es kommt noch schlimmer: Der ihnen Zuvorgekommene, Tscharli, ist ein ungehobelter, respektloser Urbayer mit fürchterlichen Ansichten. Auf dem am nächsten Morgen gezwungenermaßen gemeinsamen Rückweg wird deutlich, wie schlecht es um Tscharlis Gesundheit bestellt ist. Und eh Hans es sich versieht, befindet er sich plötzlich für eine Woche auf einer gemeinsamen Reise mit diesem Rüpel.
Hans berichtet diese Geschichte als Ich-Erzähler und, natürlich, ist er selbst der Maßstab, an dem er Tscharli misst. Immerhin ist er von Beginn an ehrlich genug um festzustellen, dass dieser unsägliche Bayer mit den Afrikanern wesentlich besser klar kommt als Hans, auch wenn er sie immer wieder 'Neger' nennt. Es ist durchaus belustigend zu lesen, wie der politisch korrekte Hanseat dem alten Zausel klar zu machen versucht, wie reaktionär dessen Ansichten und Verhalten sind. Tatsächlich ist es Hans jedoch, der den Einheimischen fremd bleibt bzw. sie auf Distanz hält. Ungewollte europäische Arroganz, Überheblichkeit oder schlicht Furcht? Die beiden so verschiedenen Männer freunden sich wider Erwarten an und nach und nach erzählen sie sich gegenseitig ihre Lebensgeschichten; zumindest den Teil, der sie nach Afrika geführt hat.
Es ist nicht nur eine bzw. zwei Geschichten über die Liebe des Lebens, sondern auch die Liebe zum Leben, die Tscharli aller Widrigkeiten zum Trotz nicht verliert. Er, der zeitweise schmerzhaft geradeheraus ist und scheinbar zwanghaft fast immer gute Laune hat, zeigt seinem Begleiter, wie gut es sich leben lässt und Hans lernt von ihm. Er fühlt sich zum ersten Mal frei, ohne jede Zwänge, die ihm in Deutschland nicht mehr bewusst waren.
Matthias Politycki lässt seinen Protagonisten in einem Tonfall erzählen, als säße er einem gegenüber. Selbst Zögerlichkeiten beim Nachdenken, das Abwägen - alles wird festgehalten und wirkt damit wie ein persönliches Gespräch. Ein Gespräch mit Beschreibungen die so deutlich sind, dass man die Menschen wie auch die Szenerien unmittelbar vor Augen hat. Tscharli ist mir während des Lesens sehr ans Herz gewachsen und ich hoffe, dass es noch viel mehr Tscharlis auf dieser Welt gibt.
Profile Image for Jodi.
2,320 reviews44 followers
April 29, 2020
Matthias Politycki soll ja bekannt sein. Ich habe bis dato noch nie von ihm gehört, aber das Cover seines neuen Buches raubte mir sofort den Atem. 'Muss ich lesen!' und so geschah es.

Grundsätzlich bin ich bei neumodischer deutscher Literatur eher skeptisch, vor allem bei jener, die vom Feuilleton gelobt wird. Aber dieses Buch konnte auch mich und meine zweifelnde Seite überzeugen.

Man sollte jedoch nicht an das Buch herangehen und nette und sympathische Charaktere erwarten, wie sie in der Contemporary Literatur aktuell gerne beschrieben werden. Aber auch nicht jene versifften düsteren Figuren aus dem Noir-Genre. Polityckis Hauptdarsteller sind irgendwo dazwischen. Weder eignen sie sich als Rollenmodell, noch als Beispiele dafür, was alles schief gehen kann.

Und genau das machte sie in meinen Augen glaubhaft. Es sind Menschen. Keine Figuren, keine Ideale, keine Beispiele oder Symbole. Einfach Menschen, denen wir in Deutschland, Österreich und/oder der Schweiz auf der Strasse begegnen könnten. Menschen, die wir sein könnten.

Davon lebt dann auch dieses Buch. Von einer anfangs nicht gewollten, fast schon erzwungenen Freundschaft. Von einem Abenteuer, das aus dem Ruder gelaufen ist. Von einem modernen Afrika in all seinen Facetten. Denn die zentrale Handlung der Freundschaft von Hans und Tscharli wird erst vor der lebhaften Kulisse Tansanias richtig schillernd und eindringlich.

Der eher zurückhaltende Hans wird bunt, munter und stellt sich seinen Geistern und der wilde Tscharli... nun, der ist eben wie er ist.

Ich glaube nicht, dass ich mit Tscharli, oder gar mit Hans, auskommen würde. Aber auch das machte den Reiz für mich aus. Andere Menschen kennenlernen, verstehen lernen. Alle haben sich in Tscharli getäuscht, Tscharli hat alle getäuscht. Woher weiss also ich, was sich hinter dieser Lederjacke verbirgt? Hinter jenem Vollbart? Hinter jenem Gebaren, das mich so abschreckt?

Auch Hans lernt, dass der erste Eindruck nicht immer stimmen muss. Daraus können auch wir Leser etwas lernen.

Ach ja, und über Afrika. Darüber durfte ich auch viel Neues in Erfahrung bringen.
Denn auch das ist dieser Roman.
Profile Image for yellowdog.
861 reviews
March 4, 2020
Ein verrücktes Paar in Afrika

Matthias Politycki ist ein wirklich guter Autor, da er ernsthaftes Themen mit einer Leichtigkeit und mit Wortwitz verbinden kann.

Hans und Tscharlie treffen sich zufällig in einem Krater auf dem Kilimandscharo.
Sie sind sehr ungleich. Hans ein Hamburger Schriftsteller, Tscharlie ein Bayer. Da treffen Welten aufeinander.
Hans hält Tscharlie für einen Proleten. Für Tscharlie ist Hans ein Windlhans und ein Hornbrillenwürschtl, preußisches.
Obwohl es viele Vorurteile auf beiden Seiten gibt, setzen sie ihre Reise durch Afrika gemeinsam fort und verstehen sich mit der Zeit immer besser.

Ich mag den Icherzähler wegen seinem Einfühlungsvermögen, das auch ermöglicht hinter Tscharlies Fassade seine Herzlichkeit zu erkennen.
Politycki hat mit den beiden ein originelles Paar erschaffen. Dann versteckt er auch noch geschickt zwei Liebesgeschichten im Roman.
Jeder der Protagonisten hat eine Beziehung mit Verlusten erlebt.
Nicht zuletzt sind Abschnitte dabei, die eine kleine Hommage an Ernest Hemingways Schnee auf dem Kilimandscharo.
2,312 reviews13 followers
March 5, 2020
Zum Inhalt:
Hans ist endlich da, wo er schon sein halbes Leben hin wollte: auf dem Gipfel des Kilimandscharo. Doch leider ist er dort nicht allein, denn "Tscharli" ist schon da. Und er ist so gar kein Mensch, in dessen Gesellschaft Hans dort sein wollte. Ein Wetterumschwung zwingt sie zunächst zusammen zu bleiben und bringt sie einander näher. Eine unglaubliche Reise beginnt.
Meine Meinung:
Das war für mich ein Buch, durch dass ich mich wirklich durchkämpfen musste und wenn ich es nicht als Leseexemplar bekommen hätte, hätte ich wahrscheinlich abgebrochen. Ich hatte einerseits irgendwie mehr oder besser gesagt, etwas anderes von diesem Buch erwartet, andererseits ging mir Tscharli und seine Sprache derart gegen der Strich, dass ich das Lesen fast schon als quälend empfunden habe. Somit konnte ich mich am Ende weder für den Schreibstil, die Geschichte, noch die Protagonisten erwärmen und war froh als das Buch zu Ende war. Ich bin davon überzeugt, dass es vielen Leser anders ergeht, aber mein Buch war das nicht.
Fazit:
Nicht meins
Profile Image for Henrike.
262 reviews
March 18, 2020
Also, so ein Buch habe ich auch noch nie gelesen... Ich gebe zu, der wunderschöne Buchumschlag hat mich auf eine völlig falsche Fährte geleitet, denn zuerst dachte ich, es wäre ein Buch über Fernweh des Ich-Erzählers Hans aus Hamburg... ...bis der Tscharlie auftauchte.

Der Tscharlie zeigt sich als Ur-Bayer, genau wie man ihn sich vorstellt: sehr laut, fast übersteigert selbstbewusst, Bier/Absacker-liebend, oft nervig, mit "volkstümlichen Humor" und leider auch oft unerträglich in seinen Ansichten.

Die beiden werden zu so einer Art "ungleiches Paar auf Abschiedstour", und die Geschichte ist so authentisch und unmittelbar geschrieben, dass man die Beiden ganz genau vor seinem inneren Auge sehen kann, wie sie ihre Abenteuer erleben. Dabei geht es um Afrika, Abenteuer, Liebe, Geheimnisse, Spaß, Tod und ein paar Überraschungen.

Man spürt selbst, dass man auch dann an einem Menschen und seiner Geschichte interessiert sein kann (und von ihm lernen kann), wenn man vieles an ihm nicht gut leiden kann... so geht es Hans und mir auch. 👍👍
Profile Image for Inge H..
471 reviews9 followers
March 2, 2020
Panorama Afrikas
Der Autor Matthias Politycki schreibt beeindruckend, humorvoll, tragisch und lebensnah. Das Buch „Das kann uns keiner nehmen“ fing für mich etwas schwierig an, aber je mehr ich las, je besser kam ich in die Geschichte hinein.
Witzig fand ich die teilweise in Mundart geschriebenen Dialoge.

Am Kilimandscharo treffen der Hamburger Hanns und der Bayer Tscharli aufeinander.
Die Beiden gewöhnen sich aneinander. Tscharli war eine besondere Type. Seine Art ist besonders im Umgang mit den Einheimischen eindrucksvoll. Tscharli gibt sich gegenüber Tscharli geheimnisvoll.
Von Hanns erfährt man viel aus seiner Vergangenheit.

Der Autor zeigt uns mit diesem Roman, wie man in Afrika reist. Seinen Protagonisten hat er besondere Charaktere gegeben. Sein Schreibstil macht Spaß zum Lesen.
Der Roman ist teilweise ein schöner Reisebericht und dann wieder mit ernstem Hintergrund. Ich wurde gut unterhalten.


135 reviews
March 19, 2020
Die Leseprobe begann mit einem ungleichen Männerpaar, die jeweils einen Traum zu überwinden gedachten und sich zufällig begegneten.
Der vermeintlich Starke Tscharli führt den kleinen Hansi umher und in das afrikanische Leben ein. Erst dachte ich an bayerisches Geprotze, aber dann kommt es doch anders.
Die Beschreibung der Reiserouten abseits der Touristenströme , das "wahre" Afrika erweisen sich nicht immer bequem, aber interessant . Einblicke in Hierarchiestellung auf den afrikanischen Straßen und Behörden sind für Unbedarfte neu. So wünscht man sich die Erkundung eines neuen Gebietes.
Mehr und mehr bestimmen sentimentale Lebensweisheiten und gesundheitliche Veränderungen des Tagesablauf.
Der Schreibstil ist wie aus dem Munde kommend.
Profile Image for Andrea.
305 reviews9 followers
December 16, 2020
Mir hats leider nicht besonders gefallen.
Ich habe mir das Buch als Hörbuch angehört und nach ca. 3 Stunden (also knapp einem Drittel) abgebrochen.
Vielleicht bin ich nicht die Zielgruppe für diese Geschichte.
Aber für mich kam nicht rüber was diese Menschen bewegt. Es soll um eine besondere und ungleiche Freundschaft zwischen zwei Männern gehen, die beide schwieriges erlebt haben.
Doch ich konnte nicht spüren was das ist.
Mir waren die Charaktere zu flach, zu klischeehaft, zu linear.
Es hat leider auch nicht geholfen, dass einer der Protagonisten offensichtlich ein Urbayer ist und der Sprecher des Hörbuchs ganz offensichtlich nicht. Für mich als Münchnerin hat das der Geschichte eben auch noch einiges genommen.
Profile Image for Jürgen.
2 reviews
July 7, 2022
Eine Abenteuergeschichte für nicht mehr ganz so junge Männer. Es geht um Hoffnungen und Niederlagen,.Saufen und Siechtum, Freundschaft, Afrika, Liebe und Tod, ohne dass es irgendwo gefuhlsduselig oder gewollt bedeutungsschwanger wird. Ich mochte es sehr. Und wahrscheinlich muss ich in diesem Leben dann auch noch mal nach Ostafrika, Silberferkel reiten
Profile Image for Esther.
Author 3 books50 followers
December 22, 2020
Als Hörbuch ein grossartiger Genuss.
Ob ich die Sprache vor allem des Tscharlies selbstgelesen genauso "authentisch" empfunden hätte oder ob sie mir mehr auf den Geist gegangen wäre, ist schwer zu sagen.

Die Geschichte selbst hat mich von Anfang bis Ende fesseln können.
150 reviews13 followers
March 29, 2020
Zunächst erst einmal vielen Dank an den Hoffmann und Campe Verlag für das Rezensionsexemplar! Nachdem ich in das Buch hinein gelesen hatte als auch das Cover bestaunt hatte, war ich sehr gespannt darauf. Leider wurden meine ganzen Erwartungen nicht vollends erfüllt.

Es geht um das gemeinsame Abenteuer von Hans und Tscharli, welche sich bei der Besteigung des Kilimandscharo kennenlernen und wie ihre jeweiligen Lebensgeschichten zustande kamen.

Leider wurden mit zunehmender Geschichte beide Charaktere für mich zusehends anstrengend. Ja, die Protagonisten müssen keine Sympathieträger sein, aber für diese Geschichte ist es sicherlich förderlich. Dies kombiniert mit der Sprache, macht die Geschichte trotz der knapp nur 300 Seiten, teilweise sehr langatmig. Interessant ist jedoch die Darstellung von Tansania und Sansibar, hier bekommt der Leser ein anderes Afrika-Bild vermittelt. Im Vordergrund stehen aber auch hier einzelne Personen und nicht überschwängliche Natur- und Landschaftsbeschreibungen.

Ich muss jedoch sagen, je länger das Buch in meiner Lese-Vergangenheit liegt, desto besser fand ich es doch. Es bleibt auf alle Fälle im Gedächtnis!

PS: Bayrischer Dialekt sollte euch beim Lesen dieses Buch nicht stören, sonst könnte es ziemlich anstrengend werden.
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