„Das Schweigen des Fjords“ von Marie Lovise Matre ist der erste Fall für Bengt Alvasker und spielt in dessen Heimatort am Hardanger-Fjord in der Nähe von Bergen. Es ist sicherlich ein Buch, dass ich ohne mein Heimat-Bücherforum niemals entdeckt hätte und ich bin super dankbar, dass es dort vorgestellt und für gut befunden wurde, so dass das Buch auf Wanderschaft durchs Forum ging und es schließlich auch bei mir gelandet ist.
Mich hat das Buch von der ersten Seite an komplett in seinen Bann gezogen. Es ist von Anfang an schrecklich beklemmend, es wurde mir regelrecht schlecht, lesen zu müssen, in was für Verhältnissen die Geschwister Ina und Anders bei ihrem alkoholkranken Vater leben müssen. Sie bekommen nicht genug zu essen, die Mutter ist verstorben, beide Kinder sind total verstört und traumatisiert. Wir erleben relativ früh im Buch eine wilde Party des Vaters mit und als am nächsten Morgen Anders verschwunden ist und alles auf ein Verbrechen hindeutet konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ich wollte in das Buch kriechen und Ina beschützen, an mich drücken und den Vater am liebsten umbringen.
Ich mochte das Setting in Norwegen extrem gern, das hat unglaublich viel zur bedrohlich-schaurigen Atmosphäre beigetragen. Die Kapitel sind angenehm kurz und der Schreibstil unkompliziert und leicht und flüssig zu lesen. Vielleicht wurden in der Geschichte ein paar falsche Fährten zu viel gelegt, und wenn eine bestimmte Fährte sich als die echte entpuppt hätte, dann wäre mir das auch zu plump gewesen. Aber trotzdem war mir schon nach den ersten 180 Seiten klarr, dass ich die Reihe weiterverfolgen will. Kann man nur hoffen, dass der Verlag meine Meinung teilt und auch die beiden anderen Fälle für Bengt Alvsaker übersetzen lässt, die es im Original bereits gibt.
Alles in allem kann ich wohl sagen, dass mir skandinavische Thriller- und Krimi-AutorInnen einfach liegen. Ich habe in meiner Liste der gelesenen Krimis und Thriller geschaut, da war bislang noch nichts dabei, was mir so gar nicht gelegen hätte. Es gibt sicherlich noch genug Autorinnen und Autoren zu entdecken, aber diejenigen, die ich bislang kenne, sind durch die Bank gut bis richtig super gewesen.
Mir hat das Buch so gut gefallen, dass ich es mir selbst noch einmal gekauft habe, da es ja „nur“ ausgeliehen war, als ich es gelesen habe. Aber das war so überzeugend, das musste ich einfach haben. Wie gesagt, jetzt müssen nur noch die weiteren Fälle für Bengt Alvsaker und sein Team übersetzt werden und dann sind die auch mir.