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Der Koran und die Frauen: Ein Imam erklärt vergessene Seiten des Islam

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»Historisch betrachtet brachte der Koran Frauen die Freiheit und das Recht.« (Benjamin Idriz)

Frauenfeindlichkeit und Islam gehören für viele scheinbar zusammen. Daran gibt es nichts zu beschönigen, aber vieles zu ändern. Dass das möglich ist, zeigt dieses Buch, sogar ganz ohne nichtislamische Besserwisserei. Hier erklärt ein Imam, was er die Männer und Frauen in seiner Gemeinde über das Verhältnis der Geschlechter lehrt. Seine Quelle ist der Koran und sein Ziel ein Islam, der sich seines befreienden Ursprungs wieder bewusst ist. Ein erhellendes Buch für alle, denen an Debatte und nicht nur an Denunziation gelegen ist.

190 pages, Hardcover

Published January 1, 2019

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Benjamin Idriz

8 books5 followers

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Displaying 1 - 9 of 9 reviews
Profile Image for Elisabeth Bulitta.
134 reviews3 followers
June 1, 2019
Was für das Christentum heute eine Selbstverständlichkeit ist, unternimmt Benjamin Idriz in seinem Buch „Der Koran und die Frauen. Ein Imam erklärt vergessene Seiten des Islam“: eine historisch-kritische Exegese. Dieses Sachbuch ist im April 2019 im Gütersloher Verlagshaus erschienen und umfasst 192 Seiten.
Unterdrückung der Frau, Polygamie, Zwangsehen, Gewalt – Praktiken gelebten Islams, die in der westlichen Welt, und das zu Recht, auf Ablehnung stoßen. Dass man jedoch unterscheiden muss zwischen dem, was der Koran (und mit ihm der Prophet) sagt, und dem, wie dieses gelebt wird, versucht Idriz in seinem Buch darzustellen.
Dabei geht er zuerst auf die vorislamische Zeit der arabischen Welt ein, beleuchtet das damalige Frauenbild, um dann anhand der Schlagwörter „Gerechtigkeit“ und „Gleichheit“, die der Koran für alle Menschen fordert, die Verbesserungen auch für Frauen darzustellen. Streng unterscheidet er dabei zwischen dem Frauenbild in mohammedanischer und nachmohammedanischer Ära: Die Gesellschaft an sich war (und ist) nach wie vor patriarchalisch geprägt, was sich auch auf den Glauben auswirkte. Anhand diverser Beispiele zeigt er auf, wie Suren des Koran und Empfehlungen Mohammeds sich teils frappierend von dem unterschieden, wie sie heute praktiziert werden. Hierzu zählen unter anderem Gewalt in der Ehe, Scheidungs- und Erbrecht, das Gebot, verhüllt zu gehen, oder das Gebet der Frau in der Moschee.
Seine Argumentation folgt im Großen und Ganzen dem, was man aus der Bibelexegese des Christentums schon seit Jahren kennt: Die Heilige Schrift ist zwar eine Offenbarung Gottes, aber eben in einer bestimmten Zeit und unter bestimmten Voraussetzungen entstanden. Vieles, was heute als konservativ und unmenschlich verschrien ist, muss vor dem historischen Hintergrund betrachtet werden. Dass sich neu etablierende Religionen auch althergebrachte Traditionen übernehmen, ist in der Religionsgeschichte allbekannt. Als Exempel diene hier die Polygamie: In einer Zeit, in der eine Frau allein nicht überleben konnte, in der aber gleichzeitig aufgrund von Kriegen ein Frauenüberschuss herrschte, war diese eine angemessene Möglichkeit, das Überleben der Frau zu sichern und diente somit ihrem Schutz. Was – neben patriarchalisch geprägten Konventionen – hier dem Islam heute noch in weiten Bereichen fehlt, ist eine historisch-kritische Auseinandersetzung mit der Schrift, wie sie sich mit der Aufklärung in der westlichen Gesellschaft nach und nach etabliert hat. Eine vergleichbare Epoche jedoch fehlt dem Islam bis heute.
Sehr dezidiert geht der Imam auch auf die Analyse einzelner Begriffe ein (z.B. „wadribuhunne“, welches oft als Legitimation zum Schlagen verwendet wird, aber auch anders verstanden und übersetzt werden kann), was in der Bibelexegese ebenfalls schon lange üblich ist. Gerade diese Passagen erfordern z.T. einige Konzentration beim Lesen und mögen den Lesefluss ein wenig hemmen, für alle, die sich für Sprachwissenschaften interessieren, sind sie jedoch nachvollziehbar, stößt man doch im Christen- oder Judentum sowie der Literaturwissenschaft auch immer wieder auf ähnliche Vorgehensweisen.
Ein wenig negativ aufgestoßen ist mir, dass ich mich des Eindrucks nicht erwehren kann, an einigen Stellen versuche der Autor den Koran über die jüdisch-christliche und somit auch humanistische Tradition zu stellen. „Manches von dem, was wir im modernen Europa als emanzipatorisch betrachten, wurde im 7. Jahrhundert in Mekka und Medina schon thematisiert.“ (S. 56) Hier vergisst er zu erwähnen, dass auch die Geschichte Europas diesbezüglich eine mit Rück- und Fortschritten ist, mit Wellenbewegungen.
Insgesamt legt Benjamin Idriz hier einen gelungenen Versuch vor, den Koran als dynamische Überlieferung zu betrachten, die in ihrem Kern einen Wunsch hat: Gerechtigkeit und Gleichheit für alle Menschen. Eine starre Lesart und Missbrauch stehen diesem Ansinnen jedoch noch allzu oft im Weg. Hier wären in einem weiteren Schritt Lösungswege zu entwickeln – meiner Meinung nach durch Bildung und Aufklärung. Ein Buch, das ich Interessent*innen an der Islamdebatte wärmstens empfehlen kann.
Profile Image for Leselissi.
414 reviews58 followers
February 22, 2020
Benjamin Idriz ist Imam der Islamischen Gemeinde Penzberg, er setzt sich schon lange für die Gleichberechtigung der Frauen ein, und klärt in seinem Buch über die Stellung der Frau im Islam auf.
Er macht deutlich, dass der Islam eine friedliche Religion ist, und der Koran den Gläubigen als Anleitung für ein gerechtes und freies Leben dienen soll.
Zu der Zeit, als der Koran offenbart wurde, herrschte eine patriarchalische Ordnung, in der Frauen als minderwertig galten und dementsprechend behandelt wurden - sie hatten überhaupt keine Rechte. Im Koran werden diese Ungerechtigkeiten aufgehoben! Tatsächlich wird darin immer wieder betont, dass Frau und Mann gleichberechtigte Wesen sind. Der Prophet Muhammed war selbst ein großer Kämpfer für die Frauenrechte und hat sich entschieden für sie eingesetzt.
Das Problem war, dass viele mit seiner neuen Lehre nicht einverstanden waren, und nach seinem Tod sehr schnell wieder in die alten Strukturen zurückfielen. Die alten Gewohnheiten wurden einfach in die neue Religion mit aufgenommen.
Bis heute verbreitete Aussagen, welche die Unterdrückung der Frauen predigen, wurden dem Propheten fälschlich im Nachhinein zugeschrieben, oder bestimmte Stellen im Koran wurden von (männlichen) Gelehrten dahingehend gedeutet und interpretiert, dass sie die ungleiche Behandlung von Frauen rechtfertigen.
Das aber widerspricht dem wahren Geist des Korans, wie Idriz betont und genau erläutert.
Leider ist es so, dass radikale Islamisten und Islamfeinde gleichermaßen, uns ein ganz falsches Bild vom Islam vermitteln. Sie reißen Zitate und Verse aus dem Zusammenhang und benutzen sie als Freibrief für ihre Gewalt. So ist der Eindruck entstanden, der Islam sei eine gewalttätige Religion.
Von daher empfehle ich jedem dieses Buch zu lesen, der nicht länger bereit ist, dieser irreführenden Sichtweise und Darstellung leichtfertig zu glauben.
Bücher wie dieses, öffnen die Augen und räumen deutlich mit Vorurteilen auf. Die Argumente aller Hassredner werden dadurch nichtig.
Profile Image for seher.
899 reviews83 followers
July 17, 2022
Das Buch war überraschend sachlich und dennoch so unglaublich positiv, realistisch und glaubwürdig geschrieben.

Und ich habe über viele Dinge erfahren, die mir so noch nicht bekannt waren und mit denen ich mich dann eigenständig auseinandergesetzt habe.

Dennoch hätte ich mir mehr Tiefgang gewünscht. Mehr Informationen, Details, Fakten, Zitate - mehr von allem, damit es nicht nur an der Oberfläche kratzt, sondern es eben auch tatsächlich eine professionelle Auseinandersetzung mit den (teilweise umstrittenen und schwierigen) Themen zu lesen gibt.

Profile Image for Büsra.
56 reviews2 followers
June 19, 2020
Ich habe das Buch geschenkt bekommen und fand es sehr interessant. Der Autor hat es auf eine Art und Weise verfasst, die sich gut in kurzer Zeit durchlesen ließ. Ich bin selbst nicht religiös und wusste vieles was im Buch stand nicht.

Ich habe viel über die Bedeutung bestimmter Wörter und über die historische Geschichte zur Entstehungszeit des Korans gelernt. Was ich zudem auch gelernt habe ist, dass sehr viel von der Interpretation abhängt. Ich habe vom Buch (für mich persönlich) mitgenommen, dass es keine eindeutig richtige oder falsche Interpretation gibt und man viele Aussagen (vom Koran) in unterschiedliche Richtungen verstehen kann. Der Autor hat zu vielen Aussagen auch verschiedene Interpretationen von Imamen aus vielen Ländern aufgeführt. Benjamin Idriz hat zwar einige Interpretationen als nicht richtig im Sinne des Islam bezeichnet, jedoch fand ich, dass vor allem diese Aussagen von der Interpretation abhängen und nicht komplett als falsch oder richtig bezeichnet werden können.
Profile Image for Fey.
6 reviews2 followers
April 18, 2022
Der Imam Benjamin Idriz thematisiert in seinem Werk "Der Koran und die Frauen" kontroverse Überlieferungen, die die gesellschaftliche Rolle der Frau im Kontext des Islams hervorheben. Dabei analysiert er auf ausgesprochen sensible und didaktische Weise missverständliche und polemische Koranpassagen und Hadithe, die das weibliche Geschlecht überwiegend denunzieren und als zweitklassig degradieren.

Mit zahlreichen Belegen von Koranexegeten und einer kritisch-hinterfragenden Auffassungsgabe geht er Vorurteilen und Missverständnissen nach, die den Koran und respektive den Islam im medialen Kontext als frauenfeindlich deklarieren.

Idriz macht unmissverständlich klar, dass die Überlieferung des Korans in der vorislamischen Zeit ("dschahiliyya" genannt) für die damals unter unwürdigen Verhältnissen existierenden Frauen erstmals emanzipatorische und revolutionäre Gleichberechtigung mit sich brachte. Dabei erklärt und belegt er, dass Prophet Muhammad (saw) zu seiner Zeit ausgesprochen aktiv für die Rechte von Frauen eingestanden hatte, wie auch in seiner Lebensweise und Umgangsweise zu erkennen gewesen ist.

Dabei erläutert Idriz Stück für Stück, dass die Offenbarung des Korans zu einer mehr als patriarchal geprägten Zeit versuchte, die Gesellschaftsstruktur mehr und mehr in eine gleichberechtigte Richtung zu gestalten, die viel Zeit und Gewöhnung in Anspruch nahm.

Das Lesen dieses Buches hilft, den Koran im Kontext seiner Entstehung nachzuvollziehen. Nach Idriz dürfen sich keine Passagen im Koran widersprechen. Wenn in bestimmten Suren eingeräumt wird, die Menschen [sowohl Frauen, als auch Männer] verfügen über eine unverletzbare Menschenwürde, so kann in einer anderen Passage nicht angefügt werden, dass die Frau sich dem Mann unterzuordnen habe. Mit dieser logischen Vorgehensweise argumentiert und widerlegt Idriz Übersetzungen sowie Überlieferungen, die zugunsten des Patriarchats als "fehlgeleitet" und "falsch" einzuordnen sind, besonders im Kontext zum Umgang mit Frauen.

Vielmehr sind es, laut Idriz, die starr an patriarchale Strukturen festgefahrenen Menschen, die kulturelle Bräuche und Sitten in den eigentlich an Gerechtigkeit und Gleichberechtigung appelierenden Islam beimengen, die eigentlichen Übeltäter, die die Überlieferungen karrikieren und
ihnen im Kern widersprechen.

Auch werden mannigfache Worte in ihrer Mehrdeutigkeit analysiert, sodass besonders fragwürdige und dezidiert frauenfeindlich anmutende Koranpassagen [Sure 34: "So schlaget sie!"] mit völlig gegensätzlichen Konnotationen und Handlungsrichtlinien versehen werden, die auf Versöhnung und Frieden schließen lassen. Diese und viele weitere Thematiken im Bezug zur Frau (das Männern angeblich vorbehaltene Freitagsgebet, Eheschließung, körperliche Bedeckung uvm.) werden ausreichend und kontextuell besonders im Hinblick auf die friedliebende und barmherzige Lebensweise des Propheten behandelt, der vorgab, Frauen stets mit Respekt und Achtsamkeit zu begegnen.

Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat, ist der kritische Diskurs des Korans im Kontext seiner Entstehung. Ebenso werden Überlieferungen und Passagen, die das weibliche Geschlecht überwiegend diskriminieren, scharf kritisiert und stark in Zweifel gezogen und auch logisch und nachvollziehbar mit dem Koran selbst und der Lebensweise des Propheten hinterfragt. Dadurch kristallisiert sich ein weit humaner, gleichberechtigter Islam heraus, der im starken Kontrast zur medial überwiegend negativ geprägten Berichterstattung steht.

Unklar bzw. schwierig zu bewerten ist für mich jedoch die strikte Trennung von Kultur und Religion. Welche Grenzen werden dahingehend gezogen, wann ist etwas eine "fehlgeleitete" Interpretation und wann nicht? Es wird zwar betont, dass der Koran nur über eine entsprechende Richtigkeit und Kredibilität disponiert, wenn dieser sich weder selbst noch in der um Gerechtigkeit bemühten Lebensweise des Propheten widerspricht, jedoch wird selten dieses Problem thematisiert. Stattdessen wird der "richtige Islam" vom "falschen Islam" distanziert, was meines Erachtens einen kritischen Diskurs erschwert. Der "falsch interpretierte" Islam ist für mich genauso repräsentativ wie der "richtig interpretierte". Denn wie und auf welche Art jemand eine Religion auslebt, ist hochgradig individuell - ganz gleich, welche angebliche Auslegung dahingehend die richtig intendierte sein mag. Aus diesem schier endlosen Sammelsurium an falschen/richtigen Überlieferungen manifestiert sich trotz allem eine Religiosität, von der man entweder positiv oder aber negativ geprägt zu werden vermag und die nicht scharf mit kulturellen Eigenbräuchen zu trennen ist. Dafür ist die Lebenswirklichkeit von Menschen, die den Islam auf solche Art und Weise erlebt haben, zu real und es ist wichtig, darüber zu sprechen und es nicht zu leugnen oder grundsätzlich vom Islam zu distanzieren, den Idriz hier veranschaulicht hat.

Nichtdestotrotz hat mir das Buch ausgesprochen gut gefallen, weil ich als Person, die den Islam aus einer eher negativ geprägten Auslegung erfahren hat, Einsicht über die Entstehung und die mannigfachen Überlieferungen erhalten habe.
Profile Image for Mel.
48 reviews4 followers
March 29, 2023
Dieses schöne Buch erklärt sehr gut, welche Stellung die Frau im Islam hat. Es ist ein sehr starker Kontrast von dem, was der Islam lehrt und welches die Medien präsentieren. Genau aus diesem Grund ist dieses Buch ein Muss! Es zeigt, welch eine friedliche Religion der Islam ist und bedacht auf die Frauen nimmt. Der Autor nimmt hierzu speziell Zitate aus dem Quran und legt diese Wort für Wort aus. Bei der Auslegung achtet er darauf, wo das Wort im Koran noch erwähnt wurde und welche Bedeutung es ihm dort zukam. Dazu kommt, dass er sich jeweils die Geschichte zu den Worten/Zitaten ansieht und die Lebensweise des Propheten heranzieht, um die Worte und den Sinn zu interpretieren. Ich wusste vieles nicht und bin sehr glücklich, dass ich auf dieses Buch gestoßen bin. Ein großer Dank an den Autor, der das alles verständlich geschrieben hat und den Islam in sein wahres Licht rückt.
Profile Image for dilara gedikli .
56 reviews
April 28, 2023
das buch hat mir sehr gut gefallen, da es informativ und logisch aufgebaut war. es hat sich sehr gut lesen lassen und seinen sinn/zweck erfüllt :)
Displaying 1 - 9 of 9 reviews

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