Armut ist ein brisanter, weil politisch-normativer, emotional besetzter und moralisch aufgeladener Begriff. Christoph Butterwegge diskutiert den Armutsbegriff, wirft einen Blick auf die Geschichte der Armut und vermittelt die theoretischen Grundlagen. Er stellt die Hauptrichtungen der Armutsforschung vor, erläutert die gängigen Methoden der Armutsmessung und hinterfragt die statistische Datenlage, wie sie die Armuts- und Reichtumsberichte der Bundesregierung dokumentieren. Neben den unterschiedlichen Erscheinungsformen und den Folgen der Armut für die Betroffenen wie die Gesellschaft beschäftigen ihn die Entstehungsursachen und die wenig überzeugenden Erklärungsansätze der (Medien-)Öffentlichkeit. Abschließend geht es um den Kampf gegen die Armut sowie die Frage, welche Maßnahmen hierbei Erfolg versprechen und ob das bedingungslose Grundeinkommen ein Patentrezept darstellt.
Christoph Butterwegge liefert in seinem Buch Armut eine kritisch-dokumentarische Auseinandersetzung mit dem Umgang verschiedener Akteure mit dem gesellschaftlichen Problem der Armut. Nachdem „absolute“ und „relative“ Armut erläutert werden, zeigt Butterwegge in alarmierend vielen, auch historischen, Beispielen, wie oft und wie heftig Armut und Notleidende von verantwortlichen und einflussreichen Instanzen ignoriert oder gar stigmatisiert wurden. Insgesamt eine knappe, aber dennoch gute Zusammenfassung der Armut hinsichtlich des Historischen, Politischen und Gesellschaftlichen.