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Linus Fleck oder: Der Verlust der Würde

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"Linus Fleck“ ist eine Satire über die westdeutsche Gesellschaft der frühen Nachkriegszeit. Der Autor übt Kritik an denjenigen, die schnell das große Geld gemacht haben, ohne eine solide Grundlage für ihren Erfolg zu schaffen. Er bringt zum Ausdruck, dass man über kurz oder lang genauso schnell und genauso tief fallen wird, wie man vorher gestiegen ist.
Der Roman spielt in München in den Jahren 1945-1955; er beginnt damit, dass der Vater des Protagonisten Linus Fleck stirbt und dieser nun vollkommen auf sich gestellt ist, da seine Mutter die Familie schon vor langer Zeit wegen eines anderen Mannes verlassen hatte. Als die Amerikaner einmarschieren, hängt sich der 17jährige Linus an selbige und erhofft sich dadurch eine privilegierte Stellung und einen raschen sozialen Aufstieg. Dank ihnen schafft er es sprichwörtlich in kürzester Zeit vom Tellerwäscher zum Millionär. Er wird zunächst Herausgeber einer neu gegründeten politischen Jugendzeitschrift, später einer Zeitung die dem Genre der Regenbogenpresse angehört. Linus hat mit diesen Unternehmen eine ganze Weile guten Erfolg.

397 pages, Hardcover

Published January 1, 1959

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Hans Werner Richter

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Richter ist weniger mit eigenen Werken bekannt geworden. Dafür gelangte er als Initiator, Spiritus rector und „graue Eminenz“ der Gruppe 47 – der wichtigsten bundesdeutschen Schriftstellergruppierung der Nachkriegszeit – zu weltweiter Berühmtheit und Anerkennung.

Hans Werner Richter war Sohn eines Fischers. Als 16-Jähriger absolvierte er von 1924 an eine dreijährige Lehre als Buchhändler in Swinemünde und arbeitete danach als Buchhandelsgehilfe in Berlin.

1930 trat Richter der KPD bei. Nach zwei Jahren wurde er 1932 wegen seines Trotzkismus ausgeschlossen. Nachdem er 1933 Zeuge eines NSDAP-Aufmarsches auf dem Tempelhofer Feld in Berlin wurde, knüpfte er allerdings erneut Verbindungen mit der illegalen KPD und versuchte, eine Widerstandsgruppe zu bilden. Als ihm dies nicht gelang, floh er mit seiner Freundin nach Paris. Seine Emigration scheiterte an seiner aussichtslosen finanziellen Lage.

Nach seiner Rückkehr 1934 arbeitete er als Buchhändler und Lektor in Berlin und wurde politisch im Untergrund tätig. 1940 verhaftete die Gestapo Hans Werner Richter vorübergehend. Nachdem ihm seine leitende Tätigkeit in einer illegalen pazifistischen Jugendgruppe nicht nachgewiesen werden konnte, erfolgte die Einziehung zum Kriegsdienst (1940–1943). Sowohl er als auch seine drei Brüder überlebten den Krieg.

In der amerikanischen Kriegsgefangenschaft (1943–1946), zuerst in dem Gefangenenlager Camp Ellis (Illinois), später in Fort Kearney (Rhode Island), gab Richter seit Frühling 1945 die antifaschistischen Zeitschriften Lagerstimme und Der Ruf heraus. An Der Ruf arbeiteten auch Alfred Andersch, Gustav René Hocke und Walter Kolbenhoff mit. Richter und Andersch gaben ab August 1946 in München Der Ruf weiter heraus. Nachdem die Zeitschrift im April 1947 wegen zu linker, prokommunistischer Einstellungen von der amerikanischen Besatzungsmacht verboten worden war, bildete sich schließlich ein Schriftsteller- und Kritikerkreis, der sich als Gruppe 47 auf informelle Einladung durch Hans Werner Richter in wechselnden Besetzungen zuerst halbjährlich, später bis 1967 jährlich zusammenfand.

In die ersten Jahre der Gruppe 47 fiel die mengenmäßig produktivste Phase in Richters Schriftstellerleben. 1951 wurde ihm der Fontane-Preis, 1952 für Sie fielen aus Gottes Hand der René-Schickele-Preis, 1972 der Kulturpreis des Deutschen Gewerkschaftsbundes, 1979 das Große Bundesverdienstkreuz, 1986 der Große Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und 1992 der Pommersche Kulturpreis verliehen.

Nach seinem Tod am 23. März 1993 in München wurde er auf eigenen Wunsch auf dem Friedhof von Bansin auf der Insel Usedom begraben.

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