Japan kennt eine jahrhundertealte und lebendige Tradition, seine Märchen zu überliefern: Es sind Erzählungen aus alter Zeit, Stoffe, die wir auch kennen, Tiergeschichten, Sagen und Legenden. Die Yuki-onna, die gespenstische „Schneefrau“, gehört zu den berühmtesten unter ihnen. Den Märchen-sammlungen in der „Manier der Brüder Grimm“ stehen diese Erzählungen in nichts nach – und doch stammen sie aus einer ganz anderen Kultur.
Die Grenze zwischen Wirklichkeit und Fiktion, Leben und Tod scheint ungleich fließender als in ihren europäischen Entsprechungen – auch vor Erotik haben die japanischen Erzähler keine Scheu.
Die Gestaltung des Buches (japanische Kunst und Leineneinband) finde ich wunderschön.
Leider finde ich die Geschichten teilweise etwas lieblos. Einige der Geschichten kannte ich schon, die meisten davon aber in einer längeren, etwas ausgereifteren, Version. Dass hier einige Geschichten teilweise kaum 1 Seite lang waren, wirkte auf mich, als ob dies „Lückenfüller“ waren. Die etwas längeren Geschichten fand ich zumeist gut erzählt, auch wenn das Ende dann je nachdem auch sehr abrupt wirkte.
Extrem schade finde ich, dass eine Eigenart der japanischen Sprache, das lange O, konsequent falsch geschrieben wurde. Im Buch wurde dieses Ô geschrieben, obwohl es korrekterweise Ō wäre.
Die Sammlung der Geschichten ist sehr ausführlich (bei zahlreichen Märchen mit nur 1-3 Seiten ist eine hohe Anzahl jedoch nicht weiter verwunderlich) und vielseitig und zeigt die japanische Art der Geschichtenerzählung relativ gut auf.
Für Personen, die „nur“ etwas Interesse an fremden Märchen haben, mag dieses Buch gut und schön sein, aber wer sich ein wenig besser auskennt/damit befasst hat, wird vielleicht enttäuscht.
Ein sehr lustiges, schönes aber auch sehr schauriges Buch. Vielleicht klingt es doof, aber irgendwie war es eine tolle Abwechslung mal nicht nur von den Prinzen, Prinzessinen oder Fröschen zu lesen, sondern um eine andere Thematik, wie Tod, tiefe Liebe aber auch Hoffnung, das hat dem ganzen einen guten Kick gegeben. Trotzdem hätte ich mir an manchen Stellen, viel weniger Brutalität und seltsame Momente gewünscht. Insgesamt gebe ich dem Buch 3,5 Sterne ❤️
Schöne Märchen, manche auch lustig, manche etwas seltsam. Man merkt schon sehr deutlich den Unterschied der Kulturen, wenn man die japanischen mit unseren westlichen Märchen vergleicht. Während unsere z. B. meistens (oder gar immer) gut ausgehen und glücklich bis ans Ende aller Tage weitergelebt wird, enden viele der japanischen Märchen oft traurig, mit Tod, oder irgendeiner anderen Form von Verlust. Andererseits widerum, sind viele der uns bekannten typischen Märchenmotive auch dort zu finden. Das lässt den fremden Klang gleich viel vertrauter werden.