Einem jungen Gitarristen und Journalisten bietet sich der große Deal und die Story seines Lebens: eine Million, wenn er beweisen kann, dass die ›Gibson Moderne‹, die legendärste Gitarre aller Zeiten, tatsächlich existiert hat. Auf seiner Suche begegnet er besessenen Musikliebhabern, leidenschaftlichen Sammlern, zwielichtigen Gestalten und sagenumwobenen Instrumenten. Eine faszinierende Reise quer durch Amerika und die goldenen Jahre von Blues und Rock.
4.5* Der Gitarrist und Gelegenheitsjobber Thomas Dupré erhält den Auftrag, eine legendäre Gitarre ausfindig zu machen. Dabei entsteht eine Spurensuche auf den frühen Pfaden des Blues und Rock'n'Roll. Wir lernen nicht nur den fiktiven Charakter Li Grand Zombi Robertson kennen, sondern auch viele zumindest mir unbekannte Legenden (z.B. Son House). Dazu gibt es viel nerdiges Wissen zu Gitarren. Das ganze ist zu guter letzt eine Art spannender Musikkrimi.
What a ride! Eine irre Story mit einem sehr sympathischen Helden, zunehmend rasant und spannend sowie reich an Wendungen. Ein großes Lesevergnügen, das einen zum Schmunzeln und Mitfiebern gleichermaßen verleitet.
Fast kann man von einem Subgenre im Thrillergewerbe sprechen: Die Suche eines interessierten Fans oder beruflich verstrickten Verehrers nach wahlweise dem letzten Song eines legendären Musikers, dem verschollenen Film eines sagenumwobenen Regisseurs oder einem Beweis, daß Murnau mit geheimen Mächten im Bunde war – immer sind es Fetische der Popkultur des 20. Jahrhunderts, die in mal mehr, mal weniger geschickt konstruierte, in den besseren Fällen mit wahren Fakten angereicherte und ausgeschmückte Stories verpackt werden. Fast immer muß man davon ausgehen, daß die Helden dieser Geschichten auf Geheimnisse stoßen, deren Kern meist aus den unheilvollen, oft übernatürlichen Kräften dieser Fetische bestehen. So hat man es also manchmal wirklich mit dem Übernatürlichen, dann oft Satanischen, meist aber mit menschlichen Schwächen, Abseitigkeiten und Perversionen zu tun. Und man wird immer Zeuge einer Schnitzeljagd nach Hinweisen, Schnipseln und Mosaiksteinchen, weshalb diese Stories in ihren Mustern auch recht schnell und recht einfach zu durchschauen sind und darob schnell ihre Spannung verlieren. Der Leser folgt eher dem Aufbau als der eigentlichen Narration, fragt sich eher, wie der Autor von Handlungsstrang A nach Handlungsstrang B kommt, als daß er sich wirklich für die ihm präsentierten Schicksale der Figuren interessiert.
Nach eher enttäuschenden Erfahrungen wie Marisha Pessls NIGHT FILM (2013), freut man sich, diesen kleinen, schnell gelesenen Roman aus Frankreich in Händen zu halten, der aus seiner Verehrung für den klassischen Blues keinen Hehl macht, der sich kaum bemüht, die Einfältigkeit seiner Klammer einer weit hergeholten Kriminalhandlung zu kaschieren, sich dafür aber sehr schnell in ein Geflecht begibt, daß den Blues als Musikrichtung ernst nimmt, ebenso wie seine Bedeutung für die Entwicklung der Rockmusik, aber auch seine Legenden, seine Narrative, das Geflecht aus Mythos, Sozialgeschichte und Beschwörung eigener Stärke, das Beharren auf dem eigenen Ich, das ein schwarzer Mann lange nur in der Musik artikulieren konnte - lautete die Bezeichnung für schwarze Männer jeden Alters im Alltag der Südstaaten der USA doch „boy“.
Grégoire Hervier lässt all diese Ebenen in seine Geschichte einfließen und bleibt aber doch nah genug an Trivia und Pulp, um dem Leser ein unterhaltsames wie spannendes Lesevergnügen zu bereiten. Allerdings merkt man seinem Roman an, daß er sich sehr viel lieber mit den mythischen Ebenen befassen mag, als bspw. mit den Rassismus betreffenden Seiten des Blues.
Hervier schickt seinen Helden Thomas Dupré – verhinderter Rock-Gitarrist, Musikjournalist und Gelegenheitsrestaurator älterer Saiteninstrumente – auf eine Reise in den Süden der USA; zunächst auf den Spuren der geheimnisumwitterten ‚Gibson Moderne‘, die als verschollener Prototyp aus dem Hause des legendären Gitarrenherstellers gilt und deren Existenz ein windiger Rockimpresario gern bewiesen hätte, wofür er eine Million Dollar zu zahlen bereit ist; dann aber viel mehr auf der Suche nach einem selbst wirklichen Kennern und Insidern nur rudimentär bekannten Bluesmusiker namens Li Grand Zombi Robertson, der offenbar im Besitz des Kultinstruments war, es auf den wenigen Aufnahmen, die noch von seinem erstaunlichen Blues künden, gespielt hat und mit dem er auf einem rissigen Cover seiner einzigen Veröffentlichung abgebildet ist. Gemeinsam mit neu gefundenen Freunden dringt Thomas immer weiter zum Kern des Geheimnisses vor, reißt dabei etliche Hundert Meilen zwischen Chicago, St. Louis, New Orleans und Dutzenden von Juke Joints, irgendwo in Kleinstädten im Delta, ab und lernt mehr und mehr über die Wurzeln und die Entwicklungen der „teuflischen“ Musik, die in Kirchen nicht gespielt werden durfte - den Blues.
Und mit dem Ich-Erzähler Thomas Dupré lernt auch der Leser zusehends zu unterscheiden zwischen der Frühform, dem Delta-Blues, der aus den sogenannten ‚field hollers‘ - dem Singsang der Sklavenarbeiter auf den Baumwollfeldern - hervorging, dann in den Coffee Houses verfeinert wurde und - als die Schwemme schwarzer Menschen, die ihr Heil in den Städten des Nordens suchten, Chicago erreichte - elektrifiziert und verstärkt seine volle Wucht entfalten konnte und schließlich ein Baby gebar – den Rock´n´Roll. Li Grand Zombi Robertsons Sound wird von Dupré als „frühe Form des Heavy Metal“ beschrieben, er vergleicht einzelne Riffs mit denen der frühen Black Sabbath und schlägt somit einen weiten Zirkel zu heutigen Blues-Avantgardisten wie John Spencer, der sich mit seiner 'Blues Explosion' an die Ränder der Kakophonie heranwagt und dort Anschluß an die rockmusikalischen Dekonstruktionen der 'Sonic Youth' herstellt. Grégoire Hervier gelingt dieser Zirkelschlag bravourös, es macht unglaublichen Spaß, seinem Spiel mit den Fäden gut recherchierter Musikgeschichte und dem Garn seiner eigenen Erzählung zu folgen.
Man hätte sich bei aller Freude an den Legenden von den ‚Crossroads‘ - an denen ein Mann wie Robert Johnson einst seine Seele dem Leibhaftigen übertrug, dafür aber ein Gitarrenspiel sein eigen nennen durfte, das geradezu….diabolisch zu nennen war - dennoch ein wenig mehr den klaren Blick auf die sozialen und historischen Bedingungen gewünscht, die den Blues geprägt haben und aus denen er sich nährt. Hervier verweist darauf und lässt auch immer mal wieder Anklänge zwischen den manchmal eher trivialen Begebenheiten seiner Story aufblitzen, auch kann man diese Seiten des Lebens im Saitenspiel Li Grand Zombis wohl vernehmen, doch in der Auflösung – und da gleicht VINTAGE dann eben doch seinen eingangs erwähnten Verwandten im Subgenre – sind es dann doch die im Blues ja ebenfalls typischen, von persönlichem Leid und Betroffenheit geprägten Motive, die sich in seiner Musik Ausdruck verschaffen. Die wiederum verweisen zurück auf die Rahmenhandlung, den Auftraggeber und dessen Motive.
An dieser Stelle, der Rahmenhandlung, dem Movens des ganzen Unternehmens VINTAGE, gelingt Hervier – ob gewollt oder aus reiner Nachlässigkeit sei dahingestellt – dann leider nur noch Durchschnittliches. Sowohl die Handlung als auch Duprés Erzählung derselben unterscheiden sich nicht nur nicht sonderlich von etlichen ähnlich gelagerten Thrillern und Krimis, sondern sie reicht kaum an die meisten davon heran. Zu gleichförmig, zu unoriginell und auch zu brav muten Erzählung und Erzähler an, zu wenig bedrohlich, auch atmosphärisch nicht eindrucksvoll genug, was ihm widerfährt und auch, wie es ihm widerfährt.
Nein, Grégoire Hervier - ironischerweise geboren im Jahr des Punk 1977 - wollte ein Buch über den klassischen Blues, die Rockmusik, die alten Helden und die Entwicklungsgeschichte vom einen zum andern erzählen und hat dies, anstatt ein weiteres Sachbuch zum Thema vorzulegen, in eine etwas biedere Handlung eingewickelt. Das sei ihm verziehen, denn den Geist dessen, worum es ihm geht, den hat er erfasst, seiner Geschichte injiziert und ihm damit ein wahres literarisches Ehrenmal gesetzt.
Wer auch nur im Entferntesten etwas mit Blues und Rock'n'Roll anfangen kann, sollte dieses Buch lesen! Ein verrückter Roadtrip mit dem Ziel, eine legendäre Gitarre zu finden, dessen Existenz nicht bewiesen ist. Lehrreich, unterhaltsam, abgefahren und spannend bis zum Schluss!
This was a wild ride! At one point you cant lay this book away and you simply have to keep reading. But it´s worth it, the ending is simply amazing and if you dont want to listen to Blues afterwards, then you didnt read this book properly.
Sein Chef fliegt nicht gerne, deshalb wird sein Aushilfsmitarbeiter Thomas Dupré nach Inverness geschickt, um eine seltene Gitarre auszuliefern. Der Abnehmer Lord Whinsley erweist sich als wahrer Kenner und als er Thomas erlaubt Gitarren aus seiner Sammlung auszuprobieren, schwebt dieser über den Wolken. Doch der Lord hat noch einen Auftrag für Dupré, er soll die seltenste Gitarre der Welt finden, eine Gibson Moderne, von der der Lord behauptet, sie sei ihm gestohlen worden. Ein geringfügiges Problem gibt es dabei, soweit bekannt, soll es von dem Instrument allenfalls Prototypen geben.
Thomas, der eigentlich ein eher unbekannter Musiker, aber auch Journalist ist, ist von der Geschichte des Lords angefixt und natürlich lockt eine lukrative Belohnung. Er begibt sich also auf eine Spurensuche sowohl nach der Geschichte der Gitarre als auch nach einem möglicherweise tatsächlich noch existierenden Instrument. Er beginnt damit in seiner Heimatstadt Paris bei seinem Chef, der sogar ein paar kleine Hinweise für ihn hat. Bald weist jedoch vieles in die USA, die Heimat der Gibson Gitarrenbauer. Dupré reist zunächst nach Tennessee, um einem Post nachzugehen, den er in einem Internetforum gefunden hat.
Über die Gibson Moderne aus dem Jahr 1957 lassen sich im weltweiten Netz einige wenige Informationen finden. Aus diesen hat der Autor einen ausgesprochen spannenden Musik-Thriller geformt. Zwar erscheinen einige wenige Szenen etwas over the top, aber insgesamt liest sich diese Spurensuche wie eine packende investigative Reportage mit persönlichem Touch. Dupré entwickelt sich dabei von einem relativ unbedarften Aushilfsverkäufer zu einem cleveren Detektiv, der sein Ziel nie aus den Augen verliert und sich auch nicht so schnell aus der Ruhe bringen lässt. Gerne hätte man einige seiner Beschreibungen der Musikstücke nachgehört, aber da hat der Autor wohl seine Phantasie spielen lassen. So muss man sich selbst die Vorläufer des Metall komponieren, was die Lektüre beinahe noch packender macht.
Ich höre weder Blues, noch spiele ich Gitarre. Auch für Musikgeschichte interessiere ich mich nicht sonderlich. Doch es gibt Bücher, die das Interesse für Themen wecken, die einen im Alltag nicht berühren. Bücher, die nicht nur das Interesse wecken, sondern eine wahre Leidenschaft während des Lesens entfachen! Bisher ist mir das passiert bei „Die Spuren meiner Mutter“ von Jodi Picoult(Elefantenliebe), „Nordnordwest“ von Sylvain Coher (Segelleidenschaft und Meerliebe) und bei „Die Launenhaftigkeit der Liebe“ von Hannah Rothschild (Kunstleidenschaft). Alles großartige Bücher, die man gelesen haben sollte, finde ich. In diese Riege reiht sich nun „Vintage“ von Grégoire Hervier ein. Ein Roman, der mich die Liebe zum Blues lehrte und die Leidenschaft für Gitarren weckte.
Die Geschichte nimmt ihren Lauf mit Thomas, der im Auftrag eines reichen Lords eine Gitarre ausfindig machen soll, über deren Existenz keine Beweise existieren. Da ihm eine großzügige Belohnung winkt, stürzt er sich in Recherchen zu dieser legendären Gibson Moderne, die vielleicht gebaut wurde – vielleicht aber auch nicht. Er taucht tief in die Musikgeschichte ein und lässt den Leser daran teilhaben. Und das ist alles andere als trocken und langweilig! Das geballte Wissen ist faszinierend, der Blues facettenreich und nicht nur in musikalischer Hinsicht von Bedeutung. Die Musik ist ein Sinnbild für die damalige Zeit in den USA. Es geht um Sklaverei und Unterdrückung, Freiheit und den Ausdruck von Emotionen. Und mit allem steht die Gibson Moderne in Verbindung.
Thomas geht auf Reisen, immer auf den Spuren dieser Gitarre, begegnet Menschen, Sammlern, Musikern und Gleichgesinnten. „Vintage“ ist ein Roadtrip der Extraklasse. Dabei ist Hervier’s Werk vor allem im letzten Drittel etwas roher und brachialer als erwartet. Es ist tatsächlich in vielerlei Hinsicht ein musikalischer Krimi, in dem es durchaus blutig wird. Also nicht unbedingt etwas für zarte Gemüter.
ICH GRÜBELTE ÜBER DIE GANZE GESCHICHTE NACH UND FÜHLTE MICH IMMER SCHLECHTER. ABER DANN KAM IM RADIO EIN WUNDERBARER BLUES, IT HURTS ME TOO VON ELMORE JAMES, UND MEINER BEGANN SICH ZU VERFLÜCHTIGEN. (SEITE 158)
Doch es steckt noch viel mehr darin. Humor, spannende Nebencharaktere und ein liebenswerter Protagonist, der sich in einer recht klassischen Phase der Selbstfindung befindet. Seine kurzfristigen Ziele, das Finden der Gitarre, formen sich nachvollziehbar zu langfristigen Zielen und Wünschen. Die Entwicklung von Thomas ist dabei sehr angenehm und plausibel in das Grundgerüst der Geschichte eingebunden.
Hinsichtlich der Story habe ich lediglich einen kleinen Kritikpunkt. Besonders ab der Hälfte häufen sich die Zufälle. Praktischerweise reist er zum Beispiel genau dorthin, wo sich die nächste Spur befindet. Oder er begegnet zufällig dem einen Menschen, der noch etwas zu der Gitarre sagen kann. Dies wurde mit der Zeit etwas überstrapaziert, so dass ich die Spurensuche nicht mehr zu hundert Prozent ernst nehmen konnte. Auf das große Ganzen wirkte sich das aber nicht allzu negativ aus.
MIR WURDE IN VOLLEM AUSMASS KLAR, DASS MAN SEINE KREATIVITÄT NACH MÖGLICHKEIT, VOR ALLEM ABER KÜNSTLERISCHEN BEREICH, AUSLEBEN MUSS, STATT ERWARTUNGEN ZU ERFÜLLEN. (SEITE 269)
Ich könnte noch auf so viele Aspekte des Romans eingehen, doch das würde den Rahmen dieser Rezension sprengen. Ich möchte aber noch erzählen, was das Buch mit mir gemacht hat. Nämlich das: Noch während des Lesens klebte ich Post-its auf jede Seite mit musikalischem Bezug. Und „Vintage“ ist vollgepackt damit! Lieder werden erwähnt, Musiker, die mit Gitarre A oder Gitarre B zur Legende wurden, Song A erinnert an Song B, die Produktion von Lied C war wegweisend für Bands X und Y – musikalische Referenzen ohne Ende. Nach Beenden des Buches wünschte ich mir nichts sehnlicher, als mich für Tage in ein Tonstudio zu verkrümeln und Musik zu hören. Eine Seite des Buches nach der anderen unter die Lupe nehmend.
Fazit
„Vintage“ von Grégoire Hervier ist so vielseitig, dass ich die Essenz nur schwer in Worte fassen kann. Dieser Roman hat mich begeistert für Musikgeschichte, den Blues, die USA in den 50er Jahren, Musiker dieser Generation, Musikproduktion, Gitarren und Gitarrenbau. „Vintage“ ist ein Roadtrip und ein Krimi in einem, noch dazu mit starken Charakteren, Spannung und Humor. Was will man mehr? Ich sage nur: Lesen!
Rezension | Vintage von Grégoire Hervier Beschreibung
Der junge Journalist Thomas Dupré lebt in Paris und träumt davon eines Tages ein erfolgreicher Musiker und Gitarrist zu werden. Bisweilen jobbt er in Alain de Chévignés Laden “Prestige Guitars”, in dem alte Vintage-Gitarren zum Verkauf angeboten werden. Bei einem außergewöhnlichen Botengang macht er die Bekanntschaft mit einem reichen Lord dem die legendäre ›Gibson Moderne‹ gestohlen wurde. Das Angebot den Spuren dieser sagenbehafteten Gitarre nachzuspüren und dafür noch eine Menge Geld zu bekommen kann Thomas nicht widerstehen…
Meine Meinung
Grégoire Herviers Roman “Vintage” hat mich sozusagen auf den ersten Blick wie magisch angezogen. Denn ich liebe alte Dinge und auch Geschichten die mich in eine andere Zeit entführen. Herviers Geschichte spielt nicht nur in Paris, sondern nimmt den Leser mit auf einen spannenden Roadtrip durch die Vereinigten Staaten Amerikas.
"Für mich ist Prestige Guitars der schönste Gitarrenladen in Paris. Um nicht zu sagen der schönste Laden überhaupt in Paris." (Vintage, Seite 12)
“Vintage” ist der erste Roman den ich von dem mir bisher unbekannten Autor gelesen habe und ich muss sagen, dass mir sein Erzählstil auf Anhieb zusagte. Schritt für Schritt lernt man die agierenden Persönlichkeiten kennen und während Thomas Roadtrip spinnt sich ein immer weiter ansteigender Spannungsbogen fort. Hoch anrechnen möchte ich dem Autor, dass er mich für etwas begeistern konnte mit dem ich bisher überhaupt keine Berührungspunkte hatte: alte Gitarren! Seine Liebe zu diesen prachtvollen Musikgegenständen funkelt durch die Zeilen mindestens genauso stark wie seine Liebe zu Musiklegenden wie z. B. Elvis Presley, Jimmy Hendrix und Co.
Die Mystik die diese Personen und vor allem ihre Musikinstrumente umgeben kommt wunderbar zum tragen und hat mich vollkommen in den Bann gezogen. Es kommen zwar einige für mich als Laie unbekannte Namen (vor allem von Gitarrenmodellen) vor, aber das fand ich überhaupt nicht störend, es bietet vielmehr die Möglichkeit diese Stellen nochmals nachzuschlagen und sich genauer mit den einzelnen Modellen zu beschäftigen. “Vintage” ist daher ein Buch für Gitarren- und Musikliebhaber und solche die dies vielleicht erst werden möchten.
"»Muss man sehen, um zu glauben, oder glauben, um zu sehen?«" (Vintage, Seite 33)
Sollte man kein Interesse an dem ganzen Gitarrenkram haben, bietet die Handlung jede Menge Verstrickungen und eine gute Portion Spannung. Außerdem strömt aus den Seiten das Lebensgefühl der Rock ‘n’ Roll- und Bluestage über die Buchfläche hinweg direkt aufs Lesesofa in das Ohr. Obwohl mich der Roman wirklich begeistern konnte fand ich den Plot zum Ende hin nicht mehr ganz so realistisch und passend. Trotzdem gibt es von mir eine Lesempfehlung mit guten 4 von 5 Grinsekatzen.
Fazit
Dieses Buch macht Lust auf längst vergangene Tage, gute Rock- und Bluesmusik und auf einen spontanen Trip in die USA!
Partir sur les traces de la mythique Moderne de Gibson... quelle formidable aventure ! C'est riche, instructif, décalé et déjanté. J'ai follement aimé. La partie se déroulant en Amérique, sur les traces d'Elvis, est particulièrement insolite mais savoureuse. Un super roman, vraiment. Rocambolesque et décoiffant : un roman au top ! http://blogclarabel.canalblog.com/arc...
So muss eine richtig guter Roman sein: Symapthisch, spannend, sehr gut recherchiert und Einblick in etwas, was man noch nicht kennt. Ich bin schlichtweg begeistert von diesem Buch. Konnte es nicht aus der Hand legen.
Estupenda y amena novela para amantes de la música rock y blues y amantes de la guitarra en general. Engarza una serie de elementos ficticios con personajes clásicos de la historia de la música de manera que mientras desarrolla la misteriosa trama de la búsqueda de una guitarra perdida entre viejos discos, nos acerca a escenarios clave como Memphis, Chicago o Louisiana y a quienes protagonizaron el desarrollo de la música del siglo XX.
Puede ser un poco dura para neófitos por la abundancia de tecnicismos, pero está tan bien escrita que con mis magros conocimientos de música me ha resultado interesantísima.
He de reconocer que nunca he sido muy fan de este género, pero esta novela logró engancharme hasta el final. Dicho esto también hay que aclarar que tarda en empezar, se toma su tiempo y solo el empeñp personal hace que no lo dejes antes de llegar a la parte interesante.
Neugierig geworden durch das Cover und den Titel, das ich bei der lieben Sarah Ricchizzi entdeckte, fragte ich es beim schönen Diogenes Verlag an und erhielt es auch gleich nach wenigen Tagen. An dieser Stelle: Vielen dank an den Verlag!*
Bevor ich mit der Lektüre begann, blätterte ich auf den ersten Seiten und war schon von dem Inhaltsverzeichnis angetan, denn das Buch war aufgebaut wie ein Song! Ein unglaublich vielversprechender Start noch bevor ich viel über den Inhalt wusste, was mich aber ab diesem Zeitpunkt schon begeisterte.
Der Einstieg fiel mir leicht: Ich wurde in einen Gitarren – Geschäft in Paris geworfen, wo ich den Besitzer Alain de Chévigné und dem temporär jobbenden Verkäufer Thomas Dupré kennen lernte. Beide haben ein unglaubliches Wissen über die Beschaffenheiten verschiedenster Gitarren sowie darüber, Originale von nicht gleichwertigen Kopien zu unterscheiden. Zwischendurch googelte ich die verschiedene E-Gitarren, von denen die Rede war und fand es total spannend, dass der Autor nicht nur umfassende Informationen zu diesen unglaublichen Instrumenten gibt. Sondern auch dem Leser eine Bandbreite an Erläuterungen über die Geschichte des Rockmusik bietet, was ich sehr interessant fand. Wenn dann Namen wie Jimmy Hendrix oder Elvis Presley fielen, stimmte ich in die Begeisterung von Thomas mit ein, in welchen ich mich gut hineinversetzen konnte. Auch wenn ich nicht über viel Wissen bezüglich der einzelnen Etappen der Rockgeschichte verfüge, konnte mich die Begeisterung des Protagonisten mitreißen und damit auch die Lektüre verschönern.
Auch die anderen Charaktere, auf welche Thomas während seiner Reise trifft, finde ich überwiegend authentisch, da wäre vor allem Lord Winsley zu nennen, der den jungen Gitarristen auf eine interessante Reise durch die ganze Welt schickt, um (salopp formuliert) Detektivarbeit für ihn zu erledigen. Auf seiner Reise besucht er nebenher auch Orte, die in direktem Zusammenhang mit der Musikgeschichte stehen, wie z.B Graceland, Tenessee, wo Elvis Presleys‘ Anwesen, welches heute gleichzeitig Museum und Mausoleum des den King of Roch ’n Roll ist. Obwohl ich kein großer Fan von Krimis bin, hielt sich der detektivische Part im Buch in Grenzen. Einige Passagen empfand ich aber doch als etwas in die Länge gezogen, aber in einem Rahmen, bei dem ich (entgegen meiner anfänglich aufkommenden Befürchtung) nicht das Interesse an der Geschichte verlor und die Lektüre trotzdem die meiste Zeit über genießen konnte.
Der Schreibstil des Autors ist sehr angenehm, so dass sich das Buch in einem guten Tempo lesen lässt und auch die Spannung, neben den vielen, aber nicht überladenden Informationen, konstant bleib. Wann immer ich das Buch in die Hand nahm, konnte ich nicht nur einige Seiten lesen, sondern es packte mich für eine Weile, so dass ich mehrere Stunden in die Geschichte eintauchte und es auch dabei belassen wollte.
Vintage von Grégoire Hervier konnte mich mit seiner spannenden Geschichte durch die Musikgeschichte und die vielen verschiedenen Gitarrenmodelle überzeugen, wozu die authentischen Protagonisten sowie das Setting insgesamt beitragen konnten. Da Krimis leider nicht zu meinen Favoriten gehören, empfand ich einige Textabschnitte als ein wenig in die Länge gezogen, was der Geschichte als Ganzes aber nichts abtut. Bewerten möchte ich es gerne mit der Kategorie Tauchgenuss und kann es vor allem Musikfans sowie musizierenden Buchfans sehr ans Herz legen, aber auch allgemein allen wärmstens weiterempfehlen, die mal eine etwas andere Geschichte lesen möchten.
Grégoire Hervier hat mit Vintage einen intensiven Roman über die Leidenschaft zur Rockmusik niedergeschrieben. Dabei ist es ihm auf eine wirklich beeindruckende Art gelungen, unfassbar viele Informationen hinsichtlich der Musikgeschichte in die eigentliche Handlung unterzubringen. Je weiter sich die Geschichte vertieft, desto mehr erfahren wir über die Schaffensart von Gitarren, die Wichtigkeit derer im Verlauf der Rockgeschichte und wie sie zu spielen sind. Dabei vollbrachte es Hervier, ungemein viele Fakten mit einer beeindruckenden Genauigkeit in eine prosaische Ummantelung zu verpacken.
„Keinen Erfolg gehabt?“ „Kann man so sagen.“ „Haben Sie auch eigene Stücke geschrieben?“ „Ja.“ „Musik, die Ihnen gefiel, oder Musik, von der Sie glaubten, sie könnte gut ankommen?“ „Hm. Gute Frage… Ich würde sagen, eher Musik, die mir gefiel.“ – Thomas | Vintage – Grégoire Hervier | Seite 28
Durch die Fülle an Informationen garantiert dieser Roman absolut keine Langeweile. Ich glaube zuvor ist mir noch keine Geschichte untergekommen, die so viel Input lieferte, dass ich zwischendurch versucht war, Schrift zu führen. Es geschieht so viel, dass ich manchmal langsam weiterlesen musste, um der Handlung auch wirklich folgen zu können. Wie selbstverständlich schilderte der Autor eine Hintergrundgeschichte nach der anderen, über bekannte Rockmusiker und Gitarrenbauten. Die Fülle war derart beachtlich, dass der Roman schon fast als Weiterbildung im Bereich Musik gelten könnte, und sei es nur, um etwas Blut in dem Bereich zu lecken.
„Ob man, wie in Ihrem Beispiel, Musik machen will, zu der man nur selbst Zugang hat, oder Musik, die einen Teil des Planeten berührt.“ | Vintage ��� Grégoire Hervier | Seite 29
Hinter jedem Satz ist die Leidenschaft des Protagonisten deutlich spürbar. Die Musik bestimmt sein Leben, sie nimmt es derart umfassend ein, dass ihm jegliche Mittel auf seinem Weg recht sind, um allem auf den Grund zu gehen. Seine Leidenschaft zur Musik wirkt ansteckend. Nicht selten schlug ich Musiker und Songs nach, über die er in Ekstase verfiel, um selbst nachvollziehen zu können, was ihn reizt und vorantreibt. Dieser Roman ist mehr als eine Geschichte. Es führt den Leser auf eine Entdeckungsreise durch die Musikgeschichte.
„Was nützte mir das Geld, wenn ich nicht einmal die Musik machen kann, um die es mir geht?“ – Seite 269 | Vintage – Grégoire Hervier
In seiner Leidenschaft zur Musik steuerte Grégoire Hervier allerdings die Handlung mitunter in wirklich fragwürdige Richtungen. Was zu Beginn noch nach einer wohl durchdachten Reise klang, auf die er uns mitnehmen wollte, wurde mit der Zeit zu einer Verkettung von Ereignissen, die etwas zu bewusst platziert schienen, um schließlich zum Schluss zu gelangen. Wo Hervier bei der Musik an Details keineswegs sparte, ließ er die eigentliche Handlung eher skurril verlaufen. Gerade das Ende empfand ich etwas merkwürdig und zu gestellt, um es wirklich nachvollziehen zu können, obwohl es mir gleichzeitig ein Schmunzeln abverlangte.
"Vintage" von Gregoire Hervier ist einer der außergewöhnlichsten Romane, die ich jemals gelesen habe. Er lässt sich mühelos den Genres Roman, Krimi, Reisebericht und Sachbuch/Musikgeschichte zuordnen. Thomas Dupre, ehemaliger Gitarrist einer kaum bekannten Band, erfolgloser Journalist, Zeilenschinder, wie er sich selbst bezeichnet und seiner Definition nach Besitzer von rein gar nichts, arbeitet aushilfsweise in Alain de Chevignes "Prestige Guitars" in Paris. Die Vintage-Gitarren, die dort verkauft, gehandelt und repariert werden, sind Thomas'ganze Leidenschaft. Als ein mysteriöser Schotte eine der teuersten Gitarren des Ladens erwirbt, überbringt Thomas diese persönlich nach Schottland.
Lord Charles Winsley, fanatischer Sammler alter Gitarren und wohnhaft in Jimmy Pages ehemaligem Landhaus, Boleskine House, zieht Thomas regelrecht in seinen Bann. Es ist dem Lord ein leichtes, ihn dazu zu überreden, die sagenumwobene Gibson Moderne von 1957 zu suchen. Eine Gitarre, die zwar als Heiliger Gral der Vintage-Gitarren gilt, aber von der es nicht einmal einen gesicherten Beweis gibt, ob es sie jemals gegeben hat. Da Geld keine Rolle spielt, beginnt Thomas allen Hinweisen, seien sie noch so obskur, nachzugehen. Über Sydney - Memphis, Tennessee - Clarksdale, Mississippi kommt er schließlich nach Oxford, Mississippi. An der dortigen Ole Miss University trifft er auf einen Professor und eine Doktorandin, die seine Suche nach der Gibson Moderne begeistert unterstützen. Ein vollkommen in Vergessenheit geratener Musiker namens Li Grand Zombi Robertson, der konsequent nur die Musik spielte, die ihm gefiel und der seiner Zeit Jahrzehnte voraus war und der Tiefe Süden ziehen Thomas in ihren Bann. Akribisch geht er jedem noch so kleinen Hinweis nach; Mississippi, Tennessee und Louisiana, kleine Orte, in denen die Zeit scheinbar seit einem halben Jahrhundert stillsteht, die Sumpflandschaften in Mississippi und Louisiana, die ein Vorankommen nur mit einem Boot möglich machen, bittere Armut und über allem eine Musik, die scheinbar nicht von dieser Welt ist. Seltsame Todesfälle, Lügen, ein psychopathischer Elvis-Imitator und ein Lord, der ganz eigene Ziele verfolgt, bringen Thomas'Leben gehörig aus dem Gleichgewicht.
Ein Roman, der so explizit einem Thema folgt und dennoch spannend, vielfältig, lehrreich und unterhaltsam ist, bedarf eines ganz besonderen Autors. Gregoire Hervier erzählt von den legendären Gibson Gitarren, der Entwicklung der Musik und ihrer Aufnahmetechniken, verflicht all dies mit Mythen und Legenden, siedelt es im Tiefen Süden der USA an und bringt damit ein Road Movie zu Papier, das seinesgleichen sucht. Jedes Wort, jeder Satz und jedes Kapitel ergeben eine perfekte Melodie, es gibt keine falschen Zwischentöne. Gregoire Hervier gelingt es, die Fakten zum Thema Musikgeschichte lebendig und spannend in seiner Geschichte zu verpacken. Der Leser sieht seine Figuren vor sich, spürt die Schwüle des Bayous und die Einsamkeit der amerikanischen Landstraßen, und vor allem vergisst er alles rund um sich während er sich Seite um Seite "Vintage" zu Eigen macht. Mehr kann ich mir von einem Buch gar nicht wünschen!
Tolles Buch, das einen in die Welt von Rock'n'Roll abtauchen lässt. Bewertete man das Buch ganz und gar objektiv, müsste man für die teils doch eher unplausible Geschichte 1-2 Sterne abziehen. Doch ich kann diesen Roman nicht objektiv bewerten, weil die Musikgeschichte und vielen Anektdoten mir zu viel Freude bereitet haben. G. Hervier hat ganze Recherchearbeit geleistet.
Ein süffig geschriebenes Buch, das die Geschichte der E-Gitarre aufgreift, dazu eine Brise Rock'n'Roll, ein bisschen Okkultismus, das alles verpackt in einen Thrillerartigen Plot, ohne dabei aber restlos zu überzeugen. Alles wirkt künstlich und konstruiert, ohne wirklich überraschende Momente. Einmal lesen, Spass haben und weitergeben.
Ein spannender musikalischer Road Trip, der einige unerwartete Wendungen für mich bereithielt. Außerdem habe ich viel Interessantes über den Rock und Blues der 50er und 60er Jahre erfahren.
Das Buch war wie ein ganzes Album, welches mit einem guten Intro startet, in der Mitte etwas abflacht um am Ende einem Gänsehaut am ganzen Körper bereitet.
Wer den guten alten Blues und Rock‘ n Roll liebt sollte nicht an diesem Buch vorbei kommen!
Lo disfruté muchísimo. A mí me gusta mucho el rock y este libro lo sentí como un road trip musical con misterio incluido. Mil datos, ritmo y un final muy bueno. Lo gocé. 🎸📖
Ein Buch über Musik und ein Musikinstrument - da musste ich mich einfach für den Roman des französischen Autors Grégoire Hervier bei Lovelybooks bewerben. Ich freue mich sehr, dass ich Glück hatte und einen wirklich tollen Roman kennenlernen durfte!
Thomas ist Musiker und Journalist und leider in beiden Berufen ziemlich erfolglos. Deshalb arbeitet er noch in einem Musikladen, der sich "Prestige Guitars" nennt und sich auf ganz besonder Gitarrenmodelle spezialisiert hat. Als ein anonymer Anrufer das teuerste Modell des Ladens kaufen möchte, sind Alain, der Inhaber, und Thomas außer sich vor Freude. Jedoch fordert der Käufer eine persönliche Lieferung des Instrumentes direkt in sein Landhaus in Schottland. Die Kosten der Reise werden übernommen. Daraufhin schickt Alain Thomas mit der berühmten Gold top, eine Les Paul aus dem Jahre 1954, los. Der geheimnisvolle Anrufer entpuppt sich als ein Lord, der das ehemalige Anwesen von Jimmy Paige, dem Gitarristen von Led Zeppelin, gekauft hat und dort eine erstaunliche Sammlung an wertvollen alten Gitarren sein Eigen nennt. Nur eine ganz bestimmte Gitarre fehlt ihm: die Gibson Moderne. Diese wurde ihm angeblich gestohlen und nun benötigt er für die Versicherung den Beweis, dass es die Moderne tatsächlich gibt. Doch diese Gitarre ist ein Mythos! Niemand weiß, ob es sie je gegeben hat. Es gibt nur den Beweis, dass Gibson Mitte der 50-iger Jahre einige neue Modelle in einem völlig neuem Design entwerfen wollte. Es entstanden die Entwürfe für völlig neuartige Modelle, wie die Explorer, die Moderne und die Flying V. Da die Serie anfangs nicht angenommen wurde, ist bis heute ungeklärt, ob die Moderne überhaupt je gebaut wurde oder es nur den Entwurf und einige Prototypen dazu gab. Für eine äußerst großzügige Belohnung soll sich Thomas auf die Suche nach Beweisen der Existenz der Gibson Moderne machen. Für ihn beginnt eine spannende und abenteuerliche Reise, die ihn von Schottland in den Süden der USA führt - der Geburtsstätte des Blues.
"Vintage" ist eine Geschichte so ganz anders, als ich sie bis jetzt gelesen habe. Eine Mischung aus Musikgeschichte, Roadmovie und Krimi - absolut kultig erzählt. Als Leser begibt man sich gemeinsam mit Thomas auf die Spuren der Gibson Moderne. Man begegnet einigen merkwüdigen Gestalten und erlebt gefährliche Situationen. Denn wer würde schon von sich aus verraten, dass er ein so wertvolles Instrument tatsächlich besitzt? Schreckt man sogar vor Mord nicht zurück, um sein Geheimnis zu wahren? Bis Thomas schlussendlich auf den geheimnisvollen Musiker Li Grand Zombie Robertson stößt, dauert es einige Zeit. Doch der unbekannte Musiker hat - wie die berühmte Gitarre - kaum Spuren hinterlassen.
Die Charaktere sind facettenreich und sehr interessant gezeichnet. Neben dem äußerst sympathischen Thomas begegnen wir einigen ziemlich merkwürdigen Figuren, wie dem mysteriösen Auftraggeber Lord Winsley oder dem verschlagenen Elvis-Imitator Bruce. Zur interessantesten Figur wird aber schlussendlich der charismatische und geheimnisvolle Li Grand Zombi Robertson....
Der Autor hat hier Fakten (ob es die Moderne je gab oder nicht, ist bis heute nicht geklärt!) und Fiktion zu einer wahnsinnig tollen Geschichte verwoben, die die Musikszene ab den 50er Jahren widerspiegelt. Die Begeisterung für Musik und Vintage Gitarren, die er seinem Protagonisten in die Wiege gelegt hat, ist von Anfang an und in jeder Zeile spürbar. Sie steckt auch augenblicklich an - bei mir hat es auf jeden Fall funktioniert. Grégoire Havier spielt aber auch mit der grundlegenden Frage, wie weit Leidenschaft und Begeisterung gehen können und wo diese ihre Grenzen haben sollten....
Am Ende legt der Autor noch eine Spur Spannung nach und driftet damit fast ein bisschen ins Unglaubliche bzw. ins Action-Genre ab. Dadurch, dass mich allerdings die Geschichte bis dahin wirklich absolut begeistern konnte, bleibe ich den 5 Sternen, die ich bereits im Gedanken vergeben habe, treu.
Schreibstil: Begeistern konnte mich auch der Schreibstil des Autors. Er ist nicht nur flüssig und punktet mit humorvollen Passagen, sondern Grégoire Harvier hat in seinem Roman Musikgeschichte mit Literatur verbunden. Auf allen 400 Seiten erfährt man mehr über die Geschichte des Blues, des Rock und auch des Heavy Metal. Man darf auch ein kleines bisschen in die Welt der Gitarrenbaukunst hineinschnuppern und trotzdem ist das Buch auf keiner Seite langweilig. Die vielen Fachbegriffe wurden so grandios in die Handlung eingebaut, dass man sich auch als Laie auskennt. Seine Geschichte hat der Autor nicht in Kapitel, sondern in Abschnitte gegliedert, die er Intro, erste, zweite und dritte Strophe, Refrain, Bridge, Solo und Outro genannt hat.
Fazit: Ein musikalischer Leckerbissen, der auch Nichtmusikinteressierte in den Bann ziehen kann. Vielschichtig, kultig und eine Mischung aus Roadmovie und Krimi; eine Musikgeschichte mit Literatur verbunden. Für Musikfans ein Leseempfehlung und für alle anderen Leser ebenso ;)
Un excellent roman policier qui fera le bonheur de tous les fans de rock ! A découvrir de toute urgence !!
L'histoire commence de manière presque banale : un multi-millionnaire anglais qui collectionne les guitares rares s'est fait voler son plus précieux trésor : une Moderne Gibson, une guitare tellement rare qu'il n'existe même pas de preuve de sa fabrication. Le richissime collectionneur fait alors appel à Thomas, un jeune journaliste français fan de rock (et d'histoire du rock), pour remonter la piste. Mais la piste n'a rien de simple, et elle conduit peu à peu Thomas à découvrir l'histoire secrète d'une guitare d'exception, liée de manière étrange à un bluesman américain qui n'a jamais connu la gloire.
Dès les premières pages, j'ai vraiment été happée par cette histoire très bien construite et très bien écrite. C'est nerveux, vif, drôle et on ne s'ennuie pas une seule seconde. L'histoire est très riche et Grégoire Hervier maîtrise à fond son sujet, ce qui est un régal. En tant que fan de musique rock, j'ai appris pas mal de choses dans ce livre, mais surtout j'ai vraiment eu la sensation de plonger dans le passé. Ce livre offre un beau voyage dans le temps pour remonter aux racines de la musique rock et de ses nombreux mythes. Le résultat est un roman fascinant et impossible à lâcher. Une franche réussite !!
Wirklich ein spannendes Buch, das Ende fand ich aber schwach, genauso wie teilweise die Handlung. Klischees werden mit einem Augenzwinkern bedient, aber sind eben trotzdem da, wie etwa, als er einer Frau rät, sie solle in einen Bus weit weg steigen und als Kellerin jobben. Das Frauenbild generell ist am Anfang wirklich bedenklich, bis Thomas endlich eine intelligente Frau kennen lernt, die ihm mit Rat und Tat beiseite steht (Ironie) - wie praktisch! Allgemein hat sich vieles einfach praktisch ergeben. Die Aufmachung ist cool, die Kapitel heißen Intro, Strophe usw., und für Gitarren-Ultras und Fans von Rock'n'Roll, Blues und was es sonst noch gibt sind sicher die ausufernden Passagen interessant, in denen es um Musik geht. Da wäre schon praktisch gewesen, wenn Bücher mit Musik verbunden wären (wie diese Geräusch-Kinderbücher 😂). Es gibt einmal eine echt krasse Aufdeckung, die die Geschichte in eine ganz neue Richtung lenken könnte und mich quasi vom Stuhl gehoben hat, aber der wurde dann irgendwie nicht weiter nachgegangen. Mein Tipp also: Das Buch gar nicht erst anfangen, dann wird man nicht von der Spannung gepackt und kann es sich sparen.
"Vintage" von Grégoire Hervier zeichnet sich durch einen tollen, mit Humor gespickten Schreibstil, einen sympathischen Protagonisten, interessante Nebencharaktere und eine noch viel interessantere Handlung aus. Die Liebe zur Musik ist hier auf jeder Seite deutlich zu spüren und auch die Thematik lässt Herzen von Musikliebhabern höher schlagen, auch wenn die Geschichte für mich zeitweise einen leichten Durchhänger hatte und für meinen Geschmack doch etwas zu abrupt endete.
Nichtsdestotrotz aber ist dieses Buch für alle Musikliebhaber empfehlenswert, egal welches Genre.