4.8| Dieser Band erzählt die Vorgeschichte der neuen Star Trek-Serie: Picard, dieses Review setzt die Kenntnis der Amazon-Serie voraus. Sie beginnt mit der Nachricht, dass die romulanische Sonne sich zur Supernova entwickeln wird, als Jean Luc Picard, der Captain der Enterprise, dies im Sternenflottenhauptquartier erfährt, beschließt er spontan, alles zu tun um zu helfen. Er wird zum Admiral und zum Leiter der Hilfsflotte, die die romulanische Bevölkerung im Explosionsradius umsiedeln soll, befördert. Das Kommando über die Enterprise wird an Worf übertragen und danach in eine entfernte Region der Galaxis geschickt, da die Enterprise für die Romulaner ein rotes Tuch ist. Es gibt allerdings zu wenig Raumschiffe und zu wenig Personal, um diese gigantische Aufgabe zu bewältigen. Unter der Führung von Admiral Picard, unterstützt von einem Büro der Sternenflotte beginnt eine Rettungsmission, wie sie es noch nie gegeben hatte. Picard setzt mit Geordi LaForge seinen Vertrauten als Chef der größten Flottenwerft der Förderation ein, die Utopia-Planitia-Flottenwerft auf dem Mars. Mit viel Überzeugungsarbeit und mit etwas Druck überzeugt LaForge die Mitarbeiter der Flottenwerft um nur noch ausschließlich Schiffe für die romulanischen Flüchtlinge zu bauen, schließlich werden durch diese einseitige Ausrichtung ganze Karrieren und viele wichtige Projekte auf Eis gelegt. Das Problem ist auch, dass für diese Aufgabe, viel zu wenige Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, deshalb wird das Daystrom-Institut von Okinawa, Erde beauftragt, nicht empfindungsfähige Androiden herzustellen, um als einfache Arbeiter auf der Flottenwerft zu dienen. Während diesen beispiellosen Tätigkeiten auf Mars und Erde übernimmt Picard mit seiner neuen Vertrauten, Raffi Musiker, auf seinem Flaggschiff VERITY, mit einer Flüchtlingsflotte die ersten Evakuierungen, allerdings stellt sich ganz schnell heraus, dass die Romulaner nicht gerade begeistert sind, von der Sternenflotte gerettet zu werden, auch ist die Informationspolitik der romulanischen Regierung sehr schlecht, die einfachen Leute sind über die Auswirkungen der Supernova schlecht informiert und empfinden die Evakuierung als Invasion der Förderation, geschürt wird die Antipathie insbesondere durch den romulanischen Geheimdienst, dem Tal Shiar. Gleichzeitig stellt eine Astronomin auf der Erde fest, dass die Berechnungen der Romulanischen Wissenschaftler über die Auswirkung der Supernova falsch sind, die Auswirkungen sind weit größer und der Explosionsradius schließt weitere Sternsysteme mit ein. Dieser Bericht wird von der Romulanischen Regierung aufs heftigste bestritten und bekämpft, eine Zusammenarbeit der Wissenschaftler wird vom Tal Shiar verhindert und ein romulanischer Wissenschaftler, der diese neue Situation bestätigen kann, wird inhaftiert und gefoltert. Picard erkennt, dass die Anstrengungen noch weiter erhöht werden muss und forciert die Arbeiten auf dem Mars und im Daystrom-Institut, wo der Wissenschaftler Bruce Maddox nur schwer zu überzeugen ist, er forscht immer noch heimlich an seinem Traum, einen Androiden vom Data-Typ herzustellen, obwohl ihm das strikt untersagt wurde, er solle sich auf die Arbeiten mit den nicht-empfindungsfähigen Androiden konzentrieren. Gleichzeitig versucht eine Lokal-Politikerin im Förderationsrat Stimmung gegen die Flüchtlingshilfe zu machen, sie schürt ein Bündnis von kleineren Welten dagegen und fordern das Geld lieber für die armen Welten innerhalb der Förderation auszugeben und nicht den Feinden (die Romulanern) zukommen zu lassen, es wird mit Sessezion gedroht. Verschärft wird die Situation noch, weil Picard aus einer Notsituation heraus ein Flüchtlingstransport außerhalb der neutralen Zone auf einem Planeten im Förderationsraum gebracht hatt. Dies sorgt für Aufruhr innerhalb der Förderation, als auch bei der romulanischen Regierung, so dass Picard einen romulanischen Tal Shiar-Aufpasser auf der Verity aktzepieren musste. Als der Tal Shiar auf einer Flüchtlingswelt ein Massaker verursacht, kommt es zu einem Bruch innerhalb Picards Unterstützern, nur noch Raffi hält zu ihm.
Der Anschlag der Androiden auf der Utopia-Planita-Werft auf dem Mars führte schließlich zur Beendigung der Flüchtlingshilfe und Picards Demission von der Sternenflotte, zu sehen in der TV-Streamingserie...
Dieser Roman liest sich wie ein Rückblick auf die europäische Flüchtlingskrise und stellt m.E. einen Wendepunkt bei Star Trek dar, Picard wird zu Beginn als einer der bekanntesten und beliebtesten Figuren der Förderation geschildert, durch die Flüchtlingskrise und sein hartnäckiger Altruismus wird er von politischen Demagogen von allen Seiten verleumdet, auch mit Fake News und anderen bekannten Mitteln wird er schließlich zu Rücktritt gezwungen, der Weg dahin wird in diesem Buch aufs eindringlichste geschildert. Una McCormack hat der (hervorragenden) Serie mit dieser Vorgeschichte etwas sehr wertvollen beigefügt, es ist eine wichtige Ergänzung die viele Dinge klarer macht. Leider hat dieses Buch, wie auch die Serie, dazu geführt, dass die hervorragenden Romane der Post-Nemesis Ära ins Nicht-Kanonische geschoben wurde, und das hat für mich zur Aberkennung des 5. Sterns geführt. Dabei wäre es einfach gewesen, diese Serie im Kanon zu belassen, man hätte nur einige wenige Dinge anders erzählen sollen. z.B. ist in der Literatur, J.L.Picard mit Beverly Crusher verheiratet und hat ein Kind mit ihr, die Borgs sind Geschichte und die Romulaner sind im Typhon-Pact verankert. Die Romulaner im Buch wie in der Serie haben sich nicht weiterentwickelt von den TV-Serien wie TOS, TNG oder DS9, in den Büchern haben sie einige wichtige Entwicklungen hinter sich, die sie als Spezies haben wachsen lassen. Aber das Buch ist unbedingt lesenswert und wer noch nie ein Star-Trek-Buch gelesen hat; hier ist es !