Debütantin, Fürstin, Kämpferin – der dramatische Roman über den Weg einer starken Frau am Anfang des 20. Jahrhunderts Sie ist die schönste Debütantin Londons, ihr Heirat führt sie 1891 ins deutsche Kaiserreich. Doch in der kalten Pracht von Schloss Fürstenstein fühlt sich Daisy einsam und unsicher. Ständig eckt sie an, das steife Zeremoniell nimmt ihr den Atem. Muss sie das alles hinnehmen? Daisy wagt es, Regeln über den Haufen zu werfen, bezaubert mit ihrem Charme den Hof und selbst den Kaiser. Gleichzeitig beginnt sie im Geheimen einen gefährlichen Kampf gegen das Elend der Armen, der Grubenarbeiter in Schlesien. Aber was ist mit ihrem eigenen Glück? Darf sie eine Liebe leben, die alles gefährdet, was sie erreicht hat? Erfolgsautorin Sabine Weigand führt uns mit dem Schicksal der Daisy von Pless nach London, Berlin und Schlesien, in eine Welt im Wandel, zwischen Kaiserreich und Krieg, zwischen Glanz und Rebellion.
Im historischen Roman "Die englische Fürstin" - zwischen Glanz und Rebellion, begleiten wir Daisy von Pless durch ihr bewegtes Leben am Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts.
Mary Theresa Olivia Cornwallis-West, genannt Daisy, stammt aus altem verarmten englischen Adel. Sie wächst eher ungezwungen und mit wenig Bildung auf, obwohl sie zum elitärsten Kreis der englischen Aristokratie gehört. Ihre Schönheit lässt sie zum strahlenden Mittelpunkt werden, als sie debütiert. Die Männer umschwärmen sie wie Motten das Licht und Daisy träumt von einer Liebesheirat, doch ihre Mutter hat eigene Pläne. Sie verheiratet ihre Tochter an den 12 Jahre älteren und schwerreichen Hans Heinrich von Pless. Der Deutsche bringt das gewünschte Geld ins Haus und die "von Pless" steigen in der Gunst des deutschen Kaisers auf. Daisy muss ihr Leben in England hinter sich lassen und kommt völlig unvorbereitet im pompösen Schloss Fürstenstein an. Sie hat weder Ahnung vom Eheleben, noch von der strengen Etikette des deutschen Adels. Das Personal wird ignoriert und nicht angesprochen, ganz anders als sie es von ihrem Zuhause gewohnt ist. Daisy fühlt sich einsam und unglücklich an der Seite des strengen und kühlen Hans. Bei Bällen und Pferderennen verzaubert sie die Aristokratie und selbst den Kaiser, einzig Hans bleibt steif und zurückhaltend. Als sie mitbekommt, wie die Arbeiter in den Kohlegruben ihres Mannes ausgebeutet werden, beginnt sie sich sozial zu engagieren. Ihr Mann versucht mit vielen Mitteln ihre Hilfsbereitschaft und ihre Anteilnahme zu unterbinden. Doch Daisy findet Mittel und Wege den Ärmsten der Armen zu helfen.Als der Erste Weltkrieg ausbricht ist sie trotz ihrer Stellung am Hofe plötzlich die Feindin im eigenen Land. Daisy, die sich immer für Frieden einsetzte, gerät zwischen die Fronten....
In einem zweiten Handelungsstrang lernen wir Joschi Siebenbürger kennen. Als sein Vater bei einem Grubenunglück in der Grube bleibt, ist es an ihm die Familie zu ernähren. Der erst 9jährige wird ebenfalls unter Tag geschickt, wird jedoch Pferdebursche. Die aufkeimende Liebe zu den Pferden ist für Joschi wie ein Lebensexelier. Er wird zum Pferdeflüsterer und landet schlussendlich in den Stallungen von Hans von Pless, wo auch Daisy auf ihn aufmerksam wird. Sabine Weigand hat sich in ihrem neuem historischen Roman dem Leben dieser interessanten Frau angenommen, die Ende des 19. Jahrhunderts debütiert und nach Deutschland verheiratet wird. Sie hält sich dabei sehr nah an die historischen Fakten. Der Unterschied zwischen Arm und Reich ist unbeschreiblich. Während Hans und Daisy in Indien auf Tigerjagd gehen und der Schlossumbau Millionen verschlingt, leben achtköpfige Familien in zwei Räumen und nagen am Hungertuch. Krankheiten und harte Arbeit, Seuchen und Hungersnöte sind allgegenwärtig, während der Adel rauschende Feste feiert. Durch ihren Stallburschen Joschi kommt sie mit der ärmlichen Bevölkerung in Berührung und versucht den Armen zu helfen und unter die Arme zu greifen. Daisy von Pless entwickelt sich im Laufe der Jahre von einem naiven jungen Ding zu einer beeindruckenden jungen Frau, die die strengen Fesseln des Adels zu sprengen versucht. Ihre politische Weitsicht hat mich ebenfalls beeindruckt.
Sabine Weigand hat wieder einen beeindruckenden und informativen historischen Roman geliefert, der das Leben von Daisy von Pless schildert. Ihre Geschichte wird in verschiedenen Erzählformen vermittelt. Die Autorin lässt die Hauptprotagonistin aus ihrer Sicht, aber auch aus der von Joschi erzählen. Ebenso gibt es einen allwissenden Erzähler. Zeitungsausschnitte, Briefe von Daisy an ihre Familie in England und Auszüge aus ihrem Tagebuch runden die Geschichte ab und geben ihr noch mehr Authentizität. Durch einige Wiederholungen und etwas ausschweifende Erzählungen haben sich leider auch ein paar kleine Längen in den Roman geschlichen und eine kleine (fiktive) Episode fand ich unglaubwürdig.
Schreibstil: Die Autorin schreibt lebendig und detailliert. Man merkt sofort, dass Sabine Weigand Historikerin ist. Die gekonnte Verknüpfung von Historie und Fiktion ist ihr absolut gelungen. Auf dem Cover des Romans befindet sich ein Foto der Hauptprotagonistin, als auch vor jedem größeren Abschnitt des Buches, das in vier Teile gegliedert ist. Über den Kapitel befinden sich Zeit- und Ortsangaben.
Im Nachwort informiert Sabine Weigand den Leser darüber, welche Passagen historisch belegt sind und welche ihrer schriftstellerischen Freiheit entspringen. Ein Personenverzeichnis rundet dieses wunderbare Buch noch ab.
Fazit: Ein gelungenes und informatives Portrait einer starken Frau, die sich gegen die Konventionen auflehnt und die Ärmsten unterstützt. Sabine Weigand hervorragend recherchierter Roman, der gekonnt Historie und schriftstellerische Freiheit verknüpft, lässt einem tief in die Zeit, wo Frauen keinerlei Rechte hatten, blicken. Für Freunde historischer Romane, die über das Schicksal einer starken Frau ihrer Zeit lesen möchten.
Mary Theresa Olivia Cornwallis-West, genannt Daisy, wächst als englische Adelstochter relativ frei auf und erfährt dabei nicht viel Bildung. Ein bisschen Tanz, Musik und Französisch müssen reichen, Ziel ist es doch sie möglichst reich zu verheiraten, um das schmelzende Familienvermögen aufzustocken. So wird sie trotz Widerstands an den 12 Jahre älteren Hans Heinrich von Pless aus Deutschland verheiratet. Die Ehe ist von Anfang an schwierig, ist Hans doch nur wenig emphatisch und die deutschen Sitten des Adels für Daisy ein Buch mit sieben Siegeln. Erst als Daisy anfängt sich für die Armen zu engagieren, wird ihr Leben einigermaßen zufrieden.
Sabine Weigand greift mit diesem Buch die wahre Lebensgeschichte von Daisy von Pless auf. Daisy hatte sich am Anfang des 20. Jahrhunderts besonders in Waldenburg für die Verbesserung der Lebensbedingungen der dortigen Einwohner eingesetzt und wurde so zum Engel von Waldenburg. Dabei unterstützt wird sie im Buch von der fiktiven Figur des Joschi, der und dessen Familie stellvertretend für die dortige Bevölkerung steht. Daisys Engagement führt dazu, dass sie sich auch politisch interessiert. Trotz ihres Einflusses beim deutschen Kaiser als auch im englischen Königshaus gelingt es aber auch ihr nicht den ersten Weltkrieg mit all seinen Gräueln zu verhindern. Und steht dann als Engländerin in Deutschland zwischen allen Fronten.
Die Perspektive im Buch wechselt immer wieder, Tagebucheinträge und überlieferte Briefe, sowie Zeitungsmeldungen wechseln sich mit Passagen in der dritten Person und Einschüben aus Joschis Perspektive ab. So entsteht ein vielfältiges Bild der Zeit. Anfangs hatte ich ein wenig Probleme mit der etwas einfältig wirkenden Daisy. Sie ist wirklich ein Kind ihrer Zeit. Frauen hatten damals nichts zu wissen, möglichst hübsch auszusehen und möglichst den Mund zu halten. Trotz allem schafft es Daisy aber ein halbwegs selbstbestimmtes Leben zu führen, vor allem, wenn ihr Mann mal wieder ohne sie auf Reisen ist. Im Laufe des Buches entwickelt sich Daisy wirklich zu einer Frau, die weiss was sie möchte und was nicht und die es schafft das was sie sich vorgenommen hat, auch durchzusetzen. So wuchs sie mir immer mehr ans Herz.
Mich hat das Buch sehr berührt. Anfangs hätte ich nicht gedacht, dass es doch so einen Lesesog entwickelt. Abgerundet wird das Ganze durch ein informatives Nachwort der Autorin. Hier erzählt sie die Entstehungsgeschichte des Buches und was Fiktion und was Wahrheit war. So erfährt man hier auch noch, wie es mit der Familie von Pless nach dem ersten Weltkrieg weiterging. Damit bekommt das Buch auch ein rundes Ende. Ich kann diese Buch für Fans gut recherchierter historischer Romane nur empfehlen. Wie immer bei Sabine Weigand wird Geschichte hier lebendig.
Mary Theresa Olivia Cornwallis-West, genannt Daisy, sehr jung und sehr schön, wird – wohl hauptsächlich aus finanziellen Gründen - mit dem deutschen Fürsten Hans Heinrich XV von Pless verheiratet. Das ist nichts Außergewöhnliches, schließlich gab es bereits intensive deutsch-englische Verbindungen im Hochadel, man denkt sofort an Queen Victoria und die Tochter Vicky Princess Royal, beide mit Deutschen verheiratet. Doch Daisys Bildung und Vorbereitung auf ihr neues Leben ist nur unzureichend und die erste Zeit als Jungvermählte dürfte nicht einfach gewesen sein. Sabine Weigand beschreibt Daisys Lebensweg vom jungen naiven Mädchen zur gefeierten Fürstin, unermesslich reich, weitgereist, gab sie durch glamouröse Feste und Jagdgesellschaften Ton und Mode im europäischen Adel vor - ein It-Girl würde man heute sagen.
Die Autorin erzählt mit Leichtigkeit und stets anschaulich; die Persönlichkeit der Daisy wird von ihr - nach meinem Empfinden - leider nicht ohne Kitsch zwischen Lady Di und Elisabeth von Österreich angelegt, das Schema ist damit klar: beide Schönheiten ihrer Zeit, tonangebend zwar, doch die eine ist zu naiv um Motivation und Intention ihrer nächsten Umgebung zu erkennen, die andere im strengen Hofzeremoniell mit einem älteren Mann verbunden, dessen Interessen nur wenig mit den ihren zu tun haben. Doch ist das Bild der schönen guten Prinzessin, und dem alten, bösen Fürsten, wirklich so einfach schwarz-weiß, wie die Autorin es zeichnet? Ich glaube das nicht und finde vielmehr, dass sich darin die Schwäche des Romans offenbart, so ist es eben nicht im richtigen Leben und auch verklärend-konstruierte HappyEnds gehören eher zum Märchen als zur Realität. Und diese reklamiert die Autorin für Ihren Roman, sie hat gut recherchiert und Tagebücher, Biografien und Zeitungsmeldungen ausgewertet. Doch will sie viel zu viel und wird so keinem der angerissenen Aspekte wirklich gerecht: das Leben des europäischen Adels vor dem drohenden Untergang, die politische Entwicklung zum und nach dem ersten Weltkrieg, die Giftgas-Entdeckung des Nobelpreisträgers Fritz Haber, Sozialkritik an der Lebenssituation der Arbeiterklasse und dann – mit deutlichem Blick auf ihr Publikum - noch eine recht gut konstruierte Romanze. Das alles ist zu umfangreich vorgetragen und wäre locker Stoff für zwei Bände um diese interessante europäische Fürstin gewesen. Und wenn mir auch der Roman nicht recht gefallen hat, so ist doch der große Verdienst der Autorin, dass sie Niederschlesien in den Fokus ihrer Leserschaft rückt und Interesse an deutsch-polnischer Geschichte weckt, die es mit eigenen Reisen nun zu vertiefen gilt.
Sabine Weigand hat mit diesem Buch eine starke Fürstin wieder aufleben lassen und führt einen in den Anfang des 20. Jahrhunderts. Mit einem schönen Schreibstil verleiht sie historisch bekannten Persönlichkeiten Leben und zeigt uns den Lebensweg einer starken Frau, die vieles hinnehmen muss, aber nicht alles still aussitzt. Ganz im Gegenteil. Eine bewegende Geschichte über Mut und Beharrlichkeit, über Einsamkeit und Pflicht. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, wenn auch nicht alles historisch ganz genau war.
Der historische Roman „Die englische Fürstin“ von Sabine Weigand ist am 28. August 2019 im FISCHER Krüger - Verlag erschienen und spielt die meiste Zeit in Deutschland, aber auch in England und Frankreich.
Daisy (Mary Theresa Olivia Cornwallis West) ist Tochter einer langsam verarmenden Adelsfamilie aus England und wird aus diesem Grund mit dem deutschen Fürsten von Pless verheiratet. Doch ihr Leben verläuft dann ganz anders, als sie erwartet hatte. Zwar lebt sie im Luxus, geht auf Bälle und reist viel, sie erkennt aber worauf dieses Leben gestützt ist, nämlich die Ausbeutung der „kleinen“ Menschen. Gegen derlei Ungerechtigkeiten will Daisy vorgehen, doch ihr Ehemann ist nicht bereit, sie dabei zu unterstützen. Also sucht sie nach Wegen, um gegen die Armut zu kämpfen und für annehmbare Lebensumstände zu sorgen. Vor Daisy liegt eine schwierige Zeit, die geprägt ist von großen Enttäuschungen, aber auch Dankbarkeit und ihrem inneren Konflikt, ob man auf Kosten anderer glücklich sein darf.
Drei Tage habe ich für dieses Buch gebraucht, das mich zufrieden zurücklässt, aber zum Teil auch mit Verständnislosigkeit zurücklässt. Dass das Wohl des Volkes von den Launen einer einzelnen Person abhängig ist und sich niemand wirklich traut, auf diese Person einzuwirken, ist immer wieder unfassbar.
Das Cover gefällt mir sehr gut und passt sowohl zur Geschichte als auch zum Genre.
Auch der Klappentext sprach mich sofort an. Er führt die Hauptfigur und den Hauptkonflikt ein und schafft eine erste Stimmung beim Leser/ bei der Leserin.
Daisy ist eine junge, schöne Frau, die als Debütantin heiß umworben ist. Dem ausufernden Lebensstil ihrer Eltern hat sie es zu verdanken, dass sie mit einem älteren, reichen Fürsten verheiratet wird, denn nur so kann das Leben der Familie weiterhin gewährleistet werden. Und auch wenn es Daisy widerstrebt diesen Mann zu heiraten, gibt sie sich dann aber große Mühe, den Erwartungen, die an sie gerichtet sind gerecht zu werden. Dabei hat sie so einige Hürden zu nehmen, ist sehr aktiv und macht eine großartige Entwicklung durch. Ich empfinde sie in ihrer Art sehr authentisch und habe Daisy wirklich lieb gewonnen.
Auch alle anderen Figuren mag ich wirklich sehr. Von jeder ist ein einzigartiges Bild gezeichnet worden, jede hat ein Ziel und jede hat eine eigene Motivation. Natürlich ist manches mit unseren Augen (von heute) sehr befremdlich, wenn z.B. Daisy’s Mutter ihr aus Eigennutz und zur Wahrung des eigenen Rufes gut zuredet, als sie über die Probleme mit ihrem Ehemann berichtet, doch es ist für die dargestellt Zeit wirklich realistisch. Der Fürst ist eine sehr eigenwillige Person und auch der Kaiser ist sehr speziell, aber genau das macht diese Geschichte aus.
Ganz besonders gefallen hat mir, wie Daisy erkennt, dass der Fürst nichts für sein Volk tut und sie daraufhin ihr eigenes Weltbild korrigiert und aktiv anfängt dagegen vorzugehen, auch wenn es eine Gefahr für sie selbst darstellt.
Die Handlung fand ich ebenfalls gelungen. Es wurde eine ansteigende Spannungskurve mit vielen kleinen und großen Konflikten entwickelt, die auch überraschende Wendungen vorhält. Und trotz der gewählten Romanform vermittelt Sabine Weigand mit ihrem Werk viel Wissen über die vorherrschende Zeit. Auch die Liebesgeschichte ist für meinen Geschmack sehr schön gezeichnet worden. Damit meine ich die Beziehung zu Großherzog Adolph Friedrich von Mecklenburg - Strelitz. Auch die Nebenhandlung zu Joschi fand ich sehr interessant und es hat die Haupthandlung wirklich gut ergänzt. Trotzdem muss ich gestehen, dass ich die Geschichte an manchen Stellen etwas langatmig fand. Das Ende hat mir dann sehr gut gefallen und mir kamen vor Freude die Tränen. Daisy musste in ihrem Leben ganz schön leiden. Und sie dann am Ende glücklich zu sehen, hat mich echt gerührt.
Die Settings haben mir auch sehr gut gefallen. Es ist zu weiten Teilen mal etwas anderes als sonst in diesem Genre, also nicht nur England und Frankreich und es ist sehr abwechslungsreich.
Aber wie liest sich das Buch nun?
Es sind 4 Teile mit häufig längeren Leseabschnitten, Zeitungsartikeln und Briefen. Die Leseabschnitte sind meist in der ICH-Form im Präteritum aus Daisy’s Sicht geschrieben. Das hat mir sehr gut gefallen. Die Zeitungsartikel und Briefe lockern das Ganze ein wenig auf und durch die gewählte Perspektive kann man Daisy’s Denken und Handeln sehr gut verstehen und nachvollziehen.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Das Buch liest sich sehr flüssig und ist sehr bildreich geschrieben. Auch die Beschreibungen der Settings und die atmosphärischen Beschreibungen fand ich gelungen und konnte mir alles gut vorstellen. Die Dialoge haben sehr gut zum Genre gepasst und im Ausdruck für jede Figur mit einer gewissen Individualität entwickelt. Insgesamt hätte ich mir aber noch etwas mehr Tiefe bzw. Den Ausbau der emotionalen Ebene gewünscht.
Mein Fazit nach 576 Seiten:
„Die englische Fürstin“ zeigt sehr eindrucksvoll, wie eine Frau sich in der Zeit des Kaisers bereits über Grenzen und Regeln hinweggesetzt hat und aus dem „typischen“ Rollenmuster der Frau ein Stück weit ausgebrochen ist. Jeder kann etwas bewegen, wenn er es möchte.
Wer einen interessanten und spannenden historischen Roman (Biografie) sucht, der zu großen Teilen in Deutschland in der Zeit von 1883 bis zum Abdanken des Kaisers spielt, in dem auch die Liebe nicht zu kurz kommt und der die Themen „die Rolle der Frau“ und „die Lebensumstände in der vorherrschenden Zeit“ verarbeitet, der dürfte mit diesem Roman gut beraten sein.
Von mir erhält dieser Roman eine Kaufempfehlung (4/5 Sternen), weil Daisy eine wirklich starke und beeindruckende Figur ist, die ein sehr bewegtes Leben hatte. Überhaupt ist es sehr interessant dieses Buch zu lesen, denn es wird viel Wissen in Form eines Romans vermittelt. Ein halbes Sternchen ziehe ich ab, weil es zum Teil etwas langatmig war. Ein weiteres halbes Sternchen ziehe ich ab für die emotionale Ebene. Hier hätte ich mir noch mehr Tiefe gewünscht.
Trotzdem ist es ein sehr gelungener Roman, den ich nur weiterempfehlen kann.
Vielen Dank an Sabine Weigand für diese Geschichte.
Mary Theresa Olivia Cornwallis-West, Fürstin von Pless, genannt Daisy, gehört zum englischen Hochadel, doch ihre Familie ist verarmt. Da kommt der steinreiche, deutsche Fürst von Pless als Ehekandidat gerade recht. Die junge Daisy fügt sich, doch die kalte und distanzierte Art ihres Ehemanns macht sie unglücklich. Daisy ist eine starke Frau und macht sich daran, ihr Leben selbst zu gestalten.
Seltsam, wie sehr die Zeiten sich verändert haben. Wenn man das Buch, die Englische Fürstin liest, wird einem bewusst, was wir Frauen inzwischen erreicht haben.
Daisy, die Hauptperson in dem Roman von Sabine Weigand, wächst als kleiner Wildfang in einer verarmten Adelsfamilie in England auf. Daisy ist ein besonders hübsche Mädchen und als sie ins heiratsfähige Alter kommt, wird sie in London in die Gesellschaft eingeführt. Ihre Mutter sorgt dafür, dass die 17 Jährige standesgemäß unter die Haube kommt. Daisy heiratet den biederen, 12 Jahre älteren und reichen Deutschen, Hans Pless. Hans gehört ein riesiges Anwesen in Schlesien und dahin nimmt er seine kleine, sehr hübsche englische Fürstin mit. Die junge Frau hat keine Erfahrung, was die Liebe angeht und ist sehr unglücklich, weil sie sich das Eheleben so viel anders vorgestellt hat. Daisy‘s Mutter redet ihr aber stets ein, dass das alles seine Richtigkeit hat und eine folgsame Frau, sich genau so verhalten sollte. Frei nach dem Motto, halt den Mund und mach was er sagt. Doch die englische Fürstin scheint sich dem nicht ganz so fügen zu wollen. Im Laufe der Jahre entwickelt sie sich zu einer selbstbewussten und engagierten Frau. Sie sorgt sich um die Bergleute, die in den Kohlegruben ihres Mannes arbeiten und spricht mit den Angestellten des Hauses. Ganz gegen den Willen ihres Mannes, lässt sie Pflegeheime bauen und fördert die Modernisierung der Wohnanlagen der Bergbauarbeiter. Daisy zieht am Ende sogar als Krankenschwester in den ersten Weltkrieg und sieht Dinge, von denen wir nicht träumen wollen.
Ein Nebenschauplatz ist die Geschichte von Josch Siebenbürgen. Der Sohn eines Bergmanns, der durch den Tod seines Vaters und dem Diebstahl eines Grubenpony‘s, in den Dienst des Plesschen Haushaltes gelangt. Er begleitet die Entwicklung der Fürstin, ist ihr Beschützer und später fast ein Vertrauter.
Sabine Weigand hat eine sehr schöne flüssige Art, dem Leser die Zustände zwischen 1883 und 1922 nahe zu bringen. Als S. Weigand auf einer Reise nach Polen an dem Fürstensitz der Pless vorbei kam, wusste sie, dass sie einen Roman über die junge und schöne Fürstin schreiben muss. Sie hatte sich das Schloss angesehen, sah die Portraits der Schlossbesitzer und war davon überzeugt, dass sie daraus einen wunderbaren Roman schreiben kann. Die Schriftstellerin durfte die Tagebücher und Korrespondenzen der Fürstin lesen. Sabine Weigand wäre keine Historikerin, wenn sie nicht die kleinen Geheimnisse herausgefunden hätte. Es gibt kaum Biografien von Daisy von Pless, denn die Familie hat Einiges unter Verschluss gebracht. Dennoch hat die Autorin Einiges gefunden, das sich zu einem besonderen Roman verarbeiten ließ. Vieles ist wahr, Einiges dazu erfunden. Die Menge an Informationen, in denen Deutsche und Englische Fürstenhäuser, insbesondere Wilhelm der II, Kaiser von Deutschland, vorkommen, erklärt die Autorin am Ende des Romans.
Ich mochte das Buch kaum aus der Hand legen. Ein Roman der Geschichte vermittelt und doch nicht trocken geschrieben ist. Verpackt in eine Liebesgeschichte, die das Leben schrieb. Eine Geschichte, um eine Frau die sich auf die Hinterfüße stellt und ihren „Mann“ steht.
“Die englische Fürstin” ist mein erstes Buch der Autorin und es hat mich regelrecht umgehauen, denn diese historische Geschichte war so spannend und zugleich unterhaltsam, sodass es sicher nicht mein letztes Buch der Autorin bleiben wird.
In diesem Buch steht Daisy im Vordergrund. Sie ist eine junge, englische Adelige, die sich freut ihre erste Saison erleben zu dürfen und vielleicht einen Heiratsantrag zu erhalten. Leider wird sie mehr oder weniger gezwungen einen deutschen Fürsten zu heiraten, der unendlich reich ist, aber sie ist nicht ihn in verliebt. So wird gerade der Beginn zwischen ihnen sehr schwierig, aber sie entwickelt sich zu einer starken Person.
Ich fand Daisys Geschichte richtig genial, denn dieser historische Roman war spannend und amüsant zugleich, außerdem würde ich ihn auch als dezent lehrreich bezeichnen. Man erfährt so einige historische Dinge, die mir nicht bekannt waren, beispielsweise die Sache mit den Grubenarbeiter und was die alles durchmachen mussten. In Bezug auf Daisy empfand ich die Handlung als wirklich spannend, denn es war für mich wirklich sehr interessant zu sehen, wie sich Daisy entwickelt und ob sie glücklich wird. Daisy macht nämlich eine tolle Wandlung durch von einem reichen, naiven Mädchen zu einer wirklich starken Frau, die sich für andere einsetzt.
Die Handlungsorte waren sehr detailliert beschrieben und die Autorin schickt uns auf eine Reise durch Europa. Einmal England, dann Schlesien und dann sind wir wieder in Frankreich. Man bekommt so auch einen richtig schönen Überblick, wo die damaligen Hotspots der Reichen und Schönen waren.
Die Protagonisten waren absolut gelungen und wunderbar gezeichnet. Die Nebencharaktere waren interessant und authentisch beschrieben, ebenso aber auch ihr Mann Hans, der mir zwar unsympathisch war, aber vielleicht konnte er auch einfach nicht aus seiner Haut.
Hervorgestochen ist natürlich Daisy. Ich fand sie von Beginn an sympathisch und habe sie wirklich bewundert, denn sie hat sich nicht brechen lassen, obwohl ihre Situation nicht einfach war. Bei ihr hat es sich zum Gegenteil entwickelt, denn ich hatte das Gefühl, dass sie dadurch noch stärker wurde. Wirklich eine tolle Protagonistin.
Die Schreibweise war fesselnd und lebendig. Es war toll, wie erfrischend und spannend dieser historische Roman war. Es gab keine Abschnitte, die trocken und zäh waren. Alles war interessant und flüssig, sodass es ein absoluter Genuss war, das Buch zu lesen. Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, da wäre mal Daisys Sicht, dann Briefe und auch noch die historischen Abschnitte. So war alles sehr schön vielfältig und man konnte alles sehr gut nachvollziehen.
Das Cover finde ich wirklich ansprechend und es gefällt mir gut.
Fazit: Tolles Buch. Interessant und spannend. Klare Kauf – und Leseempfehlung.
Mary Theresa Olivia Cornwallis-West - besser bekannt unter; "Daisy von Pless" war gebürtige Engländerin, bevor sie, durch eine Heirat, eine bekannte Fürstin im deutschen Hochadel wurde. Sie war eine bekannte High Society Lady der Edwardischen Epoche und führte ein Jetset Leben, bevor sie sich um die armen Menschen in Schlesien kümmerte und während des ersten Weltkriegs als britische Spionin verdächtigt wurde.
Daisy von Pless führte ein spannendes Leben, welches in diesem vorliegenden Werk näher betrachtet wird.
Ich interessiere mich schon seit Jahren für den Adel, überraschenderweise habe ich von Daisy von Pless, vor diesem Buch, noch nie etwas gehört. Aber meine Neugier war geweckt, galt Daisy doch zur damaligen Zeit, 19/20.Jahrhundert, als eine der schönsten Frauen des Adels.
Daisy von Pleß stammt aus einem armen, englischen Adel und wird im Alter von 18 Jahren nach Schlesien mit dem 12 Jahre älteren Fürsten und Erben; Hans Heinrich XV.Fürst von Pless und Graf von Hochberg verheiratet.
Die Ehe der beiden erfüllte nur den Zweck, Erben für den Fortbestand der Dynastie in die Welt zu setzen. Zudem bekam Hans Heinrich mit der blutjungen Daisy eine hübsche Frau an die Hand für die nötigen Repräsentationen am Kaiserhof in Berlin. Die Ehe war nicht glücklich, doch sie erfüllte ihren Zweck und das Paar bekam drei Söhne.
Ein sehr interessanter und aufschlussreicher, historischer, Roman über die Fürstin Daisy von Pleß. Die Autorin schafft es eindrucksvoll, das Leben der Fürstin, zur damaligen Zeit, richtig authentisch und bildhaft zu beschreiben. Die Geschichte der jungen Fürstin, dich sich in diesem Buch über mehrer Jahrzehnte zieht, ist spannend und packend erzählt. Zudem ist das Buch auch sehr aufschlussreich, den so erfährt man viel über das Leben in der damaligen Zeit! Besonders eindrucksvoll wird auch beispielsweise auf den ersten Weltkrieg eingegangen. So wird beschrieben, wie euphorisch die Männer waren und wie sich hauptsächlich auch die Männer, auf den Krieg gefreut haben. Dies mag zwar makaber klingen, doch dies war damals offensichtlich Normalität. Die Autorin; Sabine Weigand, erzählt so detailreich und authentisch das Leben des damaligen Adels, sodass man sich buchstäblich alles sehr gut vorstellen kann!
Eine spannende Biographie über eine starke Persönlichkeit.
Dieses Buch gehört gelesen, denn es ist so viel mehr, als nur eine Biographie über eine starke Frau, die sich ihren Platz und ihr Glück erkämpft.
Mary Theresa Olivia Cornwallis-West, genannt Daisy, bleibt keine Wahl. Um die absolute Verarmung ihrer Familie zu verhindern, muss sie den um viele Jahre älteren, deutschen Hans Fürsten von Pless heiraten. Als sie in sein Schloss Fürstenstein zieht, fühlt sie sich fehl am Platz und einsam. Doch Daisy schafft es mit ihrem Charme und Schönheit den Hof und sogar den Kaiser um ihren Finger zu wickeln. Doch vieles ist nicht so schön wie dir oberflächliche Fassade.
Schon auf dem Cover blickt die echte Daisy den Leser an. Inspiriert von ihrem Leben schrieb Sabine Weigand diesen Roman und hielt sich dabei an viele historische Fakten und Persönlichkeiten. Die Autorin transportiert auch gut die Denkweise der damaligen in unsere Zeit. Besonders gefiel mir aber Daisy selbst. Ihre Entwicklung von einem verschüchterten, naiven Mädchen zu einer selbstbewussten Frau zu einer Zeit, in der Frauen in hohen Kreisen nur als Schmuckwerk galten und zerrissen zwischen ihrer Heimat England und des neuen Zuhause Deutschland, fand ich sehr beeindruckend. Laut Wikipedia galt sie als die erste High-Society-Lady des europäischen Hochadels.
Einzig der ständige Wechsel des Erzählstils war anfangs etwas verwirrend. Er erklärt sich erst im Schlusswort. Die Autorin verwendete viele original Tagebucheinträge, Briefe, Telegramme, schrieb dazwischen die Erzählung. Von mir gibt es daher 4 Sterne.
Daisy von Pless Die englische Fürstin ist ein neuer Roman von der Autorin Sabine Weigand, der um 1900 beginnt. Die historischen Romane der Autorin habe ich schon immer gerne gelesen. Dieser beschreibt die Zeit in England und Deutschland. Daisys Familie ist in Geldnöten. In London wird sie als Debütantin angeboten. Sie träumt von der Lieb, aber sie wird mit dem deutschen Fürsten Hans von Pless vermählt und ihre neue Heimat ist in Schlesien. Sabine Weigand lässt Daisy zu einer starken Kämpferin werden. Sie versucht der armen Bevölkerung , nachdem sie deres starke Elend sieht, helfen. Sie bekommt 3 Söhne, die sie tief liebt. Für die sie ihr eigenes Glück zurück stellt. Die Autorin schreibt die Geschichte besonders lebensecht. Ihre Recherchen für dieses Buch kann man im Nachwort gut nachvollziehen. Ich bin froh, das ich den Roman gelesen habe, es hat mich gut unterhalten. Ein wahres Highlight.
Sabine Weigand erzählt das Leben der jungen englischen Adligen Daisy, die mit einem deutschen Fürsten verheiratet wird, der sie nicht aus Liebe heiratet. Ist sie zu Beginn der Ehe noch jung und naiv, entwickelt sie sich im Laufe der Jahre zu einer selbstbewussten Frau, die ihr Leben in die Hand nimmt und großes soziales Engagement zeigt. Sabine Weigand hält sich im Großen und Ganzen an die historischen Fakten und doch gelingt ihr hier wieder ein spannender Roman, der den Leser mitnimmt in die letzten Jahre des deutschen Kaiserreichs. Eigentlich gehören historische Romane nicht zu meinen bevorzugten Büchern, aber Romane von Frau Weigand sind ein Muss und immer ein Lesegenuss.
It's a somewhat coming-of-age story of young Daisy who was married off to which ended up a marriage in which there were not that many feelings involved.
It's a story that shows how a young, naive romantic girl found her voice in a men dominated world.
It's an inspiring story. Yet, it's also a saddening story.
It may be a slow read as it is slow paced, but it was a very well enjoyed reading experience!