Zwei Tage vor seiner Pensionierung bekommt der Herr Rudi die Diagnose Krebs, er denkt: Okay. Hat's ihn also auch erwischt. Sein Leben hat der Wiener Gerichtsvollzieher damit verbracht, der Livi hinterherzutrauern, erste und einzige Liebe. Die nach Zitrone-Orangen-Marmelade geschmeckt hat beim Küssen, und für deren Reanimation er sogar sein heißgeliebtes gelbes Curry stehen lassen würde. Aber da hilft alles nicht, die Livi ist tot, und das seit 40 Jahren. Seit 40 Jahren also sitzt ihr dämlicher Geist ihm auf der Schulter. Und jetzt haben wir das Schlamassel: Hexenschuss. Im Hotelzimmer in Salzburg mit einer Badewanne voller Blaubeeren. In der sind Dinge passiert. Und eine Pistole liegt da auch noch, auf dem Nachtschrank. Anna Herzig entfaltet die brutale Wucht der Trauer nach dem Verlust eines geliebten Menschen, ohne dabei den hartnäckigen Charme des Lebens zu missachten. Die Geschichte eines lebenslangen Requiems auf die große Liebe und die Bedeutung von besten Freunden, erzählt in einer derben wie herzerwärmenden Manier.
Anna Herzig wurde 1987 als Tochter eines Ägypters und einer Kanadierin in Wien geboren. Ihre Begeisterung für Literatur zeigte sich sehr früh. Nach unzähligen gelesenen Büchern beschloss sie bereits im Alter von 14 Jahren, ein eigenes Buch zu schreiben. 2005 erschien ihr erster Roman, der Thriller "Der Tod kann warten". Die junge Österreicherin nahm daraufhin unter anderem an der Kriminacht in Wien teil. Seit 2007 widmet sie sich einem neuen Genre, der Liebesgeschichte. Im Sommer 2013 schloss sie "Zeit für die Liebe" ab und schreibt nun bereits an einer neuen Liebesgeschichte – die eigentlich gar keine ist. Die Autorin lebt in Wien.
Anna Herzig was born on may the 2nd in 1987 in vienna, also the place of her doing and work since graduation of business school in 2004.
The young writers fascination for books and higher literature established in early years. Reading countless books and soaking up knowledge, the idea to write her own book was born at the age of just 14.
In 2003 at the age of 16, her fascination for acting / writing and screenplay thrived for more she therefore applied to Max Reinhard Seminare - although the appliaction was turned down, 2003 seemed to be a promising year.
Anna used the time and finished her first book "Der Tod kann warten" which was finally released in 2005 by publisher Gryphon. Many different smaller book presentation followed as well as the first participation on viennas crimenight.
In 2007, her writing style changed after being influenced by mainly one famous japanese writer and his passionate way of story-telling.
"Zeit für die Liebe" is a project which was finished in summer 2013 - simultaniously her latest project "Anatomie einer Liebe" is center of her passion and will be receiving its finishing touch in autumn 2014.
Kurzmeinung: Herr Rudi ist ein großartiger Roman. Herzig hat einfach ihren ganz eigenen Stil, dem ich verfallen bin. Das Stilmittel des Dialogs, interessante, kauzige, liebenswerte Figuren, Sätze, die einen kalt erwischen, berühren, unter die Haut gehen. Für all das Liebe ich Herzigs Bücher. Und all das hat mir auch bei "Herr Rudi" wieder unglaublich gut gefallen und mich nur so durch die Seiten fliegen lassen.
Meine Meinung: In dem Buch geht es um Herr Rudi, der kurz vor dem Selbstmord in einem Hotelzimmer sein Leben Revue passieren lässt. Er denkt an seine große und einzige Liebe Olivia, die ihm viel zu früh wieder genommen wurde. Er erzählt vom gemeinsamen Sommer, von Orangen-Zitronen-Marmelade. Wir lernen seinen einzigen Freund Fritz kennen, der ihm durch so manche Krise geholfen und mit ihm so manches Glas Rotwein getrunken hat. Er erzählt von seinem Job als Gerichtsvollzieher. Und immer wieder von Olivia. In "Herr Rudi" schreibt Anna Herzig von großer Liebe und von großer Traurigkeit. Vom Tod, vom Verlassenwerden, vom Zurückbleiben, vom Überleben und vom Sterben. Die Geschichte erzählt von Freundschaft, die man manchmal an unerwarteten Orten findet. Und von Blaubeeren und Marmelade und Menschen, die man einfach nicht vergessen kann und will. Das alles ist verpackt in einem unverwechselbaren Stil und einer Sprache, die ich so noch bei keiner anderen Autorin gelesen habe. Da gibt es Seiten, die vollständig durch Dialoge gefüllt werden. So nah und zart und echt. Sätze, die mich kalt erwischt haben und mir beim Lesen richtig unter die Haut gegangen sind. Es gibt großen Schmerz und große Traurigkeit, aber auch ganz viel Witz. Dieser Spagat gelingt der Autorin wirklich gut. Und auch Herzigs Figuren sind einzigartig. Sie sind ein bisschen schrullig, ein bisschen kauzig. Dabei aber glaubwürdig, echt und menschlich.
Fazit: Herr Rudi ist ein schmales Büchlein, in dem unglaublich viel drinsteckt. Es geht um die großen Themen: Liebe, Freundschaft, Trauer und Tod. Einzigartig wird dieses Buch durch den außergewöhnlichen Schreibstil der Autorin. Seitenlange, tolle Dialoge, eindrucksvolle, ein bisschen schrullige und sehr sympathische Figuren, große Emotionen und viel Witz.
„Herr Rudi“, das Buch zum Rudi. Das musste ich lesen. Und deshalb habe ich mich auch eine Weile nicht getraut. Es hätte ja, theoretisch, ein blödes Buch sein können. Ist es aber nicht. Es ist die schönste Liebesgeschichte, die ich seit langem gelesen habe. Und weil die Geschichte in Österreich spielt, habe ich sie mir im Kopf mit der Stimme und dem Tonfall von Peter Simonischek vorgelesen. Es ist kein dickes Buch. Ich habe es an einem einzigen Sonntagnachmittag durchgelesen. Und deshalb verrate ich auch nicht mehr, als dass es um Liebe und Freundschaft geht. Und ums Abschiednehmen. Um die wichtigen Dinge im Leben.
"Manchmal hilft nichts anderes, als das gesamte Leben in eine mit Blaubeeren gefüllte Badewanne hineinzuweinen. Vorwärtszurutschen, rückwärtszurutschen, unterzutauchen, Luft anzuhalten, Blaubeeren mit den Lippen zu schnappen. Schieben, schieben, Schaum wegschieben."
Als wir den Herrn Rudi, einen frisch pensionierten Gerichtsvollzieher, kennenlernen, ist er in einer ziemlich misslichen Lage: Bewegungsunfähig wegen eines Hexenschusses, nackt auf allen Vieren, in einer Hotelbadewanne voller Blaubeeren. Und wie er da so in seinem Salzburger Hotelzimmer kauert, denkt er nach: Über die Livi, seine Jugendliebe, die viel zu früh gestorben ist und die er nie loslassen konnte. Über sein Berufsleben in Wien und über seinen besten Freund, den Fritz. Über seinen Sehnsuchtsort Salzburg, an dem er seinen Ruhestand verbringen wollte und seine Diagnose, die nun seine Pläne durchkreuzt.
Ich hab mit dem Herrn Rudi geweint und gelacht, und mit seinen Erinnerungen an Salzburg - die Sommer im Waldbad, die Untersberg-Liebe und den Entenbeobachtungen an der Salzach - hat mir Anna Herzig auch wieder ein bisschen Lust auf Salzburg gemacht. Und das trifft sich ziemlich gut, weil ich bald wieder für länger dort bin.
Herr Rudi, ja was soll ich sagen...Sehr ungewöhnlich geschrieben und damit kam ich nicht so zurecht. Ich wollte Herrn Rudi auch gerne mögen, ist mir aber nicht gelungen. Eine kurze Geschichte, die einem schon ans Herz geht, aber ich hab den Zugang nicht gefunden.
Liebt ihr auch die Wiener Schnauze auch so wie ich? Dann seid ihr hier genau richtig. Herr Rudi und sein Freund Fritz sind nämlich Meister darin. Deren Dialoge sind kleine Kunstwerke, „ah geh“.
Kurz vor der Pensionierung erhält Herr Rudi die Diagnose Krebs, so wie seine große Liebe, die vor 40 Jahren daran gestorben ist. Die kurze und sehr kurzweilige Geschichte widmet sich jenen paar Tagen um die Pensionierung herum und erzählt in Rückblenden von der Vergangenheit Herrn Rudis.
Anna Herzogs Schreibstil ist eine Wucht. Von locker-flockig, über liebevoll, mal kaltschnäuzig bis hin zu tieftraurig ist alles dabei – und genau diese Mischung macht den Roman aus. Die Autorin schafft es, den Leser auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle mitzunehmen.
Ich kann die allgemeine Begeisterung in diesem Fall wirklich nachvollziehen, „Herr Rudi“ ist ein ganz außergewöhnliches Buch und bietet ein einmaliges Leseerlebnis.
Dieses Buch beschreibt insgesamt so viele verschiedene Themen: Liebe, Tod, Freundschaft, Verzweiflung und Trauer... Es zeigt gut wie sich der Tod eines geliebten Menschen auf das ganze weitere Leben auswirken kann und es beschreibt auch wie ungerecht das Leben so manchmal ist. In diesem Buch geht es um Herrn Rudi, der als junger Mann seine große Liebe Livi verloren hat. Er hat sich nie davon erholt und konnte sich deshalb in seinem weiteren Leben nie wirklich auf andere Frauen einlassen. Herr Rudi steht kurz vor seinem Tod und lässt sein ganzes Leben Revue passieren. Das Buch hat meiner Meinung nach einen sehr interessanten und außergewöhnlichen Schreibstil. Die meiste Zeit wird im Dialog geschrieben und die Autorin hat einige Wörter aus einem Österreichischen Dialekt verwendet. Somit ist nicht nur der Schreibstil besonders sondern auch die genutzte Sprache. Mir hat das Buch nicht ganz so gut gefallen, da der Schreibstil (Dialog und Sprache) nicht ganz meins war und der Hauptcharakter Herr Rudi war mit nicht ganz so sympathisch.