Er ist nur noch ein Abglanz seiner selbst und säuft sich in Florida zu Tode: Jack Kerouac, Idol der Beatniks, der einst das Leben seines Freundes Neal Cassady ausschlachtete, um es zum Kultroman der 1950er Jahre zu verdichten. Da steht aus heiterem Himmel eine Literaturstudentin vor seiner Tür. Ihr Traum: als seine erste Biographin sein Leben aufzuschreiben. Jack weigert sich und lässt sich doch von Jans Bewunderung zu einem Blick zurück verführen. Ein Trip, aus dem keiner der Beteiligten heil herauskommt.
Anthony McCarten’s debut novel, Spinners, won international acclaim, and was followed by The English Harem and the award winning Death of a Superhero, and Show of Hands, all four books being translated into fourteen languages. McCarten has also written twelve stage plays, including the worldwide success Ladies’ Night, which won France’s Molière Prize, the Meilleure Pièce Comique, in 2001, and Via Satellite, which he adapted into a feature film and directed, premiered at the 1999 Cannes Film Festival. Also a filmmaker, he has thrice adapted his own plays or novels into feature films, most recently Death Of A Superhero (2011) which premiered at the Toronto International Film Festival. Anthony divides his time between London and Los Angeles.
"Jeder Mensch ist ein Abgrund. Wenn man in ihn hineinblickt, wird einem schwindlig."
Jetzt habe ich es also doch weiter- und ausgelesen. Und freue mich, sagen zu können, dass das Buch und ich doch noch die Kurve bekommen haben. (Alles andere hätte mich bei einem McCarten auch schwer schockiert.)
Mit der ersten Hälfte des Buchs hatte ich große Probleme; wo will die Geschichte hin, was will das Buch mir sagen? Da war ich zunächst mal eher ratlos. Vielleicht fehlte mir auch einfach der persönliche Bezug zu Jack Kerouac und den Sechziger Jahren. Doch kaum fing ich heute bei 49 % an, weiterzulesen, wendete sich das Blatt: Die Geschichte wusste nämlich gleich mit zwei überraschenden Wendungen aufzuwarten, von denen mich beide, vor allem aber die zweite und finale, ziemlich aus den Socken gehauen haben. Zudem gab die Geschichte mir nun doch noch einiges am Stoff zum Nachdenken mit, wie ich es mir von einem guten Buch wünsche. Außerdem muss ich gestehen, dass, nach anfänglicher Ablehnung, mein Interesse an Jack Kerouac und vor allem an seinem Erfolgsroman "Unterwegs" letztendlich doch noch wachgekitzelt wurde...
Ich freue mich immer sehr über einen neuen Roman von Anthony McCarten, weil dieser Autor/Drehbuchautor/unfassbar kluge Mensch ein ganz feines Gespür dafür hat, seine Figuren, die oft nach realen Vorbildern kommen, so authentisch wie möglich darzustellen. Dazu gehört neben einer genauen Recherche auch eine ganze Menge Humor und ein detaillierter Blick für solch kleine Dinge wie besondere Angewohnheiten. McCarten ist so eine Art Multi-Talent und ich kann nicht anders, als ihn dafür zu bewundern. Für seinen neuesten Roman hat sich McCarten Jack Kerouac und die Beat Generation zur „Buchvorlage“ gewählt: „Von Kerouac lernte ich zu schreiben. Seine Engel und Dämonen waren meine eigenen. Er ist der Held meines Buches über die Frage, wer wir wirklich sind.“
In „Jack“ geht es also um Jack Kerouac, den berühmten Autor von „On the Road“ („Unterwegs“), der mittlerweile seine Glanzzeit hinter sich gelassen hat und als mehr oder weniger galantes Wrack in Florida vor sich hinlebt bzw. … -stirbt, denn vom Alkohol kann er schon seit Jahren nicht mehr die Finger lassen. Er fristet sein Dasein mit Bier vor dem Fernseher statt mit dem Kopf im Buch, ungepflegt und mit einem wirren Ausdruck im Gesicht, aber der Geist ist höchstens beduselt, sonst noch ganz klar, da steht plötzlich die Literaturstudentin Jan vor der Tür. Sie möchte Kerouacs Biographie aufschreiben. Dieser will sie fortjagen, doch die Möglichkeit, einen Blick zurück zu wagen, ist verlockend und so beginnt eine Art gedanklicher Road-Trip, der für alle zur Belastungsprobe aus Liebe, Verrat, Geheimnissen, Drogen und Tod wird.
McCarten schafft es in seiner Geschichte über Kerouac und die Beat Generation neben dem ernsten Grundton des Romans doch immer eine Menge Humor zu wahren. Nein, nicht nur zu wahren, er setzt ihn gekonnt an den richtigen Stellen ein, so dass das melancholische Gefühl, das beim Lesen entsteht, lediglich in ganz zarter Dosierung abgegeben wird und der Roman an Schwung und Dynamik gewinnt. Zusätzlich baut McCarten immer wieder Sachen ein, die man so gar nicht erwartet hätte: er überrascht – und das immer wieder! Trotzdem muss ich gestehen, dass ich „Jack“ nicht als McCartens besten Roman empfinde. Ich nehme das aber auf meine Kappe, denn ich glaube, dass man für das Buch noch sehr viel mehr Hintergrundwissen benötigt, um so richtig tief in die Geschichte einzutauchen – und dieses Wissen fehlt mir. Ja, die Beatniks und Kerouac sind mir ein Begriff und man kann McCartens „Jack“ auch sehr gut lesen, ohne dass man alles über die Gang um „On the Road“ weiß, aber, nun ja, es hilft dann doch beim Lesen, um gewisse Verbindungen herzustellen. Da es in „Jack“ aber noch um viel mehr geht als Kerouac und seine Generation, nämlich vor allem auch um die Frage, wer man wirklich ist und was man vom Leben will, hat es mich dann doch gekriegt. Ganz besonders natürlich wegen McCartens Art zu schreiben, die neben Unterhaltung auch Tiefgang bietet. Fazit: Unbedingt lesenswert!
Ende der 1960er, Jan ist Literaturstudentin und besessen von Jack Kerouac, dem Idol der Beat-Generation und Autor von 'Unterwegs'. Dieser ist abgehalftert und hat sich fast zu Tode gesoffen, hat kaum noch Kontakt zu Menschen. Aber Jan will zu ihm und will die erste authorisierte Biografie über ihn schreiben.
Vor knapp zehn Jahren hatte ich meine große Hippie/Beatnik/Jack Kerouac/Tom Wolfe/Ken Kesey-Phase und ich habe mich tief in die Materie gelesen und gefühlt. Als ich Anfang des Jahres von Anthony McCartens neuem Roman über Kerouac gehört habe, habe ich mich sehr darüber gefreut, wieder in die Zeit einzutauchen. Genau das gelingt auch mit dem Roman. Er bringt mich zurück in die 1960er, ein Wiedertreffen mit alten Freunden, mit denen ich diese neue Geschichte erlebe.
Anfangs tue ich mich schwer, in die Geschichte aus der Ich-Perspektive einzutauchen. Ich mag Jans Art nicht, finde sie auch nicht sympathisch. Bis ich mich eingegrooved habe. Und der Roman seine erste Wendung nimmt. Davon hat McCarten einige und sie machen aus dem Roman mehr als die typische 'junges Mädchen trifft auf grummeligen alten Mann und schafft Veränderung' - Geschichte. Zusätzlich glaube ich, dass der Roman besser funktioniert, je mehr man über Kerouac und die Zeit weiß. Weil es dann Irritationen gibt, die sich im Laufe des Romans umso sauberer Auflösen.
Eine sehr gut und schnell runterlesbare Geschichte über Identitäten und Idole, die voll in mein Unterhaltungsempfinden passt.
Der erste Wermutstropfen dabei ist das Gefühl einer Mogelpackung, wenn man den Roman aufschlägt. Das Buch ist eh schon dünn. Zusätzlich ist die Schrift offensichtlich größer als bei anderen aktuellen Büchern des Verlags, sodass zumindest ein paar Seiten noch dazukommen. Man könnte auch einfach zur Länge der Geschichte stehen und den Preis anpassen.
Der zweite Wermutstropfen ist das Ende. Der letzte Twist von McCarten ist eigentlich ganz schön, aber leider relativ plump gemacht. Und dies ganz am Ende entlässt einen ein wenig enttäuscht in die Realität zurück. Trotzdem hat er mich angefixt und ich weiß, bald muss ich meine Hippie/Beatnik/Jack Kerouac/Tom Wolfe/Ken Kesey-Phase wieder aufleben lassen.
Spätestens mit seinem Roman „On The Road“ sicherte sich der US-amerikanische Schriftsteller Jack Kerouac den Platz als einer der wichtigsten Vertreter der Beat Generation: diese bezeichnet die literarische Epoche nach dem Zweiten Weltkrieg in Amerika. In dieses Buch ließ er seinerzeit autobiographische Elemente miteinfließen, sodass Romanfiguren auf ihre real existierenden Vorbilder zurückgeführt werden können. Anthony McCarten greift sich dieses Gerüst und entwirft darin geschickt seine eigene Handlung, in der die Grenzen zwischen Realität und Fiktion zunehmend ineinander verschwimmen. Welche Leseeindrücke ich durch „Jack“ gewinnen durfte, erfährst du in der folgenden Rezension.
Dass Jack Kerouac tatsächlich existiert hat und nicht bloß eine Figur aus der Feder McCartens ist, wusste ich, wenn ich ehrlich bin, lange Zeit während des Buchs selbst nicht. Die ergänzenden Informationen sind zwar nicht notwendig für das Begreifen der Handlung, unterstützt aber den unschärfer werdenden Übergang der Ebenen Wirklichkeit und Illusion durch eine zusätzliche Realitätsebene. Anthony McCarten hat einen angenehmen und gut zu lesenden Schreibstil, der in mir die Faszination für die bildhafte und einfühlsame Sprache weckt. „Jack“ ist, auch durch seine überschaubare Länge, so unterhaltsam und kurzweilig, dass ich das Buch bis zum Ende nicht mehr aus der Hand legen konnte. Erzähltechnisch führt der Autor seine Leser*innen mehrfach hinters Licht, was die wahre Identität des Erzählers anbelangt. Somit verliert dieser seine vertrauliche Stellung und man ist als Leser*in dazu angehalten, seine Konzentration zu schärfen und Hinweise aufzuspüren. Durch die geringe Anzahl an Figuren und der konsequenten Bündelung auf einen Schauplatz gelingt es „Jack“ umso besser, näher auf die auftauchenden Personen einzugehen und sie detaillierter zu beleuchten. Die Motivationen und Geisteshaltungen sind glaubwürdig und authentisch dargestellt: sei es triefendes Misstrauen gegenüber einer fremden Person oder auch riesige Faszination gegenüber dem literarischen Idol. Mehr und mehr fühlte ich mich in dem Buch angekommen und verfolgte gebannt dargestellte Entwicklungen: ein tiefgründiger Einstieg in die Handlung wird der Leser*in möglich gemacht. „Jack“ ist für mich aber deshalb so lesenswert, als dass auf vielerlei Arten das Realitätsgerüst grundlegend auf den Kopf gestellt wird. Was ist in der Romanwirklichkeit oder in unserer heutigen Wirklichkeit real? Was entspringt der Autorenfeder, was aus den Worten des Erzählers und was basiert auf echten Fakten? Wer ist der Erzähler, wer ist Jack? Dass während Kerouacs Zeit echte Figuren zunehmend hinter den Schilderungen als Buchcharakteren hinterherhinkten und ihr eigenes Ich hinter dem Roman-Ich zurückblieben, wird hier reflektiert aufgegriffen und geschickt ergänzt. Es ist schwierig, an dieser Stelle darüber zu schreiben, ohne letztlich zu viel über den Inhalt preiszugeben. „Jack“ ist eine Lektüre über die Identität des Individuums, die gut unterhält und zum fröhlichen Philosophieren über Fiktion einlädt. Das Ende jedoch fühlt sich aufgrund der erzählerischen Ruhe, die der Autor sich vorher genehmigt, gehetzt an und fällt daher etwas aus dem Rahmen heraus; die Wendung bleibt zu unkonkret. Daher fehlt der nachwirkende Eindruck, den man stärker hätte erzielen können, und es bleibt auf den letzten Seiten doch zu sehr an der Oberfläche.
Mit seinem Roman „Jack“ entfesselt Anthony McCarten einen spannenden Trip zwischen literarischen Ebenen und wirft die Frage nach der eigenen Identität neu auf. Ich vergebe gerne vier von fünf möglichen Sternen.
actual rating: 3.5 🌟 Das Buch war ein bisschen wie Schicksal. Es war das erste Buch, was ich aus dem Regal im Laden gezogen hatte, bevor meine Bahn kam. Ich muss zugegen, dass ich es nur mitnahm, weil ich dachte die Beatniks seien eine Rockband aus den 60ern und nicht etwa eine Art Subkultur von damals. Ich hab das Buch innerhalb von 2 Bahnfahrten beendet und war hin und weg. Ganz ehrlich ich fand alles daran so unfassbar interessant. Reale Figuren in fiktionalen Situationen. Und die Wendungen im Buch, junge war ich geschockt. Ich hab echt mitgelitten angesichts der ganzen emotionalen Manipulation und Irreführung. Ich hab gelesen das viele die Protagonistin, Jan, sehr unsympathisch finden. Ich fand sie sehr interessant vor allem weil ich bis zum Schluss nicht sagen konnte, ob Sie nun psychisch krank ist. Glaubt sie wirklich sie ist jemand anderes oder ist sie emotional so kalt, dass es ihr nichts ausmacht, andere in ihre Spiele mit reinzuziehen oder ist sie letzten Endes ihrer Zeit voraus und sieht, dass das Normale ein Käfig ist. Ich hab es wirklich geliebt und dafür sind 3.5 Sterne zu wenig aber es war wunderschön faszinierend. Und hat mich an Colorado Kid von Stephen King erinnert.
Das perfekte Beiwerk zu Unterwegs, ein erdachtes, aber auf echten Fakten und dem echten Jack Kerouac basierendes Spiel mit dem Sein und der Wahrheit. Gewissermaßen eine fiktive Annäherung an diesen großen Autoren, vor allem aber auch eine Beantwortung der Frage, wer wir sind und was unsere Persönlichkeit ausmacht. Bedingt durch den sehr abgerundeten und positiv hervorzuhebenden Schreibstil von Anthony McCarten gewiss bekömmlicher als das Originalwerk - der gemeine Kritiker würde sagen: literarisch wertvoller -, dafür aber auch handelsüblicher und weniger spektakulär. Dennoch ein gelungenes Spiel mit Wahrheit und Fiktion. ****
Die Geschichte liest sich flüssig. Viele Stellen geben mir Rätsel auf und es gab irgendwann einen Punkt im Buch wo ich dachte, wie ich dem Autor bitte Dinge glauben soll, wenn schon banale Dinge wie z.B. die Beschreibung eines Baseballspiels im Grunde zwei Sportarten miteinander vermischt. Der letzte Teil des Buchs ist mir ein einziges Rätsel und selbst bei der ersten großen Wendung wurde nachvollziehbar erklärt wie es dazu kommen konnte aber am Ende wurde wieder alles über den Haufen geworfen und so bleibt bei mir der Eindruck, ich glaube nichts mehr und es macht auch nicht großartig Sinn.
Vielleicht ist dieses Buch auch einfach nicht für (jeden) mich.
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Das ist ein excellentes Buch. Ich bin ein Fan von Jack Kerouac und der Beat Generation. Deswegen habe ich mir dieses Buch ausgeliehen. Aber dieses Buch ist soviel mehr. Es besteht aus 3 Teilen und in jedem Teil wird eine neue Information enthüllt. Ich konnte das Buch buchstäblich nicht mehr hinlegen, weil ich auf die nächste Änderung gewartet habe.
Mixed feelings. Very easy and entertaining to read although it was difficult for me to imagine the people and places. Cool twists, interesting ideas, maybe more like a screenplay than a novel.
Hat lahm begonnen und wurde sehr viel besser. Hat mich stellenweise sogar überrascht! Kurzweiliges Buch. Leider baut man zu den Charakteren aber nichts auf.