Lernen vom Profi: Hasnain Kazim zeigt, wie man Paroli bietet
Man muss sich wirklich nicht alles sagen lassen! Mit seinem neuen Buch macht Bestsellerautor Hasnain Kazim Lust darauf, sich mal wieder richtig zu fetzen. Viele begeisterte Leser von »Post von Karlheinz« wissen, wie unterhaltsam und gewinnbringend die heftigen Auseinandersetzungen sein können, die Kazim ständig führt, nun gibt er auf vielfachen Wunsch konkrete Tipps fürs richtige Streiten. Dabei darf es gerne laut, hart und lustig zugehen: Hauptsache, man hat die richtigen Argumente parat, um dumpfem Hass und platten Parolen Einhalt zu gebieten. Eine dringend benötigte Anleitung für all die Diskussionen, denen wir sonst lieber aus dem Weg gehen – und verdammt unterhaltsam noch dazu.
,Auf sie mit Gebrüll‘ ist der Nachfolger von ,Nachricht von Karl-Heinz‘ von Hasnain Kazim, einen ehemaligen Spiegeljournalisten. Thema wiederum: Rassismus, Antisemitismus und populistische Tendenzen in der Gesellschaft. Diesmal geht es ums Thema Streitkultur. Wie soll man mit wem wann und worüber streiten. Ich will der Sache nicht vorgreifen, aber Hasnain Kazim liefert so eine geniale Analyse, man möchte am liebsten das ganz Buch mit Textmarker kennzeichnen und alle Argumente auswendig lernen. Absolute Leseempfehlung!
Sehr notwendige Botschaft? Ja! Sehr redundante Vermittlung? JA! Ein großes Problem von Büchern wie diesen ist ihr Publikum. Für wen wird geschrieben? Nicht für die Pöbler- so viel ist klar. Die könnten vielfache Wiederholung simpler Konzepte wie "Wir verhalten uns zivil und verbreiten keinen Hass- basta" sicherlich gut gebrauchen, wollen sie aber vermutlich nicht mal ein einziges Mal hören. All jene, die sich für die Botschaft interessieren, ist mMn hingegen zuzutrauen, dass sie diese Konzepte bereits verstanden haben oder zumindest nach einmaliger Ausführung verstehen. Stellenweise mutete das Buch an wie ein (gerechtfertigt) wütendes Schimpfen auf die verkommene Disput-Kultur in Deutschland, Europa, der Welt. An anderen Stellen wirkte es sehr direkt wie ein Rechtfertigungs- bzw. Erklärversuch konkreter Dialoge, die der Autor mit manchen Leuten hatte. Das ist recht unterhaltsam, bringt mich aber nur bedingt weiter. Ich habe mir das Buch unter anderem deswegen gekauft, weil ich in meinem beruflichen Umfeld nicht selten mit den beklagten Haltungen konfrontiert bin und mir manchmal wirklich die Worte fehlen. Ich habe ein paar Anhaltspunkte für künftiges Vorgehen in dieser Situation gefunden und mich in meinem bisherigen Verhalten teilweise bestärkt gefühlt, teilweise weiß ich jetzt, warum ich was verbockt habe und wie ich es besser hätte machen können. Insgesamt fühlt sich das Buch jedoch an, als hätte es halb so dick sein können.
Ich kenne und mag Hasnain Kazim von Twitter und natürlich von seinen Spiegel-Artikeln und sein Karlheinz-Buch habe ich sehr gerne gelesen. Das hier...also da fehlt was. Es war nicht wirklich ein roter Faden ersichtlich (klar, ist streiten können mit Populisten eine Art roter Faden....) und manche Beispiele haben für mich nicht funkionert und haben mich mit einem "häh?" zurückgelassen. Schade. Ich glaube, das ganze Thema hätte mehr Raum und etwas mehr Struktur gebraucht. Aber vielleicht bin ich einfach nicht die richtige Zielgruppe für dieses Buch; vielleicht bin ich doch schon zu "fortgebildet" in Streit- und Blockkultur", um aus einer Einsteiger-Literatur ins Thema 100% mitnehmen zu können. Aber drei Sterne ist ja auch super und ich bedauere weder Kauf noch das Lesen.
„Auf sie mit Gebrüll!“ von Hasnain Kazim ist angenehmer Lesestoff, der keiner besonderen Anstrengung bedarf, aber auch keine besonderen Erkenntnisse bringt.
Auf etwa 200 Seiten soll das Buch „eine dringend benötigte Anleitung“ zum konstruktiven und unterhaltsamen Streiten vermitteln. Tatsächlich ist das Thema, das der Autor beschreibt, nämlich Hass im Netz und durch einflussreiche Persönlichkeiten in der Öffentlichkeit sowie der Umgang damit, auch vier Jahre nach Erscheinung noch aktuell, vielleicht sogar noch dringender geworden. Allerdings konnte ich dem Buch „konkrete Tipps“ zum besseren Streiten nicht entnehmen, stattdessen las es sich wie ein langes Plädoyer aus Grundschulregeln zum Umgang in der Klassengemeinschaft - wobei viele Erwachsene diese Regeln offensichtlich nicht verinnerlicht haben oder sich entscheiden, sie zu ignorieren. Unterhaltsam wurde es durch die zahlreichen Beispiele aus den Sozialen Medien des Autors, aber auch von Politikern aus verschiedenen Ländern. Das Buch richtet sich hauptsächlich gegen Pöbler, Populisten und Extremisten, insbesondere gegen die AfD, ihre Anhänger und Donald Trump. Aus diesem Umfeld stammen viele der Beispiele, die meisten aus dem Jahr 2019. Zwar sind inzwischen bestimmte Situationen verändert, aber die Aussagen könnte man bedenkenlos ins Jetzt übertragen und wäre nicht überrascht, sie heute zu lesen. Dieser Bezug zur Gegenwart ist es, der das Buch noch interessant bleiben lässt.
Insgesamt ein unspektakuläres Buch, dessen Inhalt mir vermutlich kaum in Erinnerung bleiben wird.
Eine Anleitung zur zivilisierten Meinungsverschiedenheit
Vieles von dem, was Herr Kazim schreibt, fällt aus meiner Sicht in die Kategorie „stating the obvious“. Er erklärt im Detail das Streiten für eine freie Gesellschaftsordnung und eine funktionierende Demokratie unabdingbar ist. Logisch! Und doch ist dieses Buch nicht sinnlos oder überflüssig. Es erscheint irre, das jemand den zivilen Umgang mit Meinungsverschiedenheiten (und miteinander) erklären muss doch die traurige Realität ist, dass es in Zeiten von Fakenews, Shitstorms, und immer mehr erstarkendem Populismus nicht mehr selbstverständlich ist dass man respektvoll mit seinem Gegenüber umgeht. Kazims Buch ist daher ein Aufruf, mehr noch, ein passioniertes Plädoyer sich diesem Trend entgegenzustellen und teilt mit seinen Lesern Strategien zum Umfang mit schwierigen Streitgegnern. Es ist daher ein wichtiges Buch das nachdenklich stimmt aber auch Mut macht.
Wie ist das mit der Meinungsfreiheit? Was darf man sagen und was nicht? Darf man widersprechen? Oder nicht? Oder muss man sogar widersprechen? Und wenn ja, wie? Soll man Leute im Netz blocken? Soll man den Kontakt zu Bekannten abbrechen, wenn sie Corona leugnen oder rassistische Witze machen? Dieses Buch ist zwar keine konkrete Anleitung à la "Wenn jemand dies sagt, dann musst du das sagen", aber ich habe trotzdem viel gelernt und fühle mich jetzt nicht mehr so hilflos, verwirrt und vor allem sprachlos. Danke, Hasnain Kazim! ❤️
Ich mache es kurz. Herr Kazim erklärt auf unterhaltsame Weise, alles wichtige rund ums Thema Streit und plädiert dafür, dass wir den Mut fassen, auch mal den ein oder anderen Streit einzugehen, was durchaus wichtig sein kann in unserer Gesellschaft. Also, auf sie mit Gebrüll