Obwohl jüdischer Herkunft, blieb Viktor Klemperer während des Faschismus in Deutschland. Die Ehe mit einer Nichtjüdin bewahrte ihn vor der Deportation. Als er, der Romanist von europäischem Rang, sein Lehramt an der Technischen Hochschule in Dresden verlor, die zunehmenden Repressalien seine wissenschaftliche Arbeit verhinderten, wurde ihm das Tagebuch zur Balancierstange, ohne die er abgestürzt wäre. Mit minutiöser Genauigkeit hielt er fest, was er erlebte, was er sah, was ihm zugetragen wurde. "Beobachten, notieren, studieren" - das war die ständige Forderung, die er an sich selber stellte. Er wollte der "Kulturgeschichtsschreiber der Katastrophe" sein, aber er ist darüber hinaus auch der Chronist von Schicksalen und Familientragödien geworden, über die die Zeit hinwegging. Tag für Tag löste er seine selbstgesetzte Zeugnispflicht ein, trotz ständiger Todesgefahr, Zwangsarbeit und entwürdigender Existenz im Judenhaus. Er notierte Gerüchte, Witze, Nachrichten und immer wieder die Sprache des dritten Reichtes, die er für sein berühmt gewordenes Buch "LTI" sammelte. Aus dieser leidenschaftlichen Chronistenarbeit wurde ein einmaliges, ungewöhnliches Zeugnis über den Alltag der Judenverfolgung: ein Zeitdokument von außerordentlicher Faszination.
Sehr eindrückliches Zeugnis über den Alltag im Dritten Reich. Klemperer erzählt nicht von der großen Politik, sondern vom Alltag, vom Kampf ums überleben, von der Sprache des Dritten Reiches, von Ver- und Misstrauen, von Hunger, Selbstmorden, Morden.
Man fiebert mit, mit den Menschen und Schicksalen, die ohne diese - unter schwierigsten Umständen - entstandenen Aufzeichenungne