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Le Testament russe

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"Cette jeune femme d'un pays si lointain où les vaches sont plus précieuses que les femmes fait trembler ma nuit, fissurer le sol sous mes pieds et je ne sais pas si c'est de la peur ou de la joie que j'éprouve en la voyant soulever la pierre tombale." À Calcutta, dans les années 1980, Tania, une jeune Bengalie, détestée par sa mère et mise à l'écart par les adolescents de son âge, trouve refuge dans les livres. Elle se prend de passion pour le destin tumultueux d'un éditeur russe, fondateur des Éditions Raduga, dont la fermeture a été ordonnée en 1930. Elle retrouve la trace de sa fille Adel, octogénaire, dans une maison de retraite à Saint-Pétersbourg et décide de lui écrire. Avec sensibilité et une poésie évocatrice, Le testament russe propose une traversée du XXᵉ siècle en suivant ces deux femmes passionnées, chacune ayant lutté contre une forme d'oppression : celle d'une dictature sans pitié dans une Russie qui bannissait les livres et s'acharnait contre les poètes ; celle de la famille et de la tradition étouffante en Inde. Shumona Sinha, fascinée par la littérature russe, fait revivre dans ce roman les milieux littéraires des années 1920-1930. En rappelant les liens culturels et politiques entre le Bengale-Occidental et l'Union soviétique, elle offre aussi une réflexion sur la puissance de la langue maternelle et le désir pour une langue étrangère.

208 pages, Hardcover

First published January 1, 2020

44 people want to read

About the author

Shumona Sinha

12 books13 followers
Shumona Sinha, also spelled Sumana Sinha; (Bengali: সুমনা সিনহা, Calcutta, 27 June 1973), is a naturalised French writer born in Calcutta, West Bengal, India, who lives in France.

In her interviews for the French media, Shumona Sinha claims that her homeland is no longer India, nor even France, but the French language.

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Displaying 1 - 6 of 6 reviews
Profile Image for Klara.
134 reviews40 followers
October 5, 2021
Tanias Vater ist Buchhändler in Kalkutta, ihre Mutter wünschte, Tania wäre nie geboren. Gefangen zwischen der Gewalt der Eltern, die sie nicht richtig lieben können, und den Büchern ihres Vaters flieht Tania sich schnell in jede Geschichte, die sie finden kann, jede Erzählung, die nicht die ihres eigenen Lebens ist.
In Tanias Fall bedeutet das die Entdeckung der russischen Literatur, die sich im Laden ihres Vaters bis unter die Decke stapelt und einst ein zeichen der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Indien und der Sowjetunion war. Schnell entbrennt in ihr eine Liebe für Russland und seine Schriftsteller, und für den Verlag Raduga, deren Ursprüngen sie unbedingt auf die Spur kommen möchte. Raduga wird ihr Leitstern, ihr Wegweiser heraus aus der kleinbürgerlichen Welt Indischer Slums, der sie längst entwachsen ist.

Doch was ist Hoffnung wert? Und was passiert, wenn sie sich an eine gescheiterte Utopie klammert?

In vorstichtiger und schnelllebiger Prosa erzählt Shumona Sinha von Idealen und deren Zerrüttung, und verdeutlich uns einmal mehr, welch zerstörerische emotionale Folgen der Zerfall der Sowjetunion, des großen Kommunistischen Traums für Millionen von Menschen hatte.

Dabei fühlt man sich als Leser schnell selbst, als würde man sich an eine Felswand klammern, die unter den eigenen Fingern zu Staub zerfällt. Die Nacktheit der Sprache in diesem Buch lässt die Geschichte zerrissen wirken, seitenweise führt uns eine Ich-Erzählerin im absoluten Schnelldurchlauf durch die Geschichte Russlands des gesamten 20. Jahrhunderts. Tania ist eine sympathische Protagonistin, man fühlt und leidet mit ihr, doch am allerliebsten würde man einfach gerne mehr Zeit mit ihr verbringen, mehr über ihre Gefühle lesen, sie besser verstehen, ihre Freundin werden.

All das lässt die Kürze des Buches leider nicht zu, was mich Stellenweise wirklich sehr gestört hat.

Besonders schön hingegen ist die Entdeckung Russlands als Hoffnungsträger für die Jugend Indiens in den späten 1900ern, eine Geschichte, die noch nicht oft genug erzählt wurde und jedes Bisschen Aufmerksamkeit verdient. Der Blick in das Leben junger Studenten in Kalkutta ist in diesem Buch zart, menschlich, liebevoll.

Was mir hier zu sagen bleibt ist: Ich hätte gerne mehr davon gehabt. Mehr Zeit in diesem Buch, mehr Zeit mit den Protagonisten, mehr Zeit für ein rundes Ende. Doch was geschrieben ist, ist gut, und ist es in jedem Fall wert, von euch gelesen zu werden.

Klara over and out.
Profile Image for Ulrike.
61 reviews2 followers
May 15, 2022
Das Buch lässt mich mit sehr ambivalenten Gefühlen zurück. Meine anfängliche Euphorie zu Beginn des Buches wich nach und nach einer Ernüchterung und auch Enttäuschung über vergebenes Potential.
Der Klappentext versprach die Liebe einer jungen Bengalin zu Büchern, vor allem zur russichen Literatur, die in einer Spurensuche nach dem Verleger Lew Kljatschko gipfeln sollte. Zum Teil wird dieses Versprechen auch eingehalten, vor allem am Anfang kann man die Liebe von Tania zu Büchern sehr gut spüren.
Später kommt sie immer wieder zu dieser Liebe zurück, während dem Leser ihr weiteres Leben erzählt wird. Bis zum Alter von Anfang 20 erlebt sie sehr viel, Höhen, wie auch Tiefen, aber als Leser kann man sich kaum in eine Situation einfühlen, schon ist sie vorbei und ein neuer Abschnitt beginnt. Auch das sehr schwierige Verhältnis zu den Eltern hätte sehr viel mehr Tiefe gebraucht. Dazu wurde die Suche nach dem Verbleib vom Verleger auch innerhalb von einer gefühlten halben Seite abgehandelt. Keine spannende Entdeckungsjagd, die ich mir erhofft hatte.
Im Wechsel mit der Geschichte von Tania, verbringt man als Leser auch relativ viel Zeit mit der Tochter von Lew Kljatschko, die uns die Geschichte ihres Vaters erzählt und auch in Teilen ihre eigene Geschichte. Dadurch wird noch viel mehr in diese knapp 180 Seiten Buch gequetscht und für ein Erzählen bleibt kein Raum. Sie erzählt die Geschichte auch einfach nur dem Leser und nicht Tania, was ich passender gefunden hätte. Gegen Ende habe ich auch überhaupt nicht mehr verstanden, warum die einzelnen Personen so handeln, wie sie handeln.
Ich habe dem Buch ein Stern mehr gegeben, weil es mir Wissen über den Raduga Verlag und ihren Verleger vermittelt hat. Auch das viele russische Bücher ins Indische und Bengalische Anfang des 20. Jahrhundert übersetzt wurden und somit der Kommunismus auf diese Regionen Einfluss ausgeübt habt, wusste ich vorher noch nicht.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for miss.mesmerized mesmerized.
1,405 reviews42 followers
September 25, 2021
In der College Street von Kalkutta betreibt Tanias Vater in den 1980er Jahren eine kleine Buchhandlung. Aufgrund seiner Liebe zur Literatur besteht er für seine Tochter auf einen russischen Namen. Von der zu Liebe unfähigen Mutter vom ersten Tag an abgelehnt flieht Tania schon bald in die Welt der Bücher, während die andere Mädchen beginnen sich zu schminken, versinkt sie in den Erzählungen, bald schon haben es ihr ebenfalls die russischen Autoren angetan. Über eine Notiz zu Maxim Gorki stößt sie auf den kleinen Verlag Raduga, in dem in den 1920er Jahren außergewöhnliche Bücher erschienen waren, die auch man auch in Indien lesen konnte. Das Schicksal des Verlagsgründers Kljatschko fasziniert sie und so beginnt sie nachzuforschen und stößt schließlich auf seine Tochter, die immer noch in Sankt Peterburg lebt und zu der sie Kontakt aufnimmt.

Shumona Sinha stammt aus Kalkutta, lebt aber bereits seit zwanzig Jahren in Paris und schreibt in französischer Sprache. Ihre Romane wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, da sie oft mal literarisch den Finger in die Wunde legt und erfolgreich Literatur mit Sozialkritik verbindet. „Das russische Testament“ ist ein eher persönlicher Roman über die Kraft der Literatur, auch wenn hier der Umgang autoritärer Regimes mit Verlagen und Autoren sehr deutlich thematisiert und angeprangert wird. Tanias abweisendes Elternhaus und die rückständigen Sitten bieten im heimischen Kontext den Kontrast zu der öffentlichen Diktatur. Insgesamt vielleicht nicht ganz so drastisch und ausdrucksstark wie „Staatenlos“ oder „Erschlagt die Armen!“, dennoch einmal mehr ein Roman, den man in der Masse der Neuerscheinungen nicht übersehen sollte.

Es ist vor allem der Gegensatz zwischen den beiden Erzählsträngen um einerseits die in Kalkutta in ärmlichen Verhältnissen aufwachsende Tania und andererseits den längst verstorbenen Verleger in Russland, der den Roman bestimmt. Die beiden Figuren und ihr Leben könnte vordergründig unterschiedlicher kaum sein und doch weisen sie Parallelen auf, werden verbunden, habe über die Grenzen von Zeit und Raum einen gemeinsamen Nenner.

Die gnadenlose stalinistische Diktatur, die Bücher und Poeten verbannte, findet Tania in den Kommunisten ihr indischen Gegenwart wieder, die sich auch gegen sie wenden und begrenzt in ihrer Weltsicht sind, auch wenn sie zunächst als Türöffner heraus aus den familiären und gesellschaftlichen Traditionen und dem Denken in Kasten und fixen Geschlechterrollen erschienen. Auch bei ihnen bleibt sie ein Mensch zweiter Klasse, der nicht anerkannt und wertgeschätzt wird.

Shumona Sinha schreibt an gegen die Ungerechtigkeit in der Welt, gegen Unterdrückung und verquere Weltbilder. Hier im doppelten Sinne zeigt sie hingegen die Kraft der Literatur, die einen Weg findet zu überdauern, gelesen zu werden und die auch jenseits ihres eigenen Zeitgeistes noch Gehör finden und Kraft spenden kann. Die Autorin dürfte den Titel nicht zufällig gewählt haben, zu offenkundig ist die Parallele zu Andreï Makines „Das französische Testament“, den mit dem Prix Goncourt und dem Prix Médicis ausgezeichneten Roman, dessen Figuren ebenfalls zwischen zwei Ländern und Zeiten eine Verbindung über die Sprache schaffen, die das tagtägliche Elend verblassen lässt.
Profile Image for Circlestones Books Blog.
1,146 reviews34 followers
March 29, 2023
„Sie entdeckte die aufregende Grenze zwischen Wirklichkeit und Erfindung, zwischen dem, was geschrieben steht und dem, was noch geschrieben werden wird, die Lust am Unvollendeten.“ (Zitat Seite 33)

Inhalt
Tanias Vater ist Buchhändler in Kalkutta und verkauft internationale Literatur, die ins Bengali übersetzt worden war. Da ihre Mutter sie ablehnt, zieht sich Tania schon in ihrer Kindheit in die Welt der Bücher zurück. Immer wieder sind es Bücher von russischen Autoren und in jedem der Bücher findet sie die Adresse der Verlage Raduga und Progress, Subowski Bulvar, Moskau. Als Studentin beginnt Tania mit genauen Recherchen auf den Spuren des Raduga Verlages und des Verlegers und Schriftstellers Lew Kljatschko. Am Institut für russische Sprache und Literatur lernt sie Russisch und schreibt einen Brief an die Adresse des Verlages. Doch der Verlag musste schon 1930 unter Stalin schließen, Lew Kljatschko starb nur wenige Jahre später. Der Brief jedoch gelangt nach Boston, zur Enkelin des Verlegers. Diese schickt den Brief weiter an ihre Großmutter Adel, die in einem Altersheim in St. Petersburg lebt. „Ich weiß nicht, wie mich diese junge Frau ausfindig gemacht hat. Ich bin erstaunt über die Entschlossenheit, mit der sie über drei Kontinente hinweg die unsichtbaren und meist längst vergessenen Punkte verbunden hat.“ (Zitat Seite 11, 12)

Thema und Genre
In diesem Roman geht es um Unterdrückung, Politik und den Wunsch nach Freiheit gegen alle Widerstände. Vor allem jedoch geht es um Bücher und die Kraft der Literatur.

Charaktere
Zwei Frauen und ein Mann: was sie trennt ist mehr als ein halbes Jahrhundert und mehr als sechstausend Kilometer Luftlinie. Auch die unterschiedlichen, persönlichen Erfahrungen mit der Ideologie des Kommunismus trennen die Welten dieser Menschen, denn Adels freidenkender Vater riskierte unter der Zensur und den Bespitzelungen der Stalinzeit sein Leben, Tania dagegen schloss sich als junge Studentin in Kalkutta den Aktivisten der kommunistischen Studentenbewegung an. Was sie eint, sind Bücher, die Liebe zur Literatur, Maxim Gorki und die Suche nach einem freien, selbstbestimmten Leben.

Handlung und Schreibstil
Dieser Roman erzählt zwei voneinander unabhängige Geschichten. Eine Geschichte schildert die Kindheit und Jugend Tanias in den 1980er Jahren in Kalkutta, die personale Erzählform stellt Tania in den Mittelpunkt. In der zweiten Geschichte schildert die Russin Adel Kljatschko als Ich-Erzählerin ihr Leben, vor allem jedoch ihre Erinnerungen, in deren Mittelpunkt die Geschichte ihres Vaters steht. Die Sprache der Autorin ist lebhaft, eindrucksvoll und präzise.

Fazit
Eine ungewöhnliche Geschichte, getrennt durch ein halbes Jahrhundert und mehr als sechstausend Kilometer, verbunden durch die Liebe zur Literatur und den Wunsch nach persönlicher Freiheit.
Profile Image for yellowdog.
853 reviews
September 27, 2021
Shumona Sinha ist seit ihrem Roman Erschlagt die Armen eine der aufregendsten Stimmen der französischsprachigen Literatur. Das liegt zum Teil auch an ihrem Background. Sie ist in Kalkutta geboren und Kalkutta spielt auch in diesem Roman eine Rolle, genauso wie Russland.
Da ist Tania, die in Kalkutta aufgewachsen ist und da ist eine 80jährige Frau in Sankt Petersburg. In ihrem Part ist sie Icherzählerin.
Tania hat eine schwere Kindheit, da ihre Mutter sie schlägt. Trost findet sie immer nur in Büchern. Dieser literarische Bezug ist klug eingesetzt und trägt zu Tanias Entwicklung als tragende Figur bei.
Ob und wann diese beiden Figuren aufeinandertreffen sei hier noch nicht verraten.
Die Handlung klingt komplex, ergibt sich beim Lesen aber sehr gut.
Die sprachlichen Qualitäten des Romans sind außerordentlich. Die Autorin vermag es, die Emotionen der Figuren zu vermitteln.
745 reviews
May 19, 2020
«Cette jeune femme d’un pays si lointain où les vaches sont plus précieuses que les femmes fait trembler ma nuit, fissurer le sol sous mes pieds et je ne sais pas si c’est de la peur ou de la joie que j’éprouve en la voyant soulever la pierre tombale.»"À Calcutta, dans les années 1980, Tania, une jeune Bengalie, détestée par sa mère et mise à l’écart par les adolescents de son âge, trouve refuge dans les livres. Elle se prend de passion pour le destin tumultueux d’un éditeur russe, fondateur des Éditions Raduga, dont la fermeture a été ordonnée en 1930. Elle retrouve la trace de sa fille Adel, octogénaire, dans une maison de retraite à Saint-Pétersbourg et décide de lui écrire.
Avec sensibilité et une poésie évocatrice, Le testament russe propose une traversée du XXe siècle en suivant ces deux femmes passionnées, chacune ayant lutté contre une forme d’oppression : celle d’une dictature sans pitié dans une Russie qui bannissait les livres et s’acharnait contre les poètes ; celle de la famille et de la tradition étouffante en Inde.

Shumona Sinha, fascinée par la littérature russe, fait revivre dans ce roman les milieux littéraires des années 1920-1930. En rappelant les liens culturels et politiques entre le Bengale-Occidental et l’Union soviétique, elle offre aussi une réflexion sur la puissance de la langue maternelle et le désir pour une langue étrangère. "
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