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Koskas und die Wirren der Liebe: Roman

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"Dem Charme von Jacques Koskas muss einfach jeder erliegen!" Leila Slimani

Jacques Koskas hockt in der französischen Provinz, träumt von wilden Liebschaften und einer Karriere als Journalist. Doch der Mittdreißiger wird von den Erwartungen seiner sephardisch-jüdischen Familie gequält. Irgendwann hält es Koskas nicht mehr aus und steigt in den nächsten Zug nach Berlin. Dort lernt er Barbara kennen. Durch Berlins Straßen und Kneipen weht die Aufbruchstimmung der Nullerjahre und Koskas glaubt endlich zu wissen, wo er hingehört. Bestsellerautor Olivier Guez nimmt uns mit auf eine humorvolle, philosophische Reise in seine Vergangenheit. "Koskas und die Wirren der Liebe" ist sein Debüt, aber vor allem sein persönlichstes Buch!

"Herrlich amüsant!" David Foenkinos, Bestsellerautor

„Kraftvoll, sprühend und unverschämt!“ Le Figaro littéraire

337 pages, Kindle Edition

First published August 14, 2014

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About the author

Olivier Guez

23 books74 followers
Olivier Guez est un écrivain, journaliste et scénariste français né en 1974 à Strasbourg. Diplômé de sciences politiques et de relations internationales, il a d’abord travaillé comme grand reporter avant de se consacrer à l’écriture. Auteur d’essais et de romans nourris par l’histoire et la géopolitique, il s’est fait connaître avec La Disparition de Josef Mengele (2017), couronné par le prix Renaudot, où il retrace la fuite et la fin du médecin nazi. Parmi ses autres ouvrages notables figurent L’Impossible retour : une histoire des juifs en Allemagne depuis 1945 (2007), Eloge de l’esquive (2014) et Les Révolutions de Jacques Koskas (2014).

Sa prose allie rigueur documentaire et souffle romanesque, une écriture, à la fois précise et nerveuse, mêle le réel et la fiction avec une grande acuité morale. Guez s’intéresse particulièrement aux zones d’ombre de l’histoire, aux exils, à la mémoire européenne et aux destins broyés par la violence politique.

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3 (25%)
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2 (16%)
1 star
1 (8%)
Displaying 1 - 1 of 1 review
Profile Image for Susanne Probst.
104 reviews8 followers
May 23, 2020
Puh - mit so einem unsympathischen Protagonisten habe ich selten so viel Zeit verbracht.
Jaques Koskas und ich, wir werden definitiv keine Freunde!

Von Paris bis Israel - von 2003 bis 2010.

Körperliche Reife spät - emotionale Reife nie.

Scheitern und Niedergang...selbst verschuldet oder ein „Produktionsfehler der Eltern, für den man Schadensersatz fordern kann“?

Aber der Reihe nach:
Diesen 336-seitigen Roman zu lesen, war für mich fast ein „Muss“.
Ich habe von Olivier Guez „Das Verschwinden des Josef Mengele“ gelesen und den Autor in einem Interview auf der Frankfurter Buchmesse erlebt.
Das Buch über den NS-Arzt war lesenswert, faszinierend und erschütternd und Herrn Guez, ein interessanter Mann mit Humor, empfand ich sympathisch, tiefsinnig und belesen.

Jaques Koskas, in Kindheit und Jugend ein schmächtiger, braver, fleißiger und angepasster Spätentwickler, will seiner jüdischen Familie, die in Frankreich lebt und die jüdischen Traditionen hochhält, den Rücken kehren und seinen eigenen Weg finden.
Dagegen ist ja grundsätzlich nichts einzuwenden, aber wenn man als Leser verfolgt, wie er das macht und wie er sich entwickelt, sträuben sich einem die Nackenhaare.

Beruflich kommt Jaques auf keinen grünen Zweig und beziehungstechnisch klappt es auch nicht. Außer wilden Träumen und zahlreichen Affären läuft nichts und durch den beruflichen Alltag als Journalist schlängelt sich der Mittdreißiger irgendwie hindurch.

Aus dem einstigen Bilderbuchknaben wird immer mehr ein selbstbezogener, oberflächlicher, verantwortungsloser Lebemann, Luftikus und Frauenheld, der andere blendet und sich die Welt und seine Misserfolge schönredet.

Anfangs schmunzelte ich noch über seinen klammernden, fürsorglichen und besorgten Vater, bald ging er mir ziemlich auf die Nerven und wenig später konnte ich ihn verstehen.

Als Eltern kann man nur besorgt sein, wenn sich der Sprössling so entwickelt.

Nachvollziehbarerweise fragen sich Jaques‘ Eltern, ein Gynäkologe und eine Urologin, wie aus einem so folgsamen und fleißigen Knaben ein derart phlegmatischer und unambitionierter Mann hatte werden können.

Dann passiert ihm bei der Arbeit ein verhängnisvoller Fehler.
Er bekommt einen ordentlichen Dämpfer und in der Folge geht es zunehmend bergab.
Jaques torkelt oberflächlich, unreif und ziellos durchs Leben, hangelt sich von Sexabenteuer zu Sexabenteuer, bekommt Ekzeme und Burnout-Symptome und landet in der Klinik, wodurch erstmals Hoffnung auf Besserung aufkeimt.

Aber das währt nicht lange.
Jaques lebt schließlich genauso selbstgefällig und unbeständig weiter. Ein Aufschneider und Taugenichts mit Größenphantasien und ohne Durchhaltevermögen, der nur nach dem Lustprinzip lebt.
Es ist kaum auszuhalten!

Und dann kommt der Tiefpunkt.
Dieses nachvollziehbar einschneidende Ereignis bewirkt bei Jaques endlich den Entschluss, „sich am Riemen zu reißen“, weil dies der „Beginn seines zweiten Lebens“ war.
Mit dem Lotterleben „war es jetzt aus und vorbei.“

Ob das klappt, ob das stimmt, wie es weitergeht und endet werde ich natürlich nicht verraten.

Olivier Guez schreibt lässig, leichtfüßig, überspitzt, mit Humor und manchmal sogar mit satirischen Unterton.
Die streng religiösen Verwandten werden z. B. mit subtilem Witz, ironisch oder überspitzt dargestellt.
Ich musste anfangs manchmal amüsiert die Augen verdrehen und oft laut lachen.
Mir kam der Gedanke, dass sich das Buch zum Verfilmen eignen und dass daraus eine französische Komödie à la „Bei den Schtis“ werden könnte.

Einen abwechslungsreichen Kniff hat der Autor angewendet, als er vorübergehend zur Tagebuchform wechselt.

Gekonnt arbeitet er den Kontrast zwischen der konservativen, streng gläubigen Familie und der Leichtlebigkeit des Protagonisten heraus.

Die äußerst zahlreichen Einsprengsel das Weltgeschehen betreffend störten meinen Lesefluss. Da wäre weniger mehr gewesen.

Wirklich schlimm für mich waren die unfassbare Oberflächlichkeit und die nicht enden wollenden Frauengeschichten von Jaques.
Ich langweilte mich irgendwann und mit der Zeit ging mir das alles ziemlich auf die Nerven. Auch hier hätte es nicht geschadet, mächtig zu kürzen.
Etwa ab der Hälfte fragte ich mich ständig, ob und wie lange das noch so weitergeht.

Der Autor beherrscht sein Handwerk. Er spielt gekonnt mit Extremen, Überspitzungen und Ironie und er schafft es scheinbar mühelos, dem Leser den Protagonisten nahezubringen und die passenden Gefühle (z. B. genervt sein) in angemessener Dosierung (im Falle des Genervt seins ausgesprochen stark) zu erzeugen.

Trotzdem kann ich den Roman beim besten Willen nicht empfehlen, weil er mir nur sehr wenig Lesevergnügen bereitet hat.

Schade :-(


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