Zhaos Versuch, das antike Tianxia-System mit den Kategorien und Fragen der Gegenwart zu rekonstruieren, ist in der Sache wirklich nicht uninteressant. Er schafft es, den Irrweg der aktuellen imperialistischen Logik, die in den internationalen Beziehungen tagtäglich Anwendung findet, aufzuzeigen und stellt sogleich eine alternative Vision für eine zukünftige Weltordnung vor. Diese ist zumindest oberflächlich noch realistisch genug, um nicht sofort als Utopie verworfen zu werden. Gleichzeitig aber verwirft Zhao eine Reihe von Möglichkeiten, an die marxistische Philosophie anzudocken und findet dafür teilweise fadenscheinige Ausreden, die einem mit dem Gefühl hinterlassen, dass dieses Werk viel mehr hätte sein können. Nichtsdestotrotz bieten Zhaos Überlegungen eine angenehme Erfrischung im Kontrast zu den üblichen Aussagen über zukünftige Weltordnungsmodelle aus westlicher Feder.